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Mühlenkreis-Handballer im Blickpunkt! Heute mit Christian Zeitz

Eins habe ich mir für das Gespräch mit Christian Zeitz vorgenommen: Ich frage ihn nicht, wie er denn nach Minden gekommen ist. Nein, so ein Fehler passiert mir nicht. Denn im Sky-Interview wurde ihm genau diese Frage gestellt. Seine schlagfertige Antwort war tagelang in den sozialen Netzwerken nachzulesen. „Mit dem Auto!“

Ich bin also vorbereitet. Was mich eher interessiert ist, wie die Kontakte nach Minden gestrickt wurden. Und wer ihn letztendlich an die Weser geholt hat.

Auch interessiert mich der Mensch Christian Zeitz. Nach Außen hin gibt er ja den starken Mann. Privat ist er ein absoluter Familienmensch, der seine Familie über seine sportliche Karriere stellt.

Herzlich willkommen im Mühlenkreis lieber Christian.

Das war schon ein Transfer-Hammer Ende September. GWD Minden verpflichtet Christian Zeitz. Ich habe mir erst mal lange verwundert die Augen gerieben. Dann konnte ich mich doch sehr schnell mit diesen Gedanken anfreunden. Christian Zeitz und GWD Minden, das könnte passen. Auch denke ich, dass GWD-Trainer Frank Carstens bei „Zeitzi“ die richtigen Worte finden wird.

Kontakt

Den ersten Kontakt gab es in der Tat im August. Der Auslöser war natürlich die schwere Schulterverletzung von Christoph Reißky. Es wurde ein Spieler auf der rechten Rückraumposition gesucht. Frank von Behren, sportlicher Leiter von GWD Minden und auch Carsten Lichtlein sind seine früheren Teamkollegen aus der Nationalmannschaft. Die Handball-Welt ist eine kleine und sehr familiär. Jeder kennt jeden und so lässt sich ein Kontakt schnell herstellen.

Zu dem Zeitpunkt gab es aber auch verschiedene Angebote und Optionen für ihn. Seine Familie stand immer im Fokus der beruflichen Entscheidung. So wie natürlich auch der Plan B, seinen Trainerschein zu machen. Dank seines jetzigen Vereins ist ihm beides gelungen. Seinen Trainerschein hat er inzwischen erfolgreich bestanden. Und dass er jetzt auch als Spieler auf der Platte steht, dafür ist er sehr dankbar.

Christian Zeitz im Trikot von GWD Minden

Angekommen

Seine Familie fühlt sich in Minden bereits sehr wohl und das war für ihn der ausschlaggebende Grund. Seine ganze Familie ist in Minden sehr gut empfangen worden, dank Frank verlief alles so unkompliziert und reibungslos. Frank von Behren wie auch der gesamte Verein haben ihn in jeder Hinsicht unterstützt und in der Phase komplett begleitet. Dafür ist er ausgesprochen dankbar.

Diese Worte hört man auch nicht allzu oft im Profisport. Schön, dass es so etwas noch gibt.

Ich freue mich, hier zu sein und freue mich auf die nächsten zwei Jahre und was die Zukunft bringt, zeigt die Zeit! In unserer Zeit lebt man hier und jetzt. Und die Zukunft kommt von alleine. 

Auf meine Frage, ob er und seine Familie sich hier schon eingelebt hat

GWD Minden

Wo sieht Christian seine Aufgabe in seiner neuen Mannschaft?

Christian ist ein Kämpfer und er wird versuchen, alles, was in seiner Macht steht, zu tun. Er möchte seiner Mannschaft eine gewisse Ruhe und Sicherheit verleihen und so die jungen Spieler auf diesem Weg begleiten. GWD Minden hält er für eine gute Truppe mit einem guten Trainer. Und natürlich freut er sich auf die Saison. 

Karriereende mit 41 – definitiv

Für die Zeit nach seiner aktiven Laufbahn sieht er sich als Trainer an der Seitenlinie

Er freut sich auf seine letzten zwei Jahre als Handballspieler bei GWD Minden. Und mit 41 ist auch für ihn definitiv das Karriereende erreicht. Er sieht sich als Trainer an der Seitenlinie. Über die Jahre hat er sich sehr viel Wissen ansammeln können und er freut sich auf ein nächstes Kapitel in seiner Laufbahn. Sein Wissen an Spieler weiter zu geben und als Trainer zu fungieren, das ist sein Ziel.

Corona

Wo war er, als die Saison abgebrochen wurde? Und wie war das für ihn?

Sein Anfang war sehr vielversprechend in Stuttgart, und sie waren gut in Fahrt und drei von fünf Spiele wurden gewonnen. Sein Fokus lag darauf die Mannschaft zu unterstützen und den Klassenerhalt zu sichern.

Die Situation war sehr undurchsichtig am Anfang. Christian war gerade bei einem internen Fußballturnier, als die Nachricht von Jürgen Schweickart gekommen ist. „Das Training wird sofort eingestellt.“ Zu diesem Zeitpunkt konnte sich noch keiner das Ausmaß der Pandemie vorstellen. Für jeden einzelnen Menschen, egal ob es hier um Sportler oder andere Berufe handelt, war es eine komplett neue Situation, die man so noch nie erlebt hat.

Als Mannschaft lebten sie von Tag zu Tag und von Nachricht zu Nachricht und wussten nicht, was sie erwartet. Jeder Einzelne hat versucht, sich so gut es geht, zu Hause fit zu halten. Die Kommunikation zur Mannschaft war immer vorhanden. Dann kam der Abbruch der Saison, was aus seiner Sicht zu dem Zeitpunkt auch die richtige Entscheidung war! 

Die Ungewissheit bleibt

Als Profi-Mannschaft ist es eine sehr schwierige Situation, wie auch für den Rest der Menschen und deren Leben. Man lebt von Training zu Training, von Einheit zu Einheit und von Spiel zu Spiel. Alle versuchen sich auf jedes Spiel zu fokussieren. Die Freude auf jedes weitere Spiel ist immer noch groß. Auch wenn die Gewissheit, es könnte das letzte Spiel sein, immer mitspielt.

Verletzungsgefahr

Der HBL-Kalender ist voll, die Verletzungsgefahr steigt

Der Spielplan ist eng gestrickt. Die Mannschaften haben sich aber seiner Meinung nach gut gerüstet. Natürlich ist die Verletzungsgefahr, wie man gerade sieht, unabhängig von Alter, auch bei ganz jungen Spielern sehr groß. Es sind schwere Verletzungen im Moment, die passieren.

Sein Alter spielt da aber absolut keine Rolle für ihn. Klar muss er etwas mehr machen als andere. Aber die Saison hat bereits gezeigt, wie viele junge Spieler sich schwer verletzt haben. Und das Wichtigste ist für alle Mannschaften und Spieler in der Liga gesund und möglichst ohne schwere Verletzungen durchzukommen. Man muss in diesem Sport natürlich auch ehrlich zu sich selbst sein und sich gut einschätzen.

Ich würde keinen Vertrag über zwei Jahre bei einem Bundesligaverein unterschreiben, wenn ich mich nicht dafür körperlich fit fühlen würde.

Angesprochen auf die ewige Altersdebatte

Wer kann mit dieser schwierigen Situation besser umgehen? Team Alt?

Einen Vorteil würde Christian da eher nicht sehen, aber in jeder Lebensphase ist eine gewisse Lebenserfahrung gut. Wiederum könnte man aber auch sagen, dass die jungen Spieler im Kopf freier und unbeschwerter sind. Es ist nicht zu pauschalisieren und von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. 

Kieler-Zeit

Zurück zum sportlichen – Welcher Sieg war der wertvollste, emotionalste und schwerste?

Mit dem THW Kiel hat er alles abgeräumt was ging. Aber der Champions-League Sieg 2007 war für ihn persönlich der wertvollste, emotionalste und schwerste Sieg, den er je errungen hat.

Mit der Nationalmannschaft kann es natürlich nur der Weltmeisterschaftstitel 2007 gewesen sein. Aber auch etwas Besonderes war es, bei den Olympischen Spielen die Silbermedaille zu holen. 

 

Kiel, Heidelberg, Stuttgart oder Minden? Wo fühlt er sich zu Hause?

Kiel ist nach seinem Geburtsort Heidelberg seine zweite Heimat. 13 Jahre hat er in Kiel verbracht und dort all seine Erfahrungen gesammelt. Sowohl die positiven und negativen. Beim THW ist er gewachsen und gereift. Kiel ist definitiv eine Heimat. Die Fans in der Kieler Arena sind unbeschreiblich, sie stehen immer hinter dem eigenen Team.

Privat genießt Christian jede freie Minute übrigens mit seiner Familie.

Weltmeister 2007 mit Henning Fritz
Drei ganz junge Handballer! Der in der Mitte steht übrigens bei GWD Minden im Tor
Das Abschiedsspiel von Mini Klein 2016 mit reichlich Prominenz. Wer kennt noch wen?

Fotos von der Christian Zeitz Instagram-Seite. Ein herzliches Dankeschön an alle Fotografen bzw. Fotografinnen!

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Handballtalente im Fokus! Heute mit Maxi Mühlner

Heute stelle ich ein ganz besonderes Handballtalent im Interview vor. Maxi Mühlner, 19 Jahre jung und Kreisläuferin bei den Vipers Bad Wildungen.

Zum Handball ist sie durch ihre Eltern gekommen, die beide erfolgreiche Handballer waren. Und da war es nur eine Frage der Zeit, wann Maxi auch mit dem Handballspielen beginnt. Mit sechs ist sie angefangen und hat zehn Jahre in Leipzig gespielt, bis sie 2017 für ein Jahr nach Dänemark gegangen ist. Über den Handball beim HC Midtjylland und bei den Vipers in Bad Wildungen habe ich mit ihr gesprochen. Und habe von ganz interessante Geschichten, Sichtweisen und Zukunftsaussichten gehört. Natürlich haben wir uns auch über die Auswirkungen der Corona-Pandemie und über ihre Zeit neben dem Handball unterhalten.

Das Handball-Gen liegt in der Familie

Wenn beide Eltern und sogar die Großeltern im Handballsport aktiv und das sehr erfolgreich waren, dann kann das auch nicht an Maxi spurlos vorbeigehen. Und ihre Rückennummer 10 kommt nicht von ungefähr. Denn auch ihre Eltern haben früher beide die 10 getragen. Und sie ist froh, dass sie in Bad Wildungen und in der Nationalmannschaft mit der 10 auflaufen kann.

Mit 16 nach Dänemark zum HC Midtjylland

Nach ihrem Schulabschluss 2017 ist sie für ein Jahr nach Dänemark gegangen. Das war ein großer Schritt, aber nicht ins Ungewisse. Denn über Emily Bölk oder viel mehr Emilys Mutter gab es schon viele Informationen. Gut, das die beiden Mütter sich noch aus ihrer Zeit in der Nationalmannschaft kennen. Sie gewannen 1993 gemeinsam den Weltmeistertitel, vielleicht eifern die Töchter ihren Müttern nach. Ich kann mir schon gut vorstellen, dass hier viel Potenzial vorhanden ist.

Grit Jurack gab den Tipp, das College in Ikast. Maxi wollte (mit 16!!!) was Neues erleben. Was aber auch nicht einfach war, so ohne Familie und Freunde. Die Verständigung erfolgte erst mal nur auf Englisch. Nicht leicht für einen Teenager. Aber nach ein paar Wochen hatte sich das auch gelegt. In Midtjylland hat man sie mit offenen Armen empfangen. Ihre Mitbewohnerin ist immer noch ihre beste Freundin. Und sie hofft, dass das auch so bleibt.

Ich wollte was Neues ausprobieren. Ich wollte einfach mal raus von zu Hause. Ausziehen und auf mich allein gestellt sein.

Maxi über ihre Gründe nach Dänemark zu gehen
Maxi, ein großes Talent und schon lange im Elitekader des DHB

Seit 2016 spielt sie in der Jugend-Nationalmannschaft. 2017 hat sie mit der U17-Auswahl den Europameistertitel geholt. 2018 kam bei der Weltmeisterschaft der 5. Platz heraus. Und im letzten Jahr bei ihrer ersten Junioren-EM hat sie mit ihrem Team nur den 9. Rang belegt. Dieses Jahr ist die Weltmeisterschaft aufgrund der Corona-Pandemie leider ausgefallen. Aber da hätte Maxi gerne noch einmal angreifen wollen.

Was macht den Frauenhandball aus?

Ihrer Meinung nach gibt es nicht ganz so große Unterschiede zwischen Frauen und Männerhandball. Die Dynamik, Intensität und Emotionalität des Spieles und das Ausleben der Leidenschaft für dieses Spiel. Es passiert ständig etwas.

Jeder kann gegen jeden gewinnen oder verlieren. Und bis zur letzten Minute bleibt es spannend. Das ist das Spannende am Handball. Jeder, der schon mal in einer Handballhalle war, wo ordentlich Stimmung war, der will auch noch mal.

Maxi über den Handball

Sie spielt jetzt ihre dritte Saison in der Bundesliga bei den Vipers in Bad Wildungen. Momentan stehen sie in der Tabellenmitte. Mit 10:8 sind sie in die EM-Pause gegangen, damit sind sie sehr zufrieden. Zwei unglückliche Niederlagen verhinderten einen besseren Tabellenplatz. Das Saisonziel ist ein einstelliger Tabellenplatz und in jedes Spiel mit einem großen Siegeswillen zu gehen. Die Vipers sind ein tolles Team. Die Spielerinnen verbringen auch untereinander viel Zeit miteinander.

Ich bin einfach nur heilfroh, dass wir überhaupt spielen können.

zur Corona-Pandemie

Die Corona-Pandemie ist keine einfache Situation. Man muss sich sehr zurückhalten, dass man sich nicht ansteckt und evtl. sogar seine ganze Mannschaft in die Quarantäne schickt. Auch die Ungewissheit spielt man oder spielt man nicht, ist schon belastend. Alle versuchen das Beste daraus zu machen.

International ist die Situation noch schwieriger. Das hat man leider in der HBL nach der Nationalmannschaftswoche gesehen. Ganze Mannschaften mussten in Quarantäne. Maxi würde es aber sehr schade finden, wenn die Europameisterschaft der Frauen im Dezember nicht stattfinden würde.

Die Damen von Borussia Dortmund wurden letzte Saison nicht zum Meister gekürt

Maxi tat die Entscheidung gegen die Dortmunder Damen sehr leid. Denn die Dortmunderinnen hatten eine sehr gute Saison gespielt. Dana Bleckmann, ihrer Nationalmannschaftskollegin, hätte sie den Titel sehr gegönnt. Auch das im Gegenteil bei den Herren der THW Kiel (der übrigens ihr Lieblingsverein ist) Meister geworden ist, unfair. Aber die Entscheidung darüber haben andere getroffen.

Zum Schluss! Was macht Maxi, wenn sie mal nicht in der Halle ist?

Dann sitzt sie in der Schule oder macht Hausaufgaben. Sie ist jetzt in ihrem letzten Abiturjahr. Wenn sie zwischendurch Zeit hat, trifft sie sich mit Freunden und Familie oder liest gerne ein gutes Buch.

Vielen Dank Maxi!

 

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Martin Strobel über seine Karriere, seinen Rücktritt vom Profisport und sein Buch!

Ich habe noch ganz genau diesen schmerzhaften Aufschrei von Martin Strobel im Ohr. Ohne gegnerische Einwirkung rutscht er weg und sinkt zu Boden. Es war allen sofort klar, da ist mehr passiert. Eben spielte er noch das Hauptrundenspiel bei der Heim-WM 2019 in Köln vor fast 20.000 Zuschauern und im nächsten Moment liegt er im Krankenbett. Ein Kreuzbandriss im linken Knie bedeutet Operation und eine lange Reha. Wie lange wird es dauern, bis er zurückkommt? Wird er überhaupt zurückkommen? Mitten in der Nacht klappt er seinen Laptop auf und beginnt zu schreiben.

Nach der schweren Knieverletzung kämpft er sich noch einmal zurück aufs Spielfeld. Als die letzte Saison coronabedingt frühzeitig abgebrochen wird, ist schon lange klar, auch Martin hört auf.

Ihn jetzt mit seinen 34 Jahren als Ruheständler zu bezeichnen, fällt mir schwer. Ich freue mich, dass ich die Chance hatte, mit ihm zu sprechen.

Wir haben uns über so viele Sachen unterhalten. Wie ist er zum Handball gekommen, und warum hat er sich für die Spielmacher-Position entschieden? Und ganz besonders hat mich die Sache mit der „Spielmaus“ interessiert.

Ich bin aber auch auf einen ernsten und zielstrebigen Martin Strobel getroffen, der mich mit so mancher Aussage sehr überrascht hat.

Die Entscheidung, seine Karriere zu beenden, ist ihm nicht leicht gefallen

Mit 34 Jahren seine Handball-Karriere zu beenden ist eigentlich zu früh. Aber er arbeitet an anderen Projekten.

Die Entscheidung, seine Karriere zu beenden, ist ihm zur einen Seite natürlich schwergefallen. Zur anderen Seite hatte er sie ja auch bewusst getroffen, kurz nach dem Jahreswechsel. Weil er einfach bei bestimmten Themen gemerkt hat, sei es seine Gesundheit oder seine berufliche Zukunft, dass er sich gerne verändern möchte. Aber wenn man den Handballsport so lange betreibt wie er, fällt das nicht leicht.

Kreuzbandriss – der lange Weg zurück

Eigentlich spricht er sehr distanziert von seiner langen Reha, aber ich denke, dass diese Verletzung und die damit verbundene Reha ein gewaltiger Kraftakt war.

Das alles war nach der schweren Knieverletzung bei der Heim-WM war auch nicht leicht für ihn. Er hat sehr viel dafür investiert, das er wieder zurück auf das Spielfeld kommt. Zumal eine Reha nicht immer linear verläuft. Wie vieles auch im Leben. Es gibt Höhen und Tiefen. Und er war auch mal an den Punkt angekommen, wo es schon mal weitergehen und der nächste Schritt jetzt kommen müsste.

Geduld ist ganz wichtig, aber auch der Zuspruch und das Vertrauen deines Physiotherapeuten. Der dich immer mal wieder abbremst, diesen einen Schritt zu schnell zu wagen und vielleicht noch mal in eine Nachverletzung zu kommen. Da bin ich sehr dankbar, dass ich solche Leute an meiner Seite hatte.

Martin über seine Reha

Sein Herzens-Projekt! Höhepunkt am Tiefpunkt

Sein erstes Projekt war sein Buch Höhepunkt am Tiefpunkt, das am 1. Oktober erschienen ist. Das hat er so aus eigenem Antrieb raus direkt nach der Weltmeisterschaft verwirklicht. Und er hat damit die ganze Geschichte drumherum mitverarbeitet. Aber er möchte damit auch allen etwas weitergeben.

Sein Hauptfokus liegt jetzt aus der Erfahrung, aus dem Teamsport auf höchstem Niveau in Workshops und Vorträgen weiterzugeben. Was die Team- und Personalentwicklung sowie im Sport und im Wirtschaftsleben angeht. Denn immer da, wo Menschen zusammenkommen ist es extrem wichtig, gut zusammenzuarbeiten, die nötigen Ziele zu erreichen und erfolgreich zu sein. Da kombiniert er sein Wissen und die Methodik aus seinem Studium im Managementbereich. All das möchte er sich in der nächsten Zeit aufbauen.

   

Martin als Experte am Mikro?

Für das SWR war er vor Kurzem bei einem Vorbereitungsspiel als Co-Kommentator und Experte vor Ort. Das hat ihm Spaß gemacht, aber sein Hauptfokus liegt dort nicht. Zur Abwechslung aber macht er das gerne.

Im Alter von 4 Jahren ist er zum Handball gekommen, die Spielmacher-Position kristallisierte sich erst später heraus

Im Alter von 4 Jahren ist er zum Handball gekommen. In der kleinen Ortschaft, in der er aufgewachsen ist, gab es in dem Sportverein nur die Handballabteilung und somit ist er zum Handball gekommen. Weil alle anderen das auch gemacht haben.

Erst im Jugendalter kristallisierten sich seine Spielmacher-Qualitäten heraus. Angefangen ist er sogar auf Linksaußen, dann auch mal auf Rückraum-Links. Der Grund dafür, dass er letztendlich auf der Mitteposition blieb, war, dass ihm die körperliche Größe fehlte.

Der Spaß am Spiel, die schnellen Zusammenhänge und das taktische Verständnis für bestimmte Situationen lagen ihm da schon besonders gut.

Das hat mir unglaublich viel Spaß gemacht, die Mannschaft zu steuern und zu lenken und im Angriff die Akzente zu setzten.

Martin über seine Spielmacher-Position

Tipp vom Profi für angehende Spielmacher

Als Spielmacher muss man schnelle Entscheidungen treffen, teilweise in Millisekunden, das ist aber auch eine Frage von Erfahrung. Und mit welchem Fokus man in die Vorbereitung geht. Auch wie man sich im Vorfeld mit einem Spiel auseinandersetzt.

  • Martins Tipp: Vorbereitung ist alles, sei es im Sport oder im Leben allgemein. Somit bekommt man eine gewisse Routine und Sicherheit, um dann eben unter Stress die Entscheidungen präzise und schnell fallen zu können.

2016 war ein erfolgreiches Jahr in der Nationalmannschaft Europameister und Olympia-Bronze in Rio

Auf das sehr erfolgreiche Jahr 2016 angesprochen verändert sich Martins Tonlage plötzlich. Man merkt, dass ihm diese Erfolge sehr viel bedeuten.

2016 war eine super Zeit in der Nationalmannschaft. Es war unbeschreiblich, schon von Beginn der Europameisterschaft an. Auf diesem Niveau mit dieser Mannschaft diesen Titel zu erreichen. Das war schon ein ganz besonderer Moment, als der Goldregen runterkam nach der Siegerehrung. Damit auch verbunden die Qualifikation für die Olympischen Spiele zu erreichen, da ging für ihn ein langersehntes Ziel in Erfüllung.

Das Ganze dann mit einer Medaille abzuschließen ist unbeschreiblich. Darum war es schon eine extrem schöne und geile Zeit.

Martin über EM und Olympische Spiele 2016

Christian Prokop bezeichnete Martin als „seine Spielmaus“. Was hat es damit auf sich?

Das war natürlich auf die Spielmacher-Position bezogen. Martin hat es einfach gemocht, sich mit Christian in die Spielsituationen hineinzudenken. Vielleicht auch mal was anderes auszuprobieren. Und immer wieder neue Bewegungen einzustudieren, auch für die Mitspieler. Denn das ist ja letztendlich der Job des Spielmachers. Dieses Denken darum hat ihn wohl die Aussage zu der Spielmaus machen lassen.

Balingen oder Lemgo?

Balingen ist seine Heimat, auch wenn er jetzt dort nicht mehr wohnt. Aber er hat so lange da gespielt und kennt viele Leute. Und er ist sehr dankbar, dass er den Weg dort gehen konnte. Daher fühlt er sich sehr wohl in Balingen.

Allerdings hat er fünf Jahre in Lemgo gespielt, das zeigt, dass er sich aber dort auch sehr wohl gefühlt hat. Und man kann Lemgo durchaus mit Balingen vergleichen. Von der Stadtgröße und vom Umfeld her. Sonst wäre er mit Sicherheit keine fünf Jahre dortgeblieben.

Bei beiden Vereinen gab es auch verschiedene Voraussetzungen. In Balingen war es oberstes Ziel, die Liga zu halten. Und es gab trotzdem viele schöne Momente. Aber allein auf Titel bezogen, war Lemgo erfolgreicher. 2010 wurde der Europapokal gewonnen und oftmals im vorderen Tabellendrittel mitgespielt. International hat Martin dort viele Spiele absolviert und es war eine ganz andere Kategorie.

Martin ist auf vielen Social Media-Plattformen aktiv, jetzt liest er auch meinen Blog – Yes!!!

Instagram und Facebook sind seine Plattformen, was so den sportlichen Part angeht. Für den Business-Part zusätzlich noch auf LinkedIn. Er möchte einfach einen kleinen Einblick geben. In das, was er in den letzten Jahren gemacht hat und was in Zukunft noch ansteht.

Zusätzlich hört er sehr gerne Podcasts, wenn er im Auto unterwegs ist. Weil man sich da die Themen rauspicken kann, die einen interessieren. So kann man viel über andere Interviews über Persönlichkeiten lernen, an die man sonst nicht so mühelos kommt.

Fotos: privat

Und Red Devils Fotogalerie/JW Vielen lieben Dank an Jens Wiegmann, der mich immer wieder mit tollen Fotos versorgt.

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Handball-Experten im Interview! Heute mit Eurosport-Kommentator Jürgen Höthker

Nicht nur seine Stimme ist beeindruckend

Ich mag es ja, wenn Männer mich beeindrucken können. Ich mag es, wenn Männer mich auch mit ihrer Stimme beeindrucken können. Und bei ihm ist das der Fall. Seine Stimme hat einen absoluten Wiedererkennungswert und strahlt Ruhe aus. Und wenn noch Fachwissen und nicht nur Selbstdarstellung über den Bildschirm rüberkommt, bin ich beeindruckt.

Er moderiert seit vielen Jahren von den größten Sportereignissen der Welt. Tennis, Handball und Eishockey sind seine Sportarten. Im Moment kommentiert er die French Open natürlich auf Eurosport. Diese French Open sind sein 72. Grand Slam Turnier, das macht ihm so schnell keiner nach. Aber auch bei Handball-Großereignissen und Olympischen Spielen war er am Mikro immer mit dabei.

Dass, er aber auch ein ehemaliger Handballspieler ist, wissen vielleicht nicht ganz so viele. Anfang der 80er-Jahre waren seine ersten Vereine der TBV Lemgo und der VfL Gummersbach. Für Berlin hat er in der 2. Liga gespielt. Ehe er dann die Journalisten-Laufbahn einschlug. Mister Sportschau Ernst Huberty holte ihn zum Sender VOX.

Sein Herz schlägt für den Tennis-Sport

Handball und Eishockey bezeichnet er als rasante Sportarten. Und genau dieses macht ihren Reiz aus. 2004 hat er ein Tennis Match kommentiert, das 6 Stunden und 38 Minuten gespielt wurde. Dabei fit zu bleiben ist schon eine Kunst. Für mich würde sich da eher die Frage stellen, wie man diese Zeit ohne Toilettengang hinbekommt.

Beim Tennis war er viel vor Ort und sehr nah dran. Mit dem ehemaligen Trainer von Steffi Graf, Heinz Günthardt, an der Seite hat er viele Tennis-Matches kommentiert. Aber auch Michael Stich und Tommy Haas kommentierten mit ihm. Beim Handball saßen Heiner Brand, Frank von Behren, Erhard Wunderlich oder Arno Ehret an seiner Seite. Sein erstes Handballspiel, das er kommentiert hat, war 1993. Dass diese Handballspiele überhaupt im Fernsehen zu sehen waren, ist wieder Ernst Huberty zu verdanken.

Nach so vielen Jahren ganz nah dran an den Stars, gibt es doch die ein oder andere Anekdote zu erzählen

Ein Tennis Match im Jahre 1995 in Estoril mit Mark-Kevin Goellner ist ihm noch gut im Gedächtnis geblieben. Nach einer Umschalte auf das Spiel sollte er es kommentieren, nur hatte er leider kein Bild. Also hat er erst mal irgendetwas erzählt. Und dann beim spanischen Kollegen nebenan gelauscht, der hatte ein Bild und hat durch ihn kommentiert. All das hat er mit seiner Routine souverän gelöst.

Auch ein niesender Interview-Gast, der auf die Blumen im Studio allergisch reagiert, konnte ihn nicht aus der Fassung bringen. Im Feiern sind Tennisspieler und Handballer aber identisch. Party machen nach großen Erfolgen können sie alle. Und das ist auch gut so.

Nun zum Handball

Für ihn ist Handball diese schnelle Sportart, bei der man den Kopf benutzen muss und nichts ohne Spielzüge läuft. Auch das die schnelle Mitte eingeführt wurde, hat seiner Meinung nach dem Spiel gutgetan. Trainerlegenden wie Vlado Stenzel haben ihn beeindruckt. Von Horst „Hotti“ Bredemeier, hier im Mühlenkreis ja bestens bekannt, hält er große Stücke. Aber ist Jürgen ein Handball-Fan? Natürlich verfolgt er immer noch den TBV Lemgo. Aber auch der THW Kiel hat es ihm angetan. Er ist immer wieder gerne in Kiel, die Stimmung in den großen Arenen, die gefällt ihm.

Die Corona-Pandemie hat auch dem Sport geschadet

Beim Eishockey und Handball sind die Einnahmen durch die Zuschauer komplett ausgeblieben. Jetzt fängt man beim Handball mit 20 % der Hallenkapazität an, dieses sieht er problematisch. Denn der Handball lebt von den Anhängern und von den Emotionen der Zuschauer. Handballer spielen gerne, die wollen nicht länger nur trainieren, die müssen auch mal belohnt werden. Eine Prognose für die nächsten Jahre ist schwierig. Jedenfalls lebt der Sport von den Zuschauern. Und ohne Fans kann es nicht laufen.

Auf meine letzte Frage, welches Spiel er gerne mal kommentieren würde, ist die Antwort, das WM-Finale der Handballer. Er hat schon so viele olympische
Endspiele und Champions-League-Finale kommentiert, das WM-Finale der Handballer fehlt ihm noch.

Lieber Jürgen Höthker, ich danke für das sehr interessante Gespräch!

Wer noch mehr über Jürgen Höthker erfahren möchte, kann in den Eurosport-Podcast reinhören oder sein bald erscheinendes Anekdoten-Buch lesen. Dort erfahrt ihr bestimmt noch Einiges zu seinem Treffen auf Julia Roberts und Kirk Douglas. Und warum er mit Udo Jürgens mal ein Spiel kommentiert hat.

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Spielo-Cup 2020 Das Finale GWD Minden vs. SC DHfK Leipzig

Leipzig schlägt GWD Minden in einem hart umkämpften und von vielen technischen Fehlern geprägten Spiel

Die 1. Halbzeit

Joscha Ritterbach, der am Freitag nicht eingesetzt wurde, stellte mit 2 Treffern die erste Dankerser Führung, zum 2:1 her. Das Spiel war vom Ergebnis und von der Anzahl der technischen Fehler sehr ausgeglichen. Als Frank Carstens in der 12. Minute die erste Auszeit nahm, führte Leipzig mit 2 Toren 5:7. Die Auszeit bringt etwas Ruhe ins Spiel und wieder heran. Der junge Juri Knorr führt wieder erstklassig Regie.Seine Anspiele auf die beiden Außen, oft No-look-Pässe, kommen unglaublich sicher an. Aber leider ist die Chancenverwertung bei freien Bällen und Tempogegenstößen unbeschreiblich schlecht. GWD Minden gibt das Spiel so aus der Hand

Leipzigs Philipp Weber, der drei Treffer in Folge erzielt und so der Mindener Abwehr ihre Grenzen aufzeigt, macht die Bälle kompromisslos rein. Weber macht aus einer 9:8 Führung für GWD ein 9:11 für Leipzig. Mindens Kapitän Miljan Pusica der angeschlagen auf der Bank Platz nahm, konnte die Leipziger Führung nur hilflos mit ansehen. Auch aufgrund einer soliden Torhüterleistung von Carsten Lichtlein (10 Paraden) können die Mindener froh sein, dass der Sieg nicht noch höher ausgefallen ist.

Sechs Minuten vor der Halbzeit war GWD wieder auf ein Tor dran. Mindens Neuzugang Doruk Pehlivan ist einfach noch nicht im Spiel drin. Er wirkt oft wie ein Fremdkörper im Angriffsspiel. Bei angesagten Spielzügen steht er falsch, er kommt nicht aus der Bewegung heraus zu einem erfolgreichen Torabschluss. Leipzig zieht das Tempo nochmal an und führt mit drei Toren. Als Christoffer Rambo dann noch einen Siebenmeter vergibt, erhöht Leipzig auf 11:15. Aufpassen GWD! Nicht das Spiel jetzt schon herschenken! Kevin Gulliksen und Joscha Ritterbach sorgen für den 13:15 Pausenstand.

Die 2. Halbzeit

GWD kommt besser aus der Kabine. Als Christoffer Rambo das 17:17 erzielt, sind 8 Minuten in der zweiten Hälfte gespielt. Joshua Thiele vergibt die Chance auf den Ausgleich frei vor dem Tor. Dies war heute nicht die einzig vergebene Möglichkeit des oft unbeweglich wirkenden Neuzugangs. Kevin Gulliksen erzielt in der 47. eine 2-Tore-Führung zum 22:20. Nach einer unnötigen Zeitstrafe von Joshua Thiele gleichen die Gäste 10 Minuten vor Schluss zum 23:23 aus. Kurze Zeit später erhält Lucas Meister glatt Rot für Stoßen in der Luft. Ein bisschen Fingerspitzengefühl der Schiedsrichter hier und bei Juri Knorrs zweiter Zeitstrafe etwas später hätte dem Spiel gutgetan. Nach Frank Carstens letzter Auszeit (er war außer sich vor Ärger) beim Stand von 25:26 und 4 Minuten vor dem Ende sollte eigentlich Ruhe einkehren. Aber auch hier scheitern Kevin Gulliksen und Joshua Thiele noch einmal frei vor dem Leipziger Tor. Und wer diese Chancen nicht reinmacht, der verliert dann solche Spiele. 26:28 ist der Endstand in dieser hart umkämpften Partie.

Fazit: Frank Carstens und ich waren mal so richtig angefressen aufgrund der Leistung des Teams. Die Neuzugänge Doruk Pehlivan und Joshua Thiele haben mich noch nicht überzeugt. Da ist für Frank Carstens bis zum Saisonstart einiges zu verbessern. Auch ist die Kaderdecke jetzt schon viel zu dünn, wie soll das erst im Laufe der langen Saison werden?

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Der Spielo-Cup 2020! Mit Bildern vom Freitag

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Spielo-Cup 2020! GWD Minden vs. Bergischer HC und TuS N-Lübbecke vs. SC DHfK Leipzig

Heute startet die 31. Auflage des Spielo-Cups. Aber diesmal ist es eine ganz besondere Situation, denn erstmals findet dieser Cup ohne Zuschauer statt. Der ganze Sport und auch der Handballsport hat immer noch an den Folgen der Corona-Pandemie zu knabbern.

Ob GWD Minden sich den Cup zum sechsten Mal sichern kann? Dafür werden bei dem heutigen Spiel die Weichen gestellt. Denn nur ein Sieg zählt heute. Nicht nur, um das morgige Finale zu erreichen, sondern auch für das Selbstvertrauen der GWD-Spieler. Die Ergebnisse in der bisherigen Vorbereitung lassen leider zu wünschen übrig. Aber auch das ist eigentlich schon Tradition in der Vorbereitung der Grün Weißen.

Fünf Verletzte mussten die Mindener bisher beklagen, es bleibt abzuwarten, ob Miljan Pusica, Malte Semisch, Simon Strakeljahn und Joshua Thiele heute mit eingreifen können. Christoph Reißky fällt ja leider nach Schulter-Operation länger aus.

Miljan Pusica spielt von Anfang an dieses erst mal vorweg. Da Malte Semisch ein individuelles Aufwärmprogramm mit den Physios absolvierte, war schnell klar, dass er so nicht spielen kann.

Die Partie beginnt und beide Mannschaften befinden sich auf Augenhöhe. Juri Knorr ist mal wieder der Ideengeber auf der Mitte und er macht das richtig gut. Und er ist dabei auch sehr torgefährlich. Beim 4:3 in der 7. Minute erzielt er schon seinen dritten Treffer. Auch seine Anspiele auf die Außen und an den Kreis sind unglaublich präzise. Dass es nach 10 Minuten nur 5:5 steht, ist Kevin Gulliksen zu verdanken, denn zwischen der 10 und 13. Minute vergibt er drei 100 % ige Torchancen. Da er heute wohl einen rabenschwarzen Tag erwischt hat, nimmt Trainer Frank Carstens ihn vom Feld. Über 6:6 nach 13 Minuten und 10:9 nach 20 Minuten ist es eine absolut ausgeglichene Partie. In der 21. Minute erzielt Christoffer Rambo das 11:9. Dies ist die erste 2 Tore Führung für GWD. Die GWD-Abwehr ist griffig, Rambo klaut Bälle und stört den BHC-Angriff empfindlich. Da auch Carsten Lichtlein immer besser ins Spiel findet, steht es 15 Sekunden vor dem Halbzeitpfiff 14:10 für den „Gastgeber“. Der Halbzeitstand von 14:11 ist für GWD mehr als verdient. Mit so einem starken Auftritt haben die wenigsten gerechnet.

Den Beginn der 2. Halbzeit verschlafen die Mindener. In der 33. Minute kommt der BHC auf 15:14 heran. Bis zur 41. Minute hat GWD aber das Zepter wieder in der Hand. Beim Stand von 20:17 nimmt Frank Carstens eine Auszeit, um wieder Ruhe in seine Mannschaft zu bringen. GWD arbeitet weiter am Ziel: Finale. Man merkt der Mannschaft den unbedingten Siegeswillen an. Genau das hat den Carstens Mannen bisher gefehlt. Christoffer Rambo und Juri Knorr erzielen nun Tor um Tor. Mats Korte versenkt alle Strafwürfe im Tor. Denn verworfene Strafwürfe waren ein großes Manko letzte Saison. Und auch die Achse Juri Knorr/Lukas Meister funktionierte einwandfrei. Über 22:19, 23:21, 25:23 bleibt es bis 9 Minuten vor Schluss immer eng und der BHC in Schlagdistanz. Was in den letzten drei Minuten abging, ging wieder an die Nerven. Der BHC kämpft und GWD hält dagegen. Einem 27:25 in der 56. folgt ein 27:27 in der 58. In der 59. Minute führt Grünweiß wieder mit 29:27, ehe der BHC noch mal auf 29:28 rankommt. Nach Frank Carstens letzter Auszeit 25 Sekunden vor Schluss geht der BHC in die offene Manndeckung. GWD verliert den Ball und mit Schlusssirene bekommt der BHC noch einem direkten Freiwurf zugesprochen, den Carsten Lichtlein großartig abwehrt.

Im Finale morgen trifft GWD Minden auf den SC DHfK Leipzig, die problemlos den TuS N-Lübbecke bezwangen. Die Mannen von Leipzig Trainer Andre Haber begannen furios und führten nach knapp 8 Minuten mit 5:1. Es dauerte lange, bis der TuS aus seiner Lethargie erwachte. Nach 16 Minuten stand ein 5:9 auf der Anzeigetafel der Merkur-Arena. Bis zur Halbzeit hatten die Sachsen ihre Führung auf 9:15 ausgebaut. In der zweiten Hälfte zeigte der TuS endlich, was er kann, und spielte eine tolle Halbzeit. Aber zum Handball gehören ja immer 2 Halbzeiten. Beim 17:19 in der 43. Spielminute keimte noch einmal Hoffnung auf. Aber letztendlich gewann der Gast aus Leipzig mit 24:25.

Morgen um 17 Uhr spielt der TuS N-Lübbecke im Spiel um Platz 3 gegen den Bergischen HC. Und um 19.00 Uhr startet das Finale GWD Minden gegen den SC DHfK Leipzig.


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Mühlenkreis-Handballerinnen im Blickpunkt! Heute kommen die Ladys zu Wort! Dunja Brand und Anika Ziercke

Als ich die Mühlenkreis-Interviews gestartet habe, war mir immer klar, auch die Ladys müssen zu Wort kommen. Da der Mühlenkreis aber inzwischen nicht mehr über eine Frauen-Bundesligamannschaft verfügt, habe ich mir zwei ehemalige Handballerinnen ausgesucht. Dunja Brand und Anika Ziercke von Eintracht Minden/Mindenerheide. Bei diesen beiden musste es auch unbedingt ein Doppelinterview werden. Lange haben wir ein persönliches Treffen, natürlich wegen der Corona-Pandemie vor uns hergeschoben. Ich wollte unbedingt die beiden kennenlernen. Leider klappte das nicht. Unser Gespräch ließ sich auch auf andere Weise führen.

Das Interview

Anika und Dunja!

Ich habe das Gefühl, es war erst gestern, wo ich euch bei Eintracht Minden zugesehen habe. Aber wenn ich es nachschlage, das war so ca. von 1996-2003.

Dunja ist als 17-Jährige schon in der Rückrunde der Saison 1988/1989 zu Eintracht Minden gestoßen. Ihre Trainerin Sigrid Bierbaum, die damals auch ihr Idol war. Die Saison 90/91 und 91/92 spielte sie bei Bayer Leverkusen. Europokalspiele in Kiew und in der Slowakei zählen da ganz klar zu ihren Highlights. 1992 folgte dann die Rückkehr zur Eintracht, wo sie auch bis 2003 spielte.

1996 wechselte Anika vom TV Mainzlar nach Minden. Im Oktober 1996 bestritt sie ihr erstes Länderspiel, 104 weitere folgten. 1997 gewann sie mit der deutschen Nationalmannschaft die Bronzemedaille bei der WM im eigenen Land.

2003 kam dann leider der Rückzug der Eintracht! Wie lief das ab?

Dunja: 2003 wären sie dann eigentlich in die 2. Bundesliga abgestiegen, aber es folgte der komplette Rückzug. Viele Spielerinnen wären auch bereit gewesen, für weniger Geld zu bleiben und in der Regionalliga zu spielen. An dieses Durcheinander und diese Vollkatastrophe kann sie sich noch gut erinnern. Nur 2 Tage nach Vertragsverlängerung kam die Nachricht, dass alles vorbei sei! Keine Diskussion. Zack, bum aus. Das war es mit der Eintracht.

So ganz genau kann sich Anika da gar nicht mehr dran erinnern. Es kam ziemlich überraschend. Und wir waren traurig und wir haben noch versucht, über Sponsoren Geld zusammen zubekommen. Leider hat das nicht geklappt. Aber sie war zu dem Zeitpunkt auch schwanger und sie hätte eh die nächste Saison nicht gespielt. Schön war es auf jeden Fall aber nicht.

Trainer Löffelmann! Plaudert mal aus dem Nähkästchen!

Dunja kann sich das Grinsen nicht verkneifen. Er ist ein sehr emotionaler Trainer mit interessanten Sprüchen und einem sehr hohen Motivationsgrad. Ihm war immer der soziale Aspekt wichtig. Er ist ein sehr geselliger und herzlicher Trainer. Er war immer für seine Spielerinnen da und war auch bei gegnerischen Spielerinnen sehr beliebt. Es war immer lustig beim Training, aber echt hart.

Löffel ist ein Unikum. Wer Löffel nicht kennt, hat die Welt verpennt

Dunja über HD Lö

Auch Anika nennt Löffelmann ein Unikum. Das Besondere an ihm als Trainer, dass er bei jedem Einzelnen von uns wusste, an welcher Stellschraube er drehen muss, um die beste Leistung herauszukitzeln. Bei der einen war es Zuckerbrot, bei der anderen war es Peitsche. Ein herzensguter Mensch, den man bei Tag und bei Nacht anrufen kann. Auch heute noch. Und sicherlich war er genauso so traurig wie alle anderen, als es mit der Eintracht zu Ende ging.


Er war immer voll dabei. Hat den Handball gelebt, hat das Spiel gelebt, hat mitgespielt. Hat uns angeschrien, hat uns gelobt, hat uns angebrüllt, hat den Gegner angebrüllt. Er hat mit den Schiedsrichtern, Zuschauern mit allen interagiert. Aber hinterher war immer alles gut. Er hat uns in den Arm genommen und gesagt, wie lieb er uns hat.

Anika über H.-D. Löffelmann

Und im Training hieß es immer nur Gas, Gas, Gas. Gefühlt sind wir fünfmal die Woche nur durch die Halle gerannt. Es war nur Rennerei. Was im Nachhinein ihnen zu Gute kam, da sie nach hinten raus mehr Körner hatten. Bei Löffelmann war immer: Alles, was geht! Bis man umgefallen ist, dann musste man halt zwei Minuten raus. Und das ist heute immer noch so bei ihr drin. Ball hinten erobern und Gas nach vorne.

Die Karriere nach dem Bundesliga-Rückzug

Für Dunja ging es dann von 2003 bis 2009 zu Stemmer/Friedewalde bzw. Minden Nord mit 2 Aufstiegen in die 2. Bundesliga und die Teilnahme an der Beachhandball-WM 2006 in Brasilien. Aktiv hat sie noch bis 2011 gespielt, in der zweiten Mannschaft von Stemmer/Friedewalde.

Für Anika ging es Anfang 2005 für 3 Monate nach Oberlübbe. Dann ging sie zu Stemmer/Friedewalde. Dort hat sie dann lange mit Dunja gespielt. Und auch sehr erfolgreich gespielt mit dem Aufstieg in die 2. Liga. Zwischendurch folgten nochmal Greven und Oberlübbe. Eigentlich hatte Anika 2010 mal so angedacht mit dem Handball aufzuhören (wir lachen beide). Weil sie sich mehr der Familie widmen wollte. Aber da beide Kinder da inzwischen in Kindergarten- und Schulalter waren, hatte sie wieder mehr Zeit. Und so ist es eigentlich nie zu einer längeren Pause gekommen. Und jetzt spielt sie in ihrer dritten Saison für TuS Petershagen-Lahde in der Oberliga. Und das macht ihr immer noch einen Riesen-Spaß. Auch ihre beiden Kinder spielen inzwischen Handball. Ihr Sohn spielt bei GWD Minden und ihre Tochter ist nach Blomberg gegangen.

Gekommen um zu bleiben – Heimat im Mühlenkreis


Dunja ist in Vlotho heimisch geworden. Beim Handball trifft man sie eher selten an. Sie verbringt lieber viel Zeit mit der Familie, Reisen zu unternehmen. Mountainbike und Ski fahren gehören zu ihrer absoluten Leidenschaft. Aber auch mit Wandern und Laufen hält sich fit.


Familie Ziercke fühlt sich wohl im Mühlenkreis. Anika ist seit 1996 und Aaron seit 1998 hier in Minden bzw. Ovenstädt.

Minden ist echt schön, vor allen nach hinten raus. Im Umland gibt es wirklich schöne Ecken.

Anika über ihre Heimat


Schaut ihr noch Live-Handball? In welchen Handballhallen kann man euch noch antreffen?

Kampahalle war immer unser Wohnzimmer, weil wir hier beide lange gespielt haben. Man hat immer Leute getroffen von früher. Bekannte von jetzt. Kampahalle war irgendwie schön.

Anika über ihr Wohnzimmer

Nach wie vor dreht sich bei Anika zu Hause alles um Handball. Aaron ist mit seinem Trainerjob auch viel mehr im Handball eingespannt als noch als Spieler. Und der Job des Trainers macht noch viel mehr Arbeit, als der Spieler hat. Als Aaron noch in Lübbecke Trainer war, hat sie versucht, jedes Spiel dabei zu sein. Auch das sie jetzt viele Frauen-Handballspiele streamen kann, das gefällt ihr sehr. In der Stemmeraner Halle trifft man sie auch noch so manches Mal an.

Ich gucke mir einfach gerne Handballspiele an. Weil ich den Sport einfach mega geil finde, nach wie vor.

Anika über den Handballsport

Und wie sieht es aus mit Freundschaften aus der aktiven Zeit?

Freundschaften hat Dunja viele in der Zeit geschlossen. Sei es Petra Cumplova die jetzt Khekova heißt und in Prag lebt. Auch trifft sich noch einen Eintracht-Stammtisch in eher unregelmäßigen Abständen. Dort freut sie sich immer auf Steffi Kreft jetzt Zopf, Lena Antal, Anika Ziercke oder Trainer Löffel. Auch zu ihrem ehemaligen Trainer Wolfgang Herz in Bielefeld hat sie noch engen Kontakt. Ob Claudia Niemeyer, Nadine Hallmann, Slawa Jerzierska, Heike Horstmann, Dunja könnte ewig so weiteraufzählen. Diese Freundschaften bestehen schon sehr lange.

Anika hat zwei ihrer besten Freundinnen in ihrer Mainzlarer Zeit kennengelernt. Ansonsten gibt es da noch die Eintracht-Oldies, eine Art Stammtisch, der wegen der Corona-Pandemie erstmal auf Eis gelegt ist.

Dieser Handball-Blog http://www.mein-handball-blog.com wird ab jetzt natürlich regelmäßig gelesen

Beide haben natürlich jetzt meinen Handball-Blog gelesen. Das ist schön. Anika hört manchmal den Handball-Podcast Hand aufs Harz. Aber genauso wie ich hört sie nur mal ab und zu rein.

Die BVB-Damen wurden nicht zum Meister ernannt…….

Auch Dunja findet es ungerecht und da gibt es ja immer viele Unterschiede im gesamten Leistungssport zwischen Frauen und Männern. Punkt um. Auch die Damen hätten es verdient gehabt, zum Meister ernannt zu werden.

Auch Anika hat es sich nicht erschlossen, warum bei den Männern der Meister gekürt wurde und bei den Frauen nicht. Auch das Argument, das Dortmund noch nicht so souverän geführt haben soll. Das war ja bei Kiel auch nicht der Fall. Total unfair und nicht gerechtfertigt.

Der Aufschrei, der durch die Medien ging, war viel zu leise dafür. Ich fand es super, wie die Mädels reagiert haben mit ihrer Plakataktion.

Anika über die Nichternennung des BVB zum Meister
Die Plakat-Aktion der BVB-Damen


Ich danke euch für dieses Gespräch!

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Mühlenkreis-Handballer im Blickpunkt! Heute mit Juri Knorr

Wenn man der Sohn von Ex-Handballer Thomas Knorr ist, dann ist man in den Handball-Arenen dieses Landes groß geworden. Seine erste Erinnerung hat er an die mega Sportarena in Hamburg. Diese Stimmung, die hat ihn gefesselt und ganz sicher auch zu dem gemacht, der er jetzt ist. Er ist einer der größten Handball-Talente Deutschlands. Seine Position ist die Rückraum-Mitte, die Schwachstelle der deutschen Nationalmannschaft. Ein weiterer Vorteil er kann auch im linken Rückraum eingesetzt werden. Er glänzt mit seinen Anspielen, ist immer anspielbereit, er kann das Spiel lesen, ist ideenreich. Alles, was ein Mittelmann braucht.

Blitzstart – große Karriere?

Aber er ist nicht nur der Sohn von Thomas Knorr. Er ist Juri Knorr. Nach den Kindheitserlebnissen stand für ihn schnell fest, dass auch ihn das Handball-Fieber gepackt hat. Im Jugendbereich spielte er für Bad Schwartau bzw. Lübeck und ein Jahr bei der HSG Ostsee. Trainer dort sein Vater Thomas.

Mit gerade mal 18 Jahren wechselt er zum großen FC Barcelona. Und dort hat er sich sehr wohl gefühlt. Und das eine Jahr hat ihn reifen lassen. Einfach mal aus dem familiären Wohlfühl-Umfeld rausgehen. Andere Menschen, Sprache und Kultur kennenlernen. Das war für ihn eine neue Herausforderung. Auch wenn er viel in der 2. Mannschaft gespielt hat, trainiert hat er auch viel mit der Profi-Mannschaft. Noch ganz frisch sind die Erinnerungen an das erste Mal in der Kabine des großen FC Barcelona. Dieses Jahr hat ihn handballerisch und menschlich reifen lassen.

Dann, obwohl er eigentlich noch ein Jahr Vertrag in Spanien hat, folgt der Wechsel zu GWD Minden. Denn nach dem super Jahr dort war die Frage, wie es weitergeht. Würde die zweite Saison genauso verlaufen? Und es gab einige Angebote. Gut, dass er sich für GWD Minden entschieden hat. Und jetzt ist er schon gar nicht mehr aus der Mannschaft von Frank Carstens wegzudenken. So wertvoll ist er für das Team von GWD Minden geworden.

Minden als Stadt gefällt ihm – es gibt sogar Wasser

In Minden fühlt er sich sehr wohl. In seinem ersten Jahr ist viel passiert und es war aufregend für ihn. Aber er ist auch zufrieden mit seiner Leistung. Dafür, dass er die Stadt Minden vor seiner Vertragsunterschrift gar nicht kannte, ist er positiv überrascht. Minden hat zwar nicht die Ostsee, aber mit der Weser doch etwas Wasser zu bieten.

Für die Zeit nach der Handball-Karriere hat er sich für das Studium der Wirtschaftspsychologie entschieden. Dies kann er sich als Fernstudium individuell einteilen. Denn auch die Corona-Krise und seine Daumenverletzung waren Hallo-Wach-Momente für ihn.

Apropos Corona

Juri war nach seinem Daumenbruch gerade wieder in guter Form. Bundestrainer Alfred Gislason hatte ihn zum A-Nationalmannschafts-Lehrgang nach Aschersleben nachnominiert. Das die Corona-Pandemie sein Debüt verhinderte, ist mehr als ärgerlich. Aber er kann dieser ganzen speziellen Situation auch etwas Gutes abgewinnen. Er hat das Beste daraus gemacht und zu Hause viel trainiert und Zeit für Dinge genommen, die sonst ausfallen müssen.

Wie war das denn beim Lehrgang?

Eigentlich hatte er Marian Michalcziks Verletzung gar nicht so mitbekommen und nie mit seiner Nominierung gerechnet. Und dann rief am Tag nach dem Balingen-Spiel der DHB an. Und Juri machte sich auf den Weg nach Aschersleben. Kontakt mit dem DHB bestand eh schon länger. Aber es ist ein Riesenunterschied zwischen A-Nationalmannschaft und Junioren-Auswahl. Denn schließlich kommen dort nur die besten Spieler Deutschlands zusammen.

Wenn Anfang Oktober die neues HBL Saison startet, weiß niemand so genau, wie es ablaufen wird. Werden Geisterspiele angesetzt? Werden die Hallen nur zu 20 % ausgelastet sein? Für Juri ist es natürlich mit Zuschauern und Atmosphäre schöner. Keine Frage. Aber für ihn ist der Ausblick auf „endlich wieder Handball spielen“ schon Motivation genug. Und die gesamte GWD-Mannschaft freut sich unglaublich auf die neue Saison.

Die längste Vorbereitung überhaupt begann Ende Mai

GWD-Trainer Frank Carstens bestellte seine Mannschaft Ende Mai zur 1. Phase ein. Gespickt mit vielen Trainingseinheiten und der Leistungsdiagnostik im HZ Bad Oeynhausen. Auch durften die Spieler zwischendurch ihren Urlaub genießen, aber auch hier gab es individuelle Trainigseinheiten mit ins Gepäck. Aber jetzt sind alle Spieler nach 5 Monaten nur trainieren, Intervallläufen und Testspielen heiß auf den Start der Liga.

Bevor es so weit ist, steht noch der Spielothek-Cup an. Dieses Jahr mit erstklassigen Gästen. Neben dem TuS N-Lübbecke und GWD Minden sind der Bergische HC und DHfK Leipzig in Lübbecke zu Gast. Der Bergische HC und Leipzig sind mit GWD Minden auf Augenhöhe und nicht nur Juri erwartet spannende und schöne Partien.

Leider findet der Spielothek-Cup ohne Zuschauer statt. Das Sportmenü in Dankersen, die alljährliche Mannschaftsvorstellung, fällt ganz aus. Ein schweres Los für viele GWD-Fans.

Juri hat noch ein Jahr Vertrag in Minden ….

….. und wie es dann weitergeht, das weiß er selber noch nicht. Dafür ist allerdings auch viel Zeit, denn die kommende Saison wird sehr lang. Aber die Chancen stehen gut, das große Handball-Talent noch ein wenig an der Weser zu halten. Auch wenn in unserem Gespräch klar geworden ist, dass er ein absoluter Familienmensch ist. Als seine Hobbys gibt er übrigens an: Zeit mit der Familie, der Freundin und Freunden zu verbringen.

Juri, ich danke dir für das Gespräch. Wir haben viel gelacht! Es war sehr angenehm.

Auch am sky-Mikro ein gern gesehener Gast Foto: Nadine Hoppmann

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Mühlenkreis-Handballer im Blickpunkt! Heute mit Sven Lakenmacher

Sven Lakenmacher trug das Trikot des TuS Nettelstedt 6 Jahre lang. Grund genug mich mit ihm über seine Zeit im Mühlenkreis zu unterhalten. Denn er hat mit dem TuS Höhen und Tiefen erlebt, seine beiden Kinder sind hier geboren und auch die Derbys gegen GWD Minden sind ihm in Erinnerung geblieben.

Geboren und aufgewachsen in Magdeburg

Sein Vater Wolfgang war zu DDR-Zeiten ein erfolgreicher Handballer und spielte für den SC Magdeburg. 198-mal trug er das Trikot der Nationalmannschaft der DDR. Er war einer der ersten Trainer, der aus dem Osten in den Westen gewechselt ist. Und sein Sohn Sven ist mit ihm nach Großwallstadt gegangen. Da stand auch schon lange für Sven fest, das er Handballer werden wollte. Zu Magdeburger Zeiten hatte ihn schon das Handballerleben fasziniert. Bei seinem Vater hatte er dass ja hautnah miterlebt.

Von 1990 bis 1997 spielt er für den TV Großwallstadt, bis er dann zum TuS Nettelstedt wechselte.

Eine Zeit mit Höhen und Tiefen

Währen der sechs Jahre beim TuS hat er zweimal den City-Cup gewonnen, ist abgestiegen und wieder aufgestiegen. Einige Trainer kamen und gingen. Und er hat in einer Mannschaft gespielt, die mit genialen Spielern gespickt war. Allen voran Bogdan Wenta, Talant Dujshebaev oder auch Gennadij Chalepo. Der Zusammenhalt in der Mannschaft war wichtig. Sie haben sich damals alle gut verstanden, konnten sich 100 % mit dem Club identifizieren, haben viel zusammen unternommen. Auch mit den Spielern von GWD Minden und vom TBV Lemgo hat man sich oft getroffen.

Die Fans und die Stimmung in der Lübbecker Arena haben ihn sehr beeindruckt. Besonders das Aufstiegsspiel damals gegen Wilhelmshaven, die Halle war so voll. Die Fans haben, angetrieben vom Trompeter, die Lübbecker Kreissporthalle zum Kochen gebracht.

.. und heutzutage spielt GWD in dieser Halle..

Über die Situation, dass GWD Minden jetzt in der Merkur-Arena spielt. Aber das hat er durchaus nicht negativ gemeint.

Gekribbelt hat es auch bei ihm vor den Derbys

„Bei den Derbys ging es zur Sache! Das war schon was Besonderes. Das hat Wochen vorher schon gekribbelt. Bogdan Wenta war immer sehr heißblütig.“

Angesprochen auf die Derbys

Auch als Talant dann später für GWD Minden spielte war es sehr brisant gegen den ehemaligen Mitspieler zu fighten.

2003 dann der Wechsel zu San Antonio nach Spanien. Für ihn eine super Erfahrung, eine neue Sprache, eine Weltklasse-Mannschaft. 2004 gewann er sogar den Europa-Pokal mit San Antonio. Nach einem Jahr war das Abenteuer aber auch schon wieder beendet, denn er wurde durch einen anderen Spieler ersetzt. Die Enttäuschung hört man heute immer noch bei ihm heraus.

Doch was ist privat im Mühlenkreis geblieben?

Seine beiden Kinder sind hier geboren. Sein Patenkind wohnt in Hüllhorst und auch viele Kontakte abseits des Handballs gibt es noch. Freundschaften zu pflegen ist seiner Meinung nach schwer. Man geht weg und der Kontakt wird weniger. Sechs bis siebenmal im Jahr spielt er noch in der All-Star-Mannschaft. Die Treffen mit den ehemaligen Nationalspielern, die gefallen ihm.

Heute ist er ein erfolgreicher Trainer

Seine 1. Station, damals noch als Spielertrainer, war 2008 bei den Handballfreunden in Springe. 2011 wechselte er zur 2. Mannschaft vom TSV Hannover-Burgdorf. Beide Mannschaften führte er übrigens in die 3. Liga! Die Rückkehr nach Springe war noch mal erfolgreicher, denn er stieg mit den Handballfreunden in die 2. Liga auf. Aktuell trainiert er die Sportfreunde Söhre in der Oberliga. Aber das Saisonziel ist klar, Aufstieg in die 3. Liga (wenn Corona es zulässt). Beim SF Söhre fühlt er sich ausgesprochen wohl.

Seine Kinder sind sein ganzer Stolz

Sohn Fynn-Luca spielt Fußball beim TSV Havelse in der 4. Liga und studiert. Tochter Mia spielt Handball und das sehr erfolgreich. Die Junioren-Nationalspielerin wechselt zur kommenden Saison nach Buxtehude. Für eine 17-Jährige ist das natürlich ein großer Schritt, aber Papa Sven steht ihr immer mit Rat und Tat zur Seite. Nach ihrem Kreuzbandriss wird sie erst in der 2. Mannschaft von Buxtehude aufgebaut werden. Ich denke, wir werden in Zukunft noch so einiges von Mia Lakenmacher hören und sehen.

Lieber Sven, ich danke dir für das interessante Gespräch und Einblicke in dein Leben!

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Mühlenkreis-Handballer im Blickpunkt! Heute mit Christian Spönemann

In den 90er Jahren übertrug Radio Westfalica alle Heimspiele und viele Auswärtsspiele vom (damaligen) TuS Nettelstedt und GWD Minden. Christian war für den TuS Nettelstedt und Carsten Dehne für GWD Minden am Mikro dabei. Mit Carsten Dehne hatte ich übrigens auch schon gesprochen, das könnt ihr hier nachlesen.

Das Gespräch mit Christian Spönemann war nicht nur megainteressant, es hat bei mir sofort für gute Laune gesorgt. Christian ist ein Mann, der einen nur mit seiner Stimme in seinen Bann ziehen kann. Klar, er ist ja auch ein Mann, der mit seiner Stimme arbeitet. Die Handball-Fans hat er mit seinen Handball-Live-Übertragungen begeistert.

Wir haben über viele Dinge gesprochen. Über Spieler, die kamen und gingen. Über technische? Probleme bei Live-Übertragungen. Über seine weitere Laufbahn. Über besondere Spiele, die in Erinnerung geblieben sind.

Und über all dem steht die Frage: „Braucht man Blaskapellen bei Handballspielen?

Erst Praktikant, dann freier Mitarbeiter und dann Redakteur

In der Aufstiegssaison vom TuS 93/94 begann es mit 30 Sekünder Zusammenfassungen. Im Jahr drauf war er zum ersten Mal live beim Spielothek-Cup mit Carsten Dehne und Ralf Huber. Besonders von Carsten Dehne konnte er sich viel abschauen. Damals war der Handball auch schon etwas langsamer, weil es noch keine schnelle Mitte gab. Natürlich war er zu Anfang der Live-Übertragungen auch aufgeregt. Aber er hielt sich gerne an das, was Carsten ihm gesagt hatte: „Ich stehe, ich sehe! Ich berichte das, was vor mir passiert.“ Diesen Leitsatz hat er immer versucht zu befolgen.

Er ist ja eigentlich Fußballer….

Handball hat er eigentlich nie gespielt, aber er hat sich immer sehr für Handball interessiert. Auch das Handball-WM-Finale 1978 Deutschland gegen die Sowjetunion hat er im Fernsehen verfolgt. Und ein oder zwei Jahre später im Sportunterricht hatte er ein einschneidendes Erlebnis. Es stellte sich ein neuer Sportreferendar vor, und das war kein geringerer als Jimmy Waltke.

Auch ging er oft zu Spielen des Landesligisten Schwarz Weiß Wehe und vom TuS Nettelstedt. Dort sah er Spieler wie eben diesen Jimmy Waltke, Rainer Niemeyer, Harry Keller oder später Oleg Gagin. Aber als besonders ausgewiesenen Handball-Experten würde er sich eher nicht bezeichnen.

1996 City-Cup in Dobova da kann er gleich mehrere Geschichten erzählen

Wer so viel in Sachen Handball unterwegs ist, der hat auch so einiges erlebt.

Ein 18 km Stau bei Hamm verhinderte, dass Christian ein Spiel um den Klassenerhalt in Hüttenberg fast verpasste. Auch nicht alltäglich ist, dass er dann das Spiel verspätet per Handy übertragen hat.

Aber die Reise und das Spiel in Dobova/Slowenien im City-Cup 1996 wird ihm noch lange in Erinnerung bleiben. Schiedsrichter die am Abend vor dem Spiel mit Bacardi Cola feierten. Beinahe hätte er vom Unentschieden gar nicht berichten können, da das deutsche Übertragungsgerät sich nicht mit der slowenischen Telefondose verbinden ließ. Christian Spönemann bekannt für seine zwei linken Hände, schaffte es dennoch mit viel Mühe. Die slowenische Blaskapelle in seinem Rücken gab ihm dann den Rest. Denn durch den Lärm, den diese Kapelle verursachte, konnte Christian den Techniker im Studio nicht mehr verstehen. Die Blaskapelle spielte ohne Unterbrechung und hatte kein Erbarmen.

“ Irgendwann habe ich gesagt, ich gehe jetzt zu irgendeiner bestimmten Uhrzeit rein. Mach was du willst, ich höre dich nicht.“

Christian Spönemann versucht verzweifelt sein deutsches Übertragungsgerät mit einer slowenischen Steckdose zu verbinden. Zlatko Feric hat dieses Foto Christian geschenkt, nachdem es jahrelang verschollen war. Foto: Stefan Gerold

Besondere Spiele gab es viele, auch Derbies natürlich

Aus den frühen 90er Jahren ist ihm vor allem ein Derby in Erinnerung geblieben. Das Pokalspiel mit doppelter Verlängerung. Robert Hedin spielte ein unglaublich gutes Spiel. Und auf der Gegenseite hielt Fynn Holpert für den TuS den entscheidenden Ball.

Oder auch Spiele, die Dirk Beuchler durch einen direkten Freiwurf nach Ende des Spiels entschieden hat. Oder auch als Daniel Svensson mal mit der Schlusssirene ein Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen entschieden hat.

Das Spiel, das ihn aber am meisten begeistert hat, war im Jahr 1997. Das Viertelfinal-Rückspiel im City-Cup gegen Ademar Leon. Das Hinspiel hatte der TuS mit 6 Toren verloren und gewann das Rückspiel mit 28:21. Ewald Humenberger hielt die entscheidenden Bälle kurz vor Schluss und Michael Altenbeck machte das Spiel seines Lebens. Auch die Fans standen wie eine Wand hinter dem TuS. Und die völlig siegessicheren Spanier (sie hatten schon Banner vorbereitet, dass sie im Halbfinale stehen) mussten sich dem kleinen TuS Nettelstedt geschlagen geben.

Ein Derby ist doch immer was Besonderes

Auch als Hallensprecher ist ein Derby etwas Besonderes.

„Es kribbelt immer mehr, man ist ein bisschen früher in der Halle. Die Luft flirrt. Alle sind so ein bisschen angespannt, wie ein Bienenkorb.“

Die Derbys in den 70er und 80er Jahren waren aber doch noch etwas anderes. Mehr Spieler waren aus Ostwestfalen-Lippe und da war mehr Gift im Spiel. Heute geht man als Spieler damit auch anders um. Ein Derby kann die Saison retten, aber auch die Saison völlig verschießen.

Wenta, Dujshebaev und Loke, alles große Namen – und die Svensson Erkrankung

Aber ein Spieler hat ihn am meisten beeindruckt. Bogdan Wenta! Vom FC Barcelona zum TuS Nettelstedt gewechselt. Bei seiner Vorstellung sprach er noch kein Wort deutsch. Als er ein Vierteljahr später zum TuS kam, sprach er deutsch. Da merkte man schon, was er für eine Persönlichkeit und was für ein Profi er war. Auf dem Platz der absolute Chef. Für Christian eine der größten Persönlichkeiten, die jemals das rote Trikot getragen hat.

In der etwas jüngeren Vergangenheit hat ihm Frank Loke, allerdings nur zu seinen besten (körperlichen) Zeiten, gefallen. Immer anspielbereit, immer brandgefährlich.

Auch als Talant Dujshebaev 1997 für ein Jahr an den Wiehen kam, hat ihm das schon sehr gefallen.

Aber auch das Schicksal von Daniel Svensson mit seiner Krebserkrankung hat ihn berührt. Die Erinnerung an die Verabschiedung dieses Spielers lässt ihn doch zweimal schlucken.

Kommentator, Moderator, Hallensprecher, ein Mann mit Stimme

Ende 1998 hat er Radio Westfalica Richtung Süddeutschland verlassen. In München hat er viele Fußball-Spiele der 1. und 2. Liga kommentiert, die man sich damals in voller Länge anhören konnte. 2002 kehrte er nach OWL zurück. Radio Westfalica, Radio Herford, Radio Lippe sind seine Stationen. Und nebenher hat er immer wieder Fußball kommentiert. In Halle bei den Gerry Weber Open, die er als das Highlight seiner Karriere bezeichnet, war er Stadionsprecher und begegnete Tennisgrößen wie Roger Federer. Auch war er Hallensprecher beim TBV Lemgo, während seiner Zeit bei Radio Lippe.

Seit 10 Jahren ist er inzwischen Hallensprecher des TuS N-Lübbecke. Der TuS ist immer sein Herzensverein gewesen. Dem ist er auch immer treu geblieben. Und solange man ihn in Lübbecke noch hören möchte, bleibt er dabei.

Die nächste Saison wird die große Unbekannte

Der TuS und die nächste Saison. Gibt er eine Prognose ab?

Wie die nächste Saison wird, das weiß ja noch keiner. Was hat Corona mit den Mannschaften und Spielern gemacht? Man weiß bis jetzt noch nicht wie viele Zuschauer dabei sind. Der Heimvorteil wird fast wegfallen.

Favorit mit ordentlich Druck ist der Vfl Gummersbach. Aufsteigen muss bzw. aufsteigen sollte der Vfl. Sie haben sich prominent verstärkt, auf dem Feld und auf der Trainerbank.

Der TuS mit 8/9 neuen Spielern ist gut ergänzt worden. Seiner Meinung nach ist die Mannschaft diese Saison individuell stärker als in der abgelaufenen Saison. Eine große Aufgabe für Trainer Emir Kurtagic wird es sein diese neu aufgestellte Mannschaft zusammenzuführen. Aber Emir hat letzte Saison schon bewiesen, dass er das kann. Und die einzelnen Spieler sind durchaus motiviert. Auf eine Saisonprognose möchte er sich aber doch nicht einlassen.

Social Media und Handball, geht da noch mehr?

Seiner Meinung nach hat der Handball ein Vermarktungsproblem und könnte eigentlich viel mehr aus seinen Möglichkeiten machen. Der Handballsport ist eine unheimlich attraktive Sportart und unglaublich schnell und dynamisch. Nur wenn man in die Hallen schaut, fehlt doch häufig das junge Publikum, und genau da müsste Social Media greifen.

Handball-Blogs liest er natürlich diesen hier (ich habe jetzt auch gar nichts anderes erwartet, mein Lieber!!!!) Und er findet ihn sogar klasse! Diese Handballregion hier verträgt einen Handball-Blog. Natürlich hat er den Blogbeitrag mit Carsten Dehne gelesen und hat sich sehr gefreut, dass auch er zweimal erwähnt wurde. Auch diese Zeitreise zurück, fand er ganz klasse.

Podcasts hört er gerne, aber der hat gar nichts mit Sport zu tun. Er mag den Podcast von Atze Schröder und Till Hohneder „die zärtlichen Cousinen“. Hört mal rein, ist irre witzig.

Mein Vorschlag zum Schluß: Ein Podcast für den TuS mit Christian

Gibt es solche Ideen beim TuS? Christian wäre da wohl offen für. Ja im Moment gibt es aber sicherlich viele andere Baustellen für die Handballvereine. Themen wie Finanzen, Hygieneauflagen und Hallenkapazität sind wichtiger. Aber so ein Podcast wäre durchaus zum Vorteil für den TuS. Ich würde ihn mir auf alle Fälle anhören. Denkt mal drüber nach TuS N-Lübbecke!

Vielen Dank für das Gespräch!

Bildergalerie:

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Mühlenkreis-Handballer im Blickpunkt! Teil 1! Heute mit André Fuhr

Teil 1

Corona hält die Welt in Atem. Leider hat das Corona-Virus auch den Handball-Sport zum Stillstand gebracht. Trotzdem möchte ich euch die Wartezeit bis zum Startschuss der neuen Saison etwas verkürzen. Ich habe mit André Fuhr  einen Handball-Experten befragt zu: 

  •  GWD oder eher TuS?
  •  Frauen-oder-Herren-Handball?
  •  Schultafel oder Taktiktafel?
  •  Meister oder Nicht-Meister
  • Verein oder Verband?

Auch eine Einschätzung für die kommende Saison unserer beider Mühlenkreis-Vereine darf da nicht fehlen

Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast André. 

Eigentlich liest er keine Handball-Blogs, da bin ich aber froh, dass er mir trotzdem Rede und Antwort steht. Aber keine Angst, dies ist hier ja kein überlanger Podcast, obwohl die ja wie Pilze aus dem Boden schießen. Und so lange wie Schmisos Podcast soll das hier auch nicht dauern. Deshalb habe ich das Interview in zwei Teile gesplittet. Wenn euch der 1. Teil gefällt, dann wird der 2. Teil euch garantiert auch gefallen. Versprochen!

 

Vom Mühlenkreis, über Blomberg und Metzingen nach Dortmund

Er ist gebürtig aus Rothenuffeln, wo er auch lange Handball spielte. Er hat Sport und Deutsch auf Lehramt studiert. War freier Mitarbeiter beim Mindener Tageblatt und hat dort meist über die Handballspiele berichtet.

Schon früh zog es ihn auf die Trainerbank. Nach 16 Jahren in Blomberg und einem Jahr in Metzingen, ist er jetzt Trainer der Damen von Borussia Dortmund. 

 

 

Im Mühlenkreis die ersten handballerischen Schritte gemacht

Im Mühlenkreis, besser gesagt in Rothenuffeln hat er mit 5 Jahren das Handballspielen begonnen. Mit 15 Jahren trainierte er schon die E-Jugend, während er noch bis Mitte 20 selber gespielt hat.   

In erster Linie ist André Handball-Fan. Er mag beide, GWD Minden und den TuS N-Lübbecke. Vielleicht grün weiß aber ein bisschen mehr. So oft es geht, kommt er noch zu Spielen in die Halle. Auch aus seiner Tätigkeit beim Mindener Tageblatt kennt und schätzt man ihn vor allem in Minden. 

 

„GWD Minden hat den Umzug nach Lübbecke, wie ich finde, sehr gut von der atmosphärischen Gestaltung hinbekommen. Und wir sind dann mal gespannt, wie es nach Corona und mit neuen Erkenntnissen weitergeht.“

 

Über GWD Minden in der nächsten Saison

André wünscht sich natürlich, dass sie wieder ein zu Hause finden. Egal wo es ist. Ob in der Kampa-Halle oder in der neuen Multifunktionshalle. Auf jeden Fall nicht auf Dauer in Lübbecke. Das hat schon vielen sehr wehgetan, dass die Heimspielstätte gesperrt wurde. Beim vorletzten Heimspiel war er noch in der HalleUnglaubliche Spiele, die einem da in Erinnerung bleiben.

„Der Abgang von Marian Michalczik wird ihnen wehtun. Aber sie waren in den letzten Jahren immer in der Lage, Lücken zu kompensieren.“

Es ist immer spannend, den Spagat aus jungen und eigenen Talenten zuzusehen. Und Spieler, die man irgendwie finden muss, wie sie irgendwie Dalibor Doder gefunden haben. Der über Jahre ja das Gesicht von GWD Minden geprägt hat. Oder wie sie Christoffer Rambo gefunden haben, der jetzt natürlich eine spieltragende Figur ist. Es ist in den letzten Jahrzehnten immer gelungen solche Spieler zu finden, die herausragende Fähigkeiten haben und unheimlich wichtig sind.

 

Und über den TuS N-Lübbecke

Für ihn ist es beim TuS N-Lübbecke in den letzten Jahren sehr unruhig gewesen. Ein bisschen Kontinuität zu finden, täte den Lübbeckern da sehr gut. Das scheint jetzt unter Emir Kurtagic gelungen zu sein. Die Mannschaft hat sich gut entwickelt. Natürlich wünscht er sich, und wünschen wir uns alle wieder ein Mühlenkreis-Derby. Das waren ja auch für ihn, immer ganz besondere Spiele. Dem TuS N-Lübbecke wünscht er den Aufstieg. Aber dazu braucht es neue Strukturen und Ruhe. Und dass sie die Zuschauer wieder begeistern werden, was ja in der letzten Zeit nicht so der Fall war.  

Wenn er mal wieder im Mühlenkreis ist, besucht er natürlich seine Eltern. Und auch der Handball hier lässt ihn nicht los. Neben GWD zieht es ihn zu seinem alten Verein, der jetzt HSG Euro heißt. Seine gute Vernetzung und das Mindener Tageblatt ermöglicht ihm immer noch, über die sportlichen Geschehnisse im Mühlenkreis informiert zu bleiben. Zu GWD-Trainer Frank Carstens und Lübbeckes Trainer Emir Kurtagic hat er einen guten Draht.

Studiert hat André Fuhr Deutsch und Sport auf Lehramt. Lange und gerne hat er beim Mindener Tageblatt als freier Mitarbeiter gearbeitet. Aber irgendwann war diese journalistische Arbeit mit der handballerischen Tätigkeit nicht mehr vereinbar. Dann war er lange Lehrer in Espelkamp und in Blomberg und hat dann eine ganze Zeit beim Kreis Lippe gearbeitet. Ihm war es immer wichtig, dieses 2. Standbein zu haben. Dies hat natürlich Druck rausgenommen und unabhängig gemacht. Zumindest in Gedanken und fügt lächelnd hinzu: „Ich bin Gott sei Dank noch nie entlassen worden.“ Und trotzdem hatte er immer das sichere Gefühl und keine Existenzsorgen. Jetzt ist er Vollprofitrainer. Das wäre es auch schwierig, noch einen anderen Job nachzugehen, bei dem Aufwand den man hat als Trainer bei Borussia Dortmund. An der Spitze der Bundesliga und den Champions League Spielen die in der nächsten Saison auf seine Mannschaft zukommen.

Aber Zeit bleibt ihm trotzdem noch für den DHB. Denn zusätzlich zu seinem Job bei Borussia Dortmund ist er jetzt Trainer der weiblichen U-20 des DHB. Auch diese Aufgabe macht ihm sehr viel Spaß. Junge Spielerinnen auf höchstem Niveau entwickeln. Er hat einen hoch motivierten und qualitativ guten Jahrgang. Ein großer Vorteil ist auch, dass er einige Spielerinnen vorher auch schon kannte. Leider hat er bisher noch kein Länderspiel als Trainer der U-20 erleben dürfen. Auch die geplante Weltmeisterschaft in Rumänien ist durch Corona auf Dezember verschoben worden. Wichtig sind ihm die Erfahrungen, die man bei solchen Turnieren sammeln kann, das ist dann noch mal etwas ganz anderes wie der Ligabetrieb. Es ist ganz anders eine Mannschaft in vielen Lehrgängen zusammenzuführen. Auch er als Trainer kann da noch viel lernen. 

Auch ist der Blick aus einer anderen Perspektive spannend für ihn. Er ist jetzt der Vereins und der Auswahltrainer, da versteht man die andere Seite manchmal noch ein bisschen besser. 

Dieses war der erste Teil eines sehr interessanten und angenehmen Gespräches. Im zweiten Teil geht es den Damenhandball, um seine bisherige Trainerlaufbahn, und um die Nichternennung zum deutschen Meister. 

Übrigens lieber André, ab jetzt wird wenigstens dieser Handball-Blog gelesen!!!

André Fuhr 3 (2)
André in Action
André Fuhr 2 (2)
Auch als Interviewpartner ist André gefragt
Borussia Dortmund 4
Das Team von Borussia Dortmund

 

André Fuhr 1 (2)

 

Fotos Borussia Dortmund und privat

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Mühlenkreis-Handballer im Blickpunkt! Heute mit Carsten Dehne

Heute spreche ich mal mit jemandem, der vielen von uns den Handball etwas anders näher gebracht hat. Viele Mindener kennen ihn als die Stimme der GWD Heimspiele im Radio. Carsten Dehne.

 

Natürlich mögen jetzt einige sagen: “ der ist doch kein Handballer!“ Fast richtig! Allen voran ist er erst mal ein Mensch des Mühlenkreises. Das allein berechtigt ihn schon, mein Gast zu sein. Und das er so erfolgreich als Beach-Handballer war, das war mir auch nicht so wirklich bewusst. Aber all das könnt ihr ganz unten noch einmal nachlesen.

 

Für mich unvergessen die Handball-Live-Radio-Übertragungen von Radio Westfalica. Zum großen Teil berichtete er von den Heimspielen des Mindener Teams. Aber auch in fremder Halle war er oft am Mikro. Immer mit viel Sachverstand, Herzblut und Adrenalin hat er alles gegeben. Nicht selten kam er durchgeschwitzt und heiser aus seiner Kommentatoren-Kabine. Man sah ihm an, dass er gelitten hatte.

 

 

Noch wenige Sekunden zu spielen…….. Wir geben ab an die Werbung! Nein!!!!!

Ich erinnere mich noch an eine Übertragung. Ich lag krank im Bett und konnte nicht in die Halle. Aber auf Carsten war Verlass, das Spiel hatte ich, dank ihm, direkt vor meinen Augen. Bis, ja bis zu den letzten entscheidenden Minuten der Partie. Es waren nur noch wenige Minuten auf der Uhr. Carsten vom Spiel heiß gelaufen, ich heiß vom Fieber. Die Entscheidung naht! GWD mit seinem letzten Angriff………………. Und es geht ab an die Werbung und dann an die Nachrichten! Ich brech ab!

Wie oft er sich das schon anhören musste, das weiß er gar nicht mehr. Aber keine Chance! Durch diese Werbeeinnahmen wurden die kostspieligen Übertragungen ja erst möglich. Und auch die Nachrichten, die waren eigentlich Pflicht. Aber so manches Mal, im Laufe der vielen Spiele, hatten auch die Nachrichten Verspätung. Man munkelt von einigen zeitversetzt gesendeten Nachrichten, alles im Sinne des Handballs. Ist schon gut, da fragt keiner mehr nach.

 

Handballspiele im Radio – eine besondere Herausforderung?

Handballspiele im Radio zu kommentieren, stelle ich mir persönlich sehr schwierig vor. Natürlich gibt es das schon lange im Fußball. Aber der Handball-Sport ist ja ein viel schnellerer Sport.

Er war der Vorreiter, er war derjenige, der diese Lücke gesehen hat. Für Carsten lag die Hauptaufgabe darin, Bilder zu vermitteln. Denn die Hörer hören ja nur etwas. Und so wenig wie möglich Fachbegriffe reinbringen. Denn eine jugoslawische 3-2-1- Deckung ist schwer vorstellbar. Aber wenn ihm im Eifer des Gefechtes doch mal, das ein oder andere rausrutschte, gelang es ihm dies, schnell zu erklären. Vor allem die Emotionalität in seiner Stimme, hat die Zuschauer gefesselt.

 

Eine Hörerin brachte einen Notfall-Koffer in den Sender

Jetzt in der Corona-Zeit, wo GWD Minden alte Übertragungen ausgegraben hat, hat er sich die auch mal angehört. Wo hat GWD die eigentlich ausgegraben? Gibt es davon noch mehr? Wenn ja, bitte her damit!

Wenn Carsten im Spiel drin war, dann war er da drin. Da vergaß er rechts und links. Damals machte sich wohl eine Hörerin besonders große Sorgen um seine Gesundheit. Sie brachte einen kleinen Notfall-Koffer, gefüllt mit Baldrian und Ähnlichem, in den Sender. Gebraucht hat er diesen Koffer glücklicherweise nie. Aber den Koffer hat er heute noch.

Die alten Radio Westfalica Handball-Live-Übertragungen kann man übrigens hier und hier noch einmal anhören. Sehr zu empfehlen.

Eingestellt wurden diese Übertragungen allerdings nicht, um Carstens Gesundheit zu erhalten, sondern einfach aus Kostengründen. Die Kosten für Technik und Personal waren um ein Vielfaches höher als die Einnahmen. Aber ein positives Fazit kann man durchaus ziehen. Die Bekanntheit und Beliebtheit des Senders und des Moderators stieg dadurch immens.

 

Er war ganz nah dran an den Spielern

Mit Aaron Ziercke, Thomas Oehme, Chrischa Hannawald und Ralf Böhme ist er damals viel um die Häuser gezogen. Also so richtige Männerfreundschaften, sind da entstanden. Auch mit Andreas Bock, Rüdiger Traub, Frank von Behren und Holger Kretschmer entstanden tolle Kontakte, auch über den Handball hinaus.

Besonders gefreut haben ihn die damalige Star-Verpflichtung von Talant Dujshebaev, der auch als Mensch überzeugt hat. Auch Sascha Tutschkin und seine typische russische Spielweise hatten es ihm angetan.

 

Witzig, verrückt, ärgerlich! Was so alles passieren kann

In so vielen Jahren der Handball-Liveübertragungen muss doch die ein oder andere Geschichte passiert sein. Auch da hat er einiges zu berichten.

Man stelle sich vor, man berichtet vom Auswärtsspiel in Nordhorn. Günstigerweise war damals in der alten Nordhorner Halle, der Kommentatorenplatz direkt neben dem VIP-Bereich. Der Dehne geht mal wieder voll ab und ein Nordhorner-VIP-Fan hat genug von der ganzen Sache und zieht dem Dehne den Stecker raus. Dank Carsten und einem nicht näher genannten damaligen Praktikanten, konnte die Verbindung aber schnell wiederhergestellt werden.

In Schwerin reichten die 50 Meter Kabel der mitgebrachten Kabeltrommel nicht bis zur Steckdose. Und er musste sich erst aus mehreren Mehrfachsteckdosen die restlichen Meter zusammen puzzeln. Zur jetzigen Zeit undenkbar. Wir Mindener sind ja ein bisschen sensibler geworden, was Brandschutz angeht.

In Kolding (City-Cup-Finale für den TuS Nettelstedt) musste erst noch ein passendes Kabel zusammengebastelt werden, da es in Dänemark ganz andere Steckdosen gab. Vielen Dank an den TuS-Fan und Techniker, der die Übertragung gerettet hat.

In der Kieler-Ostseehalle saß er auch schon mal inmitten der Fans. Und GWD führte zur Halbzeit mit 6 Toren. Nur doof für Carsten, dass es sich um Kieler Fans handelte. Die das natürlich nicht so witzig fanden und sich über Carsten wunderten, der mal wieder völlig in seinem Element war. Übrigens GWD verlor das Spiel dann doch noch mit einem Tor, das ist dann wohl auch der Grund dafür, das Carsten die Halle lebend verlassen konnte.

Durchaus positiver der 9-Tore-Sieg in Magdeburg, wo am Ende der Vlado Sola neben den Siebenmetern sogar noch den letzten Wurf im Handstand halten wollte. Auch da saß er an der Bande inmitten der Magdeburger und ging wieder völlig ab. Besorgte Magdeburger klopften ihm auf den Rücken! Zur Beruhigung natürlich!

Derbies, Entscheidungsspiele und ein paar Tränen, die Erinnerungen sind noch immer frisch

Die Derbies waren immer sehr schwer, für ihn zu kommentieren. Auf der einen Seite ist er Journalist und um Neutralität bemüht. “ Aber wenn du als Kind schon in der Kreissporthalle gewesen bist, und GWD angefeuert hast, ist das nicht ganz so einfach!“

An ganz besondere Ereignisse kann er sich sogar mit Datum erinnern

Am 24. Januar 1992 überträgt Radio Westfalica das erste Mal ein Spiel live. Und dann gleich das Derby gegen den TUS Nettelstedt. Carsten damals noch in Doppelmoderation mit Ralf Huber im Einsatz moderierte ein unglaubliches Spiel. Nach einem 13:16 Rückstand, dreht und gewinnt GWD noch mit 19:17.

Am 1. März 2000 quält sich Carsten mit dicker Erkältung zum Derby. Dieses Spiel kann und will er doch nicht verpassen. In der letzten Reihe, gehüllt in dicker Jacke und Schal, sah er ein 32:19 für GWD. Eine Demontage für den TuS.

Das letzte Heimspiel der Saison 2006/2007 gegen den VfL Gummersbach. Ein Punkt musste her für den Klassenerhalt. Am Ende stand es 32:32 und GWD hatte den wichtigen Punkt erkämpft. Nach Spielende fingen dann die Fernsehkameras einen sehr emotionalen Carsten Dehne ein. No words needed!

 

Sein Herz schlägt grün weiß, aber seine Anfänge waren beim TuS Nettelstedt

Er war im ersten Radio Westfalica-Team der Einzige, der sich für Handball interessierte. Also machte er das. Seine eigenen Handballerfahrungen beliefen sich zwar auf genau ein Spiel. Aber trotzdem fuhr er damals nach Nettelstedt und kommentierte Zusammenfassungen der TuS Spiele. Als dann Christian Spönemann zum Radio Westfalica-Team kam, teilten sich beide die Spiele ein. Christian Spönemann bekennender TuS-Fan bekam die Nettelstedt-Spiele und Carsten die GWD Spiele.

 

Carsten, ein Mensch der Medien, der keine Handball-Blogs liest

Handball-Meldungen liest er, aber keine Handball-Blogs. Okay, das wird sich aber wohl mal ganz schnell ändern, oder? Hier sind wir bei http://www.mein-handball-blog.com. Hacken am Kreis, das war einmal.

Podcast hört er schon öfters mal. Gerne natürlich den Podcast von Radio Westfalica und Hand aufs Harz-der Handball-Podcast von und mit Florian Schmidt-Sommerfeld. Aber da sind wir uns einig, die Hand aufs Harz-Podcast-Folgen sind einfach zu lang. Länger als eine halbe Stunde ist viel zu zeitraubend. (Übrigens, ich schlafe meist schon nach 30 Minuten ein. Besonders dann, wenn der Gast jetzt nicht so mitreißend ist.)

Die Beachhandball-Karriere – bemerkenswert

Aufgewachsen mit einem sportbegeisterten Vater, kam 1974 passend zur Fußball-WM ein Farbfernseher ins Hause Dehne und Carsten zu seinem ersten Fußball Erlebnissen. Neben Fußball spielt er selber Tischtennis und Tennis. Auch praktische Handball Erfahrungen sammelt er bei einem Spiel in der Schulmannschaft Herder gegen Rats. Im zarten Alter von 26 Jahren fängt er dann mit dem Handball an. Beim TuS Viktoria Dehme und Lukki Kaschube hat er dann Handball spielen noch mal von der Pike auf gelernt. Beim FT Dützen kam dann noch kicken in der Altherrenmannschaft hinzu. Bis heute ist er diesem Verein auch treu geblieben und ist im Jugendvorstand tätig.

Die größten Erfolge hat er allerdings im Beachhandball gehabt. Eigentlich durch Zufall traf er auf die Sand Devils. Kai Bierbaum hatte sein emotionales Talent erkannt. Es folgten deutsche Meisterschaften als Spieler und als Teamchef mit Frank Carstens, Frank Habbe und Aaron Ziercke. Unvergessen ist die Champions-League Endrunde in Spanien.

Und dann kam auch endlich der erste Einsatz fürs Fernsehen. Der DHB suchte Live-Stream-Kommentatoren für die Deutsche-Beach-Handball-Meisterschaft. Ab dem Viertelfinale war Carsten am Mikro. Und konnte Strandgeflüster Minden zur deutschen Meisterschaft kommentieren.

Lieber Carsten, ich könnte dir noch tagelang zuhören. Du hast so viel erlebt, du warst immer mitten drin, statt nur dabei. Ich denke, es wird noch mal einen Teil 2 geben (müssen).

Sollte die Handball-Bundesliga die neue Saison wirklich mit Geisterspielen, oder nur mit reduzierter Auslastung starten, dann fordere ich folgendes:

Carsten Dehne zurück ans Mikro! Radio Westfalica und alle Sponsoren müssen sich für dieses Horrorszenario zusammensetzen. Es kann nicht sein, dass die Saison ohne oder mit nur wenigen Fans startet. Wenn schon nicht alle Fans die Spiele am Fernseher verfolgen können, dann fordere ich:

Carsten Dehne zurück ans Mikro! Re-Load please Handball-Live bei Radio Westfalica!

Gedanklich stelle ich mir gerade vor, wie ich auf dem Fernseher das Spiel verfolge und Carstens Stimme dazu aus dem Radio kommt. Ich feiere das gerade. Noch lieber wäre mir nur live Handball in der Halle, auch wenn es in Lübbecke ist.

Carsten Dehne 12
mit Thommy Haas
Carsten Dehne 13
mit Horst Eckel beim Weserspucker-Turnier
Carsten Dehne 10
Mit Ralf und Chrischa am Nürburgring
Carsten Dehne11
Carsten mit lick aus seiner Kabine

 

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Mühlenkreis-Handballer im Interview! Heute mit Holger Kretschmer

Von 1995 bis 1998 trug Holger Kretschmer das GWD-Trikot. Und viele Fans haben den sympathischen Menschen Holger und seine Familie nicht vergessen. Genauso geht es mir auch. Holger war eigentlich der einzige Spieler, den ich echt vermisst habe. Von unserer Banneraktion bis zum Abschiedsgeschenk, ich war dabei. Jahre später freute ich mich immer noch über Holgers und Marions Besuch in Minden. Und die Spiele gegen Stuttgart waren ein Pflichttermin. Natürlich gab es immer ein Riesen-Hallo und auch Finn wurde da zwangsläufig mit reingezogen.

Ich freue mich sehr, dass Holger für mich Zeit gefunden hat. Mal schauen, was er so alles aus dem Nähkästchen plaudert.

Wir haben uns über die vergangene Zeit, die Gegenwart und die Zukunft unterhalten.

Holger der Mensch

Seine Mindener Zeit hat ihn sportlich und beruflich geprägt

Eine unglaubliche Zeit, die er nicht missen möchte

Es war eine ganz, ganz besondere Zeit für Holger Kretschmer. Die Stadt Minden hat es ihm angetan und die Zeit mit vielen tollen Handballern. Besonders beeindruckt hat ihn die Kombination mit tollen Menschen zusammenzuspielen und berufliche Verbindungen zu knüpfen. In der Zeit kamen viele Spieler rüber in die Bundesliga. Es sind Freundschaften entstanden, die bis heute noch bestehen. Aber auch die Mindener Fans haben ihn sehr beeindruckt.

Holger der Handballer

Minden war Holgers sportliche Heimat

Die Spiele gegen den VfL Bad Schwartau waren natürlich etwas Besonderes, vor allem weil Schwartau im ersten Jahr abgestiegen ist. Da schlugen schon zwei Herzen in seiner Brust. Ein Beweis dafür, dass Holger wirklich mit den Fans konnte, ist das ihn die Schwartau-Fans vor dem Spiel besucht haben. Das war eines der letzten Spiele vor dem besiegelten Abstieg und man hat ihm den Wechsel nach Minden auch nicht krummgenommen.

Als Spiele mit einem großen Spektakel bezeichnet er die Spiele gegen Nettelstedt, Wallau Massenheim und TUSEM Essen. Das Besondere an den Derbies war, dass die Spieler eigentlich alle untereinander befreundet waren, aber es wurde mit harten Bandagen gespielt.

Und das war auch für ihn einer dieser besonderen Momente. Was aber auch typisch für diese Sportart ist, dass niemand nachtragend ist. Heute kann Holger immer noch in die Lübbecker Halle gehen und Spieler und Trainer treffen, das ist immer etwas Besonderes. Vor einem Jahr hat er Tomislav Farkas getroffen, und die Freude war sehr groß.

(Holger, die Mindener sind ziemlich oft in Lübbecke. Schaut doch mal rein, wir haben immer ein Plätzchen für euch frei.)

Holger der Realist

Mit Handball verdienst du keine Millionen

Noch während seiner GWD-Zeit hat Holger drei Jahre für die Fa. Melitta gearbeitet. Und es gab die Option den Vertrag noch einmal zu verlängern, oder eine erweiternde berufliche Existenz bei Melitta. Mit seinen damals noch jungen 33 Jahren hat Holger sich aber für eine berufliche Verlängerung entschieden. Nach insgesamt 6 Jahren als Führungskraft im Außendienst ist er dann zur Fa. Philips gewechselt. Nach fast 20 Jahren dort, sucht er jetzt nochmals eine neue Herausforderung.

Der Handball lief aber immer nebenbei noch mit. Für Hannover/Burgdorf spielte er in der Regionalliga und als die Kinder zur Schule kamen, ging es endgültig nach Hause an die Ostsee. Handball gab es dann noch als
Trainer der Kinder. Und das megaerfolgreich.

Holger der Familienmensch

Die Jungs sind als Beachboys groß geworden. Gleich nach der Schule ging es an den Strand. In der Nähe von Timmendorf ist der gebürtige Emsländer angekommen. Hier fühlt die ganze Familie sich wohl. Jeden Morgen um 7.00 Uhr starten Holger und Marion bei einem Bäcker mit einem Kaffee und einem Croissant in den Tag. Marion geht zur Schule, Holger fährt nach Hamburg. Dieser besondere Moment ist ein Moment der Entschleunigung, der immer an der Ostsee beginnt. Beneidenswert.

Holger der Fan seiner Jungs

Reisende Eltern – Egal ob Stuttgart, Dresden oder Grosswallstadt

Finn spielt beim VfL Lübeck, Nils bei Elbflorenz. Trotzdem, oder genau deshalb sehen sie jedes Spiel. Egal ob Heim-oder-Auswärtsspiele. Autobahnen und Hotelzimmer bestimmen das Wochenendbild. Das ist schon unglaublich. Trainiert haben sie ihre Jungs, bis sie aus der A-Jugend raus sind. Nils und Finn gingen kurzzeitig beide in Magdeburg aufs Handball-Internat. Danach war eigentlich Schluss mit dem Trainer sein. Leise flüstert er mir mit einem Lächeln auf den Lippen zu: „Ein bisschen sitze ich mit auf dem Spielfeld, wenn die Jungs spielen.“

Holger der Freund – Handball verbindet

Kontakt zu seinen ehemaligen Mitspielern hat er noch reichlich. Robert Hedin war jahrelang sein Nachbar und der Kontakt ist nie abgerissen. Die Jungs der beiden haben viele Jahre zusammen Handball gespielt.

Auch Thomas Oehme, Vlado Sola, Frank von Behren, und Michael Biegler hat Holger nie aus den Augen verloren. Zu Zahni Müller und Günter Gieseking besteht Kontakt, es gibt immer viel zu erzählen. Ex-GWD-Coach Jürgen Kloth bezeichnet er sogar als seinen Mentor.

Auch gibt es spezielle Momente, wenn man Vlado Sola als Co-Trainer seiner Nationalmannschaft oder Robert Hedin als Trainer der Norweger bei der Weltmeisterschaft erlebt, ist das schon klasse. Das bekommt man nicht wieder.

Holger der Opa – die Mini-Mix-Mannschaft in Timmendorf ist schon fix

„Marion wird Oma, ich bleibe Holger!“ Scherzte Holger, als Milo noch unterwegs war. Das hat sich inzwischen (glücklicherweise) geändert. Natürlich ist Holger ein stolzer Opa und stolz wie Bolle. Der erste Kretschmer nach Nils und Finn. Erst Ballspiele und Rolle vorwärts, dann Spielzüge und Auslösehandlungen. Die nächsten 18 Jahre Jugendbundesliga hat Holger, nach ein paar Jahren Pause, schon geplant.

Holger der Optimist

Holger ist ein positiver Mensch. Aus vielen kann er etwas Positives ziehen. Sogar Corona kann er etwas Positives abgewinnen. Neben all der Grausamkeit dieses Virus, gibt es auch positive Momente. Die Familie rückt näher zusammen. So war es auch bei den Kretschmers. Milo kommt in dieser Zeit zu Welt und Finn kann sich intensiv um seinen Nachwuchs kümmern. Aber auch Nils und Holger haben während des Lockdowns viel Zeit miteinander verbracht. Die Zeit kann ihnen keiner mehr nehmen.

Und ohne Corona wäre ich nie auf die Idee gekommen, diese Interview-Reihe zu schreiben. Danke, das du mich daran erinnert hast.

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Mühlenkreis-Handballer im Interview! Heute mit Thomas Oehme

Thomas Oehme über seine Handball-Zeit, über die Derbies, über das Leben nach dem Handball und über seine Familie. Er ist mir eigentlich immer noch als der rauhbeinige Abwehrspieler im Gedächtnis geblieben. Ein unbequemer Gegner, der immer sehr emotional war. Einer, der oft auf der Strafbank Platz nahm. Einer, der dort hinging, wo es wehtat. Einer, der auch mal den unbequemeren Weg nahm.

In unserem Gespräch habe ich aber einen ganz anderen Menschen kennengelernt. Thomas Oehme den Familienmenschen. Der stolze 2-fache Vater. Stimmt schon. Harte Schale, weicher Kern. Und das absolut positiv.

Von 1992 bis 1997 im GWD-Trikot

Thomas Oehme spielte von 1992 bis zum Oktober 1997 für GWD Minden. Vom TSV Milbertshofen wechselte er damals nach Minden in die 2. Liga. Im Oktober 1997 wurde der Vertrag von Thomas vorzeitig aufgelöst. Grund war die damalige finanzielle Schieflage des Vereins. Aber bei GWD Minden hatte er seine schönste Zeit. Das vergisst er nicht.

Über Familienzeit nach Ende der Karriere

Von Minden ging es nach Bielefeld, wo Thomas für ein Jahr anheuerte. Dann stand er vor einer großen Entscheidung. Wie sollte es weitergehen? Mit 29 war es doch eigentlich zu früh zum Aufhören. Es gab Angebote aus der Bundesliga und auch aus dem Ausland. Aber er entschied sich für seine Familie, denn die vergrößerte sich. Neben Tochter Leoni kam, nur wenige Monate nach seinem Abschied, Sohn Mattes auf die Welt. Und wie Thomas es so schön passend auf den Punkt bringt: „… ich schon der Meinung war, jetzt sollte man als zweifacher Vater mal ein bisschen für die Familie da sein, und den zweiten Schritt gehen nach der Handball-Laufbahn.“

Über den weiteren beruflichen Weg- Drei Ausbildungen

Die erste Ausbildung zum Kfz-Mechaniker noch in Leipzig beendete er kurz vor der Wende. Eine kaufmännische Ausbildung zu GWD-Zeiten erfolgte bei porta Möbel. Und die dritte Ausbildung bei Audi komplettierte seinen jetzigen Beruf des Autoverkäufers im Autohaus Glinicke in Minden.

Über das Leben abseits vom Handball

Gekommen, um zu bleiben. So könnte man es durchaus bezeichnen. Thomas, Claudia, Leoni und Mattes wohnen nach wie vor hier. Seit fast 25 Jahren ist Porta Westfalica die Heimat der Oehmes.

Über die ganze Handball-Familie Oehme

Seine Frau hat im Jugend-, Juniorinnen-und im Frauenbereich gespielt. Tochter Leoni hat eine supergute Zeit gehabt. Hat wirklich durchgestartet bis nach oben. Über Minden-Nord und Blomberg nach Borussia Dortmund. Auch in der Juniorinnen-Nationalmannschaft war die Linkshänderin eine feste Größe. Bis eine Knieverletzung sie ausbremste, und sie ihre Handballschuhe an den Nagel hängen musste.

Auch Sohn Mattes hat eine Handball-Vergangenheit. Mattes hat bis zur A-Jugend bei GWD Minden im Tor gespielt. Hat sich dann aber aus persönlichen Gründen gegen einen weiteren Handballweg entschieden. Und ist heute ein guter und erfolgreicher Crossfitter, was er mit großem Spaß und Energie macht.

Über Thomas Oehme auf der Trainerbank? Passt das?

Als Trainer war er immer nur kurz tätig, und das nur im Jugendbereich. Als Co-Trainer seines Sohnes Mattes und der B-Jugend von GWD Minden erreichte er immerhin das Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft. Er wollte ja für die Familie da sein und hat sich danach gegen Trainer und Trainingsinhalte entschieden.

Jetzt aber noch in ein paar Erinnerungen der aktiven Zeit schwelgen

Über die Derbies gegen den TuS- immer emotional und hart umkämpft

Zehn bis zwölf Derbies wird Thomas gespielt haben und die waren immer emotional und hart umkämpft. Auf Spieler und auf Fanseite. Egal ob in der Liga oder im Spielothek-Cup, es ging immer hoch her! Die Hallen waren immer ausverkauft. Die Anspannung und die Dynamik spürte man schon beim Aufwärmen und bis in die Kabine. Für ihn als junger Spieler war das sehr beeindruckend.

Über Eine gesunde Härte in den Spielen, oder doch mit dem Messer zwischen den Zähnen?

In einem der Spiele hat Thomas sich bei einer Abwehraktion gegen Bogdan Wenta verletzt. Die Schulterverletzung war auch relativ schwer. Das ganze Ausmaß dieser Verletzung ist erst nach Karriereende ans Licht gekommen. Das ist dann auch sein ewiges Andenken an dieses Derby, oder an die Derbies generell. Eigentlich hätte er gerne auf das Bogdan-Wenta-Derby-Andenken verzichten können.

Über Männerfreundschaften und ob er noch zu Handballspielen geht

Mit Holger Kretschmer hat er noch viel Kontakt. Auch mit Robert Hedin, Hajo Wulff, Jens Buhrmester, Rudi Traub und Andreas Bock reißt der Kontakt nicht ab.

Natürlich geht er noch gerne in die Halle und schaut sich Spiele an. Die Kampa-Halle war schnell erreicht. Der Weg nach Lübbecke ist weiter. Er schaut auch gerne den jungen Talenten wie Maximilian Nowatzki zu. Zu ihm hat er ein ganz besonderes Verhältnis.

Fotos aus der aktiven Zeit

Private Fotos

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Mühlenkreis-Handballer im Interview Teil 1 – mit Simon Strakeljahn von GWD Minden

Der Kreis-Minden-Lübbecke ist einer der schönsten Landkreise Deutschlands. Und das behaupte ich nicht nur, weil ich in Minden geboren bin. Der Kreis Minden-Lübbecke ist nicht nur bekannt durch seine Mühlenlandschaften, das Wasserstraßenkreuz und seiner starken Wirtschaft. Auch sportlich hat der Mühlenkreis einiges zu bieten. Und da ich hier einen Handball-Blog schreibe, möchte ich natürlich auf den Handball besonders eingehen.

Zwei Handballvereine bei den Herren stechen dabei heraus: GWD Minden und der TuS N-Lübbecke. Beide Vereine erzielten große Erfolge in den letzten Jahren und Jahrzehnten. GWD Minden zur Zeit in der 1. Bundesliga beheimatet, die in der abgebrochenen Saison den 15. Platz belegten. Und der TuS N-Lübbecke beendete in der 2. Bundesliga die Saison auf dem 6. Platz.

Bei den Damen sind die Bundesligazeiten von Eintracht Minden-Minderheide leider lange vorbei. Aber die Damen in Nettelstedt (Landesliga), Minden-Nord (Oberliga) und Hahlen (Oberliga) spielen einen starken Handball.

Damit wir nicht ganz ohne den Handball, den Akteuren und Geschichten leben müssen, habe ich mir Folgendes ausgedacht (Vielen Dank an Thorsten Möller für die Inspiration). Ich werde versuchen mich mit vielen aktiven und nicht mehr aktiven Spielern aus dem Mühlenkreis zu einem Interview treffen. Ich hoffe, ich kann so einige interessante Neuigkeiten und alte Geschichten erfahren.

Den Anfang dieser Reihe macht ein absoluter Youngster Simon Strakeljahn von GWD Minden.

Nadine: Lieber Simon, erst einmal vielen Dank das du mit mir dieses Interview führst. Eigentlich hatten wir uns das aber ganz anders vorgestellt. Nur hat uns dieses Corona-Virus einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Leider können wir uns nicht persönlich treffen, aber wir haben andere Wege gefunden. 

Ich habe mich mit Simon über seine Zeit bei der JSG NSM Nettelstedt und bei GWD Minden unterhalten.  

Nadine: Dein Wechsel 2013 zu LIT war schon ein großer Schritt, den du gewagt hast! Wie hast du dich bei LIT gefühlt?  

Simon: Ich wurde damals bei der JSG sehr gut aufgenommen und habe mich gleich mit allen gut verstanden. Es herrscht dort ein sehr familiäres Umfeld.

Nadine: Welches war der größte Fortschritt, den du dort gemacht hast? 

Simon: Man entwickelt sich ja in allen Bereichen weiter, ob jetzt persönlich oder sportlich gesehen. Was genau da der größte Fortschritt war, kann ich nicht genau sagen.

Nadine: Hast du noch einen Trainer oder Betreuer in Erinnerung, den du besonders viel zu verdanken hast? 

Simon: Genau genommen hat mich jeder Trainer in der Zeit geprägt. Einen Hauptteil meiner Zeit dort wurde ich von Daniel Gerling und Stefan Kruse trainiert, die mir beide in meiner Entwicklung sehr geholfen haben. Auch Michael Jankowski war ein guter Trainer, dem ich schon früh viele Spielzeiten in der A-Jugendbundesliga zu verdanken habe. Von Michael Scholz und Dirk Beuchler hat man natürlich aufgrund ihrer riesigen Erfahrung profitieren können, jedoch hatte ich Dirk nur kurz als Trainer.

Nadine: Hast du noch viele Kontakte zu deinen ehemaligen Mitspielern? 

Simon: Ich habe noch losen Kontakt zu manchen Spielern und wenn man sich mal begegnet, hat man sich immer viel zu erzählen.

Nadine: 2016 folgte dann der Wechsel in die A-Jugend von GWD Minden. War dir bewusst, dass dieser Schritt durchaus ein sehr großer Schritt sein könnte? Und nicht nur positive Reaktionen hervorrufen würde? 

Simon: Das war mir durchaus bewusst, da ich wusste, wie gut die Jugendarbeit von GWD ist. Aber ich wusste auch, was ich an der JSG hatte, und deshalb ist mir die Entscheidung anfangs auch relativ schwer gefallen. Dass meine Entscheidung nicht nur positive Reaktionen hervorrufen würde, war mir bewusst, aber das ist ja auch normal.

Nadine: Was war denn die krasseste Reaktion (positiv/negativ)?

Simon: Es gab viele positive Reaktionen seitens GWD, aber auch positive Reaktionen von meinen damaligen Mitspielern bei der JSG, die sich teilweise sehr mit mir gefreut haben. Das hat mich damals besonders beeindruckt und darüber habe ich mich sehr gefreut.

Nadine: War der Zeitpunkt zum Wechsel nach Minden der Richtige? 

Simon: Ich denke es war ein guter Zeitpunkt. Ob es jetzt der einzig richtige Zeitpunkt war, kann man nicht wissen.

Nadine: Ein richtiges Bundesliga-Derby GWD Minden vs. TuS N-Lübbecke hat es ja leider schon länger nicht mehr gegeben. Hättest du gerne mal ein Derby als Spieler erlebt? 

Simon: Theoretisch habe ich das schon zweimal, jedoch waren das beides Freundschaftsspiele und das ist natürlich nicht vergleichbar mit einem Pflichtspiel-Derby. Bei so einem Spiel wäre ich gerne mal dabei gewesen, denn so ein Derby ist immer was besonderes.

Nadine: Jetzt hast du mit GWD Minden ein paar Spiele in der Lübbecker Kreissporthalle spielen (müssen). Was war das für ein Gefühl? 

Simon: Ich finde es ist schon ein komisches Gefühl, da man es einfach gewohnt ist die Heimspiele in der Kampa-Halle auszutragen. Aber ich finde die Halle wird immer super hergerichtet und die Fans stehen immer total hinter uns, deshalb machen auch die Spiele in der Merkur Arena riesigen Spaß.

Nadine: Dein Vertrag bei GWD Minden läuft noch bis 30.06.2020. Ist eine Vertragsverlängerung in Sicht?  

Simon: Ich habe das Angebot einer Vertragsverlängerung bekommen und ob ich es wahrnehmen werde, stellt sich in den nächsten Tagen heraus.

Simon ich danke dir ganz herzlich für das Gespräch!  

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Zweifelhafte (sportliche) Entscheidungen in der Corona-Zeit treffen auch den Handball-Sport

Eins vorweg Corona war noch nie da! Corona hat unser Leben noch nie so wahnsinnig auf den Kopf gestellt wie jetzt gerade. Und Corona wird noch lange Auswirkungen auf unser aller Leben haben. Leider! In den letzten Tagen gab es viele sportliche Entscheidungen. Die auf der internationalen Ebene kann ich teilweise noch nachvollziehen, aber die auf nationaler Ebene gehen gar nicht.

Es zeigt sich, das Deutschland und ein großer Teil ihrer Entscheidungsträger, kein vernünftiges Krisen-Management beherrscht. Der THW Kiel wird mit 44:8 Punkten zum Meister gekürt. 4 Punkte dahinter die SG Flensburg-Handewitt, durchaus noch mit Chancen auf die Meisterschaft. Die Damen von Borussia Dortmund werden als Tabellenführer mit 34:2 Punkten nicht zum Meister erklärt. Was aber wohl nicht an den Tabellenzweiten SG BBM Bietigheim liegt. Die liegen zwar mit 33:3 Punkte knapp auf dem 2. Rang. Warum es da keine Meisterkrönung gab, das verstehe wer will. Heiße Diskussionen folgten. Auch die internationalen Handball-Entscheidungen Champion-League, EHF-Cup, WM-Qualifikation sehe ich etwas kritisch und voreilig getroffen.

Aber alles der Reihe nach …..

Die HBL kürt den THW Kiel zum Meister

Eigentlich hat doch niemand wirklich an der Meisterschaft der Kieler gezweifelt, oder? Ob nun mit oder Corona, der THW Kiel war Meisterschaftskandidat Nummer eins. Mit 99 %iger Sicherheit wären die Kieler auch deutscher Meister geworden. Sie ließen hier und da ein paar Schwächepunkte liegen, aber sie hatten das gut im Griff. Niemand hätte es gewagt, den THW Kiel nicht zum Meister zu machen.

Die HBF kürt keinen Meister

„Wäre ich ein Mann, wäre ich jetzt Deutscher Meister. „Mit diesem Slogan und Autogrammfotos von den Borussia Dortmund Spielerinnen (mit Bart) beklagen sie die ungerechte Entscheidung. Im Herren-Handball wird ein deutscher Meister ausgerufen, bei den Damen aber nicht. Beide Ligen wurden acht Spieltage vor Schluss vorzeitig beendet. Aber die Damen von Borussia Dortmund um Trainer Andre Fuhr bekamen nicht ihren ersten Meistertitel zugesprochen. Spielerinnen, und Offizielle zeigten sich geschockt und sprachen schon von Diskriminierung. Den auch in unterklassigen Ligen wurden Titel vergeben, auch sogar nur aufgrund der besseren Tordifferenz. Ich halte diese Entscheidung für eine reine Willkür von Andreas Thiel den Vorstandsvorsitzenden Handball-Bundesliga der Frauen. In einem Interview sagte er: „Wir haben uns an die Vorgaben des Verbands gehalten. Ich habe da nirgendwo gelesen, dass ich einen Meister benennen muss.“ Hatte er einfach keine Lust der Borussia den Titel zu geben? Der Mann ist ja Anwalt, ich dachte, der hat Ahnung und einen Sinn für Gerechtigkeit.

Meine Meinung ist, dass er sich das bei den Männern niemals erlaubt hätte. Da wäre Uwe Schwenker, in was für einer Position auch immer, Sturm gelaufen. Und das zurecht. Bei der HBF scheint wohl niemand dem Andreas Thiel zu stoppen.

Ist Andreas Thiel nach dieser Komödie eigentlich noch zu halten? Ist der Dachverband DHB da nicht gefragt? Aber auch hier hat es ja leider schon einige Entscheidungen gegeben, die mehr als fragwürdig waren. Kann man hier auch noch mal nachlesen.

Ich will jetzt auch nicht nur auf diesen Andreas Thiel einprügeln. Diese Fehlentscheidung hat er ja nicht allein getroffen, aber es hat ihn auch niemand davon abgehalten.

Liebe Mädels von Borussia Dortmund Handball! Für mich habt ihr absolut die deutsche Meisterschaft verdient. Mein Herz habt ihr mit eurer Plakataktion im Sturm erobert. Und wer so stark ist, der holt sich in der nächsten Saison die Meisterschaft. Meine Daumen sind gedrückt.

P.S. Das Rewe-Final Four ist übrigens auf Ende Juni verschoben worden. Ob das dann stattfinden kann, wird sich zeigen .

International gab es noch folgende Entscheidungen:

Der EHF-Cup wird abgesagt

Der EHF-Cup ist jetzt mal ganz abgesagt worden. Scheint wohl nicht so wichtig zu sein! Dann können wir ab der nächsten Saison auch ganz drauf verzichten, oder was?

Das Final Four wird auf Ende Dezember geschoben

Die Halbfinals und das Finale der Champions-League in Köln ist auf Ende Dezember dieses Jahres verschoben worden. Sicherlich, allein aus Kostengründen, eine gute Entscheidung.

Die Olympia-Qualifikation ist auf März 2021 verschoben

Olympia ist ja um ein ganzes Jahr verschoben worden und so wird auch die Qualifikation erst im März 2021 stattfinden

Die WM-Qualifikation wird gar nicht erst ausgespielt

Aber aufgrund der guten Leistungen bei der letzten WM sind die deutschen Männer für die WM 2021 qualifiziert. Und wer hat diese gute Platzierung mit den Jungs erreicht? Genau der Christian Prokop! Danke!

Auch die deutschen Damen haben sich aus diesem Grund für die EM 2020 qualifiziert.

Das ist mit Sicherheit eine gute Entscheidung und lässt so Platz für zusätzliche Ligaspiele und Nachholspiele. Bleibt nur die Frage, wann denn die Ligen den Spielbetrieb aufnehmen können? Man weiß ja noch gar nicht in welche Richtung diese Corona-Lockerungsmaßnahmen sich entwickeln. Wird der Bundesligastart pünktlich erfolgen können? Werden EM der Frauen und WM der Männer überhaupt stattfinden können? Alles Fragen, die man jetzt noch gar nicht beantworten kann. Sicherlich werden da noch so einige Verschiebungen folgen.

Bleibt sauber und gesund!

Natürlich polarisiere ich mit meinen Artikeln! Und das ist gut so!

Jeder hat seine Meinung

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Blick zurück Part 2 Tag des Handballs 2019

Im 2-Jahres-Rhythmus findet im Rahmen des DHB-Lehrganges der Tag des Handballs statt. Im Oktober letzten Jahres war Hannover Gastgeber. 3 Partien wurden den Zuschauern geboten. Erst spielte eine Jugendauswahl, dann kamen die Herren auf das Spielfeld. den Abschluss des wirklich gelungenen Tages bildete die deutsche Damen-Nationalmannschaft. Für beide Mannschaften hieß der Gegner Kroatien.

Die Pressekonferenz mit Kim Naidzinavicius, Henk Groener, Christian Prokop (da noch Bundestrainer ) und Uwe Gensheimer

Der Uwe!!!

Aufwärmen der Jungs am Tag des Handballs in der TUI-Arena Hannover

Gänsehaut beim Einlaufen der Mannschaften

Wenn 10.000 Handy-Taschenlampen leuchten

Die 1. Halbzeit

Die 2. Halbzeit

Am Ende hält Dario Quenstedt den Sieg für das deutsche Team fest. 24:23 trennt sich das deutsche Team von Kroatien.

Liebe Handball-Fans haltet weiter durch. Das was wir bis jetzt geschafft haben, das ist schon sehr gut. Haltet Abstand, damit wir bald alle wieder hinter unseren Farben stehen können.

P. S. Entschuldigt die doch recht schlechte Bildqualität. Da habe ich die Bilder noch mit dem Handy geschossen!

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Blick zurück! Die Rhein-Neckar Löwen in der Kampa-Halle!

Da die Corona-Schutzmaßnahmen bis auf weiteres und ganz bestimmt bis zum 31. August andauern werden, müssen wir auch weiterhin auf LIve-Handball verzichten. Um diese Zeit auch nur ein kleines bisschen erträglicher zu machen, habe ich euch Bilder vom Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen herausgesucht.

Blick zurück in den November des letzten Jahres. Am 30. November waren die Rhein-Neckar Löwen zu Gast. In einer umkämpften Partie stand es am Ende 24:28.

Das war nochmal ein schöner Blick zurück in unser schöne Kampa-Halle, oder? Okay, ja die Stimmung ließ oft zu wünschen übrig. Das ist in Lübbecke jetzt ganz anders. Die Stimmung ist in unserem neuen Wohnzimmer wirklich hammergut.

Meine große Hoffnung ist, möglichst bald wieder Live-Handball verfolgen zu können. Jeder möge seien Verein nach Kräften unterstützen. Aber nur wenn wir uns jetzt alle an die Corona-Schutzmaßnahmen halten, wird das möglich sein.

Deshalb haltet Abstand, damit wir alle bald wieder alle zusammen hinter unseren Farben stehen können.

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Die jungen Wilden von GWD Minden

Bilder vom Testspiel gegen den TuS N-Lübbecke vom 23. Januar 2020.

Das Testspiel fand während der da noch laufenden Handball-EM statt. Für die Mindener Mannschaft war es ein wahres Testspiel, da sie in dieser Formation auch noch nicht zusammengespielt hatten. Endstand 27:25 .

Einen ausführlichen Bericht vom Testspiel findet ihr hier. (Auch den habe ich geschrieben)

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Heute steht der TuS N-Lübbecke im Blickpunkt

Die Corona-Pause nutze ich für einen Blick auf den Nachbarn aus Lübbecke.

Als GWD Minden-Fan möchte ich auf keinen Fall unseren Nachbarn den TuS-N-Lübbecke vergessen. Ich kann mich noch gut an die emotionsgeladenen Derbys gegen den TuS Nettelstedt erinnern. Wir sangen schmutzige Lieder und fast jeder TuS-Spieler erhielt nette „Kosenamen“. Aber meist war diese Rivalität 30 Minuten nach dem Abpfiff wieder verflogen.

Wir sind doch alle Handball-Fans

Das dieses nicht immer so war, vor allem in noch weiter zurückliegenden Zeiten, habe ich schon oft gehört. Schade, sehr schade! Deshalb haben wohl auch so viele der „älteren Generation“ ein Problem damit, dass GWD jetzt seine Heimspiele in der Halle in Lübbecke austragen muss. Ich persönlich habe kein Problem damit! Hey, wir sind doch alle Handball-Fans und brennen für diesen Sport, egal wo wir spielen!

Der TuS im Aufwind der 2. Liga

Der TuS N-Lübbecke legte, bis zur Corona-Pause, eine beeindruckende Rückserie hin. Mit vielen überzeugenden Siegen untermauerten sie durchaus ihre Aufstiegsqualitäten.

Die Fotos sind vom Testspiel gegen GWD Minden, das am 23. Januar 2020 statt fand. Anfangs zeigte der TuS N-Lübbecke starke Schwächen und Unsicherheit gegen die noch ersatzgeschwächte Bundesligamannschaft von GWD Minden. In der 2. Halbzeit drehte der TuS das Spiel und konnte es letztendlich noch für sich entscheiden.

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Ey, was ist denn in der Liga los?

Entlassungswelle rauschst durch die HBL! Sind denn jetzt alle verrückt geworden?

Velimir Petkovic noch im Dienst der Berliner Füchse

Wie oft wurde der Handball schon gelobt ..……..

Der Handball ist nicht so kommerziell wie der Fußball. Im Handball gibt es keine Schwalben und man s erkennt die Entscheidung der Schiedsrichter an. Es gibt keine übertriebene Theatralik und kein Meckern. Und vor allem wurde der faire Umgang miteinander immer wieder in den Vordergrund gestellt. Nach einem Foul gibt man sich die Hand und die Sache ist vergessen. Man ist noch unter sich und geht fair miteinander um. Seit ein paar Wochen erlebe ich aber was ganz anderes.

Ganz am Anfang stand der Rauswurf des Bundestrainers

Der Fisch stinkt immer vom Kopf her, sagt man nicht nur in Hamburg. Das was die oberen Herren des DHB sich mit dieser Entlassung geleistet haben, unglaublich. Aber ich habe mich schon darüber ausgelassen. Nachlesen kann man das hier. Und ich befürchte diese Mentalität ist auch in die HBL rüber geschwappt. Oder wie kann man sonst die Entwicklungen auf den Trainerbänken erklären?

Entlassung in Erlangen

Anfang Februar wurde Adalsteinn Eyjolfsson in Erlangen rausgeworfen. Schon lange stand fest, dass in der neuen Saison Michael Haaß vom Spielfeld auf die Bank wechseln wird. Die danach „schlechte Stimmung“ führte zum schnellen Aus des Isländers. Als Interimslösung wurde der Handball-Professor Rolf Brack präsentiert. Ein Mann mit Erfahrung und der nötigen Ruhe. Aber kaum 3 Wochen später muss auch er die Erlanger Bank wieder verlassen. Jetzt wird Michael Haaß als Spielertrainer fungieren. Wie das vernünftig funktionieren soll, wird man sehen. Aber so, liebe Erlanger Verantwortlichen, so geht man nicht mit Menschen um.

Kai Wandschneider darf in Wetzlar gehen

Aber erst zum Saisonende 2021. Ach so, na dann ist ja alles klar! Kai Wandschneider, der in Wetzlar so viele Talente für die Bundesliga und Nationalmannschaften geformt hat, der hat so etwas nicht verdient. Die Torhüter Andy Wolff und Benjamin Buric sind durch seine Schule gegangen. Jannik Kohlbacher, Steffen Fäth und Philipp Weber reiften durch Wandschneider zu gestandenen Nationalspielern. Und das Kai Wandschneider nicht nur ein Mann mit Charisma und Sportsgeist ist, zeigt seine Aussage: „Ich werde meinen Vertrag mit Würde und Haltung erfüllen.“ Kai Wandschneider hat wenigstens noch Anstand.

Früh wusste auch Velimir Petkovic über seine Zukunft in Berlin Bescheid

Auch hier ein Trainer, der gerne noch ein paar Jahre in Berlin drangehängt hätte. Aber da wurden die Präsidiumspläne ohne Petkovic gemacht. Schon im Oktober ließ man andere Pläne verlauten. Mit Jaron Siewert soll ein noch 25-jähriger Youngster den „alten“ Petkovic ablösen. Die frühzeitige Bekanntgabe hatte erst mal keinen Einfluss auf die Mannschaftsleistung. Aber nach ein paar deftigen Niederlagen, trotz der Verpflichtung von Dainis Kristopans, zogen die Berliner die Notbremse. Bis zum Saisonende wird Michael Roth die Berliner coachen. Michael Roth, der zuletzt die MT Melsungen lange trainierte, bleibt bis zum Saisonende.

Apropos MT Melsungen

Auch in Melsungen musste sich ein Trainer verabschieden. Roth-Nachfolger Heiko Grimm wurde entlassen. Eigentlich hatten Trainer und Mannschaft ein Drei-Spiele-Ultimatum erhalten aber nach dem Unentschieden bei den Eulen, zog das Präsidium vorzeitig die Reißleine. Vielleicht sollte man aber auch mal die Verantwortlichen infrage stellen. Wann kapieren die in Melsungen endlich, dass nur eine Mannschaft erfolgreich sein kann. Geld wirft keine Tore. Schade, dass die Leistungen von Finn Lemke, Julius Kühn, Tobias Reichmann und Kai Häfner sehr unterdurchschnittlich sind. Neue Impulse auf der Melsunger Bank kann jetzt der isländische Nationalcoach Gudmundur Gudmundsson setzen.

Habe ich noch einen vergessen?

Ja, habe ich! Die Rhein-Neckar Löwen haben sich von Kristjan Andresson getrennt. Das es auch bei den Löwen kriselte, merkte man schon lange. Mannschaft und Trainer fanden nie zusammen. Martin Schwalb feiert jetzt sein unglaubliches Comeback auf der Trainerbank. Man darf gespannt sein.

Jetzt ist dieser Artikel doch länger geworden, als er eigentlich sollte. Das ist meine Meinung und man muss diese nicht unbedingt teilen. Ganz bemerkenswert finde ich die Aussagen von Maik Machulla, Trainer der SG Flensburg-Handewitt. Die sollte sich jeder Verantwortliche der HBL vor dem Schlafengehen einmal durchlesen. Danke Maik Machulla für deine Worte!

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GWD Minden gegen Füchse Berlin

Am Donnerstag den 20. Februar trafen die Berliner Füchse auf GWD Minden. Die Lübbecker Kreissporthalle war mit 2325 Zuschauern gut gefüllt.

Die Berliner erwischen den besseren Start

Die Berliner erwischten den besseren Start und gingen über 4:7 und 5:8 schnell in Führung. Viele technische Fehler auf GWD Seite ließ schon wieder Böses erwarten. Aber ein glänzend aufgelegter Malte Semisch im Tor, verhinderte Schlimmeres.

Mindener Aufholjagd bis zur Pause

Aber die Spieler in Grün-Weiß, die die Niederlage gegen Lemgo vergessen machen wollten, holten schnell auf. Juri Knorr, der diesmal schon in der 10. Minute in die Partie kam, brachte Ruhe und Ideen in den Angriff. In der 18. Spielminute erzielte Mats Korte das 9:9. Treffer von Miljan Pusica, Kevin Gulliksen, Christoffer Rambo, Marian Michalczik und Juri Knorr brachten ihre Mannschaft immer weiter nach vorne. Der 15:12 Halbzeitstand war vor allem Malte Semisch zu verdanken. Seine Paraden gegen seine ehemaligen Mannschaftskollegen waren der Grundstein zur deutlichen Halbzeitführung.

Die 2. Halbzeit ein Mindener Lauf

Wenn man jetzt ein Aufbäumen der Berliner erwartet hat, wurde man enttäuscht. Die Berliner schwächten sich mit der Roten Karte für Jakov Gojun in der 38. Spielminute. Auch auf die Reaktion Gojuns auf die Disqualifikation hätte noch weitere Sanktionen folgen können.

In der 40. Minute führte GWD das 1. Mal mit 5 Toren und die Berliner hatten so gar nichts mehr dagegen zu setzen. Auch nicht der Berliner-Neuzugang Dainis Kristopans , der gegen die Mindener Abwehr kaum mehr ein Durchkommen fand.

GWD Minden stark-Die Füchse ohne Kraft

GWD Minden zog über 22:19 (45.), 25:21 (50.) auf 26:21 davon. Knapp 6 Minuten vordem Ende nahm Frank Carstens noch mal eine Auszeit. Das Spiel gaben die Hausherren aber nicht mehr aus der Hand. Die letzten beiden Treffer zum Endstand von 30:25 erzielten auf GWD-Seite Juri Knorr und Christoffer Rambo.

Die Pressekonferenz zeigt unterschiedliche Gesichter

Das unzufriedene und sichtlich enttäuschte Gesicht gehörte zu Gästetrainer Velimir Petkovic. Aber auch sein leises Jammern und Klagen über die vielen Verletzten im Füchse-Kader und der fehlenden Qualität im Angriff, ließen bei mir jetzt wenig Verständnis folgen. Wenn man einen Dainis Kristopans, der sicherlich nicht nur für ein paar Schrippen spielt, holt, dann sollte er auch in das Anforderungsprofil der Füchse passen. Und nicht nur medienwirksam initiiert werden. Seine Leistung hat mich übrigens enttäuscht, aber vielleicht war einfach nicht mehr drin.

Zufriedene Gesichter gab es zumindest auf Mindener Seite, Frank von Behren kommt jetzt gerne nach Lübbecke. Beide lobten die sehr gute Stimmung der Fans, das erinnerte schon teilweise an die Derby-Stimmungen längst vergangener Tage.

Einen ausführlichen Spielbericht könnt ihr auf der GWD-Homepage hier noch einmal nachlesen.

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GWD Minden gegen Frisch Auf! Göppingen

Zum Anfang stelle ich hier mal ein paar Bilder der Partie vom 09. Februar 2020 ein. Die Liqui Moly HBL rockt! Auch in Lübbecke.

Einmalig. Echt. Von hier.

Diesmal in der Kreissporthalle Lübbecke

Aufwärmen für das wichtige Spiel

Alles war so schön grün in Lübbecke. Fleißige Helfer hatten die Lübbecker Halle ganz in grün/weiß verwandelt!

Marian Michalczik und Espen Christensen

Der Sportlergruß

Auszeit GWD Minden

Freude pur nach dem knappen Sieg! Glücklich, aber nicht unverdient!

Juri Knorr im Interview bei Sky.

Den Spielbericht könnt ihr auf der Homepage von GWD Minden hier nachlesen

Gewinnspiel zu ENDLICH WIEDER HANDBALL!

In meinem letzten Beitrag habe ich euch das Handball-Abenteuerbuch ENDLICH WIEDER HANDBALL! vorgestellt. Hier könnt ihr den Beitrag finden.

Nun gibt es noch ein Gewinnspiel dazu. Ich habe es bis Montag den 26.10.2020, 12.00 Uhr verlängert.

Hier kurz alles was ihr wissen müsst.

Beantwortet die Frage. Wie heisst die Hauptfigur  in dem Buch ENDLICH WIEDER HANDBALL!

Schickt mir hier die richtige Antwort, oder über Facebook oder Instagram. Ihr findet mich da schon.

Aus allen richtigen Antworten wird ein Gewinner gezogen.

Ich freue mich auf eure Fragen

ENDLICH WIEDER HANDBALL! Ein Handballabenteuer! Eine absolute Buchempfehlung

Liebe Handball-Fans, ihr kennt meinen Blog. Hier gibt es normalerweise keine Werbung, auch werde ich von keiner Marke gesponsert. Aber für dieses Handball-Abenteuer-Buch mache ich gerne eine Ausnahme. Vor allem weil es ein Buch für Kinder ist.

ENDLICH WIEDER HANDBALL! Das denken viele Handballer in letzter Zeit. Egal ob Frauen oder Männer, Jungs oder Mädchen, Fans oder Aktive. Endlich geht es wieder los!

ENDLICH WIEDER HANDBALL ist ein Handball-Abenteuer, das wirklich die jüngsten Handball-Fans anspricht.

Ich finde, dass man so eine tolle Idee unterstützen sollte. Auch werde ich ein Buch hier noch verlosen. Also bleibt dran und verpasst das Gewinnspiel nicht.

Dieses Buch zu schreiben, war für Autor Alexander Heil eher aus der Not geboren. Weil er im Buchhandel einfach kein Handball-Abenteuer-Buch für seinen Sohn finden konnte, schrieb er selbst eins. Die beiden Handballerinnen Maxi Mühlner und Lea Rüther haben Heil bei diesem Buch tatkräftig unterstützt. Auch Ex-Nationalspieler Martin Strobel, der letzte Saison seine Handball-Karriere beendete, war mit seiner großen Erfahrung dabei.

Ich habe die Möglichkeit bekommen, alle drei Handballer zum Buch zu befragen. So kann ich es mir wirklich einfach machen. Und ihr bekommt Infos zum Buch aus erster Hand.

Stellt euch doch bitte einmal kurz vor.  

Maxi: Hi, ich bin Maxi Mühlner, bin 19 Jahre alt und spiele bei den HSG Bad Wildungen Vipers am Kreis.

Lea: Lea Rühter, 22 Jahre, Buxtehuder SV, Torhüterin

Beschreibt das Buch und den Inhalt bitte mit euren eigenen Worten.

Maxi: Es geht um den 11-jährigen Julian, der nach der ewigen Corona-Pause endlich in sein langersehntes Handball-Camp darf! Dort trifft er durch Zufall auf Lea und Maxi, die gerade auf Nationalmannschaftslehrgang sind und um einen Platz im Kader kämpfen. Ihr Trainer stellt ihnen eine schwierige Aufgabe, die sie lösen müssen, um ihr Ziel zu erreichen. Julian und FOM ein alter Freund aus „Wo ist Fuchsi“ helfen den beiden, das Rätsel zu lösen.

Lea: In dem Buch geht es um ein Handballcamp, in dem ganz viele mysteriöse Dinge passieren. Ein nervenaufreibendes Geräusch bringt alle zur Verzweiflung und es ist ein Wettrennen gegen die Zeit, ob Julian ein Camp Abbruch verhindern kann. Maxi und Lea sind derweilen auf einem Nationalmannschaftslehrgang und wollen für die EM und WM nominiert werden. Aber um das zu erreichen, müssen sie diese komische Aufgabe des Trainers lösen, die sie ohne Hilfe nicht mal verstehen. Und dann gibt es noch einen besonderen Gast im Camp. Einen „Handballrentner“. Weiß er vielleicht die Lösung für die schwierige Aufgabe? 

Was hat dich überzeugt, an diesem Buch mitzuwirken?  

Maxi: Ich fand es ultraspannend, an so einem Prozess teilzuhaben und zu sehen was wirklich dahinter steckt. Aber als Hauptgrund natürlich möchte ich damit einfach Kinder in den Bann des Handballs ziehen und sie dafür begeistern!

Lea: Ich fand allgemein die Idee, ein Kinderbuch zu schreiben, super! Wann bekommt man schon mal die Chance für so etwas. Besonders gut gefällt mir, dass ich meine eigenen Erfahrungen mit den Kindern teilen durfte und eine besondere Nähe zwischen Julian und den Bundesligaspielerinnen hergestellt wurde. Vielleicht nimmt das anderen Kindern ein bisschen die Hemmung, um Hilfe zu bitten, damit sie selbst den Weg in die Bundesliga schaffen oder vielleicht begeistert es auch einfach nur Kinder mit Handball anzufangen und jede Menge Spaß zu haben!

Wie viel % von dir steckt in diesem Buch?  

Maxi: Ich würde sagen, dass in meiner Figur wirklich 100 % Maxi steckt, da wir auch sehr intensiv daran gearbeitet haben, dass es sehr authentisch ist!

Lea: Das ist eine schwere Frage. In manchen Situationen würde ich sagen, dass das 100 % ich gewesen sein kann! Einige Situationen mussten natürlich auch so formuliert werden, um eine gewisse Spannung aufzubauen. Ich bin aber mit jeder Stelle einverstanden und denke, dass viele unterschiedliche Charakterzüge von mir ehrlich zum Vorschein kommen! 

Warum sollte man dieses Buch unbedingt lesen?  

Maxi: Es ist eine sehr spannende Detektiv-Geschichte, in die man sich richtig reinversetzen kann. Wenn man sport- oder handballbegeistert ist, gibt es keine bessere Wahl.

Lea: Ich finde wie gesagt besonders schön, dass diese Nähe zwischen Julian und uns hergestellt wurde. Ich denke, das kann viele Kinder begeistern. Es ist eine tolle Geschichte mit einigen Rätseln. Schon ein echtes Handballabenteuer bei dem die Leser*innen auch ein paar Handballtricks erfahren werden!

Ist eine Fortsetzung geplant?

Maxi: Nicht das ich wüsste

Lea: Der Autor Alex Heil hat sich überlegt, eine Buchreihe zu entwickeln „Julian und die Handballprofis“. Endlich wieder Handball ist schon der 2. Teil daraus. Ich denke nicht, dass es das letzte Handballabenteuer gewesen sein wird, allerdings werden in den kommenden sicherlich noch viele weitere Handballprofis drin vorkommen. Aber ein Wiedersehen mit Julian wäre natürlich auch schön!

Auch Ex-Handball-Profi Martin Strobel hat mir ein kurzes Statement zum Buch gegeben:

Nachdem er mit dem Autor Alex Heil sich über die Idee ausgetauscht hatte, hat Martin mit seinen Erfahrungen den Part im Camp übernommen. Auch wichtig war ihm, dass er so seine Erfahrungen an die Jugendlichen weitergeben konnte.

Besonders gefällt ihm, dass die Jugendlichen und Kinder in dieser Geschichte wieder zusammenkommen und endlich wieder Handball spielen. Aber auch das die Spannung durch dieses Rätsel, das da aufkommt, hochgehalten wird. Und das im Miteinander eine Lösung für das Handball-Rätsel gefunden wird.

Alle wichtigen Infos findet ihr hier

Interviews mit Lea Rühter, Maxi Mühlner und Martin Strobel gibt es hier für die Ohren und Augen.

Wenn ihr euch jetzt noch fragt,, wie ihr an dieses Buch kommt. Hier könnt ihr es bestellen.

Blick zurück! Heute vor 30 Jahren

Heute vor 30 Jahren spielte der ThSV Eisenach gegen Wallau-Massenheim. Diesen Tag der deutschen Einheit feierten die Wartburgstädter auf ihre ganz eigene Weise.

Nach der Wende wurden so einige neue Kontakte von West nach Ost und von Ost nach West geknüpft. Auch Eisenachs Trainer Hans-Joachim Ursinus wusste dies zu nutzen. Mit Bodo Ströhmann, ebenfalls ein Handballverrückter und Manager von Wallau-Massenheim, tütete er diesen Deal ein. Auch wenn das zu der damaligen Zeit nicht ganz so einfach war. Mal eben telefonieren oder eine E-Mail schicken, war nicht möglich.

Ich hatte die Möglichkeit, mich mit Hans-Joachim Ursinus (in 20 Jahren 461 Meisterschaftsspiele für Eisenach) über die Bedeutung dieses Spieles zu unterhalten.

„Dieses Spiel ist eine tolle Geschichte gewesen. Für die Eisenacher Spieler war es eine riesen Chance, gegen den Spitzenreiter der 1. Bundesliga zu spielen. Wallau-Massenheim, gespickt mit seinen Stars, allen voran Mikael Källmann, waren das Top-Team Deutschlands und Europas. Dass das Spiel letztendlich Unentschieden 17:17 ausging, war reine Nebensache.“

Dass dieses Spiel nach 30 Jahren immer noch präsent ist, spiegelt auch noch einmal die Bedeutung wieder. Das war schon ein genialer Coup!

Nun, heute nach 30 Jahren, reist der Traditionsverein aus Thüringen nach Bayern zum Bundesligaspiel. Der THSV Eisenach ist seit der Wiedervereinigung Deutschlands bis auf eine einzige Unterbrechung stets in der 1. oder 2. Handball-Bundesliga am Ball gewesen!

Wallau-Massenheim ist längst von der Bundesligakarte verschwunden…

Von diesem Plakat gibt es nur noch
2 Exemplare

Spielo-Cup 2020 Das Spiel um Platz 3! TuS N-Lübbecke vs. Bergischer HC

Im kleinen Finale am Samstag trafen der Gastgeber TuS N-Lübbecke auf den Bergischen HC.

Und der TuS hatte sich anscheinend einiges vorgenommen. Gegen Leipzig am Tag zuvor, hatten die Lübbecker den Start noch verschlafen. Und sehr schnell in einen großen Rückstand geraten und diesen lange hinterhergelaufen.

Konzentrierter Beginn der Kurtagic Männer und nach 10 Minuten zeigt die Anzeigentafel 5:2 an. Vor allem die Abwehr um Marko Bagaric und Lutz Heiny waren stark gegen den Erstliga-Club. Auch der Neuzugang im Tor Aljosa Rezar zeigte ein paar beeindruckende Paraden. Aber der Bergische HC kämpfte sich heran und ging mit 5:6 in Führung, da waren 16 Minuten gespielt. Die zweite Hälfte der 1. Halbzeit zeigte zwei ausgeglichene Mannschaften, die sich nichts schenkten. Nach 6:6, 8:8 und 9:9 folgte das schönste Tor des gesamten Turniers. Jan-Eric Speckmann erzielte das 10:9 mit einem fantastisch herausgespielten Kempa-Trick. Das war schon sehr schön anzusehen. Der bärenstarke Valentin Spohn brachte den TuS mit zwei Treffern in Folge mit einer 13:11-Führung in die Kabine.

Zu Beginn der 2. Halbzeit machte Valentin Spohn dort weiter, wo er vor der Pause aufgehört hatte. Immer wieder traf der 23-jährige Rückraum Linke. Beim 18:15 habe ich vier Treffer von ihm notiert. Da die Abwehr wieder besser steht und zupackt, konnte der BHC auf Distanz gehalten werden. Würden die Lübbecker dies auch bis zum Schluss durchhalten können? Auf zwei Spieler war absolut Verlass. Valentin Spohn vorne und Aljosa Rezar hinten drin. Aber der Vorsprung vom TuS schmolz von Minute zu Minute. David Schmidt vom BHC führte seine Mannschaft von 20:17 (44.) auf 21:20 (50.). Und in der 56. erzielte der BHC den Ausgleich zum 23:23. Und ab jetzt wurde es eine Nervenschlacht. 48 Sekunden vor dem Ende, beim Stand vom 25:25 nahm der BHC seine Auszeit. Hier war allen klar, das musste der letzte Angriff vom BC sein. Und dieser sollte möglichst erfolgreich sein, und das war er auch. Aber der TuS kam noch mal in den Angriff und rettete die Gastgeber mit 26:26 ins Siebenmeterwerfen.

Das Siebenmeterwerfen gewann der BHC und somit auch den Platz 3. Zwei Schützen der Lübbecker verwandelten ihre Siebenmeter Würfe nicht, aber die Spieler vom BHC trafen.

Der 4. Platz für den TuS N-Lübbecke ist sicherlich ein sehr Undankbarer. Als Zweitligist haben sie durchaus gezeigt, dass sie phasenweise mit den Erstligisten mithalten können. Ich erwarte eine erfolgreiche Saison für den TuS.

Bilder aus dem Spiel gegen den SC DHfK Leipzig

Bilder aus dem Spiel gegen den Bergischen HC

Fotos vom Finaltag des Spielo-Cups

Hier folgt noch eine kleine Auswahl von Fotos vom Finaltag. Leider nur von der Tribüne aus, aber besser wie gar nichts.

Leider fehlt das Bild vom 3. Platz. Der Bergische HC war schon abgereist.

Mühlenkreis-Handballer im Blickpunkt! Servus Chrischa Hannawald

Auf einen kurzen Plausch mit Chrischa Hannawald. Mitte der 90er-Jahre hütete er das Tor von GWD Minden. Sein Markenzeichen, die kurze Hose und wechselnde Frisuren machten ihn zum Kult-Torhüter.

Nadine: Chrischa von 1995 bis 1997 hast du für GWD Minden gespielt. Wie war diese Zeit für dich?  

Chrischa: Das war eine wundervolle Zeit, wir hatten eine sehr gute und homogene Mannschaft!


Nadine: Wenn du mal abseits des Handballs zurückblickst, hast du dich im Mühlenkreis wohlgefühlt?  

Chrischa: Ich habe mich sehr wohl gefühlt, die Menschen dort haben mich mit offenen Armen aufgenommen!

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist chrischah4.jpg.
Chrischa bei seinem Abschiedsspiel Foto: Wikipedia

Nadine: Du warst ein absoluter Publikumsliebling. Ich weiß nicht, ob es an deinen wilden Frisuren oder deinen überragenden Paraden lag. Was meinst du?   

Chrischa: Ich denke sowohl als auch! Wenn die Leistung nicht gepasst hätte, dann hätten mich die Zuschauer und Fans nur ausgelacht.

Im TUSEM-Trikot mit kurzer Hose Foto: Oberberg-aktuell.de

Nadine: Der Mundschutz ist im Handball inzwischen sehr präsent. Aber du hast auch kurze Hosen getragen?

Chrischa: In der kurzen Hose konnte ich mich einfach besser bewegen, fühlte mich freier. Da auch Torhüter sehr viel schwitzen, bin ich mir immer wie ein Kartoffelsack vorgekommen, wenn die dicke Baumwollhose sich mit Schwitzwasser voll gesaugt hatte!

Nadine: Du warst bei einigen Derbies mit dabei. Erzähl mal, wie war das? Da ging es schon richtig zur Sache, oder?

Chrischa: Au ja, das waren krasse Momente. Uns wurde das Derby so vor Augen gehalten, als wäre damals Nettelstedt der Staatsfeind Nummer eins gewesen. Wir haben uns teilweise auf dem Spielfeld gehasst, aber das schöne dabei war, dass wir nach dem Schlusspfiff in den Katakomben wieder normal miteinander umgegangen sind. So wie heute, dass GWD in Lübbecke ihre Spiele austrägt, hätte es damals nie gegeben!!!

Nadine: Wie ging es nach deiner GWD-Zeit für dich weiter? Wuppertal, Essen, Grosswallstadt?

Chrischa: Ja, genau! Essen war meine erfolgreichste Zeit, da wurde ich zum Nationalspieler und wurde Europapokalsieger!

Nadine: Hast du noch Kontakt zu deinen ehemaligen Mitspielern?

Chrischa: Eigentlich mit sehr wenigen und wenn, dann nur sporadisch mal, man lernt einfach zu viele Menschen kennen. Und wenn ich zu allen Kontakt hätte dann wäre das mein Job.



Nadine: Wie oft schaffst du es noch in die Halle zum Live-Handball schauen?

Chrischa: Zu sehr wenigen, da meine Familie und meine Handballschule sehr viel Zeit in Anspruch nehmen!
 

Nadine: Verfolgst du noch den Handball im Mühlenkreis? GWD spielt inzwischen in Lübbecke, weil die Kampa-Halle gesperrt ist. Wie ist deine Meinung dazu? Wie sehr hätte dich diese Situation beeindruckt?

Chrischa: Wie schon oben beantwortet, das hätte ich mir früher nie vorstellen können. Bevor das passiert wäre, hätte wir damals irgendwo gespielt und unsere Heimspiele ausgetragen. Aber nicht in Lübbecke! Klar verfolge ich GWD ab und an noch, es ist schon spannend, was sich dort alles so entwickelt.


 Nadine: Du hast inzwischen eine eigene Handballschule. Du bringst Kindern das Handballspielen bei oder näher. Kann es eine schönere Aufgabe geben?

Chrischa:  Nein, ich kann mir nichts Schöneres vorstellen, als „Kinder Freude Schenken“ zu dürfen! Es ist so schön, wenn man Kindern in ihre Augen schaut und sie vor Freude strahlen, sie sind zwar immer erschöpft, aber glücklich. Was mich an Kinder so fasziniert, ist ihre Ehrlichkeit, du bekommst sofort ein ehrliches Feedback!

Chrischa, ich danke dir für das Gespräch!

Mühlenkreis-Handballer im Blickpunkt! Teil 2! Heute mit André Fuhr

Teil 2

 

Da das Gespräch mit André Fuhr so unglaublich interessant war, habe ich mich entschieden einen zweiten Teil des Gesprächs zu veröffentlichen.

Hier geht es vor allem um den Frauenhandball, seine Arbeit bei Borussia Dortmund und die verweigerte Meisterschaft.

Gerade, dass Borussia Dortmund die Meisterschaft verwehrt wurde, können viele nicht nachvollziehen. Auch ich habe hier schon einmal über das Urteil des HBF geschrieben. Ich fand und finde einfach die schnodderige und respektlose Art der HBF unpassend und nicht länger tragbar. Das war ein harter Schlag für André Fuhr und seine Mannschaft. Umso mehr freue ich mich, dass André da ausführlich drüber gesprochen hat. Bemerkenswert, dass er in unserem Gespräch doch unaufgeregte und milde Worte gefunden hat.

Er ist Handball-Trainer! Damen-Trainer, aber bewusst dafür entschieden hat er sich nicht

Bewusst hat er sich nicht für den Damen-Handball entschieden. Seiner Meinung nach ist es eher schwierig, wenn man keine große Spielerlaufbahn gehabt hat, dann in den Männerbereich zu kommen.

„Und in Deutschland ist es so, dass wenn man erst mal Damentrainer ist, dann kommt man schwer aus dieser Schublade heraus. Und ich bin jetzt schon sehr lange in dieser Schublade. Von daher wird es noch schwieriger herauszukommen. In anderen Ländern ist das nicht. Da gibt es keine Unterscheidung Damen und Herren Handballtrainern. Sondern Handballtrainer ist Handballtrainer. In Skandinavien ist das so, in Ungarn ist das so. Und da wechselt man auch durchaus die Seiten. Dies ist in Deutschland relativ schwierig.“

Aber einen Nachteil sieht er darin nicht.

Beim Thema Unterschiede zwischen Damen und Herren Handball kommt André ins Schwärmen. Der größte Unterschied ist erst einmal, dass die Damen viel zu wenig Geld bekommen. Aber die Art zu trainieren, der Aufwand im Spitzenbereich, die Spielvor-und Nachbereitung bei den Damen ist ähnlich wie bei den Herren.

Den Frauen fehlt meist die Kraft aus der Fernwurfzone zuwerfen und dich dann die tiefen Räume am Kreis nicht so sehr öffnen. Frauen sind aber extrem handlungsschnell und in Deutschlands und in Europas Spitze wird sehr schneller Handball gespielt. Man kann sehr, sehr attraktiven Handball auf technisch hohem Niveau beobachten.

Männer spielen oft mehr in der Kleingruppe, kommen sehr viel über das Kreisläuferspiel und über 2:2, 3:3 Situationen. Das hat auch seinen Reiz.

„Ich glaube aber das tatsächlich, nicht weil ich da Trainer bin, sondern weil ich wirklich dieser Meinung dieser Überzeugung bin. Der Frauenhandball ist eine sehr, sehr attraktive Frauensportart. Ich mag z. B. keinen Frauenfußball, ich finde auch Frauenbasketball sehr seltsam. Ich glaube, der Frauenhandball muss sich nicht verstecken, da sind die Spielerinnen inzwischen sehr athletisch unterwegs.“

Frauenhandball ist ein attraktiver Sport

Besonderen Wert legt er auf Handlungsschnelligkeit im Überschlag-und Umschlagsspiel, die Spitzennationen wie Norwegen und die Niederlande spielen. Das ist schon ein extrem attraktiver Sport. Auch vergisst er nicht zu betonen, dass man sich von dem Klischee des Hausfrauensports wirklich verabschieden kann.

Er war 16 Jahre in Blomberg – sein handballerisches Baby

Alle gemeinsam haben in Blomberg sehr viel aufgebaut. Blomberg steht für Nachwuchsförderung auf ganz hohem Niveau. Die Ausbildung von Xenia Smits und Alicia Stolle, die jetzt zum festen Stamm der Nationalmannschaft gehören, sprechen für sich. Dass man diese Talente letztendlich aus wirtschaftlichen Gründen ziehen lassen musste, das musste er aber erst akzeptieren lernen. Aber es gab auch sportliche Erfolge. Viermal wurde der Europapokal erreicht, viermal wurde das Final Four im DHB-Pokal erreicht und zweimal davon war man im Finale. Deutscher Meister wurde die A-Jugend einmal und siebenmal deutscher Vizemeister.

Nach 16 Jahren in Blomberg wurden dann auch mal Offerten anderer Vereine interessant.

„Dann muss man auch mal gehen. Wenn man einen Titel gewinnen will, muss man sich einen anderen Verein suchen.“ 

Der Schritt zum TuS Metzingen war ein großer für ihn. Nach einem Jahr Metzingen mit Tabellenplatz drei ging es zu Borussia Dortmund. Ein riesengroßer Verein mit der Fußball-Tradition. Das ist anders als in Blomberg oder Metzingen. Die Rolle, die der Frauenhandball einnimmt, ist in Dortmund geringer. Aber mit dem Fußballverein im Rücken sind ganz andere wirtschaftliche Möglichkeiten da. Der gute Kader in der letzten Saison, der dann Platz eins gebracht hat. Es ist etwas schneller gegangen als erwartet, diese Mannschaft zusammenzuführen. Leider wurde dann diese Saison durch Corona zu früh beendet.

Borussia Dortmund ist ein Verein, der diesen Spagat aus Nachwuchsförderung und Spitzenposition 1. Bundesliga geht. Das ist immer eine Herausforderung, denn es gelingt selten, dass ein Talent von der Jugend, in die Spitze der ersten Liga kommen kann. Das mag er aber und ist sehr engagiert.

 

Saisonabbruch und kein Meistertitel für den BVB

Wie bitter, wenn eine Saison abgebrochen wird, und man steht auf Platz eins. Das hat  auch ihn und seine Mannschaft tief ins Mark getroffen. Man kann der Meinung sein, dass man nicht deutscher Meister ist, wenn man noch ein Drittel der Saison spielen muss. Dem hätte er sich auch absolut anschließen können. Aber akzeptieren kann er nicht, dass die Männer anders verfahren haben. Handball ist Handball. Warum man da keine einheitliche Lösung gefunden hat, ist ihm schleierhaft. Natürlich weiß er das die Ligen HBL und HBF autonom entscheiden. Aber der normale Mensch in Deutschland der hat das nicht verstanden. Und wie schwierig muss das gewesen sein, das den Spielerinnen zu erklären. Der Saisonabbruch war unglaublich früh. Zu früh? Aber alternativlos. Aber in der Art der Kommunikation und der Mitnahme der Clubs etwas eigenartig.

Dann ging es durch alle Medien. Auch die Äußerungen der HBF „Nun hat der Frauenhandball endlich die Aufmerksamkeit, die er immer braucht. Die haben natürlich niemanden gefallen. 

„Das Herz eines Sportlers, der sich um diesen Titel gebracht sieht, das schlägt anders. Und man fühlt sich sehr missverstanden. Wenn solche Kommentare aus dem Präsidium der HBF kommen, die einfach den Respekt haben vermissen lassen.“

Am Ende steht nach dieser wirklich guten Saison die Champions-League-Qualifikation. Das ist im Vereinssport, dass Höchste, was es gibt. Das ist das erste Mal für Borussia Dortmund, für viele Spielerinnen und für André. Die Vorfreude ist groß. Der Fokus liegt aber schon auf der neuen Saison. Die Mannschaft, die auf vielen Positionen zusammen geblieben ist, wird wieder angreifen. Auch wird man versuchen, sich Titel zu holen. Zusätzlich steht noch die Austragung des Final Fours an, da hofft man natürlich noch auf eine Austragung. Die gute Saison hat natürlich Anerkennung gebracht, aber am Ende wünscht man sich einen Titel. Eine deutsche Meisterschaft ist ein Titel für die Ewigkeit. Und die Enttäuschung ist groß, wenn man jetzt die Bilder vom THW sieht, wo die deutsche Meisterschaft gefeiert wird. Da blutet schon das Borussen-Herz. Warum man keine einheitliche Entscheidung herbeiführen konnte, bleibt schleierhaft. Kaffeesatzleserei ist auch, dass man noch in Bietigheim hätte spielen müssen und dort hätte verlieren können. Dortmund hat diese Saison aber auch schon zweimal gegen Bietigheim gewonnen. Wenn man die Saison abbricht, sollte man den Stand nehmen, der zu dem Zeitpunkt aktuell war.

Von den Clubs der Bundesliga hat er ein wenig den Respekt vermisst. Wenn Bietigheim sagt, wir nehmen die Tabelle der Vorsaison. Da war Dortmund nur siebter. Wo ist dann der Respekt vor der Leistung des BVB und wo erkennt man an, dass es da eine Entwicklung gegeben hat.

Auch kann die Marke Borussia Dortmund für den Frauenhandball noch sehr wichtig werden. Dank Borussia Dortmunds Bemühen gab es einen großen medialen Druck. Klar war ihm, dass es bei dieser Entscheidung bleiben würde. Auch die Meldung das es sich um Diskriminierung und mangelnden Respekt vor Frauen handelte, dem konnte er nicht folgen. Das war auch seiner Meinung nach nicht der Grund. Man kann auch durchaus der Meinung sein, das der THW Kiel nicht hätte Meister werden dürfen.

„….. und ich kann an der Stelle auch fragen: „Wem nützt es denn, wenn wir ohne deutschen Meister dastehen? …… Man kann es stundenlang diskutieren. Das ist ja auch passiert und das habe ich auch machen müssen. Irgendwann war ich es wirklich bitterleid …… Am Ende bleibt das 98 % der Menschen nicht verstanden haben, warum im Handball zwei unterschiedliche Entscheidungen getroffen worden sind. Da wäre eine Absprache nötig gewesen.“

Meister der Herzen, hört er jetzt nicht so gerne…..

Meister der Herzen ist was für Schalker. Und Dortmunder wollen da gar nichts von hören. Das hat irgendwas von Mitleid. Er ist der Trainer des Tabellenführers einer abgebrochenen Saison.

 

Zum Schluss könnte er sich noch seine Traum-Spielerin zusammen basteln. Wen würde er da nehmen? Und bei seiner Antwort kommt auch wieder der erfahrene Team-Player in ihm zum Vorschein.

„Eine Spielerin basteln möchte ich mir jetzt nicht. Und wenn ich da jetzt mehrere hervorheben würde und daraus jetzt die Fähigkeiten nehmen würde, wären jetzt andere beleidigt. Ich hatte das Glück, das ich viele spannende Spielerinnen trainieren durfte und immer noch darf. Immerhin habe ich vier Weltmeisterinnen in meinem Kader. Das ist etwas ganz Besonderes. Ich habe tolle Angreiferinnen und tolle Abwehrspielerinnen immer mit unterschiedlichen Qualitäten …….. es gibt nicht den Prototypen einer Spielerin.“

 

Vielen Dank für das Gespräch!

 

 

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Wäre ich ein Mann, wäre ich jetzt deutscher Meister! Mit dieser Aktion protestierten die Dortmunder Damen

 

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Das Team von Borussia Dortmund

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André im Interview

André Fuhr 1 (2)

André Fuhr 3 (2)
André in Action

 

Fotos Borussia Dortmund und privat