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Mühlenkreis-Handballer im Blickpunkt! Teil 1! Heute mit André Fuhr

Teil 1

Corona hält die Welt in Atem. Leider hat das Corona-Virus auch den Handball-Sport zum Stillstand gebracht. Trotzdem möchte ich euch die Wartezeit bis zum Startschuss der neuen Saison etwas verkürzen. Ich habe mit André Fuhr  einen Handball-Experten befragt zu: 

  •  GWD oder eher TuS?
  •  Frauen-oder-Herren-Handball?
  •  Schultafel oder Taktiktafel?
  •  Meister oder Nicht-Meister
  • Verein oder Verband?

Auch eine Einschätzung für die kommende Saison unserer beider Mühlenkreis-Vereine darf da nicht fehlen

Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast André. 

Eigentlich liest er keine Handball-Blogs, da bin ich aber froh, dass er mir trotzdem Rede und Antwort steht. Aber keine Angst, dies ist hier ja kein überlanger Podcast, obwohl die ja wie Pilze aus dem Boden schießen. Und so lange wie Schmisos Podcast soll das hier auch nicht dauern. Deshalb habe ich das Interview in zwei Teile gesplittet. Wenn euch der 1. Teil gefällt, dann wird der 2. Teil euch garantiert auch gefallen. Versprochen!

 

Vom Mühlenkreis, über Blomberg und Metzingen nach Dortmund

Er ist gebürtig aus Rothenuffeln, wo er auch lange Handball spielte. Er hat Sport und Deutsch auf Lehramt studiert. War freier Mitarbeiter beim Mindener Tageblatt und hat dort meist über die Handballspiele berichtet.

Schon früh zog es ihn auf die Trainerbank. Nach 16 Jahren in Blomberg und einem Jahr in Metzingen, ist er jetzt Trainer der Damen von Borussia Dortmund. 

 

 

Im Mühlenkreis die ersten handballerischen Schritte gemacht

Im Mühlenkreis, besser gesagt in Rothenuffeln hat er mit 5 Jahren das Handballspielen begonnen. Mit 15 Jahren trainierte er schon die E-Jugend, während er noch bis Mitte 20 selber gespielt hat.   

In erster Linie ist André Handball-Fan. Er mag beide, GWD Minden und den TuS N-Lübbecke. Vielleicht grün weiß aber ein bisschen mehr. So oft es geht, kommt er noch zu Spielen in die Halle. Auch aus seiner Tätigkeit beim Mindener Tageblatt kennt und schätzt man ihn vor allem in Minden. 

 

„GWD Minden hat den Umzug nach Lübbecke, wie ich finde, sehr gut von der atmosphärischen Gestaltung hinbekommen. Und wir sind dann mal gespannt, wie es nach Corona und mit neuen Erkenntnissen weitergeht.“

 

Über GWD Minden in der nächsten Saison

André wünscht sich natürlich, dass sie wieder ein zu Hause finden. Egal wo es ist. Ob in der Kampa-Halle oder in der neuen Multifunktionshalle. Auf jeden Fall nicht auf Dauer in Lübbecke. Das hat schon vielen sehr wehgetan, dass die Heimspielstätte gesperrt wurde. Beim vorletzten Heimspiel war er noch in der HalleUnglaubliche Spiele, die einem da in Erinnerung bleiben.

„Der Abgang von Marian Michalczik wird ihnen wehtun. Aber sie waren in den letzten Jahren immer in der Lage, Lücken zu kompensieren.“

Es ist immer spannend, den Spagat aus jungen und eigenen Talenten zuzusehen. Und Spieler, die man irgendwie finden muss, wie sie irgendwie Dalibor Doder gefunden haben. Der über Jahre ja das Gesicht von GWD Minden geprägt hat. Oder wie sie Christoffer Rambo gefunden haben, der jetzt natürlich eine spieltragende Figur ist. Es ist in den letzten Jahrzehnten immer gelungen solche Spieler zu finden, die herausragende Fähigkeiten haben und unheimlich wichtig sind.

 

Und über den TuS N-Lübbecke

Für ihn ist es beim TuS N-Lübbecke in den letzten Jahren sehr unruhig gewesen. Ein bisschen Kontinuität zu finden, täte den Lübbeckern da sehr gut. Das scheint jetzt unter Emir Kurtagic gelungen zu sein. Die Mannschaft hat sich gut entwickelt. Natürlich wünscht er sich, und wünschen wir uns alle wieder ein Mühlenkreis-Derby. Das waren ja auch für ihn, immer ganz besondere Spiele. Dem TuS N-Lübbecke wünscht er den Aufstieg. Aber dazu braucht es neue Strukturen und Ruhe. Und dass sie die Zuschauer wieder begeistern werden, was ja in der letzten Zeit nicht so der Fall war.  

Wenn er mal wieder im Mühlenkreis ist, besucht er natürlich seine Eltern. Und auch der Handball hier lässt ihn nicht los. Neben GWD zieht es ihn zu seinem alten Verein, der jetzt HSG Euro heißt. Seine gute Vernetzung und das Mindener Tageblatt ermöglicht ihm immer noch, über die sportlichen Geschehnisse im Mühlenkreis informiert zu bleiben. Zu GWD-Trainer Frank Carstens und Lübbeckes Trainer Emir Kurtagic hat er einen guten Draht.

Studiert hat André Fuhr Deutsch und Sport auf Lehramt. Lange und gerne hat er beim Mindener Tageblatt als freier Mitarbeiter gearbeitet. Aber irgendwann war diese journalistische Arbeit mit der handballerischen Tätigkeit nicht mehr vereinbar. Dann war er lange Lehrer in Espelkamp und in Blomberg und hat dann eine ganze Zeit beim Kreis Lippe gearbeitet. Ihm war es immer wichtig, dieses 2. Standbein zu haben. Dies hat natürlich Druck rausgenommen und unabhängig gemacht. Zumindest in Gedanken und fügt lächelnd hinzu: „Ich bin Gott sei Dank noch nie entlassen worden.“ Und trotzdem hatte er immer das sichere Gefühl und keine Existenzsorgen. Jetzt ist er Vollprofitrainer. Das wäre es auch schwierig, noch einen anderen Job nachzugehen, bei dem Aufwand den man hat als Trainer bei Borussia Dortmund. An der Spitze der Bundesliga und den Champions League Spielen die in der nächsten Saison auf seine Mannschaft zukommen.

Aber Zeit bleibt ihm trotzdem noch für den DHB. Denn zusätzlich zu seinem Job bei Borussia Dortmund ist er jetzt Trainer der weiblichen U-20 des DHB. Auch diese Aufgabe macht ihm sehr viel Spaß. Junge Spielerinnen auf höchstem Niveau entwickeln. Er hat einen hoch motivierten und qualitativ guten Jahrgang. Ein großer Vorteil ist auch, dass er einige Spielerinnen vorher auch schon kannte. Leider hat er bisher noch kein Länderspiel als Trainer der U-20 erleben dürfen. Auch die geplante Weltmeisterschaft in Rumänien ist durch Corona auf Dezember verschoben worden. Wichtig sind ihm die Erfahrungen, die man bei solchen Turnieren sammeln kann, das ist dann noch mal etwas ganz anderes wie der Ligabetrieb. Es ist ganz anders eine Mannschaft in vielen Lehrgängen zusammenzuführen. Auch er als Trainer kann da noch viel lernen. 

Auch ist der Blick aus einer anderen Perspektive spannend für ihn. Er ist jetzt der Vereins und der Auswahltrainer, da versteht man die andere Seite manchmal noch ein bisschen besser. 

Dieses war der erste Teil eines sehr interessanten und angenehmen Gespräches. Im zweiten Teil geht es den Damenhandball, um seine bisherige Trainerlaufbahn, und um die Nichternennung zum deutschen Meister. 

Übrigens lieber André, ab jetzt wird wenigstens dieser Handball-Blog gelesen!!!

André Fuhr 3 (2)
André in Action
André Fuhr 2 (2)
Auch als Interviewpartner ist André gefragt
Borussia Dortmund 4
Das Team von Borussia Dortmund

 

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Fotos Borussia Dortmund und privat

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Mühlenkreis-Handballer im Blickpunkt! Heute mit Carsten Dehne

Heute spreche ich mal mit jemandem, der vielen von uns den Handball etwas anders näher gebracht hat. Viele Mindener kennen ihn als die Stimme der GWD Heimspiele im Radio. Carsten Dehne.

 

Natürlich mögen jetzt einige sagen: “ der ist doch kein Handballer!“ Fast richtig! Allen voran ist er erst mal ein Mensch des Mühlenkreises. Das allein berechtigt ihn schon, mein Gast zu sein. Und das er so erfolgreich als Beach-Handballer war, das war mir auch nicht so wirklich bewusst. Aber all das könnt ihr ganz unten noch einmal nachlesen.

 

Für mich unvergessen die Handball-Live-Radio-Übertragungen von Radio Westfalica. Zum großen Teil berichtete er von den Heimspielen des Mindener Teams. Aber auch in fremder Halle war er oft am Mikro. Immer mit viel Sachverstand, Herzblut und Adrenalin hat er alles gegeben. Nicht selten kam er durchgeschwitzt und heiser aus seiner Kommentatoren-Kabine. Man sah ihm an, dass er gelitten hatte.

 

 

Noch wenige Sekunden zu spielen…….. Wir geben ab an die Werbung! Nein!!!!!

Ich erinnere mich noch an eine Übertragung. Ich lag krank im Bett und konnte nicht in die Halle. Aber auf Carsten war Verlass, das Spiel hatte ich, dank ihm, direkt vor meinen Augen. Bis, ja bis zu den letzten entscheidenden Minuten der Partie. Es waren nur noch wenige Minuten auf der Uhr. Carsten vom Spiel heiß gelaufen, ich heiß vom Fieber. Die Entscheidung naht! GWD mit seinem letzten Angriff………………. Und es geht ab an die Werbung und dann an die Nachrichten! Ich brech ab!

Wie oft er sich das schon anhören musste, das weiß er gar nicht mehr. Aber keine Chance! Durch diese Werbeeinnahmen wurden die kostspieligen Übertragungen ja erst möglich. Und auch die Nachrichten, die waren eigentlich Pflicht. Aber so manches Mal, im Laufe der vielen Spiele, hatten auch die Nachrichten Verspätung. Man munkelt von einigen zeitversetzt gesendeten Nachrichten, alles im Sinne des Handballs. Ist schon gut, da fragt keiner mehr nach.

 

Handballspiele im Radio – eine besondere Herausforderung?

Handballspiele im Radio zu kommentieren, stelle ich mir persönlich sehr schwierig vor. Natürlich gibt es das schon lange im Fußball. Aber der Handball-Sport ist ja ein viel schnellerer Sport.

Er war der Vorreiter, er war derjenige, der diese Lücke gesehen hat. Für Carsten lag die Hauptaufgabe darin, Bilder zu vermitteln. Denn die Hörer hören ja nur etwas. Und so wenig wie möglich Fachbegriffe reinbringen. Denn eine jugoslawische 3-2-1- Deckung ist schwer vorstellbar. Aber wenn ihm im Eifer des Gefechtes doch mal, das ein oder andere rausrutschte, gelang es ihm dies, schnell zu erklären. Vor allem die Emotionalität in seiner Stimme, hat die Zuschauer gefesselt.

 

Eine Hörerin brachte einen Notfall-Koffer in den Sender

Jetzt in der Corona-Zeit, wo GWD Minden alte Übertragungen ausgegraben hat, hat er sich die auch mal angehört. Wo hat GWD die eigentlich ausgegraben? Gibt es davon noch mehr? Wenn ja, bitte her damit!

Wenn Carsten im Spiel drin war, dann war er da drin. Da vergaß er rechts und links. Damals machte sich wohl eine Hörerin besonders große Sorgen um seine Gesundheit. Sie brachte einen kleinen Notfall-Koffer, gefüllt mit Baldrian und Ähnlichem, in den Sender. Gebraucht hat er diesen Koffer glücklicherweise nie. Aber den Koffer hat er heute noch.

Die alten Radio Westfalica Handball-Live-Übertragungen kann man übrigens hier und hier noch einmal anhören. Sehr zu empfehlen.

Eingestellt wurden diese Übertragungen allerdings nicht, um Carstens Gesundheit zu erhalten, sondern einfach aus Kostengründen. Die Kosten für Technik und Personal waren um ein Vielfaches höher als die Einnahmen. Aber ein positives Fazit kann man durchaus ziehen. Die Bekanntheit und Beliebtheit des Senders und des Moderators stieg dadurch immens.

 

Er war ganz nah dran an den Spielern

Mit Aaron Ziercke, Thomas Oehme, Chrischa Hannawald und Ralf Böhme ist er damals viel um die Häuser gezogen. Also so richtige Männerfreundschaften, sind da entstanden. Auch mit Andreas Bock, Rüdiger Traub, Frank von Behren und Holger Kretschmer entstanden tolle Kontakte, auch über den Handball hinaus.

Besonders gefreut haben ihn die damalige Star-Verpflichtung von Talant Dujshebaev, der auch als Mensch überzeugt hat. Auch Sascha Tutschkin und seine typische russische Spielweise hatten es ihm angetan.

 

Witzig, verrückt, ärgerlich! Was so alles passieren kann

In so vielen Jahren der Handball-Liveübertragungen muss doch die ein oder andere Geschichte passiert sein. Auch da hat er einiges zu berichten.

Man stelle sich vor, man berichtet vom Auswärtsspiel in Nordhorn. Günstigerweise war damals in der alten Nordhorner Halle, der Kommentatorenplatz direkt neben dem VIP-Bereich. Der Dehne geht mal wieder voll ab und ein Nordhorner-VIP-Fan hat genug von der ganzen Sache und zieht dem Dehne den Stecker raus. Dank Carsten und einem nicht näher genannten damaligen Praktikanten, konnte die Verbindung aber schnell wiederhergestellt werden.

In Schwerin reichten die 50 Meter Kabel der mitgebrachten Kabeltrommel nicht bis zur Steckdose. Und er musste sich erst aus mehreren Mehrfachsteckdosen die restlichen Meter zusammen puzzeln. Zur jetzigen Zeit undenkbar. Wir Mindener sind ja ein bisschen sensibler geworden, was Brandschutz angeht.

In Kolding (City-Cup-Finale für den TuS Nettelstedt) musste erst noch ein passendes Kabel zusammengebastelt werden, da es in Dänemark ganz andere Steckdosen gab. Vielen Dank an den TuS-Fan und Techniker, der die Übertragung gerettet hat.

In der Kieler-Ostseehalle saß er auch schon mal inmitten der Fans. Und GWD führte zur Halbzeit mit 6 Toren. Nur doof für Carsten, dass es sich um Kieler Fans handelte. Die das natürlich nicht so witzig fanden und sich über Carsten wunderten, der mal wieder völlig in seinem Element war. Übrigens GWD verlor das Spiel dann doch noch mit einem Tor, das ist dann wohl auch der Grund dafür, das Carsten die Halle lebend verlassen konnte.

Durchaus positiver der 9-Tore-Sieg in Magdeburg, wo am Ende der Vlado Sola neben den Siebenmetern sogar noch den letzten Wurf im Handstand halten wollte. Auch da saß er an der Bande inmitten der Magdeburger und ging wieder völlig ab. Besorgte Magdeburger klopften ihm auf den Rücken! Zur Beruhigung natürlich!

Derbies, Entscheidungsspiele und ein paar Tränen, die Erinnerungen sind noch immer frisch

Die Derbies waren immer sehr schwer, für ihn zu kommentieren. Auf der einen Seite ist er Journalist und um Neutralität bemüht. “ Aber wenn du als Kind schon in der Kreissporthalle gewesen bist, und GWD angefeuert hast, ist das nicht ganz so einfach!“

An ganz besondere Ereignisse kann er sich sogar mit Datum erinnern

Am 24. Januar 1992 überträgt Radio Westfalica das erste Mal ein Spiel live. Und dann gleich das Derby gegen den TUS Nettelstedt. Carsten damals noch in Doppelmoderation mit Ralf Huber im Einsatz moderierte ein unglaubliches Spiel. Nach einem 13:16 Rückstand, dreht und gewinnt GWD noch mit 19:17.

Am 1. März 2000 quält sich Carsten mit dicker Erkältung zum Derby. Dieses Spiel kann und will er doch nicht verpassen. In der letzten Reihe, gehüllt in dicker Jacke und Schal, sah er ein 32:19 für GWD. Eine Demontage für den TuS.

Das letzte Heimspiel der Saison 2006/2007 gegen den VfL Gummersbach. Ein Punkt musste her für den Klassenerhalt. Am Ende stand es 32:32 und GWD hatte den wichtigen Punkt erkämpft. Nach Spielende fingen dann die Fernsehkameras einen sehr emotionalen Carsten Dehne ein. No words needed!

 

Sein Herz schlägt grün weiß, aber seine Anfänge waren beim TuS Nettelstedt

Er war im ersten Radio Westfalica-Team der Einzige, der sich für Handball interessierte. Also machte er das. Seine eigenen Handballerfahrungen beliefen sich zwar auf genau ein Spiel. Aber trotzdem fuhr er damals nach Nettelstedt und kommentierte Zusammenfassungen der TuS Spiele. Als dann Christian Spönemann zum Radio Westfalica-Team kam, teilten sich beide die Spiele ein. Christian Spönemann bekennender TuS-Fan bekam die Nettelstedt-Spiele und Carsten die GWD Spiele.

 

Carsten, ein Mensch der Medien, der keine Handball-Blogs liest

Handball-Meldungen liest er, aber keine Handball-Blogs. Okay, das wird sich aber wohl mal ganz schnell ändern, oder? Hier sind wir bei http://www.mein-handball-blog.com. Hacken am Kreis, das war einmal.

Podcast hört er schon öfters mal. Gerne natürlich den Podcast von Radio Westfalica und Hand aufs Harz-der Handball-Podcast von und mit Florian Schmidt-Sommerfeld. Aber da sind wir uns einig, die Hand aufs Harz-Podcast-Folgen sind einfach zu lang. Länger als eine halbe Stunde ist viel zu zeitraubend. (Übrigens, ich schlafe meist schon nach 30 Minuten ein. Besonders dann, wenn der Gast jetzt nicht so mitreißend ist.)

Die Beachhandball-Karriere – bemerkenswert

Aufgewachsen mit einem sportbegeisterten Vater, kam 1974 passend zur Fußball-WM ein Farbfernseher ins Hause Dehne und Carsten zu seinem ersten Fußball Erlebnissen. Neben Fußball spielt er selber Tischtennis und Tennis. Auch praktische Handball Erfahrungen sammelt er bei einem Spiel in der Schulmannschaft Herder gegen Rats. Im zarten Alter von 26 Jahren fängt er dann mit dem Handball an. Beim TuS Viktoria Dehme und Lukki Kaschube hat er dann Handball spielen noch mal von der Pike auf gelernt. Beim FT Dützen kam dann noch kicken in der Altherrenmannschaft hinzu. Bis heute ist er diesem Verein auch treu geblieben und ist im Jugendvorstand tätig.

Die größten Erfolge hat er allerdings im Beachhandball gehabt. Eigentlich durch Zufall traf er auf die Sand Devils. Kai Bierbaum hatte sein emotionales Talent erkannt. Es folgten deutsche Meisterschaften als Spieler und als Teamchef mit Frank Carstens, Frank Habbe und Aaron Ziercke. Unvergessen ist die Champions-League Endrunde in Spanien.

Und dann kam auch endlich der erste Einsatz fürs Fernsehen. Der DHB suchte Live-Stream-Kommentatoren für die Deutsche-Beach-Handball-Meisterschaft. Ab dem Viertelfinale war Carsten am Mikro. Und konnte Strandgeflüster Minden zur deutschen Meisterschaft kommentieren.

Lieber Carsten, ich könnte dir noch tagelang zuhören. Du hast so viel erlebt, du warst immer mitten drin, statt nur dabei. Ich denke, es wird noch mal einen Teil 2 geben (müssen).

Sollte die Handball-Bundesliga die neue Saison wirklich mit Geisterspielen, oder nur mit reduzierter Auslastung starten, dann fordere ich folgendes:

Carsten Dehne zurück ans Mikro! Radio Westfalica und alle Sponsoren müssen sich für dieses Horrorszenario zusammensetzen. Es kann nicht sein, dass die Saison ohne oder mit nur wenigen Fans startet. Wenn schon nicht alle Fans die Spiele am Fernseher verfolgen können, dann fordere ich:

Carsten Dehne zurück ans Mikro! Re-Load please Handball-Live bei Radio Westfalica!

Gedanklich stelle ich mir gerade vor, wie ich auf dem Fernseher das Spiel verfolge und Carstens Stimme dazu aus dem Radio kommt. Ich feiere das gerade. Noch lieber wäre mir nur live Handball in der Halle, auch wenn es in Lübbecke ist.

Carsten Dehne 12
mit Thommy Haas
Carsten Dehne 13
mit Horst Eckel beim Weserspucker-Turnier
Carsten Dehne 10
Mit Ralf und Chrischa am Nürburgring
Carsten Dehne11
Carsten mit lick aus seiner Kabine

 

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Mühlenkreis-Handballer im Interview! Heute mit Holger Kretschmer

Von 1995 bis 1998 trug Holger Kretschmer das GWD-Trikot. Und viele Fans haben den sympathischen Menschen Holger und seine Familie nicht vergessen. Genauso geht es mir auch. Holger war eigentlich der einzige Spieler, den ich echt vermisst habe. Von unserer Banneraktion bis zum Abschiedsgeschenk, ich war dabei. Jahre später freute ich mich immer noch über Holgers und Marions Besuch in Minden. Und die Spiele gegen Stuttgart waren ein Pflichttermin. Natürlich gab es immer ein Riesen-Hallo und auch Finn wurde da zwangsläufig mit reingezogen.

Ich freue mich sehr, dass Holger für mich Zeit gefunden hat. Mal schauen, was er so alles aus dem Nähkästchen plaudert.

Wir haben uns über die vergangene Zeit, die Gegenwart und die Zukunft unterhalten.

Holger der Mensch

Seine Mindener Zeit hat ihn sportlich und beruflich geprägt

Eine unglaubliche Zeit, die er nicht missen möchte

Es war eine ganz, ganz besondere Zeit für Holger Kretschmer. Die Stadt Minden hat es ihm angetan und die Zeit mit vielen tollen Handballern. Besonders beeindruckt hat ihn die Kombination mit tollen Menschen zusammenzuspielen und berufliche Verbindungen zu knüpfen. In der Zeit kamen viele Spieler rüber in die Bundesliga. Es sind Freundschaften entstanden, die bis heute noch bestehen. Aber auch die Mindener Fans haben ihn sehr beeindruckt.

Holger der Handballer

Minden war Holgers sportliche Heimat

Die Spiele gegen den VfL Bad Schwartau waren natürlich etwas Besonderes, vor allem weil Schwartau im ersten Jahr abgestiegen ist. Da schlugen schon zwei Herzen in seiner Brust. Ein Beweis dafür, dass Holger wirklich mit den Fans konnte, ist das ihn die Schwartau-Fans vor dem Spiel besucht haben. Das war eines der letzten Spiele vor dem besiegelten Abstieg und man hat ihm den Wechsel nach Minden auch nicht krummgenommen.

Als Spiele mit einem großen Spektakel bezeichnet er die Spiele gegen Nettelstedt, Wallau Massenheim und TUSEM Essen. Das Besondere an den Derbies war, dass die Spieler eigentlich alle untereinander befreundet waren, aber es wurde mit harten Bandagen gespielt.

Und das war auch für ihn einer dieser besonderen Momente. Was aber auch typisch für diese Sportart ist, dass niemand nachtragend ist. Heute kann Holger immer noch in die Lübbecker Halle gehen und Spieler und Trainer treffen, das ist immer etwas Besonderes. Vor einem Jahr hat er Tomislav Farkas getroffen, und die Freude war sehr groß.

(Holger, die Mindener sind ziemlich oft in Lübbecke. Schaut doch mal rein, wir haben immer ein Plätzchen für euch frei.)

Holger der Realist

Mit Handball verdienst du keine Millionen

Noch während seiner GWD-Zeit hat Holger drei Jahre für die Fa. Melitta gearbeitet. Und es gab die Option den Vertrag noch einmal zu verlängern, oder eine erweiternde berufliche Existenz bei Melitta. Mit seinen damals noch jungen 33 Jahren hat Holger sich aber für eine berufliche Verlängerung entschieden. Nach insgesamt 6 Jahren als Führungskraft im Außendienst ist er dann zur Fa. Philips gewechselt. Nach fast 20 Jahren dort, sucht er jetzt nochmals eine neue Herausforderung.

Der Handball lief aber immer nebenbei noch mit. Für Hannover/Burgdorf spielte er in der Regionalliga und als die Kinder zur Schule kamen, ging es endgültig nach Hause an die Ostsee. Handball gab es dann noch als
Trainer der Kinder. Und das megaerfolgreich.

Holger der Familienmensch

Die Jungs sind als Beachboys groß geworden. Gleich nach der Schule ging es an den Strand. In der Nähe von Timmendorf ist der gebürtige Emsländer angekommen. Hier fühlt die ganze Familie sich wohl. Jeden Morgen um 7.00 Uhr starten Holger und Marion bei einem Bäcker mit einem Kaffee und einem Croissant in den Tag. Marion geht zur Schule, Holger fährt nach Hamburg. Dieser besondere Moment ist ein Moment der Entschleunigung, der immer an der Ostsee beginnt. Beneidenswert.

Holger der Fan seiner Jungs

Reisende Eltern – Egal ob Stuttgart, Dresden oder Grosswallstadt

Finn spielt beim VfL Lübeck, Nils bei Elbflorenz. Trotzdem, oder genau deshalb sehen sie jedes Spiel. Egal ob Heim-oder-Auswärtsspiele. Autobahnen und Hotelzimmer bestimmen das Wochenendbild. Das ist schon unglaublich. Trainiert haben sie ihre Jungs, bis sie aus der A-Jugend raus sind. Nils und Finn gingen kurzzeitig beide in Magdeburg aufs Handball-Internat. Danach war eigentlich Schluss mit dem Trainer sein. Leise flüstert er mir mit einem Lächeln auf den Lippen zu: „Ein bisschen sitze ich mit auf dem Spielfeld, wenn die Jungs spielen.“

Holger der Freund – Handball verbindet

Kontakt zu seinen ehemaligen Mitspielern hat er noch reichlich. Robert Hedin war jahrelang sein Nachbar und der Kontakt ist nie abgerissen. Die Jungs der beiden haben viele Jahre zusammen Handball gespielt.

Auch Thomas Oehme, Vlado Sola, Frank von Behren, und Michael Biegler hat Holger nie aus den Augen verloren. Zu Zahni Müller und Günter Gieseking besteht Kontakt, es gibt immer viel zu erzählen. Ex-GWD-Coach Jürgen Kloth bezeichnet er sogar als seinen Mentor.

Auch gibt es spezielle Momente, wenn man Vlado Sola als Co-Trainer seiner Nationalmannschaft oder Robert Hedin als Trainer der Norweger bei der Weltmeisterschaft erlebt, ist das schon klasse. Das bekommt man nicht wieder.

Holger der Opa – die Mini-Mix-Mannschaft in Timmendorf ist schon fix

„Marion wird Oma, ich bleibe Holger!“ Scherzte Holger, als Milo noch unterwegs war. Das hat sich inzwischen (glücklicherweise) geändert. Natürlich ist Holger ein stolzer Opa und stolz wie Bolle. Der erste Kretschmer nach Nils und Finn. Erst Ballspiele und Rolle vorwärts, dann Spielzüge und Auslösehandlungen. Die nächsten 18 Jahre Jugendbundesliga hat Holger, nach ein paar Jahren Pause, schon geplant.

Holger der Optimist

Holger ist ein positiver Mensch. Aus vielen kann er etwas Positives ziehen. Sogar Corona kann er etwas Positives abgewinnen. Neben all der Grausamkeit dieses Virus, gibt es auch positive Momente. Die Familie rückt näher zusammen. So war es auch bei den Kretschmers. Milo kommt in dieser Zeit zu Welt und Finn kann sich intensiv um seinen Nachwuchs kümmern. Aber auch Nils und Holger haben während des Lockdowns viel Zeit miteinander verbracht. Die Zeit kann ihnen keiner mehr nehmen.

Und ohne Corona wäre ich nie auf die Idee gekommen, diese Interview-Reihe zu schreiben. Danke, das du mich daran erinnert hast.

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Mühlenkreis-Handballer im Interview! Heute mit Thomas Oehme

Thomas Oehme über seine Handball-Zeit, über die Derbies, über das Leben nach dem Handball und über seine Familie. Er ist mir eigentlich immer noch als der rauhbeinige Abwehrspieler im Gedächtnis geblieben. Ein unbequemer Gegner, der immer sehr emotional war. Einer, der oft auf der Strafbank Platz nahm. Einer, der dort hinging, wo es wehtat. Einer, der auch mal den unbequemeren Weg nahm.

In unserem Gespräch habe ich aber einen ganz anderen Menschen kennengelernt. Thomas Oehme den Familienmenschen. Der stolze 2-fache Vater. Stimmt schon. Harte Schale, weicher Kern. Und das absolut positiv.

Von 1992 bis 1997 im GWD-Trikot

Thomas Oehme spielte von 1992 bis zum Oktober 1997 für GWD Minden. Vom TSV Milbertshofen wechselte er damals nach Minden in die 2. Liga. Im Oktober 1997 wurde der Vertrag von Thomas vorzeitig aufgelöst. Grund war die damalige finanzielle Schieflage des Vereins. Aber bei GWD Minden hatte er seine schönste Zeit. Das vergisst er nicht.

Über Familienzeit nach Ende der Karriere

Von Minden ging es nach Bielefeld, wo Thomas für ein Jahr anheuerte. Dann stand er vor einer großen Entscheidung. Wie sollte es weitergehen? Mit 29 war es doch eigentlich zu früh zum Aufhören. Es gab Angebote aus der Bundesliga und auch aus dem Ausland. Aber er entschied sich für seine Familie, denn die vergrößerte sich. Neben Tochter Leoni kam, nur wenige Monate nach seinem Abschied, Sohn Mattes auf die Welt. Und wie Thomas es so schön passend auf den Punkt bringt: „… ich schon der Meinung war, jetzt sollte man als zweifacher Vater mal ein bisschen für die Familie da sein, und den zweiten Schritt gehen nach der Handball-Laufbahn.“

Über den weiteren beruflichen Weg- Drei Ausbildungen

Die erste Ausbildung zum Kfz-Mechaniker noch in Leipzig beendete er kurz vor der Wende. Eine kaufmännische Ausbildung zu GWD-Zeiten erfolgte bei porta Möbel. Und die dritte Ausbildung bei Audi komplettierte seinen jetzigen Beruf des Autoverkäufers im Autohaus Glinicke in Minden.

Über das Leben abseits vom Handball

Gekommen, um zu bleiben. So könnte man es durchaus bezeichnen. Thomas, Claudia, Leoni und Mattes wohnen nach wie vor hier. Seit fast 25 Jahren ist Porta Westfalica die Heimat der Oehmes.

Über die ganze Handball-Familie Oehme

Seine Frau hat im Jugend-, Juniorinnen-und im Frauenbereich gespielt. Tochter Leoni hat eine supergute Zeit gehabt. Hat wirklich durchgestartet bis nach oben. Über Minden-Nord und Blomberg nach Borussia Dortmund. Auch in der Juniorinnen-Nationalmannschaft war die Linkshänderin eine feste Größe. Bis eine Knieverletzung sie ausbremste, und sie ihre Handballschuhe an den Nagel hängen musste.

Auch Sohn Mattes hat eine Handball-Vergangenheit. Mattes hat bis zur A-Jugend bei GWD Minden im Tor gespielt. Hat sich dann aber aus persönlichen Gründen gegen einen weiteren Handballweg entschieden. Und ist heute ein guter und erfolgreicher Crossfitter, was er mit großem Spaß und Energie macht.

Über Thomas Oehme auf der Trainerbank? Passt das?

Als Trainer war er immer nur kurz tätig, und das nur im Jugendbereich. Als Co-Trainer seines Sohnes Mattes und der B-Jugend von GWD Minden erreichte er immerhin das Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft. Er wollte ja für die Familie da sein und hat sich danach gegen Trainer und Trainingsinhalte entschieden.

Jetzt aber noch in ein paar Erinnerungen der aktiven Zeit schwelgen

Über die Derbies gegen den TuS- immer emotional und hart umkämpft

Zehn bis zwölf Derbies wird Thomas gespielt haben und die waren immer emotional und hart umkämpft. Auf Spieler und auf Fanseite. Egal ob in der Liga oder im Spielothek-Cup, es ging immer hoch her! Die Hallen waren immer ausverkauft. Die Anspannung und die Dynamik spürte man schon beim Aufwärmen und bis in die Kabine. Für ihn als junger Spieler war das sehr beeindruckend.

Über Eine gesunde Härte in den Spielen, oder doch mit dem Messer zwischen den Zähnen?

In einem der Spiele hat Thomas sich bei einer Abwehraktion gegen Bogdan Wenta verletzt. Die Schulterverletzung war auch relativ schwer. Das ganze Ausmaß dieser Verletzung ist erst nach Karriereende ans Licht gekommen. Das ist dann auch sein ewiges Andenken an dieses Derby, oder an die Derbies generell. Eigentlich hätte er gerne auf das Bogdan-Wenta-Derby-Andenken verzichten können.

Über Männerfreundschaften und ob er noch zu Handballspielen geht

Mit Holger Kretschmer hat er noch viel Kontakt. Auch mit Robert Hedin, Hajo Wulff, Jens Buhrmester, Rudi Traub und Andreas Bock reißt der Kontakt nicht ab.

Natürlich geht er noch gerne in die Halle und schaut sich Spiele an. Die Kampa-Halle war schnell erreicht. Der Weg nach Lübbecke ist weiter. Er schaut auch gerne den jungen Talenten wie Maximilian Nowatzki zu. Zu ihm hat er ein ganz besonderes Verhältnis.

Fotos aus der aktiven Zeit

Private Fotos

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Mühlenkreis-Handballer im Interview Teil 1 – mit Simon Strakeljahn von GWD Minden

Der Kreis-Minden-Lübbecke ist einer der schönsten Landkreise Deutschlands. Und das behaupte ich nicht nur, weil ich in Minden geboren bin. Der Kreis Minden-Lübbecke ist nicht nur bekannt durch seine Mühlenlandschaften, das Wasserstraßenkreuz und seiner starken Wirtschaft. Auch sportlich hat der Mühlenkreis einiges zu bieten. Und da ich hier einen Handball-Blog schreibe, möchte ich natürlich auf den Handball besonders eingehen.

Zwei Handballvereine bei den Herren stechen dabei heraus: GWD Minden und der TuS N-Lübbecke. Beide Vereine erzielten große Erfolge in den letzten Jahren und Jahrzehnten. GWD Minden zur Zeit in der 1. Bundesliga beheimatet, die in der abgebrochenen Saison den 15. Platz belegten. Und der TuS N-Lübbecke beendete in der 2. Bundesliga die Saison auf dem 6. Platz.

Bei den Damen sind die Bundesligazeiten von Eintracht Minden-Minderheide leider lange vorbei. Aber die Damen in Nettelstedt (Landesliga), Minden-Nord (Oberliga) und Hahlen (Oberliga) spielen einen starken Handball.

Damit wir nicht ganz ohne den Handball, den Akteuren und Geschichten leben müssen, habe ich mir Folgendes ausgedacht (Vielen Dank an Thorsten Möller für die Inspiration). Ich werde versuchen mich mit vielen aktiven und nicht mehr aktiven Spielern aus dem Mühlenkreis zu einem Interview treffen. Ich hoffe, ich kann so einige interessante Neuigkeiten und alte Geschichten erfahren.

Den Anfang dieser Reihe macht ein absoluter Youngster Simon Strakeljahn von GWD Minden.

Nadine: Lieber Simon, erst einmal vielen Dank das du mit mir dieses Interview führst. Eigentlich hatten wir uns das aber ganz anders vorgestellt. Nur hat uns dieses Corona-Virus einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Leider können wir uns nicht persönlich treffen, aber wir haben andere Wege gefunden. 

Ich habe mich mit Simon über seine Zeit bei der JSG NSM Nettelstedt und bei GWD Minden unterhalten.  

Nadine: Dein Wechsel 2013 zu LIT war schon ein großer Schritt, den du gewagt hast! Wie hast du dich bei LIT gefühlt?  

Simon: Ich wurde damals bei der JSG sehr gut aufgenommen und habe mich gleich mit allen gut verstanden. Es herrscht dort ein sehr familiäres Umfeld.

Nadine: Welches war der größte Fortschritt, den du dort gemacht hast? 

Simon: Man entwickelt sich ja in allen Bereichen weiter, ob jetzt persönlich oder sportlich gesehen. Was genau da der größte Fortschritt war, kann ich nicht genau sagen.

Nadine: Hast du noch einen Trainer oder Betreuer in Erinnerung, den du besonders viel zu verdanken hast? 

Simon: Genau genommen hat mich jeder Trainer in der Zeit geprägt. Einen Hauptteil meiner Zeit dort wurde ich von Daniel Gerling und Stefan Kruse trainiert, die mir beide in meiner Entwicklung sehr geholfen haben. Auch Michael Jankowski war ein guter Trainer, dem ich schon früh viele Spielzeiten in der A-Jugendbundesliga zu verdanken habe. Von Michael Scholz und Dirk Beuchler hat man natürlich aufgrund ihrer riesigen Erfahrung profitieren können, jedoch hatte ich Dirk nur kurz als Trainer.

Nadine: Hast du noch viele Kontakte zu deinen ehemaligen Mitspielern? 

Simon: Ich habe noch losen Kontakt zu manchen Spielern und wenn man sich mal begegnet, hat man sich immer viel zu erzählen.

Nadine: 2016 folgte dann der Wechsel in die A-Jugend von GWD Minden. War dir bewusst, dass dieser Schritt durchaus ein sehr großer Schritt sein könnte? Und nicht nur positive Reaktionen hervorrufen würde? 

Simon: Das war mir durchaus bewusst, da ich wusste, wie gut die Jugendarbeit von GWD ist. Aber ich wusste auch, was ich an der JSG hatte, und deshalb ist mir die Entscheidung anfangs auch relativ schwer gefallen. Dass meine Entscheidung nicht nur positive Reaktionen hervorrufen würde, war mir bewusst, aber das ist ja auch normal.

Nadine: Was war denn die krasseste Reaktion (positiv/negativ)?

Simon: Es gab viele positive Reaktionen seitens GWD, aber auch positive Reaktionen von meinen damaligen Mitspielern bei der JSG, die sich teilweise sehr mit mir gefreut haben. Das hat mich damals besonders beeindruckt und darüber habe ich mich sehr gefreut.

Nadine: War der Zeitpunkt zum Wechsel nach Minden der Richtige? 

Simon: Ich denke es war ein guter Zeitpunkt. Ob es jetzt der einzig richtige Zeitpunkt war, kann man nicht wissen.

Nadine: Ein richtiges Bundesliga-Derby GWD Minden vs. TuS N-Lübbecke hat es ja leider schon länger nicht mehr gegeben. Hättest du gerne mal ein Derby als Spieler erlebt? 

Simon: Theoretisch habe ich das schon zweimal, jedoch waren das beides Freundschaftsspiele und das ist natürlich nicht vergleichbar mit einem Pflichtspiel-Derby. Bei so einem Spiel wäre ich gerne mal dabei gewesen, denn so ein Derby ist immer was besonderes.

Nadine: Jetzt hast du mit GWD Minden ein paar Spiele in der Lübbecker Kreissporthalle spielen (müssen). Was war das für ein Gefühl? 

Simon: Ich finde es ist schon ein komisches Gefühl, da man es einfach gewohnt ist die Heimspiele in der Kampa-Halle auszutragen. Aber ich finde die Halle wird immer super hergerichtet und die Fans stehen immer total hinter uns, deshalb machen auch die Spiele in der Merkur Arena riesigen Spaß.

Nadine: Dein Vertrag bei GWD Minden läuft noch bis 30.06.2020. Ist eine Vertragsverlängerung in Sicht?  

Simon: Ich habe das Angebot einer Vertragsverlängerung bekommen und ob ich es wahrnehmen werde, stellt sich in den nächsten Tagen heraus.

Simon ich danke dir ganz herzlich für das Gespräch!  

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Zweifelhafte (sportliche) Entscheidungen in der Corona-Zeit treffen auch den Handball-Sport

Eins vorweg Corona war noch nie da! Corona hat unser Leben noch nie so wahnsinnig auf den Kopf gestellt wie jetzt gerade. Und Corona wird noch lange Auswirkungen auf unser aller Leben haben. Leider! In den letzten Tagen gab es viele sportliche Entscheidungen. Die auf der internationalen Ebene kann ich teilweise noch nachvollziehen, aber die auf nationaler Ebene gehen gar nicht.

Es zeigt sich, das Deutschland und ein großer Teil ihrer Entscheidungsträger, kein vernünftiges Krisen-Management beherrscht. Der THW Kiel wird mit 44:8 Punkten zum Meister gekürt. 4 Punkte dahinter die SG Flensburg-Handewitt, durchaus noch mit Chancen auf die Meisterschaft. Die Damen von Borussia Dortmund werden als Tabellenführer mit 34:2 Punkten nicht zum Meister erklärt. Was aber wohl nicht an den Tabellenzweiten SG BBM Bietigheim liegt. Die liegen zwar mit 33:3 Punkte knapp auf dem 2. Rang. Warum es da keine Meisterkrönung gab, das verstehe wer will. Heiße Diskussionen folgten. Auch die internationalen Handball-Entscheidungen Champion-League, EHF-Cup, WM-Qualifikation sehe ich etwas kritisch und voreilig getroffen.

Aber alles der Reihe nach …..

Die HBL kürt den THW Kiel zum Meister

Eigentlich hat doch niemand wirklich an der Meisterschaft der Kieler gezweifelt, oder? Ob nun mit oder Corona, der THW Kiel war Meisterschaftskandidat Nummer eins. Mit 99 %iger Sicherheit wären die Kieler auch deutscher Meister geworden. Sie ließen hier und da ein paar Schwächepunkte liegen, aber sie hatten das gut im Griff. Niemand hätte es gewagt, den THW Kiel nicht zum Meister zu machen.

Die HBF kürt keinen Meister

„Wäre ich ein Mann, wäre ich jetzt Deutscher Meister. „Mit diesem Slogan und Autogrammfotos von den Borussia Dortmund Spielerinnen (mit Bart) beklagen sie die ungerechte Entscheidung. Im Herren-Handball wird ein deutscher Meister ausgerufen, bei den Damen aber nicht. Beide Ligen wurden acht Spieltage vor Schluss vorzeitig beendet. Aber die Damen von Borussia Dortmund um Trainer Andre Fuhr bekamen nicht ihren ersten Meistertitel zugesprochen. Spielerinnen, und Offizielle zeigten sich geschockt und sprachen schon von Diskriminierung. Den auch in unterklassigen Ligen wurden Titel vergeben, auch sogar nur aufgrund der besseren Tordifferenz. Ich halte diese Entscheidung für eine reine Willkür von Andreas Thiel den Vorstandsvorsitzenden Handball-Bundesliga der Frauen. In einem Interview sagte er: „Wir haben uns an die Vorgaben des Verbands gehalten. Ich habe da nirgendwo gelesen, dass ich einen Meister benennen muss.“ Hatte er einfach keine Lust der Borussia den Titel zu geben? Der Mann ist ja Anwalt, ich dachte, der hat Ahnung und einen Sinn für Gerechtigkeit.

Meine Meinung ist, dass er sich das bei den Männern niemals erlaubt hätte. Da wäre Uwe Schwenker, in was für einer Position auch immer, Sturm gelaufen. Und das zurecht. Bei der HBF scheint wohl niemand dem Andreas Thiel zu stoppen.

Ist Andreas Thiel nach dieser Komödie eigentlich noch zu halten? Ist der Dachverband DHB da nicht gefragt? Aber auch hier hat es ja leider schon einige Entscheidungen gegeben, die mehr als fragwürdig waren. Kann man hier auch noch mal nachlesen.

Ich will jetzt auch nicht nur auf diesen Andreas Thiel einprügeln. Diese Fehlentscheidung hat er ja nicht allein getroffen, aber es hat ihn auch niemand davon abgehalten.

Liebe Mädels von Borussia Dortmund Handball! Für mich habt ihr absolut die deutsche Meisterschaft verdient. Mein Herz habt ihr mit eurer Plakataktion im Sturm erobert. Und wer so stark ist, der holt sich in der nächsten Saison die Meisterschaft. Meine Daumen sind gedrückt.

P.S. Das Rewe-Final Four ist übrigens auf Ende Juni verschoben worden. Ob das dann stattfinden kann, wird sich zeigen .

International gab es noch folgende Entscheidungen:

Der EHF-Cup wird abgesagt

Der EHF-Cup ist jetzt mal ganz abgesagt worden. Scheint wohl nicht so wichtig zu sein! Dann können wir ab der nächsten Saison auch ganz drauf verzichten, oder was?

Das Final Four wird auf Ende Dezember geschoben

Die Halbfinals und das Finale der Champions-League in Köln ist auf Ende Dezember dieses Jahres verschoben worden. Sicherlich, allein aus Kostengründen, eine gute Entscheidung.

Die Olympia-Qualifikation ist auf März 2021 verschoben

Olympia ist ja um ein ganzes Jahr verschoben worden und so wird auch die Qualifikation erst im März 2021 stattfinden

Die WM-Qualifikation wird gar nicht erst ausgespielt

Aber aufgrund der guten Leistungen bei der letzten WM sind die deutschen Männer für die WM 2021 qualifiziert. Und wer hat diese gute Platzierung mit den Jungs erreicht? Genau der Christian Prokop! Danke!

Auch die deutschen Damen haben sich aus diesem Grund für die EM 2020 qualifiziert.

Das ist mit Sicherheit eine gute Entscheidung und lässt so Platz für zusätzliche Ligaspiele und Nachholspiele. Bleibt nur die Frage, wann denn die Ligen den Spielbetrieb aufnehmen können? Man weiß ja noch gar nicht in welche Richtung diese Corona-Lockerungsmaßnahmen sich entwickeln. Wird der Bundesligastart pünktlich erfolgen können? Werden EM der Frauen und WM der Männer überhaupt stattfinden können? Alles Fragen, die man jetzt noch gar nicht beantworten kann. Sicherlich werden da noch so einige Verschiebungen folgen.

Bleibt sauber und gesund!

Natürlich polarisiere ich mit meinen Artikeln! Und das ist gut so!

Jeder hat seine Meinung

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Blick zurück Part 2 Tag des Handballs 2019

Im 2-Jahres-Rhythmus findet im Rahmen des DHB-Lehrganges der Tag des Handballs statt. Im Oktober letzten Jahres war Hannover Gastgeber. 3 Partien wurden den Zuschauern geboten. Erst spielte eine Jugendauswahl, dann kamen die Herren auf das Spielfeld. den Abschluss des wirklich gelungenen Tages bildete die deutsche Damen-Nationalmannschaft. Für beide Mannschaften hieß der Gegner Kroatien.

Die Pressekonferenz mit Kim Naidzinavicius, Henk Groener, Christian Prokop (da noch Bundestrainer ) und Uwe Gensheimer

Der Uwe!!!

Aufwärmen der Jungs am Tag des Handballs in der TUI-Arena Hannover

Gänsehaut beim Einlaufen der Mannschaften

Wenn 10.000 Handy-Taschenlampen leuchten

Die 1. Halbzeit

Die 2. Halbzeit

Am Ende hält Dario Quenstedt den Sieg für das deutsche Team fest. 24:23 trennt sich das deutsche Team von Kroatien.

Liebe Handball-Fans haltet weiter durch. Das was wir bis jetzt geschafft haben, das ist schon sehr gut. Haltet Abstand, damit wir bald alle wieder hinter unseren Farben stehen können.

P. S. Entschuldigt die doch recht schlechte Bildqualität. Da habe ich die Bilder noch mit dem Handy geschossen!

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Blick zurück! Die Rhein-Neckar Löwen in der Kampa-Halle!

Da die Corona-Schutzmaßnahmen bis auf weiteres und ganz bestimmt bis zum 31. August andauern werden, müssen wir auch weiterhin auf LIve-Handball verzichten. Um diese Zeit auch nur ein kleines bisschen erträglicher zu machen, habe ich euch Bilder vom Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen herausgesucht.

Blick zurück in den November des letzten Jahres. Am 30. November waren die Rhein-Neckar Löwen zu Gast. In einer umkämpften Partie stand es am Ende 24:28.

Das war nochmal ein schöner Blick zurück in unser schöne Kampa-Halle, oder? Okay, ja die Stimmung ließ oft zu wünschen übrig. Das ist in Lübbecke jetzt ganz anders. Die Stimmung ist in unserem neuen Wohnzimmer wirklich hammergut.

Meine große Hoffnung ist, möglichst bald wieder Live-Handball verfolgen zu können. Jeder möge seien Verein nach Kräften unterstützen. Aber nur wenn wir uns jetzt alle an die Corona-Schutzmaßnahmen halten, wird das möglich sein.

Deshalb haltet Abstand, damit wir alle bald wieder alle zusammen hinter unseren Farben stehen können.

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Die jungen Wilden von GWD Minden

Bilder vom Testspiel gegen den TuS N-Lübbecke vom 23. Januar 2020.

Das Testspiel fand während der da noch laufenden Handball-EM statt. Für die Mindener Mannschaft war es ein wahres Testspiel, da sie in dieser Formation auch noch nicht zusammengespielt hatten. Endstand 27:25 .

Einen ausführlichen Bericht vom Testspiel findet ihr hier. (Auch den habe ich geschrieben)

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Heute steht der TuS N-Lübbecke im Blickpunkt

Die Corona-Pause nutze ich für einen Blick auf den Nachbarn aus Lübbecke.

Als GWD Minden-Fan möchte ich auf keinen Fall unseren Nachbarn den TuS-N-Lübbecke vergessen. Ich kann mich noch gut an die emotionsgeladenen Derbys gegen den TuS Nettelstedt erinnern. Wir sangen schmutzige Lieder und fast jeder TuS-Spieler erhielt nette „Kosenamen“. Aber meist war diese Rivalität 30 Minuten nach dem Abpfiff wieder verflogen.

Wir sind doch alle Handball-Fans

Das dieses nicht immer so war, vor allem in noch weiter zurückliegenden Zeiten, habe ich schon oft gehört. Schade, sehr schade! Deshalb haben wohl auch so viele der „älteren Generation“ ein Problem damit, dass GWD jetzt seine Heimspiele in der Halle in Lübbecke austragen muss. Ich persönlich habe kein Problem damit! Hey, wir sind doch alle Handball-Fans und brennen für diesen Sport, egal wo wir spielen!

Der TuS im Aufwind der 2. Liga

Der TuS N-Lübbecke legte, bis zur Corona-Pause, eine beeindruckende Rückserie hin. Mit vielen überzeugenden Siegen untermauerten sie durchaus ihre Aufstiegsqualitäten.

Die Fotos sind vom Testspiel gegen GWD Minden, das am 23. Januar 2020 statt fand. Anfangs zeigte der TuS N-Lübbecke starke Schwächen und Unsicherheit gegen die noch ersatzgeschwächte Bundesligamannschaft von GWD Minden. In der 2. Halbzeit drehte der TuS das Spiel und konnte es letztendlich noch für sich entscheiden.

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Ey, was ist denn in der Liga los?

Entlassungswelle rauschst durch die HBL! Sind denn jetzt alle verrückt geworden?

Velimir Petkovic noch im Dienst der Berliner Füchse

Wie oft wurde der Handball schon gelobt ..……..

Der Handball ist nicht so kommerziell wie der Fußball. Im Handball gibt es keine Schwalben und man s erkennt die Entscheidung der Schiedsrichter an. Es gibt keine übertriebene Theatralik und kein Meckern. Und vor allem wurde der faire Umgang miteinander immer wieder in den Vordergrund gestellt. Nach einem Foul gibt man sich die Hand und die Sache ist vergessen. Man ist noch unter sich und geht fair miteinander um. Seit ein paar Wochen erlebe ich aber was ganz anderes.

Ganz am Anfang stand der Rauswurf des Bundestrainers

Der Fisch stinkt immer vom Kopf her, sagt man nicht nur in Hamburg. Das was die oberen Herren des DHB sich mit dieser Entlassung geleistet haben, unglaublich. Aber ich habe mich schon darüber ausgelassen. Nachlesen kann man das hier. Und ich befürchte diese Mentalität ist auch in die HBL rüber geschwappt. Oder wie kann man sonst die Entwicklungen auf den Trainerbänken erklären?

Entlassung in Erlangen

Anfang Februar wurde Adalsteinn Eyjolfsson in Erlangen rausgeworfen. Schon lange stand fest, dass in der neuen Saison Michael Haaß vom Spielfeld auf die Bank wechseln wird. Die danach „schlechte Stimmung“ führte zum schnellen Aus des Isländers. Als Interimslösung wurde der Handball-Professor Rolf Brack präsentiert. Ein Mann mit Erfahrung und der nötigen Ruhe. Aber kaum 3 Wochen später muss auch er die Erlanger Bank wieder verlassen. Jetzt wird Michael Haaß als Spielertrainer fungieren. Wie das vernünftig funktionieren soll, wird man sehen. Aber so, liebe Erlanger Verantwortlichen, so geht man nicht mit Menschen um.

Kai Wandschneider darf in Wetzlar gehen

Aber erst zum Saisonende 2021. Ach so, na dann ist ja alles klar! Kai Wandschneider, der in Wetzlar so viele Talente für die Bundesliga und Nationalmannschaften geformt hat, der hat so etwas nicht verdient. Die Torhüter Andy Wolff und Benjamin Buric sind durch seine Schule gegangen. Jannik Kohlbacher, Steffen Fäth und Philipp Weber reiften durch Wandschneider zu gestandenen Nationalspielern. Und das Kai Wandschneider nicht nur ein Mann mit Charisma und Sportsgeist ist, zeigt seine Aussage: „Ich werde meinen Vertrag mit Würde und Haltung erfüllen.“ Kai Wandschneider hat wenigstens noch Anstand.

Früh wusste auch Velimir Petkovic über seine Zukunft in Berlin Bescheid

Auch hier ein Trainer, der gerne noch ein paar Jahre in Berlin drangehängt hätte. Aber da wurden die Präsidiumspläne ohne Petkovic gemacht. Schon im Oktober ließ man andere Pläne verlauten. Mit Jaron Siewert soll ein noch 25-jähriger Youngster den „alten“ Petkovic ablösen. Die frühzeitige Bekanntgabe hatte erst mal keinen Einfluss auf die Mannschaftsleistung. Aber nach ein paar deftigen Niederlagen, trotz der Verpflichtung von Dainis Kristopans, zogen die Berliner die Notbremse. Bis zum Saisonende wird Michael Roth die Berliner coachen. Michael Roth, der zuletzt die MT Melsungen lange trainierte, bleibt bis zum Saisonende.

Apropos MT Melsungen

Auch in Melsungen musste sich ein Trainer verabschieden. Roth-Nachfolger Heiko Grimm wurde entlassen. Eigentlich hatten Trainer und Mannschaft ein Drei-Spiele-Ultimatum erhalten aber nach dem Unentschieden bei den Eulen, zog das Präsidium vorzeitig die Reißleine. Vielleicht sollte man aber auch mal die Verantwortlichen infrage stellen. Wann kapieren die in Melsungen endlich, dass nur eine Mannschaft erfolgreich sein kann. Geld wirft keine Tore. Schade, dass die Leistungen von Finn Lemke, Julius Kühn, Tobias Reichmann und Kai Häfner sehr unterdurchschnittlich sind. Neue Impulse auf der Melsunger Bank kann jetzt der isländische Nationalcoach Gudmundur Gudmundsson setzen.

Habe ich noch einen vergessen?

Ja, habe ich! Die Rhein-Neckar Löwen haben sich von Kristjan Andresson getrennt. Das es auch bei den Löwen kriselte, merkte man schon lange. Mannschaft und Trainer fanden nie zusammen. Martin Schwalb feiert jetzt sein unglaubliches Comeback auf der Trainerbank. Man darf gespannt sein.

Jetzt ist dieser Artikel doch länger geworden, als er eigentlich sollte. Das ist meine Meinung und man muss diese nicht unbedingt teilen. Ganz bemerkenswert finde ich die Aussagen von Maik Machulla, Trainer der SG Flensburg-Handewitt. Die sollte sich jeder Verantwortliche der HBL vor dem Schlafengehen einmal durchlesen. Danke Maik Machulla für deine Worte!

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GWD Minden gegen Füchse Berlin

Am Donnerstag den 20. Februar trafen die Berliner Füchse auf GWD Minden. Die Lübbecker Kreissporthalle war mit 2325 Zuschauern gut gefüllt.

Die Berliner erwischen den besseren Start

Die Berliner erwischten den besseren Start und gingen über 4:7 und 5:8 schnell in Führung. Viele technische Fehler auf GWD Seite ließ schon wieder Böses erwarten. Aber ein glänzend aufgelegter Malte Semisch im Tor, verhinderte Schlimmeres.

Mindener Aufholjagd bis zur Pause

Aber die Spieler in Grün-Weiß, die die Niederlage gegen Lemgo vergessen machen wollten, holten schnell auf. Juri Knorr, der diesmal schon in der 10. Minute in die Partie kam, brachte Ruhe und Ideen in den Angriff. In der 18. Spielminute erzielte Mats Korte das 9:9. Treffer von Miljan Pusica, Kevin Gulliksen, Christoffer Rambo, Marian Michalczik und Juri Knorr brachten ihre Mannschaft immer weiter nach vorne. Der 15:12 Halbzeitstand war vor allem Malte Semisch zu verdanken. Seine Paraden gegen seine ehemaligen Mannschaftskollegen waren der Grundstein zur deutlichen Halbzeitführung.

Die 2. Halbzeit ein Mindener Lauf

Wenn man jetzt ein Aufbäumen der Berliner erwartet hat, wurde man enttäuscht. Die Berliner schwächten sich mit der Roten Karte für Jakov Gojun in der 38. Spielminute. Auch auf die Reaktion Gojuns auf die Disqualifikation hätte noch weitere Sanktionen folgen können.

In der 40. Minute führte GWD das 1. Mal mit 5 Toren und die Berliner hatten so gar nichts mehr dagegen zu setzen. Auch nicht der Berliner-Neuzugang Dainis Kristopans , der gegen die Mindener Abwehr kaum mehr ein Durchkommen fand.

GWD Minden stark-Die Füchse ohne Kraft

GWD Minden zog über 22:19 (45.), 25:21 (50.) auf 26:21 davon. Knapp 6 Minuten vordem Ende nahm Frank Carstens noch mal eine Auszeit. Das Spiel gaben die Hausherren aber nicht mehr aus der Hand. Die letzten beiden Treffer zum Endstand von 30:25 erzielten auf GWD-Seite Juri Knorr und Christoffer Rambo.

Die Pressekonferenz zeigt unterschiedliche Gesichter

Das unzufriedene und sichtlich enttäuschte Gesicht gehörte zu Gästetrainer Velimir Petkovic. Aber auch sein leises Jammern und Klagen über die vielen Verletzten im Füchse-Kader und der fehlenden Qualität im Angriff, ließen bei mir jetzt wenig Verständnis folgen. Wenn man einen Dainis Kristopans, der sicherlich nicht nur für ein paar Schrippen spielt, holt, dann sollte er auch in das Anforderungsprofil der Füchse passen. Und nicht nur medienwirksam initiiert werden. Seine Leistung hat mich übrigens enttäuscht, aber vielleicht war einfach nicht mehr drin.

Zufriedene Gesichter gab es zumindest auf Mindener Seite, Frank von Behren kommt jetzt gerne nach Lübbecke. Beide lobten die sehr gute Stimmung der Fans, das erinnerte schon teilweise an die Derby-Stimmungen längst vergangener Tage.

Einen ausführlichen Spielbericht könnt ihr auf der GWD-Homepage hier noch einmal nachlesen.

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GWD Minden gegen Frisch Auf! Göppingen

Zum Anfang stelle ich hier mal ein paar Bilder der Partie vom 09. Februar 2020 ein. Die Liqui Moly HBL rockt! Auch in Lübbecke.

Einmalig. Echt. Von hier.

Diesmal in der Kreissporthalle Lübbecke

Aufwärmen für das wichtige Spiel

Alles war so schön grün in Lübbecke. Fleißige Helfer hatten die Lübbecker Halle ganz in grün/weiß verwandelt!

Marian Michalczik und Espen Christensen

Der Sportlergruß

Auszeit GWD Minden

Freude pur nach dem knappen Sieg! Glücklich, aber nicht unverdient!

Juri Knorr im Interview bei Sky.

Den Spielbericht könnt ihr auf der Homepage von GWD Minden hier nachlesen

Mühlenkreis-Handballer im Blickpunkt! Teil 2! Heute mit André Fuhr

Teil 2

 

Da das Gespräch mit André Fuhr so unglaublich interessant war, habe ich mich entschieden einen zweiten Teil des Gesprächs zu veröffentlichen.

Hier geht es vor allem um den Frauenhandball, seine Arbeit bei Borussia Dortmund und die verweigerte Meisterschaft.

Gerade, dass Borussia Dortmund die Meisterschaft verwehrt wurde, können viele nicht nachvollziehen. Auch ich habe hier schon einmal über das Urteil des HBF geschrieben. Ich fand und finde einfach die schnodderige und respektlose Art der HBF unpassend und nicht länger tragbar. Das war ein harter Schlag für André Fuhr und seine Mannschaft. Umso mehr freue ich mich, dass André da ausführlich drüber gesprochen hat. Bemerkenswert, dass er in unserem Gespräch doch unaufgeregte und milde Worte gefunden hat.

Er ist Handball-Trainer! Damen-Trainer, aber bewusst dafür entschieden hat er sich nicht

Bewusst hat er sich nicht für den Damen-Handball entschieden. Seiner Meinung nach ist es eher schwierig, wenn man keine große Spielerlaufbahn gehabt hat, dann in den Männerbereich zu kommen.

„Und in Deutschland ist es so, dass wenn man erst mal Damentrainer ist, dann kommt man schwer aus dieser Schublade heraus. Und ich bin jetzt schon sehr lange in dieser Schublade. Von daher wird es noch schwieriger herauszukommen. In anderen Ländern ist das nicht. Da gibt es keine Unterscheidung Damen und Herren Handballtrainern. Sondern Handballtrainer ist Handballtrainer. In Skandinavien ist das so, in Ungarn ist das so. Und da wechselt man auch durchaus die Seiten. Dies ist in Deutschland relativ schwierig.“

Aber einen Nachteil sieht er darin nicht.

Beim Thema Unterschiede zwischen Damen und Herren Handball kommt André ins Schwärmen. Der größte Unterschied ist erst einmal, dass die Damen viel zu wenig Geld bekommen. Aber die Art zu trainieren, der Aufwand im Spitzenbereich, die Spielvor-und Nachbereitung bei den Damen ist ähnlich wie bei den Herren.

Den Frauen fehlt meist die Kraft aus der Fernwurfzone zuwerfen und dich dann die tiefen Räume am Kreis nicht so sehr öffnen. Frauen sind aber extrem handlungsschnell und in Deutschlands und in Europas Spitze wird sehr schneller Handball gespielt. Man kann sehr, sehr attraktiven Handball auf technisch hohem Niveau beobachten.

Männer spielen oft mehr in der Kleingruppe, kommen sehr viel über das Kreisläuferspiel und über 2:2, 3:3 Situationen. Das hat auch seinen Reiz.

„Ich glaube aber das tatsächlich, nicht weil ich da Trainer bin, sondern weil ich wirklich dieser Meinung dieser Überzeugung bin. Der Frauenhandball ist eine sehr, sehr attraktive Frauensportart. Ich mag z. B. keinen Frauenfußball, ich finde auch Frauenbasketball sehr seltsam. Ich glaube, der Frauenhandball muss sich nicht verstecken, da sind die Spielerinnen inzwischen sehr athletisch unterwegs.“

Frauenhandball ist ein attraktiver Sport

Besonderen Wert legt er auf Handlungsschnelligkeit im Überschlag-und Umschlagsspiel, die Spitzennationen wie Norwegen und die Niederlande spielen. Das ist schon ein extrem attraktiver Sport. Auch vergisst er nicht zu betonen, dass man sich von dem Klischee des Hausfrauensports wirklich verabschieden kann.

Er war 16 Jahre in Blomberg – sein handballerisches Baby

Alle gemeinsam haben in Blomberg sehr viel aufgebaut. Blomberg steht für Nachwuchsförderung auf ganz hohem Niveau. Die Ausbildung von Xenia Smits und Alicia Stolle, die jetzt zum festen Stamm der Nationalmannschaft gehören, sprechen für sich. Dass man diese Talente letztendlich aus wirtschaftlichen Gründen ziehen lassen musste, das musste er aber erst akzeptieren lernen. Aber es gab auch sportliche Erfolge. Viermal wurde der Europapokal erreicht, viermal wurde das Final Four im DHB-Pokal erreicht und zweimal davon war man im Finale. Deutscher Meister wurde die A-Jugend einmal und siebenmal deutscher Vizemeister.

Nach 16 Jahren in Blomberg wurden dann auch mal Offerten anderer Vereine interessant.

„Dann muss man auch mal gehen. Wenn man einen Titel gewinnen will, muss man sich einen anderen Verein suchen.“ 

Der Schritt zum TuS Metzingen war ein großer für ihn. Nach einem Jahr Metzingen mit Tabellenplatz drei ging es zu Borussia Dortmund. Ein riesengroßer Verein mit der Fußball-Tradition. Das ist anders als in Blomberg oder Metzingen. Die Rolle, die der Frauenhandball einnimmt, ist in Dortmund geringer. Aber mit dem Fußballverein im Rücken sind ganz andere wirtschaftliche Möglichkeiten da. Der gute Kader in der letzten Saison, der dann Platz eins gebracht hat. Es ist etwas schneller gegangen als erwartet, diese Mannschaft zusammenzuführen. Leider wurde dann diese Saison durch Corona zu früh beendet.

Borussia Dortmund ist ein Verein, der diesen Spagat aus Nachwuchsförderung und Spitzenposition 1. Bundesliga geht. Das ist immer eine Herausforderung, denn es gelingt selten, dass ein Talent von der Jugend, in die Spitze der ersten Liga kommen kann. Das mag er aber und ist sehr engagiert.

 

Saisonabbruch und kein Meistertitel für den BVB

Wie bitter, wenn eine Saison abgebrochen wird, und man steht auf Platz eins. Das hat  auch ihn und seine Mannschaft tief ins Mark getroffen. Man kann der Meinung sein, dass man nicht deutscher Meister ist, wenn man noch ein Drittel der Saison spielen muss. Dem hätte er sich auch absolut anschließen können. Aber akzeptieren kann er nicht, dass die Männer anders verfahren haben. Handball ist Handball. Warum man da keine einheitliche Lösung gefunden hat, ist ihm schleierhaft. Natürlich weiß er das die Ligen HBL und HBF autonom entscheiden. Aber der normale Mensch in Deutschland der hat das nicht verstanden. Und wie schwierig muss das gewesen sein, das den Spielerinnen zu erklären. Der Saisonabbruch war unglaublich früh. Zu früh? Aber alternativlos. Aber in der Art der Kommunikation und der Mitnahme der Clubs etwas eigenartig.

Dann ging es durch alle Medien. Auch die Äußerungen der HBF „Nun hat der Frauenhandball endlich die Aufmerksamkeit, die er immer braucht. Die haben natürlich niemanden gefallen. 

„Das Herz eines Sportlers, der sich um diesen Titel gebracht sieht, das schlägt anders. Und man fühlt sich sehr missverstanden. Wenn solche Kommentare aus dem Präsidium der HBF kommen, die einfach den Respekt haben vermissen lassen.“

Am Ende steht nach dieser wirklich guten Saison die Champions-League-Qualifikation. Das ist im Vereinssport, dass Höchste, was es gibt. Das ist das erste Mal für Borussia Dortmund, für viele Spielerinnen und für André. Die Vorfreude ist groß. Der Fokus liegt aber schon auf der neuen Saison. Die Mannschaft, die auf vielen Positionen zusammen geblieben ist, wird wieder angreifen. Auch wird man versuchen, sich Titel zu holen. Zusätzlich steht noch die Austragung des Final Fours an, da hofft man natürlich noch auf eine Austragung. Die gute Saison hat natürlich Anerkennung gebracht, aber am Ende wünscht man sich einen Titel. Eine deutsche Meisterschaft ist ein Titel für die Ewigkeit. Und die Enttäuschung ist groß, wenn man jetzt die Bilder vom THW sieht, wo die deutsche Meisterschaft gefeiert wird. Da blutet schon das Borussen-Herz. Warum man keine einheitliche Entscheidung herbeiführen konnte, bleibt schleierhaft. Kaffeesatzleserei ist auch, dass man noch in Bietigheim hätte spielen müssen und dort hätte verlieren können. Dortmund hat diese Saison aber auch schon zweimal gegen Bietigheim gewonnen. Wenn man die Saison abbricht, sollte man den Stand nehmen, der zu dem Zeitpunkt aktuell war.

Von den Clubs der Bundesliga hat er ein wenig den Respekt vermisst. Wenn Bietigheim sagt, wir nehmen die Tabelle der Vorsaison. Da war Dortmund nur siebter. Wo ist dann der Respekt vor der Leistung des BVB und wo erkennt man an, dass es da eine Entwicklung gegeben hat.

Auch kann die Marke Borussia Dortmund für den Frauenhandball noch sehr wichtig werden. Dank Borussia Dortmunds Bemühen gab es einen großen medialen Druck. Klar war ihm, dass es bei dieser Entscheidung bleiben würde. Auch die Meldung das es sich um Diskriminierung und mangelnden Respekt vor Frauen handelte, dem konnte er nicht folgen. Das war auch seiner Meinung nach nicht der Grund. Man kann auch durchaus der Meinung sein, das der THW Kiel nicht hätte Meister werden dürfen.

„….. und ich kann an der Stelle auch fragen: „Wem nützt es denn, wenn wir ohne deutschen Meister dastehen? …… Man kann es stundenlang diskutieren. Das ist ja auch passiert und das habe ich auch machen müssen. Irgendwann war ich es wirklich bitterleid …… Am Ende bleibt das 98 % der Menschen nicht verstanden haben, warum im Handball zwei unterschiedliche Entscheidungen getroffen worden sind. Da wäre eine Absprache nötig gewesen.“

Meister der Herzen, hört er jetzt nicht so gerne…..

Meister der Herzen ist was für Schalker. Und Dortmunder wollen da gar nichts von hören. Das hat irgendwas von Mitleid. Er ist der Trainer des Tabellenführers einer abgebrochenen Saison.

 

Zum Schluss könnte er sich noch seine Traum-Spielerin zusammen basteln. Wen würde er da nehmen? Und bei seiner Antwort kommt auch wieder der erfahrene Team-Player in ihm zum Vorschein.

„Eine Spielerin basteln möchte ich mir jetzt nicht. Und wenn ich da jetzt mehrere hervorheben würde und daraus jetzt die Fähigkeiten nehmen würde, wären jetzt andere beleidigt. Ich hatte das Glück, das ich viele spannende Spielerinnen trainieren durfte und immer noch darf. Immerhin habe ich vier Weltmeisterinnen in meinem Kader. Das ist etwas ganz Besonderes. Ich habe tolle Angreiferinnen und tolle Abwehrspielerinnen immer mit unterschiedlichen Qualitäten …….. es gibt nicht den Prototypen einer Spielerin.“

 

Vielen Dank für das Gespräch!

 

 

Borussia Dortmund 1 (2)
Wäre ich ein Mann, wäre ich jetzt deutscher Meister! Mit dieser Aktion protestierten die Dortmunder Damen

 

Borussia Dortmund 4
Das Team von Borussia Dortmund

André Fuhr 2 (2)
André im Interview

André Fuhr 1 (2)

André Fuhr 3 (2)
André in Action

 

Fotos Borussia Dortmund und privat