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Mühlenkreis-Handballer im Blickpunkt! Heute mit Paul Holzhacker

Den meisten Zuschauern ging es beim Spiel gegen Balingen wahrscheinlich wie mir, als ich auf  dem Sky-Tableau den Namen Holzhacker las. Wer ist das denn? Auch wieder einer von den ganz jungen Spielern aus der Dankerser Talentschmiede. Ich habe mich mit ihm unterhalten und bin auf einen durch und durch netten jungen Mann getroffen. Er hat das Herz am rechten Fleck und setzt alles daran, immer näher an das Profi-Team zu kommen.

Zugegeben das GWD-Spiel gegen Balingen-Weilstetten war als GWD-Fan nur schwer mit anzusehen. Nach der langen WM-Pause kamen die Grün-Weißen nie in Tritt. Eine Niederlage mit sieben Toren stand am Ende auf der Anzeigentafel, so stellt man sich sein Debüt eher nicht vor. Aber als Frank Carstens den 18 Jahre jungen Paul Holzhacker wenige Minuten vor Schluss auf das Spielfeld schickte, da war das egal.

Ich habe noch nie so viele Nachrichten bekommen wie nach diesem Spiel. Nicht mal Weihnachten!

Über die Reaktionen nach dem Spiel gegen Balingen

Mit gerade 16 Jahren zog er von Iserlohn nach Minden. Gespielt hat er vorher beim Letmather TV (ist wohl eher nur was für Kenner). Angefangen ist er beim Handball-Kindergarten mit knapp drei Jahren. Im Kampf um die westdeutsche Meisterschaft der C-Jugend gegen Mannschaften wie Nettelstedt, Lemgo und Gummersbach war Paul nicht nur Marius Traue aufgefallen. Die Einladung zu ein paar Probetagen in den Ferien ließ er sich nicht entgehen und der Kontakt riss nie ab. Zu seinem zweiten Jahr B-Jugend wechselte er zu GWD Minden. Und Paul ist Marius Traue auch sehr dankbar für seine Hartnäckigkeit und die Unterstützung, gerade in der ersten Zeit in Minden.

Seine Familie ist sein Rückhalt

Allein die Geschichte mit dem Trainingsraum im Keller ist schon der Hammer

Wer kommt eigentlich auf die Idee, seinen Kindern im Keller einen Handball-Trainingsraum einzurichten? Antwort: der Vater zweier handballverrückter Jungs. Als im Keller der Familie Holzhacker noch ein Raum frei war, hat man diesen kurzerhand mit Paketband und Panzerband zum Handballfeld umgestaltet. Dort hat er viel Zeit mit seinem Bruder, aber auch alleine verbracht. Sein Vater musste für Extraeinheiten herhalten. Dieser Raum war für seine Freunde schnell eine Anlaufstelle und dort wurde immer viel trainiert. So etwas hat auch nicht jeder.

Über die Anfangszeit in Minden

Die erste Zeit war schon hart, das gibt er offen zu. Mindestens zweimal täglich hat er mit zu Hause telefoniert und viele Wochenenden in Iserlohn geschlafen. Seine Eltern unterstützen ihn unglaublich. Früher und jetzt immer noch. Für seine Familie war es natürlich sehr hart, dass er zwei Autostunden von zu Hause entfernt Handball spielt. Sie sind bei jedem Spiel dabei. Früher fuhr ihn sein Bruder zum DHB-Stützpunkttraining, heute holt Paul ihn von Partys ab. So ändern sich die Zeiten. Das Gefühl, das er jetzt die Partys und das, was ein junger Mensch mit 16 macht, verpasst, ja das hatte er öfters. Aber er weiß ja, dass er es für den Handball macht.

Ein paar Mal hat er auch Unterschlupf bei seinem ebenso verrückten Kumpel Heinrich Bredemeier bekommen. Bevor Paul ganz alleine in der WG schlafen sollte, gab es die Einladung, im Hause Bredemeier zu nächtigen.

Letztes Jahr hat er sein Corona-Abitur mit allen Entbehrungen abgelegt. Im August hat er eine Ausbildung zum Industriekaufmann bei der Firma Melitta begonnen. Grund solide ist der Paul ja schon. Erst die Ausbildung und dann später das Studium neben der Handball-Karriere laufen zu lassen, das ist sein Plan. Der Arbeitgeber Melitta ist natürlich als GWD-Sponsor super für ihn. Auch ist er sehr dankbar, das die Firma ihm den Spagat zwischen Ausbildung und Handball möglich macht. Das hört bestimmt jeder Arbeitgeber gerne.

Leben und wohnen in der Jugend-WG von GWD.

Dort hat jeder Bewohner ein eigenes Zimmer mit eigenem Badezimmer(!!). So hat er auch für sich seinen Rückzugsort, der ihm sehr wichtig ist. Seine Mitbewohner sind ein bisschen zur Ersatzfamilie geworden. Auch Olli Asweh muss man da erwähnen. Olli, der alles rund um die WG organisiert und gute Kontakte hat, ist zum väterlicher Freund für alle geworden. Er hat immer ein offenes Ohr für die Jungs.

Paul war auch in der Dienstags-Fördergruppe der jungen GWD-Talente dabei, nur seit dem ersten Lockdown ruht dieses leider. Er mochte vor allem das in der kleinen Gruppe individuell auf die Spieler eingegangen wurde. Und ohne Marius Traue oder Sebastian Bagats jetzt abzuwerten, ein Training mit Frank Carstens hat dann schon einen anderen Charakter. Auch Kleinigkeiten wie Besserung der Armhaltung hat er sehr genossen. Paul vergisst aber auch nicht, dass Sebastian Bagats einen großen Anteil an seiner sportlichen Entwicklung hat.

Schon mal den Kontakt zu Frank Carstens herzustellen, miteinander vertraut zu machen. Wissen wie tickt der jeweils andere. Was erwartet er.

Über seine Zeit in der Talentgruppe

Mit seiner Mannschaft, der A-Jugend, hat er bis zu achtmal die Woche trainiert, denn auf dem Besselgymnasium gab es noch drei Vormittagseinheiten. Aufgrund des Corona-Lockdowns ist die Saison der A-Jugend leider ausgesetzt. Seit einem Monat trainiert er jetzt bei den Profis nachmittags mit.

Frank Carstens ist ein Super-Trainer. Denn von einem Bundesliga-Trainer korrigiert zu werden oder Tipps zu bekommen, das ist schon cool.

Paul über Frank Carstens
Und wie ist das Training mit den Profis?

Die Tatsache mit den Profis von GWD Minde unter anderem mit den Handballikonen Carsten Lichtlein und Christian Zeitz zusammen zu trainieren, ist für ihn schon fast unglaublich. Von Lütti bekam er auch den Namen Paulinho verpasst. Überhaupt in dieser Zeit trainieren zu dürfen, ist ein Privileg, dass er sehr zu schätzen weiß.

Letzte Woche kam Lucas Grabitz auf mich zu und meinte: „Überleg mal, was du in den letzten vier Wochen für einen Sprung gemacht hast!“ Vor vier Wochen dachte ich noch, ob ich hoffentlich bald wieder Handball spielen kann. Und inzwischen habe ich mein Bundesliga-Debüt gegeben.

Es geht alles so schnell ist schwer zu realisieren

Angefangen ist er im rechten Rückraum, aber mit 183 cm Körpergröße ist er jetzt besser auf der Außenposition aufgehoben. Er liebt es, Tore zu werfen und Tempogegenstöße zu laufen. Aber auch die Abwehr ist wichtig für ihn. Bälle klauen ob mit dem Molthahn-Trick oder in lange Pässe reinzulaufen, das ist Pauls Welt.

Noch spielt er sein letztes Jahr A-Jugend

Lockdown Nr. 1

Die Mannschaft war super drauf, auch Trainer Sebastian Bagats hatte alle gut eingestellt. Die Saison ist erfolgreich begonnen. Schnell stand die norddeutsche Meisterschaft mit Siegen u. a. gegen Flensburg fest. Und dann, wenn man sich gerade auf die deutsche Meisterschaft freut, kommt Corona. Das Heimspiel gegen die Füchse wurde abgesagt. Aber man hatte immer noch die Hoffnung, dass das nachgeholt wird. Als dann die Jugend-Handball-Bundesliga komplett abgesagt wurde, war das hart.

In seinem letzten Jugendjahr wollte er alles raushauen ……… dann kam Lockdown Nr. 2

Wieder sind die Jungs grandios gestartet, haben in Kiel gesiegt und schon ist die Saison unterbrochen worden. Ein bisschen Resthoffnung besteht, aber es ist die Frage, ob das überhaupt möglich ist. Er und alle seine Mitspieler halten sich weiterhin fit, aber von Lockdown zu Lockdown wird es schwieriger.

Paul ist so ein positiver und handballverrückter Typ, der den Sport lebt. Eigentlich läuft nichts ohne den Sport. Das Sprungkrafttraining mitten in der Nacht mit Florian Kranzmann facetimen, ist schon krass, oder?

Ich bin mir sicher, dass Paul seinen Weg gehen wird. Mit seiner Lockerheit, die vielen Profis oft fehlt, wird er bestimmt noch oft von sich reden machen.

Fotos by Christian Bendig (auch das Profilfoto), GWD Minden, Instagram. Dankeschön!

Ein paar Outtakes:

Meine Gefühle beim Bundesliga-Debüt kann ich gar nicht beschreiben. Man träumt sein ganzes Leben davon. Ein unbeschreiblicher Moment. Es war schon schön.

Über sein Bundesliga-Debüt

Es vermeintlich schlechter Zeitpunkt, sein Bundesliga-Debüt zu geben, wenn man zu Hause mit sieben Toren verliert. Da konnte ich mich nicht so öffentlich freuen, die Stimmung in der Kabine war auch nicht so super.

Über seine Gefühle bei seinem Bundesliga-Debüt

Beim Fußball bin ich noch ein Level unter Mats Korte.

Das schreit ja wirklich nach einer Challenge

Ich liebe es, Tore zu werfen.

Einfach Paul

Von meinem Bruder hole ich mir oft Rat. Hotti Bredemeier nennt ihn schon meinen Chefspielerberater.

Über seinen großen Bruder Jan

Hotti sowie Heinrich Bredemeier sind oft Anlaufstellen für mich gewesen.

Über die beiden Bredemeiers

Eine Zeit lang habe ich mitten in der Nacht mit Florian Kranzmann Sprungkrafttraining gemacht und dabei gefacetimed .

Über das Sprungkrafttraining im Lockdown

Vielen Dank für das grandiose Gespräch lieber Paul. Und sorry für die kleinen Unterbrechungen.

Zum Schluss ab ins Kreuzverhör!

Frühaufsteher oder Langschläfer? Langschläfer

Kaffee oder Tee?              Kaffee       

Wasser oder Cola ?                  Wasser

Bier oder Mixies?         Bier          

Salat oder Steak?          Steak         

Burger oder Pasta?  Vor dem Spiel Pasta, nach dem Spiel Burger

Playstation oder X-Box?  Playstation         

Fußball spielen oder Fußball zocken?  Zocken

Abwehr oder Angriff?        Angriff        

Tempogegenstoß oder lass die anderen laufen?  Laufen natürlich

Liga oder Pokal?          Liga            

Heimspiel oder Auswärtsspiel?   Heimspiel

Krafttraining oder Lauftraining?  Beides

Relaxen oder Extra-Trainingseinheit? Extra-Trainingseinheit

Trickwurf oder knapp am Kopf vorbei?  Knapp am Kopf vorbei

Oben oder unten rein ins Tor?   Oben links in den Winkel

Rambo oder Zeitz? Helge Frederking

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Mühlenkreis-Handballer im Blickpunkt! Heute mit Max Staar

Seit der A-Jugend spielt Max Staar für GWD Minden. Dass der Linkshänder mit dem verschmitzten Lächeln vorher die Juniorenakademie des TV Grosswallstadt besucht hat, wissen eher die wenigsten. Was treibt einen 15-Jährigen an, mehrere Hundert Kilometer weg von zu Hause, diesen Weg einzuschlagen? Wir haben lange darüber gesprochen. Hatte er Heimweh? Wie ist er schulisch zurechtgekommen? Warum ist er nach knapp zwei Jahren nach Minden gewechselt? Wer hat ihn dort unterstützt und den nötigen Halt gegeben?

Und warum er gerade seiner Kreuzbandverletzung noch etwas Gutes abgewinnen kann und er den Kraftraum jetzt doch öfters zum Trainieren benutzt, das alles klären wir hier!

Max ist eigentlich eher der gemütliche Typ, der sich gerne mit seinen Freunden auf einen Kaffee trifft. In der Corona-Zeit hat er die Zeit an der frischen Luft für sich neu entdeckt. Und obwohl er aus Hagen in der Nähe von Dortmund kommt, ist er Werder Bremen-Fan. Miroslav Klose hatte es ihm angetan, auch wegen seines Salto-Torjubels. Nachdem Miroslav Klose dann zum FC Bayern München gewechselt ist, wollte er Bayern-Fan werden. Nur da hatte sein Vater etwas dagegen, denn man wechselt seine Vereinsliebe nicht.

Er war immer ein Junge, der sehr viel Bewegung brauchte, aber zum Handball ist er eher unter außergewöhnlichen Umständen gekommen. Obwohl sein Vater in Volmetal Handball gespielt hat, hat er in der Halle mehr aufs Tor geschossen als geworfen. Aufgewachsen ist er in der Nähe eines Fußball-und Tennisplatzes. Seine ganzen Freunde waren bei den Minikickern oder beim Tennis, da war er auch dabei. Dem Handball ist er erst mit 10 oder 11 Jahren näher gekommen. Reichlich spät eigentlich.

Max ist Linkshänder und die sind im Handball sehr begehrt, trotzdem ist er erst auf der Mitte angefangen. In der B-Jugend wechselte er über die halbrechte Seite auf die Rechtsaußen-Position.

Für Max nicht ungewöhnlich, dass er noch in Grosswallstadt als B-Jugendlicher schon A-Jugend spielte. Ein gewisser Antonio Metzner war aufgrund einer Verletzung in den Profikader aufgestiegen und Max in die A-Jugend hochgezogen. Aber auch bei GWD in der A-Jugend und in der 2. Mannschaft hat er auf halb rechts verbracht, bis dann irgendwann klar wurde, das für den Blick auf die Bundesliga eher die Rechtsaußen-Position für ihn vielversprechender ist.

Die Zeit in der Junioren-Akademie des TV Grosswallstadt interessiert mich

Wie kommt man eigentlich auf die Idee, als knapp 15-jähriger Junge mehrere hundert Kilometer entfernt von zu Hause Handball zu spielen?

Bei den Lunder-Spielen in Schweden, eins der größten Junioren-Turniere überhaupt, war er damals mit der C-Jugend von Eintracht Hagen. Dort ist er einem Jugendkoordinator vom TVG aufgefallen. Denn nach seiner Rückkehr klingelte das Telefon bei Familie Staar. Das Angebot in die Junioren-Akademie zu wechseln stand. Da so ein Akademie-Platz aber monatlich richtig viel Geld kostet, gab es einigen Redebedarf in der Familie.

Das hat sich bestimmt über ein halbes Jahr gezogen. Meine Eltern wollten das eigentlich überhaupt nicht. Und es gab richtig viel Stress zu Hause, weil ich da unbedingt hin wollte.

Über die Entscheidung, nach Grosswallstadt zu gehen.

Und das dauernde Generve von Max trug Früchte. Nachdem sich Familie Staar gemeinsam die Akademie angeschaut hatte, war Max natürlich noch mehr Feuer und Flamme. Obwohl es seiner Mutter am schwersten fiel, ihn gehen zu lassen, durfte Max letztendlich wechseln. Und Max genoss dort erst mal seine neu gewonnene Freiheit in vollen Zügen. So hatte er auch komplett vergessen, sich in den ersten drei Monate mal bei seinen Eltern zu melden. Es waren Sommerferien, er wohnte mit 15 Jungs in einer Wohngemeinschaft. Kurz gesagt: Max hatte andere Dinge zu tun.

Dann kam mein Trainer zu mir und sagte: „Du meldest dich bei deinen Eltern nicht. Das können wir so nicht machen. Wenn das so weitergehen sollte, dann musst du wieder nach Hause. „

Über seine Anfangsmonate in der Akademie

Alles in allem hat dies aber nie seinem guten Verhältnis zu seinen Eltern geschadet. Auch hat sich das Verhältnis zu seiner Schwester seit seinem Auszug extrem gebessert.

Sein Tagesablauf in der Akademie war Aufstehen–mit dem Bus zur Schule–nach Hause–Mittagessen (gekocht von einer Haushälterin)–kurze Pause–drei bis vier Stunden in die Halle zum Training–Abendessen– danach kam der Nachhilfelehrer. Meist war seine Konzentration dann nicht mehr am höchsten. Unvermeidlich kam das, was zu erwarten war, er musste das Schuljahr wiederholen.

Handballerisch hat er aber sehr von dieser Zeit profitieren können. Die Möglichkeiten mit dem frühen A-Jugend-Bundesliga-Spielen. Aber irgendwann war der Punkt des Abschiedes da. Es klappte mit dem Trainer nicht mehr so richtig. Auch in der Schule lief es nicht besser, das war Ende der 10. Klasse. Das Abitur war mehr als in Gefahr. Und seinen Eltern gefiel das überhaupt nicht. In einer Nacht-und Nebelaktion holte sein Vater ihn nach Hause.

Er war dann zwei Tage zu Hause und schon klingelte das Telefon. Es gab Interesse von Gummersbach, Lemgo und Minden. Beim Probetraining in Minden traf er auf Jonas Zollitsch und Tim Brand, die ihm bestens bekannt waren. Er hat hier alles angesehen, Kampa-Halle, Trainings und Schule. Schnell stand sein Entschluss fest.

Da seine Eltern von einer Spieler-WG nicht so viel hielten und die Schule ja auch im Vordergrund stehen sollte, wurde ihm eine Familie, bei der er unterkommen konnte, vorgeschlagen. Und diese Familie stellte sich als absoluten Glückgriff heraus. Und aus einer Probenacht bei Richtzenhains wurden fünf Jahre. Und er ist in Minden geblieben. Mit Justus Richtzenhain verbindet ihn seitdem eine tiefe Freundschaft.

Familie Richtzenhain hat mit Sicherheit ihren Anteil daran, dass ich den Weg gehen konnte, den ich gegangen bin. Auch später bei meiner Kreuzbandverletzung, waren sie immer ein verlängerter Arm meiner Eltern. Und glücklicherweise lief es besser in der Schule. Alles ist zu einem guten Ende gekommen mit Abitur und Bundesligavertrag.

Über seine „Pflegefamilie“ Richtzenhain

Alles organisatorische wurde geregelt. Ihm wurde jeder Wunsch von den Lippen abgelesen. Dafür zeigt Max sich heute noch unglaublich dankbar. Und die große Freundschaft zu Justus hält weiterhin an.

Ist der Wunsch, Bundesliga-Spieler zu werden, eigentlich immer im Kopf gewesen?

Max sagt Nein. Trotz Jugend und Junioren-Nationalmannschaftseinsätzen, seinem Zweit-und Erstliga-Debüt und dem Sprung von der A-Jugend direkt in die Profimannschaft, war es nie sein Ziel, Handball-Profi zu werden. Nebenbei hat er ein Studium im Projektmanagement begonnen, dem er sich demnächst wieder mehr widmen möchte.

Fotos by Nadine Hoppmann

In der A-Jugendzeit verletzte er sich schwer-auch daraus ist er auch stärker geworden

Der Wettbewerbs-Typ Staar fühlt sich durch sein Talent und sein Selbstbewusstsein durch den Handball getragen. Sieben Monate konnte ihn der Kreuzbandriss vom Handball abhalten. Und ihn kam die Gewissheit, dass man mit so einem Kreuzbandriss auch mal eine ganze Saison ausfallen kann. Daraus ist der neue Max dann entstanden, der in der Reha-Zeit zum ersten Mal zum Krafttraining gekommen ist.

Vielleicht war das gar nicht so schlecht. Vielleicht hat diese Verletzung zu meinem Weg gehört. Kurze Auszeit vom Handball und Zeit für Dinge nehmen, die wichtig im Leben sind. Durch die Verletzung konnte ich auch Vorteile ziehen.

Über seine Verletzung

Bemerkenswert deine Offenheit lieber Max! Ich danke dir ganz herzlich für dieses Gespräch und deine Zeit.

Noch ein paar Zitate gefällig?

Heimspiel ist, wenn das Publikum für uns ist und wenn wir grün sehen.

Über die Umstellung in Lübbecke spielen zu müssen

Wenn wir unsere Sachen für Auswärtsspiele aus der Kampa-Halle holen, ist da ein komisch verlassenes Gefühl. Da steht jetzt alles voll. Da haben wir sonst trainiert!!!

Über die leere Kampa-Halle

Ich habe ja bisher auch immer nur von den berüchtigten Mallorca-Fahrten gehört. Alle reden davon, wie toll das ist. Die Mannschaft ist verjüngt. Wir sind uns sympathisch. Da hatte ich mich schon sehr auf Sachen gefreut, die nicht stattgefunden haben.

Über den Corona-Saisonabbruch ohne Abschluss

Ich spiele öfters mit Lucas Meister Tennis. Und er hat immer haushoch verloren. Er hatte gar keine Chance gegen mich. Er hat jedes Mal vor jedem Spiel eine große Klappe.

Max, das habe ich doch gerne erwähnt, weil du mich darum gebeten hast.

Ich habe den unbedingten Willen, immer besser zu werden. Ich trainiere auch schon mal heimlich, um besser zu werden.

Über seinen eigenen Ehrgeiz

Ab geht es ins Kreuzverhör:

Frühaufsteher oder Langschläfer? So ein Mittelding pünktlich um 8.30 Uhr!!!

Kaffee oder Tee?          Kaffee           

Wasser oder Cola ?        Wasser        

Bier oder Mixies?     Bier                

Salat oder Steak?      Steak             

Burger oder Pasta?  Burger

Playstation oder X-Box?            ——–

Fußball spielen oder Fußball zocken?  Fußball spielen

Abwehr oder Angriff?  Abwehr              

Tempogegenstoß oder lass die anderen laufen?  Laufen natürlich!!

Liga oder Pokal?          Liga           

Heimspiel oder Auswärtsspiel?   Heimspiel

Krafttraining oder Lauftraining?  Krafttraining

Relaxen oder Extra-Trainingseinheit?  Extra-Trainingseinheit

Trickwurf oder knapp am Kopf vorbei?  Knapp am Kopf vorbei

Oben oder unten rein ins Tor?   Unten

Rambo oder Zeitz?   Im Angriff Rambo in der Abwehr Zeitz

Max in Bildern

Fotos by Angela Metge, Bea Dahle und Imagoimages

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Mühlenkreis-Handballer im Blickpunkt! Heute mit Justus Richtzenhain

Auch so einer aus der großen Talentschmiede von GWD Minden.

Vor kurzer Zeit berichtete eine große deutsche Tageszeitung über Mindens Justus Richtzenhain. Hier in Minden und in Handballkreisen ist Justus gut bekannt. Aber dort wurde von einem Vertragsangebot aus Hamburg berichtet. Inzwischen bin nicht nur ich ziemlich froh, dass Justus seinen auslaufenden Vertrag bei GWD Minden längst verlängert hat. Und diese Meldung zumindest nur ein Gerücht war.

Hier gibt es Infos zu Justus aus erster Hand, die wirklich wahr sind. Wir haben lange gesprochen über die Gründe für seine Vertragsverlängerung. Seine weiteren Pläne mit GWD Minden und sein Verhältnis zu Frank Carstens. Aber auch darüber, wo seine berufliche Zukunft liegt und wie die Corona-Pandemie auch ihn beeinflusst hat.

Seine Anfänge

Schon mit 3 1/2 Jahren ist er bei den Super-Minis von GWD Minden mit dem Handball angefangen. Und jetzt, mit 22 Jahren, ist Justus gar nicht mehr aus dem GWD-Team wegzudenken. Mit viel Fleiß und Schweiß hat er sich ans Profi-Team herangekämpft. Und Frank Carstens kann sich immer auf ihn verlassen.

Ich war nie ein talentierter Fußballer, deshalb war Handball meine erste und einzige Wahl.

Über sein Fußballtalent. Mats Korte behauptet diesen Titel übrigens für sich. Da könnte man mal eine Battle starten. GWD sucht seinen schlechtesten Fußballer.

Seine Eltern haben ihn damals direkt beim Handball angemeldet, da der Fußball nicht so seine Sache war. An seine Anfangszeit erinnert er sich sehr gerne. Christopher Kunisch hat ihn in der E-Jugend trainiert. Auch Andreas Simon schaute bei einer Trainingseinheit vorbei, der ganz wertvolle Tipps dabei hatte.

Wenn ihr euch immer schön dehnt, dann werdet ihr auch genauso groß wie ich.

Andreas Simon bei einer Mini-Trainingseinheit. Guter Tipp! Inzwischen ist Justus um einiges größer als Andreas

Mit der D-Jugend holte Justus seinen ersten Titel. Auf diese Kreismeisterschaft ist er ganz besonders stolz und muss natürlich unbedingt erwähnt werden. In der B-Jugend folgte der Westfalenmeistertitel. Ein Jahr später die westdeutsche Meisterschaft mit der A-Jugend. Bei den deutschen Meisterschaften gab es dann jeweils das Aus im Viertel-und Halbfinale. Die Meisterschaftsspiele in der Jugend waren für ihn ein absolutes Highlight.

Wir haben vor vielen Zuschauern in Flensburg, Eisenach, Leipzig und Balingen gespielt. Man fühlt sich da direkt dichter dran am Profisport, als man eigentlich ist. Es ist ein total geiles Gefühl, so etwas zu erleben.

Über seine Jugendzeit

Bilder privat aus den Jahren 2015-2017

Kreisläufer-warum eigentlich?

Bis zur D1-Jugend hat er noch im Rückraum und auf der Mitte gespielt, wie so viele Handballer. Aber irgendwann fehlte seiner Mannschaft ein Kreisläufer. Also musste Justus an den Kreis, weil er der größte und kräftigste Spieler war. Inzwischen hat sich das als eine nicht ganz so schlechte Idee erwiesen. Zwischendurch hat er noch mal kurz die Hoffnung gehabt, in den Rückraum zurückzukehren, aber mittlerweile möchte er seine Kreisläuferposition nicht mehr abgeben. Seit dieser Zeit ist Bjarte Myrhol sein Vorbild.

Für ihn liegt der Reiz dieser Position vor allem im Stellungsspiel. Zweikämpfe am Kreis sind nicht so sein Ding. Die Schnelligkeit und das Auge für Räume hat er sich von Magnus Gullerud abschauen können. Das Beste am Ganzen für ihn ist, wenn man frei vor dem Tor ist. Diese 1:1 Duelle, die Ruhe zu bewahren und den Torhüter ausgucken.

Wenn man bei GWD ist, hat man dann automatisch den Wunsch, Bundesliga zu spielen?

Je näher er an den Leistungssport herangeführt wurde, umso mehr „Blut“ hat er geleckt. Ab der B-Jugend ging sein Blick schon mal zum Profisport rüber. Ein gewisses Talent hatte man dem passionierten Angler immer mal nachgesagt. Ab dem zweiten Jahr A-Jugend wurde es auch für ihn absehbar.

Parallel zum Sport studiert er Mediendesign als Fernstudium.

Handball spielt man nicht ewig und man verdient auch nicht wie im Fußball. Und so mache ich ein Studium als Mediendesigner, als zweites Standbein neben dem Sport.

Justus über seine Pläne nach dem Handball

Seine Ziele für die nächste Zeit

Erst mal gut durchkommen ohne weitere Verletzungen. Und mit GWD einen erfolgreichen zweiten Teil der Saison spielen. Möglichst schnell nichts mehr mit dem Abstieg zu tun zu haben. Auch möchte er sich weiterentwickeln und etablieren. In der nächsten Saison will er an sich arbeiten und seiner Mannschaft weiterhin hilfreich sein, indem er facettenreich und vielseitig einsetzbar ist.

Die Kampa-Halle steht leer

Die Kampa-Halle ist immer noch der Treffpunkt für das GWD-Team bei Auswärtsspielen. Und jedes Mal die leer stehende Halle mit den Pappfiguren von Marian Michalczik und Espen Christensen im Eingang zu sehen, das ist schon traurig und ein seltsames Gefühl dort nicht reinzudürfen.

Die Kreissporthalle Lübbecke ist jetzt Heimspielstätte

Anfangs war es für ihn komisch, denn er ist mit der Kampa-Halle groß geworden. Und Lübbecke kannte er nur als Auswärtsspiel. Aber mit der super Stimmung der Zuschauer hat auch er sich daran gewöhnt. Es ist aber nicht dasselbe wie die eigene Heimspielhalle. Sollte die Mindener Halle wirklich in dieser Saison wieder geöffnet werden, würde sich das ganze Team drüber freuen. Aber er vergisst auch nicht, dass den Gegebenheiten entsprechend die Halle in Lübbecke ein guter Ersatz ist.

Und dann kam der Saisonabbruch

Gerade hatte man sich mit Lübbecke arrangiert, da schlug die Corona-Pandemie zu. Wie geht man als junger Spieler damit um? Eigentlich wurde das gesamte Team aus seiner Vorbereitung herausgerissen. Alles war so neu, die Infektionszahlen gingen hoch. Erst wurde nur das Spiel abgesagt, dann der gesamte Spielbetrieb eingestellt. Zwei Monate hat er seine Mannschaftskollegen gar nicht gesehen, Trainingspläne und Trainingsequipment gab es für zu Hause. Das gesamte Team wurde mitten aus dem Spielbetrieb gerissen, man hatte keinen Abschluss. Vor allem war es auch mental ein Problem.

Darauf folgte die längste Vorbereitung überhaupt von Mai bis Oktober mit einer kurzen Unterbrechung. Aber für Justus war es eine viel zu lange Zeit, aber er sieht auch dort etwas Positives. Man konnte sich mit den neuen Spielern wenigstens gut einspielen. Eigentlich wollten alle wieder anfangen zu spielen.

Auch wenn es jetzt ohne Zuschauer ein Gefühl ist, das man schlecht beschreiben kann. Denn eigentlich spielt er lieber vor und mit den Zuschauern.

Die Halle ist still. Aber man muss trotzdem in dieselbe Motivation und Spannung kommen, wie man sonst über die Atmosphäre kommt. Man gewöhnt sich zwar dran, aber es ist nie dasselbe, wenn man Zuschauer dabei hat.

Über das Spielen in der leeren Halle
Aber eins vergisst er nicht, Dankbarkeit

Dankbarkeit dafür, das er und die anderen Spieler ihren Beruf voll ausüben können. Und das man trotzdem einen Weg gefunden hat weiterzuspielen. Auch wenn alles etwas anders ist.

Die Vertragsverlängerung

Die Entscheidung, meinen Vertrag zu verlängern, war eine Entscheidung, die von Herzen kam. Die nach ein paar Mal drüber schlafen ,ganz leicht gefallen ist, weil ich hier in einer guten Situation bin. Sei es mit Trainer, Mannschaft und der Art, wie mit jungen Spielern gearbeitet wird.

Über seine Vertragsverlängerung

GWD hat es in der letzten Zeit immer geschafft, mit einer jungen Mannschaft halbwegs durch die Liga zu kämpfen. Hier wird super mit jüngeren Spielern gearbeitet. Die jüngsten Beispiele dafür sind Marian und Juri. Aber auch mit Magnus Gullerud kam ein junger Spieler nach Minden, der jetzt in Magdeburg spielt.

Ich habe immer bei GWD gespielt, bin geboren in Minden. Ich fühle mich hier wohl. Ich fühle mich in diesem Verein wohl. Für mich ist das eine gute Gesamtsituation. Man kennt die Stadt. Meine Familie und Freunde sind hier.

Da kann man nichts hinzufügen

Fotos by Nadine Hoppmann

Und mit Frank Carstens hat Justus und auch der ganze Verein den richtigen Trainer. Seitdem Frank Carstens hier ist, haben es mehr Jugendspieler in den Bundesligakader geschafft als in 15 Jahren davor. Und auch seine größten Entwicklungsschritte hat Justus unter ihm gemacht. Frank hat immer ein offenes Ohr für seine Talente und fördert sie, was oft über das normale Engagement eines Bundesliga-Trainers hinausgeht. Und genau deshalb gehören auch für Justus die legendären Auszeiten von Frank Carstens dazu. Sie rütteln wach und böse nimmt er es ihm auf keinen Fall. Es besteht für alle ein so großes Vertrauensverhältnis zu Frank, das es Sachen gibt, die gesagt werden können.

Frank war für mich ein großer Grund, meinen Vertrag zu verlängern. Ich habe mich unter ihm weiterentwickelt und da geht noch mehr. Die Arbeit, die Frank mit uns jungen Spielern macht, muss man hoch anerkennen.

Justus über seinen Trainer

Und jetzt ab ins Kreuzverhör:

Kaffee oder Tee?        Kaffee            

Ketchup oder Mayo?  Mayo

Burger oder Pasta?            Burger      

Wasser oder Cola  Wasser

Bier oder Sekt?              kein Alkohol         

Playstation oder X-Box?  Playstation

Abwehr oder Angriff?          Angriff     

Tempogegenstoß oder lass die anderen laufen? lieber die anderen laufen lassen      

Halle oder Sand?   Halle

Liga oder Pokal?              Liga        

Krafttraining oder Lauftraining?  Krafttraining

Trickwurf oder knapp am Kopf vorbei?    im Spiel eher knapp am Kopf vorbei

Vielen Dank für das Gespräch Justus!

Titelbild by Angela Metge

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Mühlenkreis-Handballer im Blickpunkt! Heute mit Fynn Hermeling

Eigentlich heißt er Fynn-Lukas Hermeling, aber Fynn wird er genannt. Der 18 -jährige, der gerade kurz vor Jahresfrist seinen ersten Profivertrag bei GWD Minden unterschrieben hat, ist ein großes Talent. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn sein Spitzname ist „Langer“ und wer hat ihn so genannt? Das war Horst „Hotti “ Bredemeier. Das Hotti bei Fynns sportlicher Karriere eine ganz große Rolle spielt, das wird weiter unten noch genau erklärt. Nur eins sei gesagt, Hotti hatte schon früh den richtigen Riecher bei Fynn.

Wir haben auch über seine Anfangszeit beim TuS Holzhausen-Hartum und später bei der NSM Nettelstedt gesprochen. Im Gegensatz zu Florian Kranzmann ist er einen etwas anderen Weg gegangen, über Nettelstedt. Und ein paar Jahre später stehen beide im Kader von GWD Minden.

Ein Rückraum Linker, eine gute Position für Mindener

Er spielt auf Rückraum links, eine Position, die schon immer eine stark besetzte bei GWD Minden war. Bei der Handball-WM 2007 war er 5 Jahre alt. Auch bei ihm kam das Feuer für den Handball durch die Familie. Sein Vater war lange Torwart und hat ihn auch zwischenzeitlich trainiert. Und eigentlich wollte er auch im Tor stehen, nur das konnte man ihm glücklicherweise wieder ausreden.

In Hartum nahm Waltraud Jakob ihn unter ihre Fittiche und sah in ihm schon früh ein großes Talent. Seine erste Frage im ersten Training an seine Trainerin war übrigens: „Wie kann ich Bundesliga spielen und wie kann ich in die Nationalmannschaft kommen?“ Das reibt man ihm heute noch gerne unter die Nase. Zumindest ist er bis jetzt auf einen guten Weg dahin.

Sechs Jahre später wechselt er zu NSM Nettelstedt. Er ging in Hille auf die Verbundschule und dort war Jasmin Gojacic sein Sportlehrer. Der Draht von Hille nach Nettelstedt war kürzer. Und Jasmin Gojacic sprach ihn dann in der Mensa an, ob er nicht mal zum Probetraining kommen wolle. Er hatte Lust auf mehr Handball und wollte weiterkommen. Die C und D-Jugendzeit war eine gute Zeit für ihn und seine Trainer Stefan Kruse und Daniel Gerling haben ihn dort weitergebracht. Insgesamt drei Jahre trug er dort das Trikot. Aber in seinem Hinterkopf war immer der Gedanke, dass er zu GWD gehen möchte.

Zur B-Jugend war es so weit und er wechselte zu GWD Minden, denn die Jugendarbeit von GWD ist für ihn eine andere Welt. Und bei diesem Wechsel hatte Hotti auch seine Hände mit im Spiel.

Und dann kam Hotti auf mich zu und er meinte: „Komm Langer! So langsam müssen wir mal das richtige Trikot anziehen.“

Der Satz von Hotti zu Fynn

Mit Trainer Marius Traue passte einfach alles. Auch die Einstellung von GWD passte mit seiner überein. Und die Zeit war auch sehr erfolgreich, zwei Westfalenmeisterschaften und das Erreichen des Halbfinales bei der deutschen Meisterschaft stehen auf dem Zettel.

Kurz vor dem Jahreswechsel kam dann der Knaller. GWD bzw. Frank von Behren haben ihm einen Vertrag für die Bundesligamannschaft angeboten. Auch mit Hotti hatte er noch kurz vorher darüber gesprochen, denn es war ja immer sein Ziel gewesen.

Lange überlegen musste ich da nicht. Und da das der Verein meiner Geburtsstadt ist, macht mich das schon stolz.

Über seine nur kurzen Überlegungen

Fynn Hermeling rechts und Florian Kranzmann links Foto: GWD Minden

Aufgeregt ist er zum Mannschaftstraining gekommen

Da sind so Spieler wie Zeitzi und Lichtlein, die auch bei der WM 2007 dabei waren. Und du darfst jetzt mittrainieren. Natürlich kann er viel von ihren Tipps und Erfahrungen profitieren.

Auch von Frank Carstens zeigt er sich beeindruckt

Der GWD-Coach kann gut mit jungen Spielern umgehen. Auch Fynn war im Fördertraining für GWD-Talente und diese werden von Frank Carstens trainiert. Ein supersympathisches Auftreten und lustige Sprüche sind dort an der Tagesordnung. Frank Carstens bezeichnet er als nahbar, der sich beim Training die Talente an die Seite nimmt und vieles noch mal bespricht.

Seine Arbeit zahlt sich ja auch bei Marian Michalczik und Juri Knorr aus, die beide zu Nationalspielern geworden sind.

Über GWD-Trainer Frank Carstens

Welche Ziele hat ein 18 -jähriger in seiner ersten Profi-Saison?

Er möchte sich im Team etablieren, denn nur ein Team hat zusammen Erfolg. Denn mit nur guten Einzelspielern bleibt der Erfolg aus. Er will alles geben, um der Mannschaft zu helfen. Pascal Hens ist übrigens sein Vorbild. Seine starken Würfe 2007 und seine extravagante Frisur fand er cool und wollte ihm da nicht nur sportlich nacheifern.

Klein-Fynn mit seinem großen Vorbild Pascal „Pommes „Hens Foto: privat

Familienmensch und handballverrückt

Fynn ist ein Familienmensch und genießt die Zeit mit seiner Familie, der Freundin und den Großeltern. Aber für ein richtiges Hobby fehlt auch hier die Zeit, obwohl er sehr ehrgeizig ist und immer gewinnen will. Natürlich informiert er sich über den Handball. Social Media, Handball-Blogs oder Podcasts. Vor allem bei Auswärtsfahrten gibt es immer eine Podcast-Folge von Hand aufs Harz oder frei.vor auf die Ohren (ich mache schon wieder Werbung für den Lenni).

Hotti ein langer Wegbegleiter

Seit der E-Jugendzeit sind die beiden sich immer wieder über den Weg gelaufen. Und inzwischen kann er mit ihm über alles reden. Auch als es um seinen Profivertrag ging, war das GWD-Urgestein ein guter Berater und eine Vertrauensperson für ihn. Ein gutes Feedback gab es immer mal wieder. Hotti war oft bei den Spielen, da sein eigener Sohn Heinrich Mannschaftskollege von Fynn war. Auch in seiner Nettelstedter-Zeit ist der Kontakt nie abgerissen.

Für Hotti ist es ein persönliches Anliegen, die jungen Spieler weiterzubringen…..wenn er Potenzial in einem sieht, dann will er denen schon das Beste anbieten.

Fynn über Hotti Bredemeier

Im Kreuzverhör zum Schluss:

Kaffee oder Tee?          Kakao            

Ketchup oder Mayo?  Mayo

Burger oder Pasta?      Burger           

Wasser oder Cola? Wasser

 Bier oder Sekt?        Bier                

Playstation oder X-Box? Playstation

Abwehr oder Angriff?      Angriff        

Tempogegenstoß oder ich lasse die anderen laufen? Tempogegenstoß einleiten

Halle oder Sand?   Halle

Liga oder Pokal?      Liga               

Krafttraining oder Lauftraining? Krafttraining

Trickwurf oder knapp am Kopf vorbei?  Knapp am Kopf vorbei, bin kein Trickwurfkünstler

Fynn vielen Dank für das Gespräch!

Fotos Christian Bendig (auch das Profilfoto) und GWD Minden

Hervorgehoben

Mühlenkreis-Handballer im Blickpunkt! Heute mit Florian Kranzmann

Kurz vor Weihnachten hat Florian Kranzmann seinen ersten Profivertrag bei GWD Minden unterschrieben. Für den 18 -jährigen eine coole Sache. Um ihn den GWD-Fans und natürlich auch den Handball-Fans ein bisschen vorzustellen, habe ich mich mit ihm unterhalten. Eins kann ich vorwegnehmen, der Florian ist eine verdammt coole Socke. Und überhaupt cool scheint sein Lieblingswort zu sein. Kein Wunder, wenn man mit 18 Jahren schon so eine Chance bekommt.

Wir haben sehr lange gesprochen, ohne das uns langweilig wurde. Wie ist er nach Minden gekommen? Wer ist sein sportliches Vorbild? Und wie versteht er sich mit Mats Korte?

Auch habe ich ihn nach seinem Trainer Frank Carstens gefragt. Wie ist das Training mit den Profis? Und wie wurde er in der Profimannschaft aufgenommen? All das erfahrt ihr hier.

Um den 18 -jährigen ist es seit ein paar Tagen deutlich unruhiger geworden. Die Mindener Presse und natürlich auch der heimische Radiosender haben ihn ins Visier genommen. Der gebürtige Bielefelder ist schon in der C-Jugendzeit ein Grün Weisser geworden. Mit 12 Jahren pendelte er von Bielefeld, wo er noch bei seinen Eltern wohnt, nach Minden. Am Besselgymnasium wird er sein Abitur machen. Zwischenzeitliche Pausen verbringt er in der GWD-WG. Und abends zum Schlafen geht es zurück nach Bielefeld.

Mit 2 Jahren bekam er seinen ersten Handball geschenkt

Seine Familie ist nicht so ganz unschuldig an Florians Handballtalent. Seine Mutter hat früher in der 3. Liga gespielt und auch der Rest der Familie ist handballbegeistert. Zeitgleich spielte er noch Fußball, aber letztendlich hat der Handball ihm mehr Spaß gemacht. In der Jugend hat er auch auf der Mitte gespielt, da er aber oft der Kleinste war, ist er auf die Außenposition gewechselt. Und dort fühlt er sich sehr wohl. Sein Ding ist es, in der Abwehr mal auf die Mitte-Position zu wechseln. Warum auch Mats Korte ihn für diese Deckungsvariante favorisiert, könnt ihr hier nachlesen.

Handball zu spielen hat mir einfach mehr Spaß gemacht. Ich fand es cooler.

Florian über seine Entscheidung für den Handball

Seine Ziele für seine erste Bundesligasaison

Mitte Dezember kamen die GWD-Verantwortlichen auf ihn zu und wollten ihn als 2. Mann auf der linken Außenseite. Das war immer sein Traum und sein Ziel. Da musste er nicht lange nachdenken und hat zugesagt. Damals zur C-Jugendzeit hat er die Weichen dahingehend gestellt. Schulwechsel und das gewohnte Umfeld verlassen, das war ein großer Schritt für ihn. Schon in der B-Jugend kann er große Erfolge aufweisen. Kein Ligaspiel ging in 2 Jahren verloren und am Ende sprang der Westfalenmeister-Titel heraus. Im ersten Jahr bei der deutschen Meisterschaft kam das Aus im Halbfinale gegen den späteren Titelträger SC Magdeburg. Und im zweiten Jahr die Niederlage im 1/8 Finale gegen die Füchse Berlin. Noch heute schwärmt er von dem Team und Trainer.

2019 wurde er auch zu den ersten Lehrgängen der U19-Nationalmannschaft unter Trainer Erik Wudtke eingeladen. Sein Debüt erfolgte beim Sparkassen-Cup, den er mit seiner Mannschaft gewinnen konnte. Im Finale wurde Island vor 2.500 Zuschauern besiegt. Den Adler auf der Brust, die National-Hymne wird gespielt, Eltern sind dabei, das macht ihn schon sehr stolz. Es ist ihm eine Ehre, sein Land repräsentieren zu dürfen.

Für mich war immer klar, wenn ich nach Minden wechsele, dann möchte ich auch Profi werden.

Über seine Einstellung zum Profi-Handball

Als Erstes möchte er sich in das Team reinfinden. Und da er auch seit Längerem mit der Mannschaft trainiert, kennt er bereits viele Spieler. Er möchte sich aber auch schon im ersten Jahr beweisen. Aber er weiß, dass er der zweite Linksaußen ist. Er möchte jede Chance, die sich ihm bietet, nutzen. Stück für Stück seine Leistung bringen und verbessern. Mit Mats Korte versteht er sich übrigens sehr gut. Mats unterstützt und hilft ihm jetzt schon sehr viel. Ein großer Vorteil ist, dass Mats den ähnlichen Weg schon vorausgegangen ist, den Florian noch gehen wird. Auch betont er gerne, dass Mats sein Amt als Kassenwart sehr ernst nimmt und das Geld sicher eintreibt.

Der ist ein harter Hund. Ich finde es gut, dass er nicht nur das eine Gesicht hat.

Über seinen Trainer Frank Carstens

Mit Frank Carstens arbeitet er schon seit über einem Jahr zusammen. Florian war im sogenannten Perspektivkader, der von Frank Carstens trainiert wird. Frank Carstens ist ein cooler Typ und hat immer Sprüche drauf. Aber er kann auch ernst sein. Sportlich hat Frank Carstens ihn sehr viel weitergebracht. Nachdem er bei ihm im Training war, ist er auch zur Nationalmannschaft berufen worden. Vor allem die Wurftechnik von Außen haben die beiden verfeinert.

Wenn man als Siebzehnjähriger zur Profimannschaft stößt, dann ist das schon komisch. Das sind tolle Typen, die gut Handball spielen. Man muss versuchen, sich durch Leistung zu beweisen.

Über seinen Einstieg bei den Profis

Die Mannschaft hat ihn toll aufgenommen. Auch ein Vorteil für ihn ist, dass er viele junge Spieler bereits kennt. Mit Justus, Simon, Leon, Max und hat er vorher schon zusammen gespielt und die haben ihm den Einstieg erleichtert.

Es wäre schön, mal wieder vor Zuschauern zu spielen. Ohne die Trommler wäre das schlimm. Es ist komisch, die leeren Ränge zu sehen. Ein großer Teil der Atmosphäre geht einfach verloren.

Über die Spiele ohne Zuschauer, die er hinter der Bank verfolgen durfte

Handball ist immer ein Thema bei ihm

Oft zockt er mit Freunden und Handball ist immer ein Thema. Egal ob Champions League oder Meisterschaft, da wird heiß diskutiert. Ab und zu hört er auch Podcasts Hand aufs Harz und frei.vor mit Lennart Wilken Johannes sind seine Favoriten. (Ich weiß gar nicht, warum ich den Lenni immer erwähne! Dabei kann er sich einfach nicht merken, dass ich einen Handball-Blog habe.)

Domagoj Duvnjak ist sein Vorbild

Der große Domagoj Duvnjak hat ihm zu Hamburger Zeiten schon sehr gut gefallen. Beim Abwehrspiel auf der Mitte vorgezogen, hat er sich einiges abschauen können. Deshalb ist das auch seine Lieblings-Abwehr-Variante. Auch das Dule gegen jeden decken konnte, selbst wenn er körperlich unterlegen war, hat ihm gefallen. Seine Führungsqualitäten und sein Auftreten imponieren ihm. Da können wir uns alle auf ein direktes Duell mit dem Kieler mächtig freuen.

Zum Schluss geht es ins Kreuzverhör:

Kaffee oder Tee? Tee

Ketchup oder Mayo? Ketchup

Burger oder Pasta? Burger

Playstation oder X-Box? Playstation

Halle oder Sand? Halle

Krafttraining oder Lauftraining? Krafttraining

Trickwurf oder nah am Kopf vorbei? Trickwurf

Fotos by Christian Bendig (auch das Profilfoto) und private Quelle. Vielen Dank!

Vielen Dank für das Gespräch!

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Handballtalente im Fokus! Leoni Oehme! Eine Karriere die zu früh endete!

Leoni Oehme ist 23 Jahre jung und eine unheimlich erfolgreiche junge Handballspielerin gewesen. Bis eine schwere chronische Patellasehnenentzündung und ein Meniskusschaden ihre Karriere viel zu schnell beendet hat. Lange hat sie mit Schmerzen im Knie gespielt. Lange hat sie gedacht, dass es doch wieder besser werden muss. Aber es wurde nicht besser und sie hängte die Handballschuhe an den Nagel.

Für einen jungen Menschen, der sein bisheriges Leben auf den Handball ausgerichtet hat, ist das eigentlich nur schwer zu akzeptieren. Wie war das für die junge Frau, die gerade erst einen Vertrag bei Borussia Dortmund unterschrieben hatte?

Da müssen doch Welten für sie zusammengebrochen sein. In unserem Gespräch erlebe ich aber eine sehr abgeklärte Leoni. Sie ist mit sich im Reinen, wie man so schön sagt. Wir sprachen über ihren schnellen Aufstieg, die Schmerzen, das Karriereende und die Rückkehr zum Handball. Irgendwie geht es doch nicht ohne.

Die Anfänge

Zum Handball gekommen ist sie natürlich durch ihre Eltern. Mutter Claudia und Vater Thomas waren selbst erfolgreiche Handballer. Vielen Mindenern wird vor allem Thomas noch bekannt sein aus seiner GWD Minden Zeit.

Und genau zu dieser Zeit ist sie ihre ersten Schritte in Pampersbuchse über Handballfeld gelaufen. Im Alter von 6 Jahren ist sie aber erst mit dem Handballspielen angefangen. Der TuS Barkhausen war ihr erster Verein. Aber sie hatte auch eine andere Leidenschaft, das Tanzen, Ballett und Hip Hop. Ihre Eltern haben sie aber nie zu einer Handball-Karriere gedrängt.

Aber bei Leoni siegte der Handball und es ging schnell hoch hinaus

Zur C-Jugend-Zeit ist sie zum HSV Minden-Nord gewechselt. Und das hat sie Christoph Fahrenberg zu verdanken, denn eigentlich war Leoni da noch viel zu schüchtern. Letztendlich traute sie sich den Wechsel dann zu. Und auch da zeigte sich Leonis Talent schnell. Denn in der B-Jugendzeit half sie schon früh in A-Jugend und 1. Frauen aus. Und ihr sportliches Highlight damals war mit gerade 16 Jahren in der 1. Frauen Mannschaft gegen den TSV Hahlen zu spielen.

Mit 14/15 Jahren ging sie ins Westfalen-Auswahl-Stützpunktraining in der Kampa-Halle 2. Ihre Schüchternheit und ein Knorpelschaden im Sprunggelenk verhinderten aber den ein oder anderen Lehrgang. Mit Franzi Höppe ging es einmal die Woche zum DHB-Stützpunkt-Training nach Blomberg. Und auch bei der HSG Blomberg-Lippe entdeckten sie Leonis Talent. Nach einem Testspiel von Minden-Nord in Blomberg lud Björn Piontek sie dann zu einer Probewoche ein.

Da ich aber immer sehr schnell Heimweh bekomme, war für mich klar, dass ich nicht ins Internat möchte.

Leoni ein Wohlfühl-Familienmensch

Der Wechsel nach Blomberg war von 0 auf 100 und nebenbei noch das Abi gemacht

Leoni musste also pendeln. Was ja auch für ihre Eltern bedeutete, dass sie sie fahren mussten. Viermal die Woche Training nebenbei noch das Abitur abgelegt. Das Trainingspensum war sehr hoch, aber sie hat auch enorm viel gelernt. In ihrer A-Jugendzeit und in der Drittliga Mannschaft hat sie enorme Schritte nach vorn, auch mit Hilfe ihrer Trainer gemacht. Von ihren Mitspielerinnen Gordana Mitrovic und Alicia Stolle konnte sie immens profitieren. Blomberg hat sie vorzeitig verlassen, da war der Vertrag in Dortmund schon unterschrieben.

Die Weltmeisterschaft 2016 in Russland stand an, aber sie verletzte sich am Knie. Sie ließ sich operieren, aber für die Weltmeisterschaft reichte es dann nicht mehr. Auch weil das Knie sich immer mehr bemerkbar machte und sie schon im Alltag stark einschränkte.

… und weil ich auch im Kopf noch nicht so weit war. Ich war vom Kopf noch nicht bereit so eine Weltmeisterschaft zu spielen.

über ihre WM-Absage 2016
Die Vertragsauflösung in Dortmund – unvermeidbar leider!

 Im Jahr 2016 mit 19 Jahren ging sie zu Borussia Dortmund. Borussia Dortmund ausgestattet mit einem perfekt organisierten Team, das selbst Blomberg in den Schatten stellte. Eine Professionalität für die ihr jetzt noch die Worte fehlen.

Die komplette Vorbereitung hatte sie in Dortmund noch mitgemacht. Aber die Patellasehnenentzündung erwischte sie mit voller Wucht. Alltägliche Dinge wie Auto fahren oder Treppen steigen wurden zur Qual.

Ich war 19 Jahre alt. Und im neuen Verein, da weißt du nicht, wie kommunizierst du das.

über ihre Verzweiflung

Borussia Dortmund hat dann alles versucht, das Knie wieder hinzukriegen. Sogar ein Spezialist in Augsburg gab ihr keine Hoffnung. Irgendwann war sie dann auch selber an dem Punkt angekommen, wo sie nicht mehr konnte. Es ging nicht mehr! Zu ihrer Trainerin Ildiko Barna bestand ein sehr großes Vertrauensverhältnis. Ildiko war wie eine 2. Mama für sie, auch als es um die Vertragsauflösung ging. Ildico hatte so großes Verständnis und hat Leoni unterstützt und versichert, dass ihr immer die Türen in Dortmund offenstehen. Genau das brauchte die verzweifelte Leoni auch. Die Bestätigung, das sie für sich die richtige Entscheidung getroffen hat.

Halt und Unterstützung nach dieser Entscheidung bekam sie von ihrer Familie und von ihrem damaligen Freund, der im Lemgoer Handball-Internat lebte. Aber sie hat sich auch selbst aufgefangen. Sobald sie Dortmund verließ, war der Druck weg. Sie hat auch nicht viel getrauert. Sie hat viel Zeit in Lemgo und somit auch beim Handball verbracht. So wurde ihr der Handball nicht weggenommen. Zwei Jahre ist sie jedes Wochenende in die Halle gegangen, weil sie das brauchte. Und für diese Unterstützung ist sie auch ihrem Ex-Freund sehr dankbar.

Inzwischen spielt sie sogar wieder Handball- einmal Handball immer Handball

Eigentlich brauchte sie ja den Handball nicht….. Aber da sie sich ja viel in Lemgo aufgehalten hat, und rund um sich rum alle Handball gespielt haben, ging sie dann mal zum Training mit. Und es hat ihr auf einmal voll Spaß gemacht. Aktuell spielt sie ganz bescheiden in der Oberliga in Bad Salzuflen. Und der Körper macht mit. Sie hat dort die beste Mannschaft der Welt gefunden (Das hören die Salzufler bestimmt gerne, oder?)

 

Sie studiert im normalen Leben BWL im 6. Semester in Lemgo an der technischen Hochschule und wird dieses Jahr ihren Bachelor machen. Sie kann sich gut vorstellen, dann in die Handelsbranche zu gehen.

Zum Schluss nochmal Werbung bitte für den Frauenhandball- der Sport ist so kraftvoll

Leoni findet den Unterschied zwischen Frauen und Herrenhandball übrigens gar nicht so gravierend. Der Trainingsaufwand und die Fahrtstrecken sind genau wie bei den Männern und müssen auch vieles vernachlässigen. In ihren Augen ist der Ball bei den Frauen sogar noch schneller vor allem bei Tempogegenstößen. Wenn das kein Grund ist, mal wieder in die Halle zu gehen (wenn man wieder darf).

Übrigens: Leoni ist ein Fan vom Mindener Handball Podcast frei.vor mit Lennart Wilken-Johannes. Aber wer ist das im Mühlenkreis nicht?

Vielen Dank für das Gespräch! Es hat mich sehr berührt mit dir zu sprechen! Ich habe eine tolle junge Frau kennengelernt, die mich sehr beeindruckt hat.

(Hier könnt ihr mein Gespräch mit Thomas Oehme nochmal nachlesen).

Fotos privat, HSG Blomberg, Borussia Dortmund Vielen Dank!

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Handballtalente im Fokus! Heute mit Lea Rühter

Auffallend ist das viele weibliche Talente zum Handball durch ihre Eltern bzw. spielende Mütter gekommen sind. Babysitter = Sporthalle. Toll, wenn man so unbeschwert aufwachsen durfte. Meine heutige Gesprächspartnerin Lea Rühter gibt uns da jetzt ein paar Einblicke. Ein Gespräch über ihre bisherige Handball-Karriere die Nationalmannschaft und warum sie überhaupt im Tor steht. Ich freue mich sehr die Psychologie-Studentin mit meinen Fragen löchern zu dürfen.

An sich ist es ja fast schon selbstverständlich, das immer neue deutsche Talente in den Ligen und in der Nationalmannschaft ihren Platz finden. Vor allem ist es aber wichtig, genau diese Talente schon in frühen Jahren zu fördern. Auch bei Lea Rühter ist mit der Nachwuchsförderung schon früh begonnen worden.

Nadine: Lea, du bist 22 Jahre jung und spielst schon in der 1. Liga des Buxtehuder SV. Erzähl doch mal ein bisschen von deinem Werdegang. Wann hast du mit dem Handballspielen angefangen? Wie bist du zum Handball gekommen?

Lea: Ich habe angefangen, als ich 5 Jahre alt war. Eigentlich gefühlt schon früher, weil ich immer mit meiner Familie in der Halle war. Meine Mutter hat früher auch hochklassig Handball gespielt und mein Vater war lange Handballtrainer. Ich war immer zu deren Spielen mit dabei. Und habe jede Gelegenheit genutzt, aufs Handballfeld zu rennen, wenn es frei war. Angefangen zu spielen habe ich dann bei der SG Hamburg-Nord von der ich mit 14 Jahren zu der JSG Alstertal/Norderstedt gegangen bin. Mit 16 bin ich dann zum BSV gewechselt, wo ich vor ca. 5 Jahren mein Bundesligadebüt gegeben habe. Im September 2018 habe ich dann noch gegen Russland mein Nationalmannschaftsdebüt gefeiert.

Nadine: Liegt das Handball-Gen in deiner Familie?

Lea: Ja, ich denke schon. Wie bereits gesagt, hat meine Mutter, aber auch mein Vater und mein Bruder früher Handball gespielt. Allerdings war niemand von denen ein Torwart.

Nadine: Du bist gebürtige Hamburgerin, Frauenhandball ist da ja nicht so eine ganz große Nummer?

Lea: Leider nicht so wirklich. Das war auch der Grund, warum ich mit 16 Jahren schon nach Buxtehude gewechselt bin. Das war noch das Dichteste an meiner Heimat. Allgemein ist es sehr schade, dass der Frauenhandball im Norden nicht so stark verbreitet ist. Dementsprechend sind unsere Auswärtsfahrten in den Süden immer sehr lang.

Nadine: Du spielst im Tor! Gibt es eine Geschichte dazu? Hast du zuerst auf dem Feld gespielt? Oder warst du die Jüngste, die ins Tor musste?

Lea: Ja, ich habe bis Anfang der C-Jugend auch noch im Feld gespielt. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass ich mich da nicht so stark weiterentwickelt habe. Und irgendwann hätte nicht mehr mit meinen Freundinnen zusammenspielen können. Da wir zeitweise keine Torhüterin hatten, habe ich mich daran ausprobiert und das hat ziemlich gut geklappt. Im Endeffekt gefällt es mir auch besser, meinen eigenen Raum ohne Körperkontakt zu haben.

Nadine: Welche Junioren-Auswahlmannschaften hast du schon durchlaufen? Und welche Titel hast du gewonnen?

Lea: Ich war von Anfang an bei dem Jahrgang 98/99 in der Jugend Nationalmannschaft dabei und habe mit der 2015 die Europameisterschaft gespielt. 2017 kam dann mit den Juniorinnen meine 2. EM dazu und 2018 schließlich auch meine erste Weltmeisterschaft. Mit der Jugend-Nationalmannschaft war ich allerdings nie ganz vorne dabei. Dafür habe ich 2016 und 2017 mit der A Jugend die deutsche Meisterschaft gewonnen und 2017 auch den Pokalsieg der Bundesliga geholt.

Nadine: Dein A-Länderspiel-Debüt hast du auch schon gegeben. Wie ist das im Kreise der Nationalmannschaft? Gib uns mal einen kleinen Einblick. 

Lea: Bei der Nationalmannschaft zu sein, ist definitiv eine große Ehre und bringt total Spaß, mit den besten Spielerinnen aus Deutschland zusammenzukommen. Es ist schön, dass jede das gleiche Ziel verfolgt und man in jedem Training bis zum Maximum gefordert wird. Trotzdem steht der Aspekt, „Freude an der ganzen Sache zu haben“, stark im Vordergrund. Die Mannschaft ist also nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch daneben ein tolles Team, wo man sich als neue junge Spielerin schnell wohlfühlen kann.

Nadine: Erzähl uns mal aus deiner Sicht, was den Frauen-Handball ausmacht! Warum es sich wirklich lohnt, in die Halle zu gehen bzw. jetzt zu streamen.

Lea: Ich finde, dass der Frauenhandball sehr facettenreich ist. Wir haben im Vergleich zu den Männern nicht so viel Kraft, sodass wir Frauen darauf angewiesen sind, auf viele taktische Mittel zurückzugreifen. Der Frauenhandball hat sich zu einem enorm schnellen Spiel entwickelt und lebt von Emotionen und Teamgeist. Ich denke, dass Handball allgemein nie langweilig wird, weil sowohl die Trainer als auch die Spielerinnen Freude daran haben, neue taktische Mittel zu finden und den Handball immer weiter zu entwickeln.

Nadine: Seit 2014 spielst du für den Buxtehuder SV. Erst in der A-Jugend und jetzt in der 1. Mannschaft. Erzähl uns was von euren Saisonzielen und bring uns dein Team etwas näher. 

Lea: Ich denke, dass man an dem bisherigen Saisonverlauf schon ziemlich gut sehen kann, dass jede Mannschaft jedes Spiel gewinnen kann, wenn man Topleistung bringt. Genauso kann man ein Spiel auch schnell verlieren, wenn man keinen guten Tag erwischt. Unser Team ist dieses Jahr besonders jung. Ich bin 22 Jahre alt und spiele bereits in Team Alt mit. Das hat definitiv viele Vorteile, weil jede Spielerin auch sehr ehrgeizig ist und Bock hat etwas zu lernen. Aber natürlich ist es mit nur zwei älteren Spielerinnen schwierig genug Erfahrung in das Spiel einzubringen, dessen Wichtigkeit man nicht unterschätzen sollte. Dementsprechend haben wir sehr starke Schwankungen in unserer Teamleistung. Ein Spiel gegen einen deutlich stärkeren Gegner wie Dortmund gewinnen zu können, das macht uns stolz. So ein junges Team hat immer Lust auf mehr und ich möchte weiter daran arbeiten, dass wir Konstanz in unsere Leistung bekommen. Und unser Ziel ist es, am Ende zum einen ins Pokal Final Four einzuziehen und in der Liga vielleicht noch im oberen Mittelfeld der Tabelle landen zu können.

Nadine: Die weltweite Corona-Pandemie macht auch vor dem Handballsport nicht halt. Wie siehst du die aktuelle Situation in der HBF?

Lea: Ich bin sehr positiv überrascht, wie gut wir die Saison bislang überstanden haben. Bei uns gab es noch keinen Corona-Fall und auch ansonsten wurden nur wenige Spiele verschoben. Ich freue mich natürlich, dass wir weiterspielen dürfen, aber wenn die Situation entsteht, dass man die Auswirkungen nicht mehr verantworten kann, finde ich es nur richtig, die Liga erneut zu unterbrechen. Trotzdem laufen die Spiele momentan nicht wie gewohnt ab. Wir spielen ohne Zuschauer, was ein komisches Gefühl ist. Allerdings muss ich auch sagen, dass man gerade in diesen schweren Zeiten merkt, wie viele tolle Dinge sich unsere Fans einfallen lassen, um uns zu unterstützen und ein gutes Gefühl zu geben! 

Nadine: Wie siehst du die aktuelle Situation international? 

Lea: Ich fand es anfangs bedenklich, dass das Turnier unter solchen Umständen, wie es jetzt der Fall war, stattgefunden hat. Noch mehr Zweifel kamen auf, als man von Corona-Fällen in einigen Mannschaften gehört hat. Ich finde es aber schwierig zu sagen, was im Endeffekt die richtige Entscheidung ist. Ich bin froh, wenn alle Spielerinnen nach der EM gesund in ihre Vereine zurückkehren.

Nadine: Blick zurück! Wie siehst du die Entscheidung der letzten Saison, dass kein Meister in der HBF gekürt wurde?

Lea: Das ist ein sehr schwieriges Thema. Ich finde den Vergleich zu den Männern einfach schwierig, dass dort ein Meister gekürt wird und bei den Frauen nicht. Solche Entscheidungen sorgen einfach für Unruhen. Dortmund hätte es in meinen Augen definitiv verdient gehabt. Und für jede Sportlerin in dem Team ist es natürlich auch bitter, nicht die gewünschte Anerkennung für die erbrachte Leistung zu bekommen. Meiner Meinung nach hätte Dortmund als Meister gekürt werden können, weil auch die internationalen Plätze nach diesen Platzierungen verteilt wurden.

Nadine: Liest du Handball-Blogs? ( Natürlich liest du meinen Blog jetzt) Hörst du Podcasts?

Lea: Tatsächlich gar nicht so viel. Ich lasse mir lieber Dinge erzählen, was so in der Handballwelt los ist. Außer ich sehe was sehr Spannendes. Dann möchte ich mir das nicht entgegen lassen.

Nadine: Bist du auf Social Media aktiv? Ist das eine Plattform, die dich interessiert und weiterbringt?

Lea: Ich habe einen Instagram-Account, aber nutze den nicht wirklich für Werbung oder Ähnliches. Grundsätzlich finde ich es schon interessant und würde nicht ausschließen, das in Zukunft irgendwann mehr für mich zu nutzen, aber derzeit halte ich mich noch bedeckter.

Vielen Dank für das Gespräch!

Porträtbilder: Quelle Daniela Ponath Fotografie

Fotos von der Instagram-Seite Lea Rühters. Mit freundlicher Genehmigung.

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Mühlenkreis-Handballer im Blickpunkt! Heute GWD Mindens Trainer Frank Carstens Teil 2

Teil 2 des Interviews mit Frank Carstens. Heute geht es dort weiter, wo wir nach dem Sieg gegen TUSEM Essen begonnen haben. Mich interessiert der Mensch Frank Carstens, der neben GWD Minden auch schon in Hannover, Magdeburg und beim DHB tätig war. Seit 2015 ist er Cheftrainer in Minden, mit diesem 2. Teil möchte ich ein bisschen hinter den Trainer schauen. Wie denkt der Mensch Frank Carstens?

Jeder, der sich schon mal mit ihm unterhalten hat, weiß, was für ein grandioser Gesprächspartner er sein kann. Und so kann man ein Interview mit ihm nur in zwei Teile aufteilen. Ein Mann mit Weitblick, der mich begeistert hat. Der mich gefangen hat in seiner Handball-Welt. Seine Ansichten in puncto Heimat, GWD und Nachwuchsarbeit kommen auf den Tisch. Aber auch seine legendären Auszeitansprachen habe ich noch mal hinterfragt.

Heimat für Sportprofis?

Frank Carstens hat 3 Jahre in Minden Handball gespielt. Jetzt ist er seit 2015 Trainer bei GWD. Fühlen sich Frank und seine Familie inzwischen heimisch im Mühlenkreis?

Der Begriff „Heimat“ ist für Sportprofis ist so eine Sache. Weil wir immer bereit sein müssen, den Wohnort zu wechseln. Da soll man sich keine Illusionen machen.

Frank Carstens lachende Antwort

Für die Spieler gibt es normalerweise 36 Plätze in der Bundesliga und für Trainer sogar nur 18. In dieser Saison etwas mehr. Zu sagen, hier ist meine Heimat und ich geh nirgendwo anders hin, das kann sich ein Sportprofi oder ein professioneller Trainer nicht leisten.

Auch nach den vielen Jahren hier als Spieler sind die Kontakte zu Horst Bredemeier und Günter Gieseking nie abgerissen. Man ist sich immer wieder über den Weg gelaufen. Mit Bremen, auch ein ehemaliger Verein, ist Minden einer der prägendsten Klubs seiner Karriere. Die ihn auch auf menschlicher Ebene immer begleitet haben.

Seine Familie ist sehr gut angekommen. Sie haben hier ein Haus gekauft. Das spricht schon sehr dafür, dass die Familie hier nicht mehr so gerne weg möchte.

Was macht den Klub GWD Minden aus?

Auf der einen Seite überzeugt ihn in Minden die starke Nachwuchsarbeit und man hat auch die Möglichkeit, diese Spieler in der Bundesliga einzusetzen. Wenn diese Nachwuchsspieler ein gewisses Level erreicht haben, dann ist hier die Möglichkeit, den Spielern den Weg in die HBL zu ebnen. Bei einem Klub wie dem SC Magdeburg, wo er vorher tätig war, ist das eine ganz andere Nummer. Da sind die Ansprüche wesentlich höher. Dort hatte er weniger Raum Nachwuchsspieler einzusetzen.

Hier in Minden kann man wirklich Talente entwickeln. Wir haben in den letzten Jahren viele Spieler im jungen Alter dazu bekommen, die wir dann ein paar Jahre begleitet haben und die dann zu besseren Klubs gegangen sind oder gehen werden.

Frank Carstens über Nachwuchsarbeit

Angefangen ist er in Minden mit einer Mannschaft, die ein Durchschnittsalter von 30 Jahren aufwies. Mittlerweile ist man bei einem Durchschnitt von 23 Jahren angelangt, das ist schon ein sehr krasser Unterschied. Und dabei sind die zwei 40-Jährigen mit einberechnet. Da hat sich schon viel getan bei GWD Minden. Diese Ausbildungsarbeit ist etwas, das er gut findet, ihm großen Spaß macht und auch das man viele Erfolge sehen kann, abseits der Tabelle.

Natürlich muss die Tabellensituation stimmen, die Ergebnisse müssen erzielt werden. Das Ziel ist immer das Mittelfeld, obwohl man das in den letzten zwei Jahren nicht erreicht hat. Da steht noch mal Besserung an. Konstanz zeigen, auch Leistungsträger halten wie es den Klubs wie z. B. der HSG Wetzlar, dem HC Erlangen oder dem BHC gelungen ist. Das gelingt GWD nicht immer, und so kann der Verein von dieser Nachwuchsarbeit nicht profitieren. Sein Ziel ist es, mit GWD einen einstelligen Tabellenplatz zu erreichen, aber dafür muss man Leistungsträger halten. Es geht nicht, jedes Jahr ein neues Team aufzubauen.

Aber genau das kommt wahrscheinlich in der nächsten Saison auf ihn zu

Elf Verträge laufen aus, aber das heißt ja nicht, dass elf Spieler gehen. Genau darum geht es jetzt. Leistungsträger zu halten, Spieler in ihrer Entwicklung noch weiter zu bringen. Aber wer kann in Minden gehalten werden? Gibt es schon Ergebnisse? Das ist im Moment die am schwersten zu beantwortende Frage, weil niemand weiß, auf welchem Level arbeitet GWD im nächsten Jahr überhaupt. Wie ist die Prognose? Davon hängt ja ab, wem man ein Angebot unterbreiten kann. Niemand weiß, wieviel Geld zur Verfügung steht, um den Spieler bezahlen zu können. Sein Ziel ist es, Spieler zu halten und weiterzuentwickeln.

Ein paar seiner Ansprachen in den Auszeiten sind ja schon legendär

Dank Sky kann man das ja auch alles schön mithören. Es gibt da diese legendäre Ansprache: „Wollt ihr mich ver…….? Was spielt ihr denn da für eine Sch…..?“

In der 2. Hälfte des Essen-Spiels hätte ich von ihm wieder so eine wortgewaltige und laute Ansprache erwartet. Aber die kam nicht. Wann und wie merkt er, wann er laut werden muss und wann nicht? Seit 2006 trainiert er professionelle Mannschaften, seine Trainerlizenz hat er viele Jahre davor gemacht. Irgendwann merkt man das.

Zu Beginn des Spiels sind wir deutlich überlegen. Wir haben alles im Griff. Wir führen deutlich. Verlieren kein einziges 1 gegen 1 Duell. Aber nach drei unglücklichen Aktionen sieht man das die Stabilität fehlt, so etwas wegzudrücken und wieder an sich zu glauben.

Auf das Essen-Spiel bezogen erklärt er mir es so.

Und weiter, wenn man 7:1 führt, dann kann man erwarten, dass die Mannschaft dies über die Zeit bringt. Aber das kann sein Team im Moment nicht. In Kiel hat sich die Mannschaft eine deutliche Niederlage abgeholt, dann folgte die Quarantäne wegen eines Corona-Falls. Die Mannschaft verliert mit Juri Knorr einen ganz wertvollen Spieler. Und dann verlieren sie das wichtige Spiel in Friesenheim.

Und gegen Essen war Druck drauf. Da macht es keinen Sinn, die Spieler wachzurütteln. Dann machen kleine Handlungsanweisungen mehr Sinn. Und das so, dass sie es auch wirklich verstehen können. Dann geht es nicht um eine emotionale Botschaft sondern um eine taktische Botschaft. Und es geht um Souveränität. Ruhe bewahren! Weitermachen!

Dann gibt es aber auch andere Momente, wenn die Mannschaft zu passiv ist. Zu wenig engagiert ist. Dieses ist meist in der ersten Halbzeit der Fall. Da muss er die Mannschaft wachrütteln.

Die wichtigen Auszeiten sind in der zweiten Halbzeit und man muss immer die gesamte Situation sehen. Es macht keinen Sinn, wenn ein Team eine Führung verspielt hat und mit drei Toren hinten liegt, dann noch draufzuschlagen und wachrütteln zu müssen.

Seine Spieler sehen diesen „verbalen Tritt“ aber nicht immer negativ. Sie sind vielleicht in dem Moment sauer und fragen sich, was will der denn jetzt? In der Reaktion wissen sie meist so ganz unrecht hat der nicht. Die Zusammenarbeit würde nicht so lange so gut funktionieren, wenn er das nicht dürfte. Das ist ja auch eine öffentliche Bloßstellung, das darf man nicht vergessen. Man muss sich schon gut kennen und Vertrauen zueinander haben.

Jedes Spiel ist eine permanente Prüfungsbelastung

Geht Frank Carstens während des Spieles so richtig mit? Braucht er sogar eine Dusche danach? Diese Saison hat er noch keine nach dem Spiel gebraucht, weil die Hallen viel kälter sind. Die Zuschauer sind nicht in da und es ist viel besser klimatisiert.

Aus den Prinzipien des mentalen Trainings weiß man, das die gleichen Hirnareale angesteuert werden, ob man sich eine Bewegung vorstellt, sie sieht und innerlich mitgeht oder ob man sie selber macht. Es belastet einen schon die permanente Aufforderung, Entscheidungen zu treffen ist eine beanspruchende Situation. Es gibt Spiele, die kann man eher aus dem Ärmel schütteln als andere. Die Spiele gegen Essen und Friesenheim sitzen schon etwas länger in ihm. Und er gibt zu, dass er manchmal wirklich kaputt ist. Trainer sein ist Arbeit.

Frank Carstens machte einen ziemlich erschöpften Eindruck nach der Niederlage im Spielo-Cup. Das Spiel hatte ihn mitgenommen.

Die Erklärung für das obige Bild folgt auch prompt von ihm. Nach einer schlechten Leistung in der Vorbereitung in Wilhelmshaven, dann das miserable Testspiel gegen den ASV Hamm. Danach wurde es langsam besser. Nach einem Sieg gegen den BHC folgte die Niederlage gegen Leipzig. Das Spielo-Cup Wochenende war insgesamt sehr anstrengend. „Ich merkte, wir waren auf einem guten Weg und ich konnte durchatmen.“ So etwas sieht man normalerweise nur in der Kabine von ihm.

Jedes Spiel ist eine geistige Belastung. Jedes Spiel ist eine permanente Prüfungssituation. Jeder fragt mich. Das Spiel fragt mich, das Team und manchmal fragen mich sogar die Schiedsrichter.

Ich bedanke mich ganz herzlich für dieses Gespräch. Es ist nicht selbstverständlich, in dieser besonderen Phase noch Zeit für ein Interview zu finden. Es hat mir unheimlich viel Spaß gemacht. Frank Carstens ist ein toller Unterhalter. Ich habe mich jede Sekunde wohlgefühlt und gerne zugehört.

Danke Frank Carstens

Alle Fotos von Nadine Hoppmann

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Mühlenkreis-Handballer im Blickpunkt! Heute GWD Mindens Trainer Frank Carstens Teil 1

Ich spreche mit Frank Carstens am Tag nach dem Last-Minute-Sieg gegen TUSEM Essen. Zeit zum Freuen bleibt leider nicht. Der Liga-Alltag hat ihn schon eingeholt. Auch steht heute der Corona-Abstrich wieder an. Zweimal die Woche wird die Mannschaft und der Staff auf Corona getestet. Leider inzwischen etwas Alltägliches.

Fast hätte er auch noch den heutigen Corona-Test vergessen. Frank Carstens ist ein Mann, der immer unter Strom steht. Selbstverständlich ist es da nicht, dass er sich trotzdem die Zeit für mich genommen hat.

In diesem ersten Teil des Interviews geht es mir um den Trainer Frank Carstens. Wie tickt er eigentlich? Wie sind seine Gedankengänge? Wie verarbeitet er die Spiele? Wie sieht er seine Mannschaft? Das harte Programm bis zum Jahresende und über die Auswirkungen von Corona auf den Handball.

Und vor allem wie klar hat er dieses Spiel knapp 12 Stunden nach dem Abpfiff schon analysiert? Bemerkenswerte Aussagen vom Trainer GWD Mindens.

Wie geht es Frank Carstens am Tag nach dem Spiel? Am Tag nach dem 30:29 gegen den TUSEM Essen?  

Sein Befinden ist immer abhängig vom Ausgang und von der Leistung. Auch wenn er sich davon eigentlich nicht beeinflussen lassen möchte. Aber wenn man gewonnen hat, ist es immer ein wenig euphorischer, als wenn man verloren hat. Das Spiel war nicht herausragend. Und es gibt auch für ihn eine Menge Kritikpunkte. Das Resultat war für ihn gut, glücklich und auch wichtig.

Und dann gehen seine Gedanken Richtung nächstes Spiel. Was haben sie daraus gelernt? Was muss man mitnehmen? Das sind dann die Gespräche um die Testungen herum, die er mit seinen Assistenztrainern oder auch mit den Spielern führt. Was ist vorgefallen? Warum sind die Fehler passiert? Warum ist das ein oder andere gut gelaufen?

Der große Unterschied zwischen Trainer und Spieler ist immer, dass es direkt weitergeht. Der Trainer hat sofort nach Schlusspfiff die neue Aufgabe……. Das Abfallen der Spielspannung ist bei Weitem nicht mehr so intensiv wie als Spieler.

Zitat Frank Carstens
Hauptsache zwei Punkte….eigentlich sogar vier

Vieles ist nicht optimal gelaufen, aber zwei Punkte sind zwei Punkte. Im professionellen Sport geht es um Ergebnisse. Und wenn man gegen einen Aufsteiger zu Hause spielt, sollte man das Spiel gewinnen. Das sollte der Anspruch der Mannschaft an sich selber sein, auch wenn man unten drinsteht. Auch weil es ein 4 Punkte Spiel war. In Spielen um den Klassenerhalt zählen die Siege extrem viel. Und deshalb war die Niederlage gegen die Eulen aus Ludwigshafen so enttäuschend. Und es war wichtig das Spiel gegen Essen zu gewinnen.

Aber es war nicht alles gut, das sagt er ganz klar. Aus diesem Spiel heraus hat er mit seiner Mannschaft ein paar Lehren gezogen und Selbstvertrauen getankt. Es gab viele Momente, die gut waren. Vor allem das stark verbesserte Deckungsverhalten hat ihm gefallen. Nur die Chancenauswertung und einige Disziplinlosigkeit in der Verteidigung zum Ende der ersten Halbzeit. Das sind so Dinge, die wieder besser werden müssen in der Zukunft. Für ihn aber ganz wichtig, die Stärke nach drei Toren zehn Minuten vor Schluss zurück zu kämpfen und eine sehr gute mentale Leistung zu zeigen. Genau diesen Punkt hat die Mannschaft im Spiel gegen Ludwigshafen vermissen lassen. Aber sie haben viel darüber gesprochen. Das war nicht professionell. Und so etwas ärgert ihn.

Jetzt geht es noch Schlag auf Schlag. Die nächsten Spiele sind Stuttgart, der TBV und der HC Erlangen. Rechnet sich die Mannschaft Chancen aus?     

Auch wenn die Mannschaft in den letzten Spielen nicht so erfolgreich war, rechnen er und sein Team sich immer Chancen aus. GWD ist eine der Mannschaften in der Liga mit den wenigsten Spielen. Das knallharte Anfangsprogramm, aus dem immerhin drei Punkte gegen Berlin und Melsungen geholt wurden, das macht ihn schon zufrieden. Er hält seine Mannschaft für absolut konkurrenzfähig. Nur die Enttäuschung gegen Ludwigshafen sitzt noch tief.

Die Enge des Spielplanes ist da für ihn eher ein Thema. Nur 4 Tage bleiben zwischen den Spielen um sich seriös vorzubereiten. Und das wird eng. Zwischen der Reise aus Erlangen zurück und dem Heimspiel gegen Leipzig, das sind nur 2 Tage. Das letzte Spiel vor der WM folgt am 2. Weihnachtstag in Göppingen. Das war vor der Saison klar und da muss die Mannschaft durch.

Dann kam auch noch die Quarantäne….

Kaltgestellt durch die Quarantäne, obwohl die Jungs gut drauf waren. All das hat ihm nicht gepasst. Aber sie haben alles gegeben, wieder daraus zu kommen. Wenn man dann noch einen guten Spieler verliert, ist das schwierig. Juri Knorr fehlt der Mannschaft weiterhin. Aber auch da sieht Frank Carstens noch Licht am Horizont.

Ein Spieler wie Juri fehlt natürlich. Aber diese Mannschaft ist gut genug, auch ohne Juri zu gewinnen. Juri ist ein Spieler mit tollen Fähigkeiten, der das GWD-Spiel prägend gestaltet.

Frank Carstens über Juri Knorr
Frank Carstens stellt sich immer schützend vor seine Mannschaft und glaubt an ihre Stärken

Aber er wird nicht müde zu betonen, dass Spieler wie Aliaksandr Padshyvalau oder Simon Strakeljahn auch ihre Stärken haben. Sie können Spieler anders in Szene setzen, wie Juri das macht. Es gibt genügend andere Waffen, die sie noch ziehen. Auch haben Christoffer Rambo und Doruk Pehlivan ordentlich Druck gemacht.

Ein Spieler wie Juri würde wahrscheinlich jeder Mannschaft fehlen.

Frank Carstens über Juri Knorr

Die Lage in den Vereinen der HBL ist schwierig ohne Zuschauereinnahmen.

Hier wird Frank Carstens Stimme ernster. Es wird zunehmend schwieriger, wenn keine Zuschauer zugelassen sind. Ein großer Kostenfaktor sind die Spielergehälter, Trainer und Angestellte, die weiterlaufen. Und wenn die Einnahmequelle Zuschauer fehlt, dann kann man sich ausrechnen, dass die Kasse irgendwann leer ist. Alle arbeiten daran, deshalb sind die Hygienekonzepte so wichtig und es in der Bundesliga möglichst wenig Covid-19 positive Fälle gibt.

Das Konzept scheint zu funktionieren. Bisher gab es nur zweimal Probleme und das war nach den Nationalmannschaftslehrgängen. Einmal im März und jetzt nach den Qualifikationsspielen. Aber er betont auch, dass dort nicht schlecht gearbeitet wird, sondern das es auffällig ist. Positive Fälle waren im Ligabetrieb (bis auf Jürgen Schweikardt Geschäftsführer und Trainer vom TVB Stuttgart) nicht bekannt geworden.

Da muss sich der DHB aber auch hinterfragen

Macht der DHB alles Mögliche? Und wie er die Verantwortung übernehmen will, an einer Weltmeisterschaft mit Bundesligaspielern teilzunehmen. Wie steht Frank Carstens als Trainer einer Bundesligamannschaft zur Ausrichtung der Weltmeisterschaft? Auch da hat er eine ganz klare Meinung. Denn er sieht jede Reise als Risiko. Jedes Zusammenkommen mit Menschen aus anderen Ländern sieht er als Risiko. Und genau bei diesen internationalen Begegnungen gab es diese Probleme.

Es ist für uns sehr wichtig zu wissen, können wir unsere Spieler dort hinschicken ohne das sie sich anstecken. Das kann uns aber niemand garantieren. 32 Nationen sind nicht in eine Blase einzuschließen.

Frank Carstens über die Weltmeisterschaft im Januar

Aber für die Sportart Handball ist nichts so stark, mächtig, groß und wichtig wie die Auftritte der Nationalmannschaft. Frank Carstens ist nicht nur GWD-Trainer, er ist Handball-Trainer und hat selber für die Nationalmannschaft gearbeitet. Er weiß, wie groß die Begeisterung ist, wenn die Nationalmannschaft spielt. Das ist ein Vielfaches, was einzelne Klubs bewegen können. Und für den Handball sind solche Veranstaltungen elementar. Die Frage ist nur, wie groß ist das Risiko?

Man kann als Verein die Spieler, die nominiert werden, im Entscheidungsprozess begleiten. Und mit den Spielern sprechen, das Risiko abwägen. Aber letztendlich trifft am Ende der Spieler die Entscheidung. Der Verein hat da keinerlei Handhabe. Man kann keinem Spieler verbieten, für sein Land zu spielen. Auch wenn das in der Presse immer anders herumgeistert.

Ich möchte im Moment nicht mit einem Hendrik Pekeler oder Patrick Wiencek tauschen.

Patrick Wiencek liebt es für die Nationalmannschaft zu spielen.

Über die schwere Entscheidung. Inzwischen hat Patrick Wiencek seine Teilnahme bei der WM abgesagt.

Hier endet der 1. Teil des Interviews. Frank Carstens hatte sich extra Zeit für mich genommen. Und so konnte ich mir die Möglichkeit nicht entgehen lassen und weitere Fragen zu stellen. Den 2. Teil könnt ihr demnächst hier lesen.

Fotos von Nadine Hoppmann

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Mühlenkreis-Handballer im Blickpunkt! Heute mit Christian Zeitz

Eins habe ich mir für das Gespräch mit Christian Zeitz vorgenommen: Ich frage ihn nicht, wie er denn nach Minden gekommen ist. Nein, so ein Fehler passiert mir nicht. Denn im Sky-Interview wurde ihm genau diese Frage gestellt. Seine schlagfertige Antwort war tagelang in den sozialen Netzwerken nachzulesen. „Mit dem Auto!“

Ich bin also vorbereitet. Was mich eher interessiert ist, wie die Kontakte nach Minden gestrickt wurden. Und wer ihn letztendlich an die Weser geholt hat.

Auch interessiert mich der Mensch Christian Zeitz. Nach Außen hin gibt er ja den starken Mann. Privat ist er ein absoluter Familienmensch, der seine Familie über seine sportliche Karriere stellt.

Herzlich willkommen im Mühlenkreis lieber Christian.

Das war schon ein Transfer-Hammer Ende September. GWD Minden verpflichtet Christian Zeitz. Ich habe mir erst mal lange verwundert die Augen gerieben. Dann konnte ich mich doch sehr schnell mit diesen Gedanken anfreunden. Christian Zeitz und GWD Minden, das könnte passen. Auch denke ich, dass GWD-Trainer Frank Carstens bei „Zeitzi“ die richtigen Worte finden wird.

Kontakt

Den ersten Kontakt gab es in der Tat im August. Der Auslöser war natürlich die schwere Schulterverletzung von Christoph Reißky. Es wurde ein Spieler auf der rechten Rückraumposition gesucht. Frank von Behren, sportlicher Leiter von GWD Minden und auch Carsten Lichtlein sind seine früheren Teamkollegen aus der Nationalmannschaft. Die Handball-Welt ist eine kleine und sehr familiär. Jeder kennt jeden und so lässt sich ein Kontakt schnell herstellen.

Zu dem Zeitpunkt gab es aber auch verschiedene Angebote und Optionen für ihn. Seine Familie stand immer im Fokus der beruflichen Entscheidung. So wie natürlich auch der Plan B, seinen Trainerschein zu machen. Dank seines jetzigen Vereins ist ihm beides gelungen. Seinen Trainerschein hat er inzwischen erfolgreich bestanden. Und dass er jetzt auch als Spieler auf der Platte steht, dafür ist er sehr dankbar.

Christian Zeitz im Trikot von GWD Minden

Angekommen

Seine Familie fühlt sich in Minden bereits sehr wohl und das war für ihn der ausschlaggebende Grund. Seine ganze Familie ist in Minden sehr gut empfangen worden, dank Frank verlief alles so unkompliziert und reibungslos. Frank von Behren wie auch der gesamte Verein haben ihn in jeder Hinsicht unterstützt und in der Phase komplett begleitet. Dafür ist er ausgesprochen dankbar.

Diese Worte hört man auch nicht allzu oft im Profisport. Schön, dass es so etwas noch gibt.

Ich freue mich, hier zu sein und freue mich auf die nächsten zwei Jahre und was die Zukunft bringt, zeigt die Zeit! In unserer Zeit lebt man hier und jetzt. Und die Zukunft kommt von alleine. 

Auf meine Frage, ob er und seine Familie sich hier schon eingelebt hat

GWD Minden

Wo sieht Christian seine Aufgabe in seiner neuen Mannschaft?

Christian ist ein Kämpfer und er wird versuchen, alles, was in seiner Macht steht, zu tun. Er möchte seiner Mannschaft eine gewisse Ruhe und Sicherheit verleihen und so die jungen Spieler auf diesem Weg begleiten. GWD Minden hält er für eine gute Truppe mit einem guten Trainer. Und natürlich freut er sich auf die Saison. 

Karriereende mit 41 – definitiv

Für die Zeit nach seiner aktiven Laufbahn sieht er sich als Trainer an der Seitenlinie

Er freut sich auf seine letzten zwei Jahre als Handballspieler bei GWD Minden. Und mit 41 ist auch für ihn definitiv das Karriereende erreicht. Er sieht sich als Trainer an der Seitenlinie. Über die Jahre hat er sich sehr viel Wissen ansammeln können und er freut sich auf ein nächstes Kapitel in seiner Laufbahn. Sein Wissen an Spieler weiter zu geben und als Trainer zu fungieren, das ist sein Ziel.

Corona

Wo war er, als die Saison abgebrochen wurde? Und wie war das für ihn?

Sein Anfang war sehr vielversprechend in Stuttgart, und sie waren gut in Fahrt und drei von fünf Spiele wurden gewonnen. Sein Fokus lag darauf die Mannschaft zu unterstützen und den Klassenerhalt zu sichern.

Die Situation war sehr undurchsichtig am Anfang. Christian war gerade bei einem internen Fußballturnier, als die Nachricht von Jürgen Schweickart gekommen ist. „Das Training wird sofort eingestellt.“ Zu diesem Zeitpunkt konnte sich noch keiner das Ausmaß der Pandemie vorstellen. Für jeden einzelnen Menschen, egal ob es hier um Sportler oder andere Berufe handelt, war es eine komplett neue Situation, die man so noch nie erlebt hat.

Als Mannschaft lebten sie von Tag zu Tag und von Nachricht zu Nachricht und wussten nicht, was sie erwartet. Jeder Einzelne hat versucht, sich so gut es geht, zu Hause fit zu halten. Die Kommunikation zur Mannschaft war immer vorhanden. Dann kam der Abbruch der Saison, was aus seiner Sicht zu dem Zeitpunkt auch die richtige Entscheidung war! 

Die Ungewissheit bleibt

Als Profi-Mannschaft ist es eine sehr schwierige Situation, wie auch für den Rest der Menschen und deren Leben. Man lebt von Training zu Training, von Einheit zu Einheit und von Spiel zu Spiel. Alle versuchen sich auf jedes Spiel zu fokussieren. Die Freude auf jedes weitere Spiel ist immer noch groß. Auch wenn die Gewissheit, es könnte das letzte Spiel sein, immer mitspielt.

Verletzungsgefahr

Der HBL-Kalender ist voll, die Verletzungsgefahr steigt

Der Spielplan ist eng gestrickt. Die Mannschaften haben sich aber seiner Meinung nach gut gerüstet. Natürlich ist die Verletzungsgefahr, wie man gerade sieht, unabhängig von Alter, auch bei ganz jungen Spielern sehr groß. Es sind schwere Verletzungen im Moment, die passieren.

Sein Alter spielt da aber absolut keine Rolle für ihn. Klar muss er etwas mehr machen als andere. Aber die Saison hat bereits gezeigt, wie viele junge Spieler sich schwer verletzt haben. Und das Wichtigste ist für alle Mannschaften und Spieler in der Liga gesund und möglichst ohne schwere Verletzungen durchzukommen. Man muss in diesem Sport natürlich auch ehrlich zu sich selbst sein und sich gut einschätzen.

Ich würde keinen Vertrag über zwei Jahre bei einem Bundesligaverein unterschreiben, wenn ich mich nicht dafür körperlich fit fühlen würde.

Angesprochen auf die ewige Altersdebatte

Wer kann mit dieser schwierigen Situation besser umgehen? Team Alt?

Einen Vorteil würde Christian da eher nicht sehen, aber in jeder Lebensphase ist eine gewisse Lebenserfahrung gut. Wiederum könnte man aber auch sagen, dass die jungen Spieler im Kopf freier und unbeschwerter sind. Es ist nicht zu pauschalisieren und von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. 

Kieler-Zeit

Zurück zum sportlichen – Welcher Sieg war der wertvollste, emotionalste und schwerste?

Mit dem THW Kiel hat er alles abgeräumt was ging. Aber der Champions-League Sieg 2007 war für ihn persönlich der wertvollste, emotionalste und schwerste Sieg, den er je errungen hat.

Mit der Nationalmannschaft kann es natürlich nur der Weltmeisterschaftstitel 2007 gewesen sein. Aber auch etwas Besonderes war es, bei den Olympischen Spielen die Silbermedaille zu holen. 

 

Kiel, Heidelberg, Stuttgart oder Minden? Wo fühlt er sich zu Hause?

Kiel ist nach seinem Geburtsort Heidelberg seine zweite Heimat. 13 Jahre hat er in Kiel verbracht und dort all seine Erfahrungen gesammelt. Sowohl die positiven und negativen. Beim THW ist er gewachsen und gereift. Kiel ist definitiv eine Heimat. Die Fans in der Kieler Arena sind unbeschreiblich, sie stehen immer hinter dem eigenen Team.

Privat genießt Christian jede freie Minute übrigens mit seiner Familie.

Weltmeister 2007 mit Henning Fritz
Drei ganz junge Handballer! Der in der Mitte steht übrigens bei GWD Minden im Tor
Das Abschiedsspiel von Mini Klein 2016 mit reichlich Prominenz. Wer kennt noch wen?

Fotos von der Christian Zeitz Instagram-Seite. Ein herzliches Dankeschön an alle Fotografen bzw. Fotografinnen!

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Handballtalente im Fokus! Heute mit Maxi Mühlner

Heute stelle ich ein ganz besonderes Handballtalent im Interview vor. Maxi Mühlner, 19 Jahre jung und Kreisläuferin bei den Vipers Bad Wildungen.

Zum Handball ist sie durch ihre Eltern gekommen, die beide erfolgreiche Handballer waren. Und da war es nur eine Frage der Zeit, wann Maxi auch mit dem Handballspielen beginnt. Mit sechs ist sie angefangen und hat zehn Jahre in Leipzig gespielt, bis sie 2017 für ein Jahr nach Dänemark gegangen ist. Über den Handball beim HC Midtjylland und bei den Vipers in Bad Wildungen habe ich mit ihr gesprochen. Und habe von ganz interessante Geschichten, Sichtweisen und Zukunftsaussichten gehört. Natürlich haben wir uns auch über die Auswirkungen der Corona-Pandemie und über ihre Zeit neben dem Handball unterhalten.

Das Handball-Gen liegt in der Familie

Wenn beide Eltern und sogar die Großeltern im Handballsport aktiv und das sehr erfolgreich waren, dann kann das auch nicht an Maxi spurlos vorbeigehen. Und ihre Rückennummer 10 kommt nicht von ungefähr. Denn auch ihre Eltern haben früher beide die 10 getragen. Und sie ist froh, dass sie in Bad Wildungen und in der Nationalmannschaft mit der 10 auflaufen kann.

Mit 16 nach Dänemark zum HC Midtjylland

Nach ihrem Schulabschluss 2017 ist sie für ein Jahr nach Dänemark gegangen. Das war ein großer Schritt, aber nicht ins Ungewisse. Denn über Emily Bölk oder viel mehr Emilys Mutter gab es schon viele Informationen. Gut, das die beiden Mütter sich noch aus ihrer Zeit in der Nationalmannschaft kennen. Sie gewannen 1993 gemeinsam den Weltmeistertitel, vielleicht eifern die Töchter ihren Müttern nach. Ich kann mir schon gut vorstellen, dass hier viel Potenzial vorhanden ist.

Grit Jurack gab den Tipp, das College in Ikast. Maxi wollte (mit 16!!!) was Neues erleben. Was aber auch nicht einfach war, so ohne Familie und Freunde. Die Verständigung erfolgte erst mal nur auf Englisch. Nicht leicht für einen Teenager. Aber nach ein paar Wochen hatte sich das auch gelegt. In Midtjylland hat man sie mit offenen Armen empfangen. Ihre Mitbewohnerin ist immer noch ihre beste Freundin. Und sie hofft, dass das auch so bleibt.

Ich wollte was Neues ausprobieren. Ich wollte einfach mal raus von zu Hause. Ausziehen und auf mich allein gestellt sein.

Maxi über ihre Gründe nach Dänemark zu gehen
Maxi, ein großes Talent und schon lange im Elitekader des DHB

Seit 2016 spielt sie in der Jugend-Nationalmannschaft. 2017 hat sie mit der U17-Auswahl den Europameistertitel geholt. 2018 kam bei der Weltmeisterschaft der 5. Platz heraus. Und im letzten Jahr bei ihrer ersten Junioren-EM hat sie mit ihrem Team nur den 9. Rang belegt. Dieses Jahr ist die Weltmeisterschaft aufgrund der Corona-Pandemie leider ausgefallen. Aber da hätte Maxi gerne noch einmal angreifen wollen.

Was macht den Frauenhandball aus?

Ihrer Meinung nach gibt es nicht ganz so große Unterschiede zwischen Frauen und Männerhandball. Die Dynamik, Intensität und Emotionalität des Spieles und das Ausleben der Leidenschaft für dieses Spiel. Es passiert ständig etwas.

Jeder kann gegen jeden gewinnen oder verlieren. Und bis zur letzten Minute bleibt es spannend. Das ist das Spannende am Handball. Jeder, der schon mal in einer Handballhalle war, wo ordentlich Stimmung war, der will auch noch mal.

Maxi über den Handball

Sie spielt jetzt ihre dritte Saison in der Bundesliga bei den Vipers in Bad Wildungen. Momentan stehen sie in der Tabellenmitte. Mit 10:8 sind sie in die EM-Pause gegangen, damit sind sie sehr zufrieden. Zwei unglückliche Niederlagen verhinderten einen besseren Tabellenplatz. Das Saisonziel ist ein einstelliger Tabellenplatz und in jedes Spiel mit einem großen Siegeswillen zu gehen. Die Vipers sind ein tolles Team. Die Spielerinnen verbringen auch untereinander viel Zeit miteinander.

Ich bin einfach nur heilfroh, dass wir überhaupt spielen können.

zur Corona-Pandemie

Die Corona-Pandemie ist keine einfache Situation. Man muss sich sehr zurückhalten, dass man sich nicht ansteckt und evtl. sogar seine ganze Mannschaft in die Quarantäne schickt. Auch die Ungewissheit spielt man oder spielt man nicht, ist schon belastend. Alle versuchen das Beste daraus zu machen.

International ist die Situation noch schwieriger. Das hat man leider in der HBL nach der Nationalmannschaftswoche gesehen. Ganze Mannschaften mussten in Quarantäne. Maxi würde es aber sehr schade finden, wenn die Europameisterschaft der Frauen im Dezember nicht stattfinden würde.

Die Damen von Borussia Dortmund wurden letzte Saison nicht zum Meister gekürt

Maxi tat die Entscheidung gegen die Dortmunder Damen sehr leid. Denn die Dortmunderinnen hatten eine sehr gute Saison gespielt. Dana Bleckmann, ihrer Nationalmannschaftskollegin, hätte sie den Titel sehr gegönnt. Auch das im Gegenteil bei den Herren der THW Kiel (der übrigens ihr Lieblingsverein ist) Meister geworden ist, unfair. Aber die Entscheidung darüber haben andere getroffen.

Zum Schluss! Was macht Maxi, wenn sie mal nicht in der Halle ist?

Dann sitzt sie in der Schule oder macht Hausaufgaben. Sie ist jetzt in ihrem letzten Abiturjahr. Wenn sie zwischendurch Zeit hat, trifft sie sich mit Freunden und Familie oder liest gerne ein gutes Buch.

Vielen Dank Maxi!

 

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Martin Strobel über seine Karriere, seinen Rücktritt vom Profisport und sein Buch!

Ich habe noch ganz genau diesen schmerzhaften Aufschrei von Martin Strobel im Ohr. Ohne gegnerische Einwirkung rutscht er weg und sinkt zu Boden. Es war allen sofort klar, da ist mehr passiert. Eben spielte er noch das Hauptrundenspiel bei der Heim-WM 2019 in Köln vor fast 20.000 Zuschauern und im nächsten Moment liegt er im Krankenbett. Ein Kreuzbandriss im linken Knie bedeutet Operation und eine lange Reha. Wie lange wird es dauern, bis er zurückkommt? Wird er überhaupt zurückkommen? Mitten in der Nacht klappt er seinen Laptop auf und beginnt zu schreiben.

Nach der schweren Knieverletzung kämpft er sich noch einmal zurück aufs Spielfeld. Als die letzte Saison coronabedingt frühzeitig abgebrochen wird, ist schon lange klar, auch Martin hört auf.

Ihn jetzt mit seinen 34 Jahren als Ruheständler zu bezeichnen, fällt mir schwer. Ich freue mich, dass ich die Chance hatte, mit ihm zu sprechen.

Wir haben uns über so viele Sachen unterhalten. Wie ist er zum Handball gekommen, und warum hat er sich für die Spielmacher-Position entschieden? Und ganz besonders hat mich die Sache mit der „Spielmaus“ interessiert.

Ich bin aber auch auf einen ernsten und zielstrebigen Martin Strobel getroffen, der mich mit so mancher Aussage sehr überrascht hat.

Die Entscheidung, seine Karriere zu beenden, ist ihm nicht leicht gefallen

Mit 34 Jahren seine Handball-Karriere zu beenden ist eigentlich zu früh. Aber er arbeitet an anderen Projekten.

Die Entscheidung, seine Karriere zu beenden, ist ihm zur einen Seite natürlich schwergefallen. Zur anderen Seite hatte er sie ja auch bewusst getroffen, kurz nach dem Jahreswechsel. Weil er einfach bei bestimmten Themen gemerkt hat, sei es seine Gesundheit oder seine berufliche Zukunft, dass er sich gerne verändern möchte. Aber wenn man den Handballsport so lange betreibt wie er, fällt das nicht leicht.

Kreuzbandriss – der lange Weg zurück

Eigentlich spricht er sehr distanziert von seiner langen Reha, aber ich denke, dass diese Verletzung und die damit verbundene Reha ein gewaltiger Kraftakt war.

Das alles war nach der schweren Knieverletzung bei der Heim-WM war auch nicht leicht für ihn. Er hat sehr viel dafür investiert, das er wieder zurück auf das Spielfeld kommt. Zumal eine Reha nicht immer linear verläuft. Wie vieles auch im Leben. Es gibt Höhen und Tiefen. Und er war auch mal an den Punkt angekommen, wo es schon mal weitergehen und der nächste Schritt jetzt kommen müsste.

Geduld ist ganz wichtig, aber auch der Zuspruch und das Vertrauen deines Physiotherapeuten. Der dich immer mal wieder abbremst, diesen einen Schritt zu schnell zu wagen und vielleicht noch mal in eine Nachverletzung zu kommen. Da bin ich sehr dankbar, dass ich solche Leute an meiner Seite hatte.

Martin über seine Reha

Sein Herzens-Projekt! Höhepunkt am Tiefpunkt

Sein erstes Projekt war sein Buch Höhepunkt am Tiefpunkt, das am 1. Oktober erschienen ist. Das hat er so aus eigenem Antrieb raus direkt nach der Weltmeisterschaft verwirklicht. Und er hat damit die ganze Geschichte drumherum mitverarbeitet. Aber er möchte damit auch allen etwas weitergeben.

Sein Hauptfokus liegt jetzt aus der Erfahrung, aus dem Teamsport auf höchstem Niveau in Workshops und Vorträgen weiterzugeben. Was die Team- und Personalentwicklung sowie im Sport und im Wirtschaftsleben angeht. Denn immer da, wo Menschen zusammenkommen ist es extrem wichtig, gut zusammenzuarbeiten, die nötigen Ziele zu erreichen und erfolgreich zu sein. Da kombiniert er sein Wissen und die Methodik aus seinem Studium im Managementbereich. All das möchte er sich in der nächsten Zeit aufbauen.

   

Martin als Experte am Mikro?

Für das SWR war er vor Kurzem bei einem Vorbereitungsspiel als Co-Kommentator und Experte vor Ort. Das hat ihm Spaß gemacht, aber sein Hauptfokus liegt dort nicht. Zur Abwechslung aber macht er das gerne.

Im Alter von 4 Jahren ist er zum Handball gekommen, die Spielmacher-Position kristallisierte sich erst später heraus

Im Alter von 4 Jahren ist er zum Handball gekommen. In der kleinen Ortschaft, in der er aufgewachsen ist, gab es in dem Sportverein nur die Handballabteilung und somit ist er zum Handball gekommen. Weil alle anderen das auch gemacht haben.

Erst im Jugendalter kristallisierten sich seine Spielmacher-Qualitäten heraus. Angefangen ist er sogar auf Linksaußen, dann auch mal auf Rückraum-Links. Der Grund dafür, dass er letztendlich auf der Mitteposition blieb, war, dass ihm die körperliche Größe fehlte.

Der Spaß am Spiel, die schnellen Zusammenhänge und das taktische Verständnis für bestimmte Situationen lagen ihm da schon besonders gut.

Das hat mir unglaublich viel Spaß gemacht, die Mannschaft zu steuern und zu lenken und im Angriff die Akzente zu setzten.

Martin über seine Spielmacher-Position

Tipp vom Profi für angehende Spielmacher

Als Spielmacher muss man schnelle Entscheidungen treffen, teilweise in Millisekunden, das ist aber auch eine Frage von Erfahrung. Und mit welchem Fokus man in die Vorbereitung geht. Auch wie man sich im Vorfeld mit einem Spiel auseinandersetzt.

  • Martins Tipp: Vorbereitung ist alles, sei es im Sport oder im Leben allgemein. Somit bekommt man eine gewisse Routine und Sicherheit, um dann eben unter Stress die Entscheidungen präzise und schnell fallen zu können.

2016 war ein erfolgreiches Jahr in der Nationalmannschaft Europameister und Olympia-Bronze in Rio

Auf das sehr erfolgreiche Jahr 2016 angesprochen verändert sich Martins Tonlage plötzlich. Man merkt, dass ihm diese Erfolge sehr viel bedeuten.

2016 war eine super Zeit in der Nationalmannschaft. Es war unbeschreiblich, schon von Beginn der Europameisterschaft an. Auf diesem Niveau mit dieser Mannschaft diesen Titel zu erreichen. Das war schon ein ganz besonderer Moment, als der Goldregen runterkam nach der Siegerehrung. Damit auch verbunden die Qualifikation für die Olympischen Spiele zu erreichen, da ging für ihn ein langersehntes Ziel in Erfüllung.

Das Ganze dann mit einer Medaille abzuschließen ist unbeschreiblich. Darum war es schon eine extrem schöne und geile Zeit.

Martin über EM und Olympische Spiele 2016

Christian Prokop bezeichnete Martin als „seine Spielmaus“. Was hat es damit auf sich?

Das war natürlich auf die Spielmacher-Position bezogen. Martin hat es einfach gemocht, sich mit Christian in die Spielsituationen hineinzudenken. Vielleicht auch mal was anderes auszuprobieren. Und immer wieder neue Bewegungen einzustudieren, auch für die Mitspieler. Denn das ist ja letztendlich der Job des Spielmachers. Dieses Denken darum hat ihn wohl die Aussage zu der Spielmaus machen lassen.

Balingen oder Lemgo?

Balingen ist seine Heimat, auch wenn er jetzt dort nicht mehr wohnt. Aber er hat so lange da gespielt und kennt viele Leute. Und er ist sehr dankbar, dass er den Weg dort gehen konnte. Daher fühlt er sich sehr wohl in Balingen.

Allerdings hat er fünf Jahre in Lemgo gespielt, das zeigt, dass er sich aber dort auch sehr wohl gefühlt hat. Und man kann Lemgo durchaus mit Balingen vergleichen. Von der Stadtgröße und vom Umfeld her. Sonst wäre er mit Sicherheit keine fünf Jahre dortgeblieben.

Bei beiden Vereinen gab es auch verschiedene Voraussetzungen. In Balingen war es oberstes Ziel, die Liga zu halten. Und es gab trotzdem viele schöne Momente. Aber allein auf Titel bezogen, war Lemgo erfolgreicher. 2010 wurde der Europapokal gewonnen und oftmals im vorderen Tabellendrittel mitgespielt. International hat Martin dort viele Spiele absolviert und es war eine ganz andere Kategorie.

Martin ist auf vielen Social Media-Plattformen aktiv, jetzt liest er auch meinen Blog – Yes!!!

Instagram und Facebook sind seine Plattformen, was so den sportlichen Part angeht. Für den Business-Part zusätzlich noch auf LinkedIn. Er möchte einfach einen kleinen Einblick geben. In das, was er in den letzten Jahren gemacht hat und was in Zukunft noch ansteht.

Zusätzlich hört er sehr gerne Podcasts, wenn er im Auto unterwegs ist. Weil man sich da die Themen rauspicken kann, die einen interessieren. So kann man viel über andere Interviews über Persönlichkeiten lernen, an die man sonst nicht so mühelos kommt.

Fotos: privat

Und Red Devils Fotogalerie/JW Vielen lieben Dank an Jens Wiegmann, der mich immer wieder mit tollen Fotos versorgt.

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Handball-Experten im Interview! Heute mit Eurosport-Kommentator Jürgen Höthker

Nicht nur seine Stimme ist beeindruckend

Ich mag es ja, wenn Männer mich beeindrucken können. Ich mag es, wenn Männer mich auch mit ihrer Stimme beeindrucken können. Und bei ihm ist das der Fall. Seine Stimme hat einen absoluten Wiedererkennungswert und strahlt Ruhe aus. Und wenn noch Fachwissen und nicht nur Selbstdarstellung über den Bildschirm rüberkommt, bin ich beeindruckt.

Er moderiert seit vielen Jahren von den größten Sportereignissen der Welt. Tennis, Handball und Eishockey sind seine Sportarten. Im Moment kommentiert er die French Open natürlich auf Eurosport. Diese French Open sind sein 72. Grand Slam Turnier, das macht ihm so schnell keiner nach. Aber auch bei Handball-Großereignissen und Olympischen Spielen war er am Mikro immer mit dabei.

Dass, er aber auch ein ehemaliger Handballspieler ist, wissen vielleicht nicht ganz so viele. Anfang der 80er-Jahre waren seine ersten Vereine der TBV Lemgo und der VfL Gummersbach. Für Berlin hat er in der 2. Liga gespielt. Ehe er dann die Journalisten-Laufbahn einschlug. Mister Sportschau Ernst Huberty holte ihn zum Sender VOX.

Sein Herz schlägt für den Tennis-Sport

Handball und Eishockey bezeichnet er als rasante Sportarten. Und genau dieses macht ihren Reiz aus. 2004 hat er ein Tennis Match kommentiert, das 6 Stunden und 38 Minuten gespielt wurde. Dabei fit zu bleiben ist schon eine Kunst. Für mich würde sich da eher die Frage stellen, wie man diese Zeit ohne Toilettengang hinbekommt.

Beim Tennis war er viel vor Ort und sehr nah dran. Mit dem ehemaligen Trainer von Steffi Graf, Heinz Günthardt, an der Seite hat er viele Tennis-Matches kommentiert. Aber auch Michael Stich und Tommy Haas kommentierten mit ihm. Beim Handball saßen Heiner Brand, Frank von Behren, Erhard Wunderlich oder Arno Ehret an seiner Seite. Sein erstes Handballspiel, das er kommentiert hat, war 1993. Dass diese Handballspiele überhaupt im Fernsehen zu sehen waren, ist wieder Ernst Huberty zu verdanken.

Nach so vielen Jahren ganz nah dran an den Stars, gibt es doch die ein oder andere Anekdote zu erzählen

Ein Tennis Match im Jahre 1995 in Estoril mit Mark-Kevin Goellner ist ihm noch gut im Gedächtnis geblieben. Nach einer Umschalte auf das Spiel sollte er es kommentieren, nur hatte er leider kein Bild. Also hat er erst mal irgendetwas erzählt. Und dann beim spanischen Kollegen nebenan gelauscht, der hatte ein Bild und hat durch ihn kommentiert. All das hat er mit seiner Routine souverän gelöst.

Auch ein niesender Interview-Gast, der auf die Blumen im Studio allergisch reagiert, konnte ihn nicht aus der Fassung bringen. Im Feiern sind Tennisspieler und Handballer aber identisch. Party machen nach großen Erfolgen können sie alle. Und das ist auch gut so.

Nun zum Handball

Für ihn ist Handball diese schnelle Sportart, bei der man den Kopf benutzen muss und nichts ohne Spielzüge läuft. Auch das die schnelle Mitte eingeführt wurde, hat seiner Meinung nach dem Spiel gutgetan. Trainerlegenden wie Vlado Stenzel haben ihn beeindruckt. Von Horst „Hotti“ Bredemeier, hier im Mühlenkreis ja bestens bekannt, hält er große Stücke. Aber ist Jürgen ein Handball-Fan? Natürlich verfolgt er immer noch den TBV Lemgo. Aber auch der THW Kiel hat es ihm angetan. Er ist immer wieder gerne in Kiel, die Stimmung in den großen Arenen, die gefällt ihm.

Die Corona-Pandemie hat auch dem Sport geschadet

Beim Eishockey und Handball sind die Einnahmen durch die Zuschauer komplett ausgeblieben. Jetzt fängt man beim Handball mit 20 % der Hallenkapazität an, dieses sieht er problematisch. Denn der Handball lebt von den Anhängern und von den Emotionen der Zuschauer. Handballer spielen gerne, die wollen nicht länger nur trainieren, die müssen auch mal belohnt werden. Eine Prognose für die nächsten Jahre ist schwierig. Jedenfalls lebt der Sport von den Zuschauern. Und ohne Fans kann es nicht laufen.

Auf meine letzte Frage, welches Spiel er gerne mal kommentieren würde, ist die Antwort, das WM-Finale der Handballer. Er hat schon so viele olympische
Endspiele und Champions-League-Finale kommentiert, das WM-Finale der Handballer fehlt ihm noch.

Lieber Jürgen Höthker, ich danke für das sehr interessante Gespräch!

Wer noch mehr über Jürgen Höthker erfahren möchte, kann in den Eurosport-Podcast reinhören oder sein bald erscheinendes Anekdoten-Buch lesen. Dort erfahrt ihr bestimmt noch Einiges zu seinem Treffen auf Julia Roberts und Kirk Douglas. Und warum er mit Udo Jürgens mal ein Spiel kommentiert hat.

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Spielo-Cup 2020 Das Finale GWD Minden vs. SC DHfK Leipzig

Leipzig schlägt GWD Minden in einem hart umkämpften und von vielen technischen Fehlern geprägten Spiel

Die 1. Halbzeit

Joscha Ritterbach, der am Freitag nicht eingesetzt wurde, stellte mit 2 Treffern die erste Dankerser Führung, zum 2:1 her. Das Spiel war vom Ergebnis und von der Anzahl der technischen Fehler sehr ausgeglichen. Als Frank Carstens in der 12. Minute die erste Auszeit nahm, führte Leipzig mit 2 Toren 5:7. Die Auszeit bringt etwas Ruhe ins Spiel und wieder heran. Der junge Juri Knorr führt wieder erstklassig Regie.Seine Anspiele auf die beiden Außen, oft No-look-Pässe, kommen unglaublich sicher an. Aber leider ist die Chancenverwertung bei freien Bällen und Tempogegenstößen unbeschreiblich schlecht. GWD Minden gibt das Spiel so aus der Hand

Leipzigs Philipp Weber, der drei Treffer in Folge erzielt und so der Mindener Abwehr ihre Grenzen aufzeigt, macht die Bälle kompromisslos rein. Weber macht aus einer 9:8 Führung für GWD ein 9:11 für Leipzig. Mindens Kapitän Miljan Pusica der angeschlagen auf der Bank Platz nahm, konnte die Leipziger Führung nur hilflos mit ansehen. Auch aufgrund einer soliden Torhüterleistung von Carsten Lichtlein (10 Paraden) können die Mindener froh sein, dass der Sieg nicht noch höher ausgefallen ist.

Sechs Minuten vor der Halbzeit war GWD wieder auf ein Tor dran. Mindens Neuzugang Doruk Pehlivan ist einfach noch nicht im Spiel drin. Er wirkt oft wie ein Fremdkörper im Angriffsspiel. Bei angesagten Spielzügen steht er falsch, er kommt nicht aus der Bewegung heraus zu einem erfolgreichen Torabschluss. Leipzig zieht das Tempo nochmal an und führt mit drei Toren. Als Christoffer Rambo dann noch einen Siebenmeter vergibt, erhöht Leipzig auf 11:15. Aufpassen GWD! Nicht das Spiel jetzt schon herschenken! Kevin Gulliksen und Joscha Ritterbach sorgen für den 13:15 Pausenstand.

Die 2. Halbzeit

GWD kommt besser aus der Kabine. Als Christoffer Rambo das 17:17 erzielt, sind 8 Minuten in der zweiten Hälfte gespielt. Joshua Thiele vergibt die Chance auf den Ausgleich frei vor dem Tor. Dies war heute nicht die einzig vergebene Möglichkeit des oft unbeweglich wirkenden Neuzugangs. Kevin Gulliksen erzielt in der 47. eine 2-Tore-Führung zum 22:20. Nach einer unnötigen Zeitstrafe von Joshua Thiele gleichen die Gäste 10 Minuten vor Schluss zum 23:23 aus. Kurze Zeit später erhält Lucas Meister glatt Rot für Stoßen in der Luft. Ein bisschen Fingerspitzengefühl der Schiedsrichter hier und bei Juri Knorrs zweiter Zeitstrafe etwas später hätte dem Spiel gutgetan. Nach Frank Carstens letzter Auszeit (er war außer sich vor Ärger) beim Stand von 25:26 und 4 Minuten vor dem Ende sollte eigentlich Ruhe einkehren. Aber auch hier scheitern Kevin Gulliksen und Joshua Thiele noch einmal frei vor dem Leipziger Tor. Und wer diese Chancen nicht reinmacht, der verliert dann solche Spiele. 26:28 ist der Endstand in dieser hart umkämpften Partie.

Fazit: Frank Carstens und ich waren mal so richtig angefressen aufgrund der Leistung des Teams. Die Neuzugänge Doruk Pehlivan und Joshua Thiele haben mich noch nicht überzeugt. Da ist für Frank Carstens bis zum Saisonstart einiges zu verbessern. Auch ist die Kaderdecke jetzt schon viel zu dünn, wie soll das erst im Laufe der langen Saison werden?

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Der Spielo-Cup 2020! Mit Bildern vom Freitag

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Spielo-Cup 2020! GWD Minden vs. Bergischer HC und TuS N-Lübbecke vs. SC DHfK Leipzig

Heute startet die 31. Auflage des Spielo-Cups. Aber diesmal ist es eine ganz besondere Situation, denn erstmals findet dieser Cup ohne Zuschauer statt. Der ganze Sport und auch der Handballsport hat immer noch an den Folgen der Corona-Pandemie zu knabbern.

Ob GWD Minden sich den Cup zum sechsten Mal sichern kann? Dafür werden bei dem heutigen Spiel die Weichen gestellt. Denn nur ein Sieg zählt heute. Nicht nur, um das morgige Finale zu erreichen, sondern auch für das Selbstvertrauen der GWD-Spieler. Die Ergebnisse in der bisherigen Vorbereitung lassen leider zu wünschen übrig. Aber auch das ist eigentlich schon Tradition in der Vorbereitung der Grün Weißen.

Fünf Verletzte mussten die Mindener bisher beklagen, es bleibt abzuwarten, ob Miljan Pusica, Malte Semisch, Simon Strakeljahn und Joshua Thiele heute mit eingreifen können. Christoph Reißky fällt ja leider nach Schulter-Operation länger aus.

Miljan Pusica spielt von Anfang an dieses erst mal vorweg. Da Malte Semisch ein individuelles Aufwärmprogramm mit den Physios absolvierte, war schnell klar, dass er so nicht spielen kann.

Die Partie beginnt und beide Mannschaften befinden sich auf Augenhöhe. Juri Knorr ist mal wieder der Ideengeber auf der Mitte und er macht das richtig gut. Und er ist dabei auch sehr torgefährlich. Beim 4:3 in der 7. Minute erzielt er schon seinen dritten Treffer. Auch seine Anspiele auf die Außen und an den Kreis sind unglaublich präzise. Dass es nach 10 Minuten nur 5:5 steht, ist Kevin Gulliksen zu verdanken, denn zwischen der 10 und 13. Minute vergibt er drei 100 % ige Torchancen. Da er heute wohl einen rabenschwarzen Tag erwischt hat, nimmt Trainer Frank Carstens ihn vom Feld. Über 6:6 nach 13 Minuten und 10:9 nach 20 Minuten ist es eine absolut ausgeglichene Partie. In der 21. Minute erzielt Christoffer Rambo das 11:9. Dies ist die erste 2 Tore Führung für GWD. Die GWD-Abwehr ist griffig, Rambo klaut Bälle und stört den BHC-Angriff empfindlich. Da auch Carsten Lichtlein immer besser ins Spiel findet, steht es 15 Sekunden vor dem Halbzeitpfiff 14:10 für den „Gastgeber“. Der Halbzeitstand von 14:11 ist für GWD mehr als verdient. Mit so einem starken Auftritt haben die wenigsten gerechnet.

Den Beginn der 2. Halbzeit verschlafen die Mindener. In der 33. Minute kommt der BHC auf 15:14 heran. Bis zur 41. Minute hat GWD aber das Zepter wieder in der Hand. Beim Stand von 20:17 nimmt Frank Carstens eine Auszeit, um wieder Ruhe in seine Mannschaft zu bringen. GWD arbeitet weiter am Ziel: Finale. Man merkt der Mannschaft den unbedingten Siegeswillen an. Genau das hat den Carstens Mannen bisher gefehlt. Christoffer Rambo und Juri Knorr erzielen nun Tor um Tor. Mats Korte versenkt alle Strafwürfe im Tor. Denn verworfene Strafwürfe waren ein großes Manko letzte Saison. Und auch die Achse Juri Knorr/Lukas Meister funktionierte einwandfrei. Über 22:19, 23:21, 25:23 bleibt es bis 9 Minuten vor Schluss immer eng und der BHC in Schlagdistanz. Was in den letzten drei Minuten abging, ging wieder an die Nerven. Der BHC kämpft und GWD hält dagegen. Einem 27:25 in der 56. folgt ein 27:27 in der 58. In der 59. Minute führt Grünweiß wieder mit 29:27, ehe der BHC noch mal auf 29:28 rankommt. Nach Frank Carstens letzter Auszeit 25 Sekunden vor Schluss geht der BHC in die offene Manndeckung. GWD verliert den Ball und mit Schlusssirene bekommt der BHC noch einem direkten Freiwurf zugesprochen, den Carsten Lichtlein großartig abwehrt.

Im Finale morgen trifft GWD Minden auf den SC DHfK Leipzig, die problemlos den TuS N-Lübbecke bezwangen. Die Mannen von Leipzig Trainer Andre Haber begannen furios und führten nach knapp 8 Minuten mit 5:1. Es dauerte lange, bis der TuS aus seiner Lethargie erwachte. Nach 16 Minuten stand ein 5:9 auf der Anzeigetafel der Merkur-Arena. Bis zur Halbzeit hatten die Sachsen ihre Führung auf 9:15 ausgebaut. In der zweiten Hälfte zeigte der TuS endlich, was er kann, und spielte eine tolle Halbzeit. Aber zum Handball gehören ja immer 2 Halbzeiten. Beim 17:19 in der 43. Spielminute keimte noch einmal Hoffnung auf. Aber letztendlich gewann der Gast aus Leipzig mit 24:25.

Morgen um 17 Uhr spielt der TuS N-Lübbecke im Spiel um Platz 3 gegen den Bergischen HC. Und um 19.00 Uhr startet das Finale GWD Minden gegen den SC DHfK Leipzig.


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Mühlenkreis-Handballerinnen im Blickpunkt! Heute kommen die Ladys zu Wort! Dunja Brand und Anika Ziercke

Als ich die Mühlenkreis-Interviews gestartet habe, war mir immer klar, auch die Ladys müssen zu Wort kommen. Da der Mühlenkreis aber inzwischen nicht mehr über eine Frauen-Bundesligamannschaft verfügt, habe ich mir zwei ehemalige Handballerinnen ausgesucht. Dunja Brand und Anika Ziercke von Eintracht Minden/Mindenerheide. Bei diesen beiden musste es auch unbedingt ein Doppelinterview werden. Lange haben wir ein persönliches Treffen, natürlich wegen der Corona-Pandemie vor uns hergeschoben. Ich wollte unbedingt die beiden kennenlernen. Leider klappte das nicht. Unser Gespräch ließ sich auch auf andere Weise führen.

Das Interview

Anika und Dunja!

Ich habe das Gefühl, es war erst gestern, wo ich euch bei Eintracht Minden zugesehen habe. Aber wenn ich es nachschlage, das war so ca. von 1996-2003.

Dunja ist als 17-Jährige schon in der Rückrunde der Saison 1988/1989 zu Eintracht Minden gestoßen. Ihre Trainerin Sigrid Bierbaum, die damals auch ihr Idol war. Die Saison 90/91 und 91/92 spielte sie bei Bayer Leverkusen. Europokalspiele in Kiew und in der Slowakei zählen da ganz klar zu ihren Highlights. 1992 folgte dann die Rückkehr zur Eintracht, wo sie auch bis 2003 spielte.

1996 wechselte Anika vom TV Mainzlar nach Minden. Im Oktober 1996 bestritt sie ihr erstes Länderspiel, 104 weitere folgten. 1997 gewann sie mit der deutschen Nationalmannschaft die Bronzemedaille bei der WM im eigenen Land.

2003 kam dann leider der Rückzug der Eintracht! Wie lief das ab?

Dunja: 2003 wären sie dann eigentlich in die 2. Bundesliga abgestiegen, aber es folgte der komplette Rückzug. Viele Spielerinnen wären auch bereit gewesen, für weniger Geld zu bleiben und in der Regionalliga zu spielen. An dieses Durcheinander und diese Vollkatastrophe kann sie sich noch gut erinnern. Nur 2 Tage nach Vertragsverlängerung kam die Nachricht, dass alles vorbei sei! Keine Diskussion. Zack, bum aus. Das war es mit der Eintracht.

So ganz genau kann sich Anika da gar nicht mehr dran erinnern. Es kam ziemlich überraschend. Und wir waren traurig und wir haben noch versucht, über Sponsoren Geld zusammen zubekommen. Leider hat das nicht geklappt. Aber sie war zu dem Zeitpunkt auch schwanger und sie hätte eh die nächste Saison nicht gespielt. Schön war es auf jeden Fall aber nicht.

Trainer Löffelmann! Plaudert mal aus dem Nähkästchen!

Dunja kann sich das Grinsen nicht verkneifen. Er ist ein sehr emotionaler Trainer mit interessanten Sprüchen und einem sehr hohen Motivationsgrad. Ihm war immer der soziale Aspekt wichtig. Er ist ein sehr geselliger und herzlicher Trainer. Er war immer für seine Spielerinnen da und war auch bei gegnerischen Spielerinnen sehr beliebt. Es war immer lustig beim Training, aber echt hart.

Löffel ist ein Unikum. Wer Löffel nicht kennt, hat die Welt verpennt

Dunja über HD Lö

Auch Anika nennt Löffelmann ein Unikum. Das Besondere an ihm als Trainer, dass er bei jedem Einzelnen von uns wusste, an welcher Stellschraube er drehen muss, um die beste Leistung herauszukitzeln. Bei der einen war es Zuckerbrot, bei der anderen war es Peitsche. Ein herzensguter Mensch, den man bei Tag und bei Nacht anrufen kann. Auch heute noch. Und sicherlich war er genauso so traurig wie alle anderen, als es mit der Eintracht zu Ende ging.


Er war immer voll dabei. Hat den Handball gelebt, hat das Spiel gelebt, hat mitgespielt. Hat uns angeschrien, hat uns gelobt, hat uns angebrüllt, hat den Gegner angebrüllt. Er hat mit den Schiedsrichtern, Zuschauern mit allen interagiert. Aber hinterher war immer alles gut. Er hat uns in den Arm genommen und gesagt, wie lieb er uns hat.

Anika über H.-D. Löffelmann

Und im Training hieß es immer nur Gas, Gas, Gas. Gefühlt sind wir fünfmal die Woche nur durch die Halle gerannt. Es war nur Rennerei. Was im Nachhinein ihnen zu Gute kam, da sie nach hinten raus mehr Körner hatten. Bei Löffelmann war immer: Alles, was geht! Bis man umgefallen ist, dann musste man halt zwei Minuten raus. Und das ist heute immer noch so bei ihr drin. Ball hinten erobern und Gas nach vorne.

Die Karriere nach dem Bundesliga-Rückzug

Für Dunja ging es dann von 2003 bis 2009 zu Stemmer/Friedewalde bzw. Minden Nord mit 2 Aufstiegen in die 2. Bundesliga und die Teilnahme an der Beachhandball-WM 2006 in Brasilien. Aktiv hat sie noch bis 2011 gespielt, in der zweiten Mannschaft von Stemmer/Friedewalde.

Für Anika ging es Anfang 2005 für 3 Monate nach Oberlübbe. Dann ging sie zu Stemmer/Friedewalde. Dort hat sie dann lange mit Dunja gespielt. Und auch sehr erfolgreich gespielt mit dem Aufstieg in die 2. Liga. Zwischendurch folgten nochmal Greven und Oberlübbe. Eigentlich hatte Anika 2010 mal so angedacht mit dem Handball aufzuhören (wir lachen beide). Weil sie sich mehr der Familie widmen wollte. Aber da beide Kinder da inzwischen in Kindergarten- und Schulalter waren, hatte sie wieder mehr Zeit. Und so ist es eigentlich nie zu einer längeren Pause gekommen. Und jetzt spielt sie in ihrer dritten Saison für TuS Petershagen-Lahde in der Oberliga. Und das macht ihr immer noch einen Riesen-Spaß. Auch ihre beiden Kinder spielen inzwischen Handball. Ihr Sohn spielt bei GWD Minden und ihre Tochter ist nach Blomberg gegangen.

Gekommen um zu bleiben – Heimat im Mühlenkreis


Dunja ist in Vlotho heimisch geworden. Beim Handball trifft man sie eher selten an. Sie verbringt lieber viel Zeit mit der Familie, Reisen zu unternehmen. Mountainbike und Ski fahren gehören zu ihrer absoluten Leidenschaft. Aber auch mit Wandern und Laufen hält sich fit.


Familie Ziercke fühlt sich wohl im Mühlenkreis. Anika ist seit 1996 und Aaron seit 1998 hier in Minden bzw. Ovenstädt.

Minden ist echt schön, vor allen nach hinten raus. Im Umland gibt es wirklich schöne Ecken.

Anika über ihre Heimat


Schaut ihr noch Live-Handball? In welchen Handballhallen kann man euch noch antreffen?

Kampahalle war immer unser Wohnzimmer, weil wir hier beide lange gespielt haben. Man hat immer Leute getroffen von früher. Bekannte von jetzt. Kampahalle war irgendwie schön.

Anika über ihr Wohnzimmer

Nach wie vor dreht sich bei Anika zu Hause alles um Handball. Aaron ist mit seinem Trainerjob auch viel mehr im Handball eingespannt als noch als Spieler. Und der Job des Trainers macht noch viel mehr Arbeit, als der Spieler hat. Als Aaron noch in Lübbecke Trainer war, hat sie versucht, jedes Spiel dabei zu sein. Auch das sie jetzt viele Frauen-Handballspiele streamen kann, das gefällt ihr sehr. In der Stemmeraner Halle trifft man sie auch noch so manches Mal an.

Ich gucke mir einfach gerne Handballspiele an. Weil ich den Sport einfach mega geil finde, nach wie vor.

Anika über den Handballsport

Und wie sieht es aus mit Freundschaften aus der aktiven Zeit?

Freundschaften hat Dunja viele in der Zeit geschlossen. Sei es Petra Cumplova die jetzt Khekova heißt und in Prag lebt. Auch trifft sich noch einen Eintracht-Stammtisch in eher unregelmäßigen Abständen. Dort freut sie sich immer auf Steffi Kreft jetzt Zopf, Lena Antal, Anika Ziercke oder Trainer Löffel. Auch zu ihrem ehemaligen Trainer Wolfgang Herz in Bielefeld hat sie noch engen Kontakt. Ob Claudia Niemeyer, Nadine Hallmann, Slawa Jerzierska, Heike Horstmann, Dunja könnte ewig so weiteraufzählen. Diese Freundschaften bestehen schon sehr lange.

Anika hat zwei ihrer besten Freundinnen in ihrer Mainzlarer Zeit kennengelernt. Ansonsten gibt es da noch die Eintracht-Oldies, eine Art Stammtisch, der wegen der Corona-Pandemie erstmal auf Eis gelegt ist.

Dieser Handball-Blog http://www.mein-handball-blog.com wird ab jetzt natürlich regelmäßig gelesen

Beide haben natürlich jetzt meinen Handball-Blog gelesen. Das ist schön. Anika hört manchmal den Handball-Podcast Hand aufs Harz. Aber genauso wie ich hört sie nur mal ab und zu rein.

Die BVB-Damen wurden nicht zum Meister ernannt…….

Auch Dunja findet es ungerecht und da gibt es ja immer viele Unterschiede im gesamten Leistungssport zwischen Frauen und Männern. Punkt um. Auch die Damen hätten es verdient gehabt, zum Meister ernannt zu werden.

Auch Anika hat es sich nicht erschlossen, warum bei den Männern der Meister gekürt wurde und bei den Frauen nicht. Auch das Argument, das Dortmund noch nicht so souverän geführt haben soll. Das war ja bei Kiel auch nicht der Fall. Total unfair und nicht gerechtfertigt.

Der Aufschrei, der durch die Medien ging, war viel zu leise dafür. Ich fand es super, wie die Mädels reagiert haben mit ihrer Plakataktion.

Anika über die Nichternennung des BVB zum Meister
Die Plakat-Aktion der BVB-Damen


Ich danke euch für dieses Gespräch!

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Mühlenkreis-Handballer im Blickpunkt! Heute mit Juri Knorr

Wenn man der Sohn von Ex-Handballer Thomas Knorr ist, dann ist man in den Handball-Arenen dieses Landes groß geworden. Seine erste Erinnerung hat er an die mega Sportarena in Hamburg. Diese Stimmung, die hat ihn gefesselt und ganz sicher auch zu dem gemacht, der er jetzt ist. Er ist einer der größten Handball-Talente Deutschlands. Seine Position ist die Rückraum-Mitte, die Schwachstelle der deutschen Nationalmannschaft. Ein weiterer Vorteil er kann auch im linken Rückraum eingesetzt werden. Er glänzt mit seinen Anspielen, ist immer anspielbereit, er kann das Spiel lesen, ist ideenreich. Alles, was ein Mittelmann braucht.

Blitzstart – große Karriere?

Aber er ist nicht nur der Sohn von Thomas Knorr. Er ist Juri Knorr. Nach den Kindheitserlebnissen stand für ihn schnell fest, dass auch ihn das Handball-Fieber gepackt hat. Im Jugendbereich spielte er für Bad Schwartau bzw. Lübeck und ein Jahr bei der HSG Ostsee. Trainer dort sein Vater Thomas.

Mit gerade mal 18 Jahren wechselt er zum großen FC Barcelona. Und dort hat er sich sehr wohl gefühlt. Und das eine Jahr hat ihn reifen lassen. Einfach mal aus dem familiären Wohlfühl-Umfeld rausgehen. Andere Menschen, Sprache und Kultur kennenlernen. Das war für ihn eine neue Herausforderung. Auch wenn er viel in der 2. Mannschaft gespielt hat, trainiert hat er auch viel mit der Profi-Mannschaft. Noch ganz frisch sind die Erinnerungen an das erste Mal in der Kabine des großen FC Barcelona. Dieses Jahr hat ihn handballerisch und menschlich reifen lassen.

Dann, obwohl er eigentlich noch ein Jahr Vertrag in Spanien hat, folgt der Wechsel zu GWD Minden. Denn nach dem super Jahr dort war die Frage, wie es weitergeht. Würde die zweite Saison genauso verlaufen? Und es gab einige Angebote. Gut, dass er sich für GWD Minden entschieden hat. Und jetzt ist er schon gar nicht mehr aus der Mannschaft von Frank Carstens wegzudenken. So wertvoll ist er für das Team von GWD Minden geworden.

Minden als Stadt gefällt ihm – es gibt sogar Wasser

In Minden fühlt er sich sehr wohl. In seinem ersten Jahr ist viel passiert und es war aufregend für ihn. Aber er ist auch zufrieden mit seiner Leistung. Dafür, dass er die Stadt Minden vor seiner Vertragsunterschrift gar nicht kannte, ist er positiv überrascht. Minden hat zwar nicht die Ostsee, aber mit der Weser doch etwas Wasser zu bieten.

Für die Zeit nach der Handball-Karriere hat er sich für das Studium der Wirtschaftspsychologie entschieden. Dies kann er sich als Fernstudium individuell einteilen. Denn auch die Corona-Krise und seine Daumenverletzung waren Hallo-Wach-Momente für ihn.

Apropos Corona

Juri war nach seinem Daumenbruch gerade wieder in guter Form. Bundestrainer Alfred Gislason hatte ihn zum A-Nationalmannschafts-Lehrgang nach Aschersleben nachnominiert. Das die Corona-Pandemie sein Debüt verhinderte, ist mehr als ärgerlich. Aber er kann dieser ganzen speziellen Situation auch etwas Gutes abgewinnen. Er hat das Beste daraus gemacht und zu Hause viel trainiert und Zeit für Dinge genommen, die sonst ausfallen müssen.

Wie war das denn beim Lehrgang?

Eigentlich hatte er Marian Michalcziks Verletzung gar nicht so mitbekommen und nie mit seiner Nominierung gerechnet. Und dann rief am Tag nach dem Balingen-Spiel der DHB an. Und Juri machte sich auf den Weg nach Aschersleben. Kontakt mit dem DHB bestand eh schon länger. Aber es ist ein Riesenunterschied zwischen A-Nationalmannschaft und Junioren-Auswahl. Denn schließlich kommen dort nur die besten Spieler Deutschlands zusammen.

Wenn Anfang Oktober die neues HBL Saison startet, weiß niemand so genau, wie es ablaufen wird. Werden Geisterspiele angesetzt? Werden die Hallen nur zu 20 % ausgelastet sein? Für Juri ist es natürlich mit Zuschauern und Atmosphäre schöner. Keine Frage. Aber für ihn ist der Ausblick auf „endlich wieder Handball spielen“ schon Motivation genug. Und die gesamte GWD-Mannschaft freut sich unglaublich auf die neue Saison.

Die längste Vorbereitung überhaupt begann Ende Mai

GWD-Trainer Frank Carstens bestellte seine Mannschaft Ende Mai zur 1. Phase ein. Gespickt mit vielen Trainingseinheiten und der Leistungsdiagnostik im HZ Bad Oeynhausen. Auch durften die Spieler zwischendurch ihren Urlaub genießen, aber auch hier gab es individuelle Trainigseinheiten mit ins Gepäck. Aber jetzt sind alle Spieler nach 5 Monaten nur trainieren, Intervallläufen und Testspielen heiß auf den Start der Liga.

Bevor es so weit ist, steht noch der Spielothek-Cup an. Dieses Jahr mit erstklassigen Gästen. Neben dem TuS N-Lübbecke und GWD Minden sind der Bergische HC und DHfK Leipzig in Lübbecke zu Gast. Der Bergische HC und Leipzig sind mit GWD Minden auf Augenhöhe und nicht nur Juri erwartet spannende und schöne Partien.

Leider findet der Spielothek-Cup ohne Zuschauer statt. Das Sportmenü in Dankersen, die alljährliche Mannschaftsvorstellung, fällt ganz aus. Ein schweres Los für viele GWD-Fans.

Juri hat noch ein Jahr Vertrag in Minden ….

….. und wie es dann weitergeht, das weiß er selber noch nicht. Dafür ist allerdings auch viel Zeit, denn die kommende Saison wird sehr lang. Aber die Chancen stehen gut, das große Handball-Talent noch ein wenig an der Weser zu halten. Auch wenn in unserem Gespräch klar geworden ist, dass er ein absoluter Familienmensch ist. Als seine Hobbys gibt er übrigens an: Zeit mit der Familie, der Freundin und Freunden zu verbringen.

Juri, ich danke dir für das Gespräch. Wir haben viel gelacht! Es war sehr angenehm.

Auch am sky-Mikro ein gern gesehener Gast Foto: Nadine Hoppmann

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Mühlenkreis-Handballer im Blickpunkt! Heute mit Sven Lakenmacher

Sven Lakenmacher trug das Trikot des TuS Nettelstedt 6 Jahre lang. Grund genug mich mit ihm über seine Zeit im Mühlenkreis zu unterhalten. Denn er hat mit dem TuS Höhen und Tiefen erlebt, seine beiden Kinder sind hier geboren und auch die Derbys gegen GWD Minden sind ihm in Erinnerung geblieben.

Geboren und aufgewachsen in Magdeburg

Sein Vater Wolfgang war zu DDR-Zeiten ein erfolgreicher Handballer und spielte für den SC Magdeburg. 198-mal trug er das Trikot der Nationalmannschaft der DDR. Er war einer der ersten Trainer, der aus dem Osten in den Westen gewechselt ist. Und sein Sohn Sven ist mit ihm nach Großwallstadt gegangen. Da stand auch schon lange für Sven fest, das er Handballer werden wollte. Zu Magdeburger Zeiten hatte ihn schon das Handballerleben fasziniert. Bei seinem Vater hatte er dass ja hautnah miterlebt.

Von 1990 bis 1997 spielt er für den TV Großwallstadt, bis er dann zum TuS Nettelstedt wechselte.

Eine Zeit mit Höhen und Tiefen

Währen der sechs Jahre beim TuS hat er zweimal den City-Cup gewonnen, ist abgestiegen und wieder aufgestiegen. Einige Trainer kamen und gingen. Und er hat in einer Mannschaft gespielt, die mit genialen Spielern gespickt war. Allen voran Bogdan Wenta, Talant Dujshebaev oder auch Gennadij Chalepo. Der Zusammenhalt in der Mannschaft war wichtig. Sie haben sich damals alle gut verstanden, konnten sich 100 % mit dem Club identifizieren, haben viel zusammen unternommen. Auch mit den Spielern von GWD Minden und vom TBV Lemgo hat man sich oft getroffen.

Die Fans und die Stimmung in der Lübbecker Arena haben ihn sehr beeindruckt. Besonders das Aufstiegsspiel damals gegen Wilhelmshaven, die Halle war so voll. Die Fans haben, angetrieben vom Trompeter, die Lübbecker Kreissporthalle zum Kochen gebracht.

.. und heutzutage spielt GWD in dieser Halle..

Über die Situation, dass GWD Minden jetzt in der Merkur-Arena spielt. Aber das hat er durchaus nicht negativ gemeint.

Gekribbelt hat es auch bei ihm vor den Derbys

„Bei den Derbys ging es zur Sache! Das war schon was Besonderes. Das hat Wochen vorher schon gekribbelt. Bogdan Wenta war immer sehr heißblütig.“

Angesprochen auf die Derbys

Auch als Talant dann später für GWD Minden spielte war es sehr brisant gegen den ehemaligen Mitspieler zu fighten.

2003 dann der Wechsel zu San Antonio nach Spanien. Für ihn eine super Erfahrung, eine neue Sprache, eine Weltklasse-Mannschaft. 2004 gewann er sogar den Europa-Pokal mit San Antonio. Nach einem Jahr war das Abenteuer aber auch schon wieder beendet, denn er wurde durch einen anderen Spieler ersetzt. Die Enttäuschung hört man heute immer noch bei ihm heraus.

Doch was ist privat im Mühlenkreis geblieben?

Seine beiden Kinder sind hier geboren. Sein Patenkind wohnt in Hüllhorst und auch viele Kontakte abseits des Handballs gibt es noch. Freundschaften zu pflegen ist seiner Meinung nach schwer. Man geht weg und der Kontakt wird weniger. Sechs bis siebenmal im Jahr spielt er noch in der All-Star-Mannschaft. Die Treffen mit den ehemaligen Nationalspielern, die gefallen ihm.

Heute ist er ein erfolgreicher Trainer

Seine 1. Station, damals noch als Spielertrainer, war 2008 bei den Handballfreunden in Springe. 2011 wechselte er zur 2. Mannschaft vom TSV Hannover-Burgdorf. Beide Mannschaften führte er übrigens in die 3. Liga! Die Rückkehr nach Springe war noch mal erfolgreicher, denn er stieg mit den Handballfreunden in die 2. Liga auf. Aktuell trainiert er die Sportfreunde Söhre in der Oberliga. Aber das Saisonziel ist klar, Aufstieg in die 3. Liga (wenn Corona es zulässt). Beim SF Söhre fühlt er sich ausgesprochen wohl.

Seine Kinder sind sein ganzer Stolz

Sohn Fynn-Luca spielt Fußball beim TSV Havelse in der 4. Liga und studiert. Tochter Mia spielt Handball und das sehr erfolgreich. Die Junioren-Nationalspielerin wechselt zur kommenden Saison nach Buxtehude. Für eine 17-Jährige ist das natürlich ein großer Schritt, aber Papa Sven steht ihr immer mit Rat und Tat zur Seite. Nach ihrem Kreuzbandriss wird sie erst in der 2. Mannschaft von Buxtehude aufgebaut werden. Ich denke, wir werden in Zukunft noch so einiges von Mia Lakenmacher hören und sehen.

Lieber Sven, ich danke dir für das interessante Gespräch und Einblicke in dein Leben!

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Mühlenkreis-Handballer im Blickpunkt! Heute mit Christian Spönemann

In den 90er Jahren übertrug Radio Westfalica alle Heimspiele und viele Auswärtsspiele vom (damaligen) TuS Nettelstedt und GWD Minden. Christian war für den TuS Nettelstedt und Carsten Dehne für GWD Minden am Mikro dabei. Mit Carsten Dehne hatte ich übrigens auch schon gesprochen, das könnt ihr hier nachlesen.

Das Gespräch mit Christian Spönemann war nicht nur megainteressant, es hat bei mir sofort für gute Laune gesorgt. Christian ist ein Mann, der einen nur mit seiner Stimme in seinen Bann ziehen kann. Klar, er ist ja auch ein Mann, der mit seiner Stimme arbeitet. Die Handball-Fans hat er mit seinen Handball-Live-Übertragungen begeistert.

Wir haben über viele Dinge gesprochen. Über Spieler, die kamen und gingen. Über technische? Probleme bei Live-Übertragungen. Über seine weitere Laufbahn. Über besondere Spiele, die in Erinnerung geblieben sind.

Und über all dem steht die Frage: „Braucht man Blaskapellen bei Handballspielen?

Erst Praktikant, dann freier Mitarbeiter und dann Redakteur

In der Aufstiegssaison vom TuS 93/94 begann es mit 30 Sekünder Zusammenfassungen. Im Jahr drauf war er zum ersten Mal live beim Spielothek-Cup mit Carsten Dehne und Ralf Huber. Besonders von Carsten Dehne konnte er sich viel abschauen. Damals war der Handball auch schon etwas langsamer, weil es noch keine schnelle Mitte gab. Natürlich war er zu Anfang der Live-Übertragungen auch aufgeregt. Aber er hielt sich gerne an das, was Carsten ihm gesagt hatte: „Ich stehe, ich sehe! Ich berichte das, was vor mir passiert.“ Diesen Leitsatz hat er immer versucht zu befolgen.

Er ist ja eigentlich Fußballer….

Handball hat er eigentlich nie gespielt, aber er hat sich immer sehr für Handball interessiert. Auch das Handball-WM-Finale 1978 Deutschland gegen die Sowjetunion hat er im Fernsehen verfolgt. Und ein oder zwei Jahre später im Sportunterricht hatte er ein einschneidendes Erlebnis. Es stellte sich ein neuer Sportreferendar vor, und das war kein geringerer als Jimmy Waltke.

Auch ging er oft zu Spielen des Landesligisten Schwarz Weiß Wehe und vom TuS Nettelstedt. Dort sah er Spieler wie eben diesen Jimmy Waltke, Rainer Niemeyer, Harry Keller oder später Oleg Gagin. Aber als besonders ausgewiesenen Handball-Experten würde er sich eher nicht bezeichnen.

1996 City-Cup in Dobova da kann er gleich mehrere Geschichten erzählen

Wer so viel in Sachen Handball unterwegs ist, der hat auch so einiges erlebt.

Ein 18 km Stau bei Hamm verhinderte, dass Christian ein Spiel um den Klassenerhalt in Hüttenberg fast verpasste. Auch nicht alltäglich ist, dass er dann das Spiel verspätet per Handy übertragen hat.

Aber die Reise und das Spiel in Dobova/Slowenien im City-Cup 1996 wird ihm noch lange in Erinnerung bleiben. Schiedsrichter die am Abend vor dem Spiel mit Bacardi Cola feierten. Beinahe hätte er vom Unentschieden gar nicht berichten können, da das deutsche Übertragungsgerät sich nicht mit der slowenischen Telefondose verbinden ließ. Christian Spönemann bekannt für seine zwei linken Hände, schaffte es dennoch mit viel Mühe. Die slowenische Blaskapelle in seinem Rücken gab ihm dann den Rest. Denn durch den Lärm, den diese Kapelle verursachte, konnte Christian den Techniker im Studio nicht mehr verstehen. Die Blaskapelle spielte ohne Unterbrechung und hatte kein Erbarmen.

“ Irgendwann habe ich gesagt, ich gehe jetzt zu irgendeiner bestimmten Uhrzeit rein. Mach was du willst, ich höre dich nicht.“

Christian Spönemann versucht verzweifelt sein deutsches Übertragungsgerät mit einer slowenischen Steckdose zu verbinden. Zlatko Feric hat dieses Foto Christian geschenkt, nachdem es jahrelang verschollen war. Foto: Stefan Gerold

Besondere Spiele gab es viele, auch Derbies natürlich

Aus den frühen 90er Jahren ist ihm vor allem ein Derby in Erinnerung geblieben. Das Pokalspiel mit doppelter Verlängerung. Robert Hedin spielte ein unglaublich gutes Spiel. Und auf der Gegenseite hielt Fynn Holpert für den TuS den entscheidenden Ball.

Oder auch Spiele, die Dirk Beuchler durch einen direkten Freiwurf nach Ende des Spiels entschieden hat. Oder auch als Daniel Svensson mal mit der Schlusssirene ein Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen entschieden hat.

Das Spiel, das ihn aber am meisten begeistert hat, war im Jahr 1997. Das Viertelfinal-Rückspiel im City-Cup gegen Ademar Leon. Das Hinspiel hatte der TuS mit 6 Toren verloren und gewann das Rückspiel mit 28:21. Ewald Humenberger hielt die entscheidenden Bälle kurz vor Schluss und Michael Altenbeck machte das Spiel seines Lebens. Auch die Fans standen wie eine Wand hinter dem TuS. Und die völlig siegessicheren Spanier (sie hatten schon Banner vorbereitet, dass sie im Halbfinale stehen) mussten sich dem kleinen TuS Nettelstedt geschlagen geben.

Ein Derby ist doch immer was Besonderes

Auch als Hallensprecher ist ein Derby etwas Besonderes.

„Es kribbelt immer mehr, man ist ein bisschen früher in der Halle. Die Luft flirrt. Alle sind so ein bisschen angespannt, wie ein Bienenkorb.“

Die Derbys in den 70er und 80er Jahren waren aber doch noch etwas anderes. Mehr Spieler waren aus Ostwestfalen-Lippe und da war mehr Gift im Spiel. Heute geht man als Spieler damit auch anders um. Ein Derby kann die Saison retten, aber auch die Saison völlig verschießen.

Wenta, Dujshebaev und Loke, alles große Namen – und die Svensson Erkrankung

Aber ein Spieler hat ihn am meisten beeindruckt. Bogdan Wenta! Vom FC Barcelona zum TuS Nettelstedt gewechselt. Bei seiner Vorstellung sprach er noch kein Wort deutsch. Als er ein Vierteljahr später zum TuS kam, sprach er deutsch. Da merkte man schon, was er für eine Persönlichkeit und was für ein Profi er war. Auf dem Platz der absolute Chef. Für Christian eine der größten Persönlichkeiten, die jemals das rote Trikot getragen hat.

In der etwas jüngeren Vergangenheit hat ihm Frank Loke, allerdings nur zu seinen besten (körperlichen) Zeiten, gefallen. Immer anspielbereit, immer brandgefährlich.

Auch als Talant Dujshebaev 1997 für ein Jahr an den Wiehen kam, hat ihm das schon sehr gefallen.

Aber auch das Schicksal von Daniel Svensson mit seiner Krebserkrankung hat ihn berührt. Die Erinnerung an die Verabschiedung dieses Spielers lässt ihn doch zweimal schlucken.

Kommentator, Moderator, Hallensprecher, ein Mann mit Stimme

Ende 1998 hat er Radio Westfalica Richtung Süddeutschland verlassen. In München hat er viele Fußball-Spiele der 1. und 2. Liga kommentiert, die man sich damals in voller Länge anhören konnte. 2002 kehrte er nach OWL zurück. Radio Westfalica, Radio Herford, Radio Lippe sind seine Stationen. Und nebenher hat er immer wieder Fußball kommentiert. In Halle bei den Gerry Weber Open, die er als das Highlight seiner Karriere bezeichnet, war er Stadionsprecher und begegnete Tennisgrößen wie Roger Federer. Auch war er Hallensprecher beim TBV Lemgo, während seiner Zeit bei Radio Lippe.

Seit 10 Jahren ist er inzwischen Hallensprecher des TuS N-Lübbecke. Der TuS ist immer sein Herzensverein gewesen. Dem ist er auch immer treu geblieben. Und solange man ihn in Lübbecke noch hören möchte, bleibt er dabei.

Die nächste Saison wird die große Unbekannte

Der TuS und die nächste Saison. Gibt er eine Prognose ab?

Wie die nächste Saison wird, das weiß ja noch keiner. Was hat Corona mit den Mannschaften und Spielern gemacht? Man weiß bis jetzt noch nicht wie viele Zuschauer dabei sind. Der Heimvorteil wird fast wegfallen.

Favorit mit ordentlich Druck ist der Vfl Gummersbach. Aufsteigen muss bzw. aufsteigen sollte der Vfl. Sie haben sich prominent verstärkt, auf dem Feld und auf der Trainerbank.

Der TuS mit 8/9 neuen Spielern ist gut ergänzt worden. Seiner Meinung nach ist die Mannschaft diese Saison individuell stärker als in der abgelaufenen Saison. Eine große Aufgabe für Trainer Emir Kurtagic wird es sein diese neu aufgestellte Mannschaft zusammenzuführen. Aber Emir hat letzte Saison schon bewiesen, dass er das kann. Und die einzelnen Spieler sind durchaus motiviert. Auf eine Saisonprognose möchte er sich aber doch nicht einlassen.

Social Media und Handball, geht da noch mehr?

Seiner Meinung nach hat der Handball ein Vermarktungsproblem und könnte eigentlich viel mehr aus seinen Möglichkeiten machen. Der Handballsport ist eine unheimlich attraktive Sportart und unglaublich schnell und dynamisch. Nur wenn man in die Hallen schaut, fehlt doch häufig das junge Publikum, und genau da müsste Social Media greifen.

Handball-Blogs liest er natürlich diesen hier (ich habe jetzt auch gar nichts anderes erwartet, mein Lieber!!!!) Und er findet ihn sogar klasse! Diese Handballregion hier verträgt einen Handball-Blog. Natürlich hat er den Blogbeitrag mit Carsten Dehne gelesen und hat sich sehr gefreut, dass auch er zweimal erwähnt wurde. Auch diese Zeitreise zurück, fand er ganz klasse.

Podcasts hört er gerne, aber der hat gar nichts mit Sport zu tun. Er mag den Podcast von Atze Schröder und Till Hohneder „die zärtlichen Cousinen“. Hört mal rein, ist irre witzig.

Mein Vorschlag zum Schluß: Ein Podcast für den TuS mit Christian

Gibt es solche Ideen beim TuS? Christian wäre da wohl offen für. Ja im Moment gibt es aber sicherlich viele andere Baustellen für die Handballvereine. Themen wie Finanzen, Hygieneauflagen und Hallenkapazität sind wichtiger. Aber so ein Podcast wäre durchaus zum Vorteil für den TuS. Ich würde ihn mir auf alle Fälle anhören. Denkt mal drüber nach TuS N-Lübbecke!

Vielen Dank für das Gespräch!

Bildergalerie:

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Mühlenkreis-Handballer im Blickpunkt! Teil 1! Heute mit André Fuhr

Teil 1

Corona hält die Welt in Atem. Leider hat das Corona-Virus auch den Handball-Sport zum Stillstand gebracht. Trotzdem möchte ich euch die Wartezeit bis zum Startschuss der neuen Saison etwas verkürzen. Ich habe mit André Fuhr  einen Handball-Experten befragt zu: 

  •  GWD oder eher TuS?
  •  Frauen-oder-Herren-Handball?
  •  Schultafel oder Taktiktafel?
  •  Meister oder Nicht-Meister
  • Verein oder Verband?

Auch eine Einschätzung für die kommende Saison unserer beider Mühlenkreis-Vereine darf da nicht fehlen

Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast André. 

Eigentlich liest er keine Handball-Blogs, da bin ich aber froh, dass er mir trotzdem Rede und Antwort steht. Aber keine Angst, dies ist hier ja kein überlanger Podcast, obwohl die ja wie Pilze aus dem Boden schießen. Und so lange wie Schmisos Podcast soll das hier auch nicht dauern. Deshalb habe ich das Interview in zwei Teile gesplittet. Wenn euch der 1. Teil gefällt, dann wird der 2. Teil euch garantiert auch gefallen. Versprochen!

 

Vom Mühlenkreis, über Blomberg und Metzingen nach Dortmund

Er ist gebürtig aus Rothenuffeln, wo er auch lange Handball spielte. Er hat Sport und Deutsch auf Lehramt studiert. War freier Mitarbeiter beim Mindener Tageblatt und hat dort meist über die Handballspiele berichtet.

Schon früh zog es ihn auf die Trainerbank. Nach 16 Jahren in Blomberg und einem Jahr in Metzingen, ist er jetzt Trainer der Damen von Borussia Dortmund. 

 

 

Im Mühlenkreis die ersten handballerischen Schritte gemacht

Im Mühlenkreis, besser gesagt in Rothenuffeln hat er mit 5 Jahren das Handballspielen begonnen. Mit 15 Jahren trainierte er schon die E-Jugend, während er noch bis Mitte 20 selber gespielt hat.   

In erster Linie ist André Handball-Fan. Er mag beide, GWD Minden und den TuS N-Lübbecke. Vielleicht grün weiß aber ein bisschen mehr. So oft es geht, kommt er noch zu Spielen in die Halle. Auch aus seiner Tätigkeit beim Mindener Tageblatt kennt und schätzt man ihn vor allem in Minden. 

 

„GWD Minden hat den Umzug nach Lübbecke, wie ich finde, sehr gut von der atmosphärischen Gestaltung hinbekommen. Und wir sind dann mal gespannt, wie es nach Corona und mit neuen Erkenntnissen weitergeht.“

 

Über GWD Minden in der nächsten Saison

André wünscht sich natürlich, dass sie wieder ein zu Hause finden. Egal wo es ist. Ob in der Kampa-Halle oder in der neuen Multifunktionshalle. Auf jeden Fall nicht auf Dauer in Lübbecke. Das hat schon vielen sehr wehgetan, dass die Heimspielstätte gesperrt wurde. Beim vorletzten Heimspiel war er noch in der HalleUnglaubliche Spiele, die einem da in Erinnerung bleiben.

„Der Abgang von Marian Michalczik wird ihnen wehtun. Aber sie waren in den letzten Jahren immer in der Lage, Lücken zu kompensieren.“

Es ist immer spannend, den Spagat aus jungen und eigenen Talenten zuzusehen. Und Spieler, die man irgendwie finden muss, wie sie irgendwie Dalibor Doder gefunden haben. Der über Jahre ja das Gesicht von GWD Minden geprägt hat. Oder wie sie Christoffer Rambo gefunden haben, der jetzt natürlich eine spieltragende Figur ist. Es ist in den letzten Jahrzehnten immer gelungen solche Spieler zu finden, die herausragende Fähigkeiten haben und unheimlich wichtig sind.

 

Und über den TuS N-Lübbecke

Für ihn ist es beim TuS N-Lübbecke in den letzten Jahren sehr unruhig gewesen. Ein bisschen Kontinuität zu finden, täte den Lübbeckern da sehr gut. Das scheint jetzt unter Emir Kurtagic gelungen zu sein. Die Mannschaft hat sich gut entwickelt. Natürlich wünscht er sich, und wünschen wir uns alle wieder ein Mühlenkreis-Derby. Das waren ja auch für ihn, immer ganz besondere Spiele. Dem TuS N-Lübbecke wünscht er den Aufstieg. Aber dazu braucht es neue Strukturen und Ruhe. Und dass sie die Zuschauer wieder begeistern werden, was ja in der letzten Zeit nicht so der Fall war.  

Wenn er mal wieder im Mühlenkreis ist, besucht er natürlich seine Eltern. Und auch der Handball hier lässt ihn nicht los. Neben GWD zieht es ihn zu seinem alten Verein, der jetzt HSG Euro heißt. Seine gute Vernetzung und das Mindener Tageblatt ermöglicht ihm immer noch, über die sportlichen Geschehnisse im Mühlenkreis informiert zu bleiben. Zu GWD-Trainer Frank Carstens und Lübbeckes Trainer Emir Kurtagic hat er einen guten Draht.

Studiert hat André Fuhr Deutsch und Sport auf Lehramt. Lange und gerne hat er beim Mindener Tageblatt als freier Mitarbeiter gearbeitet. Aber irgendwann war diese journalistische Arbeit mit der handballerischen Tätigkeit nicht mehr vereinbar. Dann war er lange Lehrer in Espelkamp und in Blomberg und hat dann eine ganze Zeit beim Kreis Lippe gearbeitet. Ihm war es immer wichtig, dieses 2. Standbein zu haben. Dies hat natürlich Druck rausgenommen und unabhängig gemacht. Zumindest in Gedanken und fügt lächelnd hinzu: „Ich bin Gott sei Dank noch nie entlassen worden.“ Und trotzdem hatte er immer das sichere Gefühl und keine Existenzsorgen. Jetzt ist er Vollprofitrainer. Das wäre es auch schwierig, noch einen anderen Job nachzugehen, bei dem Aufwand den man hat als Trainer bei Borussia Dortmund. An der Spitze der Bundesliga und den Champions League Spielen die in der nächsten Saison auf seine Mannschaft zukommen.

Aber Zeit bleibt ihm trotzdem noch für den DHB. Denn zusätzlich zu seinem Job bei Borussia Dortmund ist er jetzt Trainer der weiblichen U-20 des DHB. Auch diese Aufgabe macht ihm sehr viel Spaß. Junge Spielerinnen auf höchstem Niveau entwickeln. Er hat einen hoch motivierten und qualitativ guten Jahrgang. Ein großer Vorteil ist auch, dass er einige Spielerinnen vorher auch schon kannte. Leider hat er bisher noch kein Länderspiel als Trainer der U-20 erleben dürfen. Auch die geplante Weltmeisterschaft in Rumänien ist durch Corona auf Dezember verschoben worden. Wichtig sind ihm die Erfahrungen, die man bei solchen Turnieren sammeln kann, das ist dann noch mal etwas ganz anderes wie der Ligabetrieb. Es ist ganz anders eine Mannschaft in vielen Lehrgängen zusammenzuführen. Auch er als Trainer kann da noch viel lernen. 

Auch ist der Blick aus einer anderen Perspektive spannend für ihn. Er ist jetzt der Vereins und der Auswahltrainer, da versteht man die andere Seite manchmal noch ein bisschen besser. 

Dieses war der erste Teil eines sehr interessanten und angenehmen Gespräches. Im zweiten Teil geht es den Damenhandball, um seine bisherige Trainerlaufbahn, und um die Nichternennung zum deutschen Meister. 

Übrigens lieber André, ab jetzt wird wenigstens dieser Handball-Blog gelesen!!!

André Fuhr 3 (2)
André in Action
André Fuhr 2 (2)
Auch als Interviewpartner ist André gefragt
Borussia Dortmund 4
Das Team von Borussia Dortmund

 

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Fotos Borussia Dortmund und privat

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Mühlenkreis-Handballer im Blickpunkt! Heute mit Carsten Dehne

Heute spreche ich mal mit jemandem, der vielen von uns den Handball etwas anders näher gebracht hat. Viele Mindener kennen ihn als die Stimme der GWD Heimspiele im Radio. Carsten Dehne.

 

Natürlich mögen jetzt einige sagen: “ der ist doch kein Handballer!“ Fast richtig! Allen voran ist er erst mal ein Mensch des Mühlenkreises. Das allein berechtigt ihn schon, mein Gast zu sein. Und das er so erfolgreich als Beach-Handballer war, das war mir auch nicht so wirklich bewusst. Aber all das könnt ihr ganz unten noch einmal nachlesen.

 

Für mich unvergessen die Handball-Live-Radio-Übertragungen von Radio Westfalica. Zum großen Teil berichtete er von den Heimspielen des Mindener Teams. Aber auch in fremder Halle war er oft am Mikro. Immer mit viel Sachverstand, Herzblut und Adrenalin hat er alles gegeben. Nicht selten kam er durchgeschwitzt und heiser aus seiner Kommentatoren-Kabine. Man sah ihm an, dass er gelitten hatte.

 

 

Noch wenige Sekunden zu spielen…….. Wir geben ab an die Werbung! Nein!!!!!

Ich erinnere mich noch an eine Übertragung. Ich lag krank im Bett und konnte nicht in die Halle. Aber auf Carsten war Verlass, das Spiel hatte ich, dank ihm, direkt vor meinen Augen. Bis, ja bis zu den letzten entscheidenden Minuten der Partie. Es waren nur noch wenige Minuten auf der Uhr. Carsten vom Spiel heiß gelaufen, ich heiß vom Fieber. Die Entscheidung naht! GWD mit seinem letzten Angriff………………. Und es geht ab an die Werbung und dann an die Nachrichten! Ich brech ab!

Wie oft er sich das schon anhören musste, das weiß er gar nicht mehr. Aber keine Chance! Durch diese Werbeeinnahmen wurden die kostspieligen Übertragungen ja erst möglich. Und auch die Nachrichten, die waren eigentlich Pflicht. Aber so manches Mal, im Laufe der vielen Spiele, hatten auch die Nachrichten Verspätung. Man munkelt von einigen zeitversetzt gesendeten Nachrichten, alles im Sinne des Handballs. Ist schon gut, da fragt keiner mehr nach.

 

Handballspiele im Radio – eine besondere Herausforderung?

Handballspiele im Radio zu kommentieren, stelle ich mir persönlich sehr schwierig vor. Natürlich gibt es das schon lange im Fußball. Aber der Handball-Sport ist ja ein viel schnellerer Sport.

Er war der Vorreiter, er war derjenige, der diese Lücke gesehen hat. Für Carsten lag die Hauptaufgabe darin, Bilder zu vermitteln. Denn die Hörer hören ja nur etwas. Und so wenig wie möglich Fachbegriffe reinbringen. Denn eine jugoslawische 3-2-1- Deckung ist schwer vorstellbar. Aber wenn ihm im Eifer des Gefechtes doch mal, das ein oder andere rausrutschte, gelang es ihm dies, schnell zu erklären. Vor allem die Emotionalität in seiner Stimme, hat die Zuschauer gefesselt.

 

Eine Hörerin brachte einen Notfall-Koffer in den Sender

Jetzt in der Corona-Zeit, wo GWD Minden alte Übertragungen ausgegraben hat, hat er sich die auch mal angehört. Wo hat GWD die eigentlich ausgegraben? Gibt es davon noch mehr? Wenn ja, bitte her damit!

Wenn Carsten im Spiel drin war, dann war er da drin. Da vergaß er rechts und links. Damals machte sich wohl eine Hörerin besonders große Sorgen um seine Gesundheit. Sie brachte einen kleinen Notfall-Koffer, gefüllt mit Baldrian und Ähnlichem, in den Sender. Gebraucht hat er diesen Koffer glücklicherweise nie. Aber den Koffer hat er heute noch.

Die alten Radio Westfalica Handball-Live-Übertragungen kann man übrigens hier und hier noch einmal anhören. Sehr zu empfehlen.

Eingestellt wurden diese Übertragungen allerdings nicht, um Carstens Gesundheit zu erhalten, sondern einfach aus Kostengründen. Die Kosten für Technik und Personal waren um ein Vielfaches höher als die Einnahmen. Aber ein positives Fazit kann man durchaus ziehen. Die Bekanntheit und Beliebtheit des Senders und des Moderators stieg dadurch immens.

 

Er war ganz nah dran an den Spielern

Mit Aaron Ziercke, Thomas Oehme, Chrischa Hannawald und Ralf Böhme ist er damals viel um die Häuser gezogen. Also so richtige Männerfreundschaften, sind da entstanden. Auch mit Andreas Bock, Rüdiger Traub, Frank von Behren und Holger Kretschmer entstanden tolle Kontakte, auch über den Handball hinaus.

Besonders gefreut haben ihn die damalige Star-Verpflichtung von Talant Dujshebaev, der auch als Mensch überzeugt hat. Auch Sascha Tutschkin und seine typische russische Spielweise hatten es ihm angetan.

 

Witzig, verrückt, ärgerlich! Was so alles passieren kann

In so vielen Jahren der Handball-Liveübertragungen muss doch die ein oder andere Geschichte passiert sein. Auch da hat er einiges zu berichten.

Man stelle sich vor, man berichtet vom Auswärtsspiel in Nordhorn. Günstigerweise war damals in der alten Nordhorner Halle, der Kommentatorenplatz direkt neben dem VIP-Bereich. Der Dehne geht mal wieder voll ab und ein Nordhorner-VIP-Fan hat genug von der ganzen Sache und zieht dem Dehne den Stecker raus. Dank Carsten und einem nicht näher genannten damaligen Praktikanten, konnte die Verbindung aber schnell wiederhergestellt werden.

In Schwerin reichten die 50 Meter Kabel der mitgebrachten Kabeltrommel nicht bis zur Steckdose. Und er musste sich erst aus mehreren Mehrfachsteckdosen die restlichen Meter zusammen puzzeln. Zur jetzigen Zeit undenkbar. Wir Mindener sind ja ein bisschen sensibler geworden, was Brandschutz angeht.

In Kolding (City-Cup-Finale für den TuS Nettelstedt) musste erst noch ein passendes Kabel zusammengebastelt werden, da es in Dänemark ganz andere Steckdosen gab. Vielen Dank an den TuS-Fan und Techniker, der die Übertragung gerettet hat.

In der Kieler-Ostseehalle saß er auch schon mal inmitten der Fans. Und GWD führte zur Halbzeit mit 6 Toren. Nur doof für Carsten, dass es sich um Kieler Fans handelte. Die das natürlich nicht so witzig fanden und sich über Carsten wunderten, der mal wieder völlig in seinem Element war. Übrigens GWD verlor das Spiel dann doch noch mit einem Tor, das ist dann wohl auch der Grund dafür, das Carsten die Halle lebend verlassen konnte.

Durchaus positiver der 9-Tore-Sieg in Magdeburg, wo am Ende der Vlado Sola neben den Siebenmetern sogar noch den letzten Wurf im Handstand halten wollte. Auch da saß er an der Bande inmitten der Magdeburger und ging wieder völlig ab. Besorgte Magdeburger klopften ihm auf den Rücken! Zur Beruhigung natürlich!

Derbies, Entscheidungsspiele und ein paar Tränen, die Erinnerungen sind noch immer frisch

Die Derbies waren immer sehr schwer, für ihn zu kommentieren. Auf der einen Seite ist er Journalist und um Neutralität bemüht. “ Aber wenn du als Kind schon in der Kreissporthalle gewesen bist, und GWD angefeuert hast, ist das nicht ganz so einfach!“

An ganz besondere Ereignisse kann er sich sogar mit Datum erinnern

Am 24. Januar 1992 überträgt Radio Westfalica das erste Mal ein Spiel live. Und dann gleich das Derby gegen den TUS Nettelstedt. Carsten damals noch in Doppelmoderation mit Ralf Huber im Einsatz moderierte ein unglaubliches Spiel. Nach einem 13:16 Rückstand, dreht und gewinnt GWD noch mit 19:17.

Am 1. März 2000 quält sich Carsten mit dicker Erkältung zum Derby. Dieses Spiel kann und will er doch nicht verpassen. In der letzten Reihe, gehüllt in dicker Jacke und Schal, sah er ein 32:19 für GWD. Eine Demontage für den TuS.

Das letzte Heimspiel der Saison 2006/2007 gegen den VfL Gummersbach. Ein Punkt musste her für den Klassenerhalt. Am Ende stand es 32:32 und GWD hatte den wichtigen Punkt erkämpft. Nach Spielende fingen dann die Fernsehkameras einen sehr emotionalen Carsten Dehne ein. No words needed!

 

Sein Herz schlägt grün weiß, aber seine Anfänge waren beim TuS Nettelstedt

Er war im ersten Radio Westfalica-Team der Einzige, der sich für Handball interessierte. Also machte er das. Seine eigenen Handballerfahrungen beliefen sich zwar auf genau ein Spiel. Aber trotzdem fuhr er damals nach Nettelstedt und kommentierte Zusammenfassungen der TuS Spiele. Als dann Christian Spönemann zum Radio Westfalica-Team kam, teilten sich beide die Spiele ein. Christian Spönemann bekennender TuS-Fan bekam die Nettelstedt-Spiele und Carsten die GWD Spiele.

 

Carsten, ein Mensch der Medien, der keine Handball-Blogs liest

Handball-Meldungen liest er, aber keine Handball-Blogs. Okay, das wird sich aber wohl mal ganz schnell ändern, oder? Hier sind wir bei http://www.mein-handball-blog.com. Hacken am Kreis, das war einmal.

Podcast hört er schon öfters mal. Gerne natürlich den Podcast von Radio Westfalica und Hand aufs Harz-der Handball-Podcast von und mit Florian Schmidt-Sommerfeld. Aber da sind wir uns einig, die Hand aufs Harz-Podcast-Folgen sind einfach zu lang. Länger als eine halbe Stunde ist viel zu zeitraubend. (Übrigens, ich schlafe meist schon nach 30 Minuten ein. Besonders dann, wenn der Gast jetzt nicht so mitreißend ist.)

Die Beachhandball-Karriere – bemerkenswert

Aufgewachsen mit einem sportbegeisterten Vater, kam 1974 passend zur Fußball-WM ein Farbfernseher ins Hause Dehne und Carsten zu seinem ersten Fußball Erlebnissen. Neben Fußball spielt er selber Tischtennis und Tennis. Auch praktische Handball Erfahrungen sammelt er bei einem Spiel in der Schulmannschaft Herder gegen Rats. Im zarten Alter von 26 Jahren fängt er dann mit dem Handball an. Beim TuS Viktoria Dehme und Lukki Kaschube hat er dann Handball spielen noch mal von der Pike auf gelernt. Beim FT Dützen kam dann noch kicken in der Altherrenmannschaft hinzu. Bis heute ist er diesem Verein auch treu geblieben und ist im Jugendvorstand tätig.

Die größten Erfolge hat er allerdings im Beachhandball gehabt. Eigentlich durch Zufall traf er auf die Sand Devils. Kai Bierbaum hatte sein emotionales Talent erkannt. Es folgten deutsche Meisterschaften als Spieler und als Teamchef mit Frank Carstens, Frank Habbe und Aaron Ziercke. Unvergessen ist die Champions-League Endrunde in Spanien.

Und dann kam auch endlich der erste Einsatz fürs Fernsehen. Der DHB suchte Live-Stream-Kommentatoren für die Deutsche-Beach-Handball-Meisterschaft. Ab dem Viertelfinale war Carsten am Mikro. Und konnte Strandgeflüster Minden zur deutschen Meisterschaft kommentieren.

Lieber Carsten, ich könnte dir noch tagelang zuhören. Du hast so viel erlebt, du warst immer mitten drin, statt nur dabei. Ich denke, es wird noch mal einen Teil 2 geben (müssen).

Sollte die Handball-Bundesliga die neue Saison wirklich mit Geisterspielen, oder nur mit reduzierter Auslastung starten, dann fordere ich folgendes:

Carsten Dehne zurück ans Mikro! Radio Westfalica und alle Sponsoren müssen sich für dieses Horrorszenario zusammensetzen. Es kann nicht sein, dass die Saison ohne oder mit nur wenigen Fans startet. Wenn schon nicht alle Fans die Spiele am Fernseher verfolgen können, dann fordere ich:

Carsten Dehne zurück ans Mikro! Re-Load please Handball-Live bei Radio Westfalica!

Gedanklich stelle ich mir gerade vor, wie ich auf dem Fernseher das Spiel verfolge und Carstens Stimme dazu aus dem Radio kommt. Ich feiere das gerade. Noch lieber wäre mir nur live Handball in der Halle, auch wenn es in Lübbecke ist.

Carsten Dehne 12
mit Thommy Haas
Carsten Dehne 13
mit Horst Eckel beim Weserspucker-Turnier
Carsten Dehne 10
Mit Ralf und Chrischa am Nürburgring
Carsten Dehne11
Carsten mit lick aus seiner Kabine

 

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Mühlenkreis-Handballer im Interview! Heute mit Holger Kretschmer

Von 1995 bis 1998 trug Holger Kretschmer das GWD-Trikot. Und viele Fans haben den sympathischen Menschen Holger und seine Familie nicht vergessen. Genauso geht es mir auch. Holger war eigentlich der einzige Spieler, den ich echt vermisst habe. Von unserer Banneraktion bis zum Abschiedsgeschenk, ich war dabei. Jahre später freute ich mich immer noch über Holgers und Marions Besuch in Minden. Und die Spiele gegen Stuttgart waren ein Pflichttermin. Natürlich gab es immer ein Riesen-Hallo und auch Finn wurde da zwangsläufig mit reingezogen.

Ich freue mich sehr, dass Holger für mich Zeit gefunden hat. Mal schauen, was er so alles aus dem Nähkästchen plaudert.

Wir haben uns über die vergangene Zeit, die Gegenwart und die Zukunft unterhalten.

Holger der Mensch

Seine Mindener Zeit hat ihn sportlich und beruflich geprägt

Eine unglaubliche Zeit, die er nicht missen möchte

Es war eine ganz, ganz besondere Zeit für Holger Kretschmer. Die Stadt Minden hat es ihm angetan und die Zeit mit vielen tollen Handballern. Besonders beeindruckt hat ihn die Kombination mit tollen Menschen zusammenzuspielen und berufliche Verbindungen zu knüpfen. In der Zeit kamen viele Spieler rüber in die Bundesliga. Es sind Freundschaften entstanden, die bis heute noch bestehen. Aber auch die Mindener Fans haben ihn sehr beeindruckt.

Holger der Handballer

Minden war Holgers sportliche Heimat

Die Spiele gegen den VfL Bad Schwartau waren natürlich etwas Besonderes, vor allem weil Schwartau im ersten Jahr abgestiegen ist. Da schlugen schon zwei Herzen in seiner Brust. Ein Beweis dafür, dass Holger wirklich mit den Fans konnte, ist das ihn die Schwartau-Fans vor dem Spiel besucht haben. Das war eines der letzten Spiele vor dem besiegelten Abstieg und man hat ihm den Wechsel nach Minden auch nicht krummgenommen.

Als Spiele mit einem großen Spektakel bezeichnet er die Spiele gegen Nettelstedt, Wallau Massenheim und TUSEM Essen. Das Besondere an den Derbies war, dass die Spieler eigentlich alle untereinander befreundet waren, aber es wurde mit harten Bandagen gespielt.

Und das war auch für ihn einer dieser besonderen Momente. Was aber auch typisch für diese Sportart ist, dass niemand nachtragend ist. Heute kann Holger immer noch in die Lübbecker Halle gehen und Spieler und Trainer treffen, das ist immer etwas Besonderes. Vor einem Jahr hat er Tomislav Farkas getroffen, und die Freude war sehr groß.

(Holger, die Mindener sind ziemlich oft in Lübbecke. Schaut doch mal rein, wir haben immer ein Plätzchen für euch frei.)

Holger der Realist

Mit Handball verdienst du keine Millionen

Noch während seiner GWD-Zeit hat Holger drei Jahre für die Fa. Melitta gearbeitet. Und es gab die Option den Vertrag noch einmal zu verlängern, oder eine erweiternde berufliche Existenz bei Melitta. Mit seinen damals noch jungen 33 Jahren hat Holger sich aber für eine berufliche Verlängerung entschieden. Nach insgesamt 6 Jahren als Führungskraft im Außendienst ist er dann zur Fa. Philips gewechselt. Nach fast 20 Jahren dort, sucht er jetzt nochmals eine neue Herausforderung.

Der Handball lief aber immer nebenbei noch mit. Für Hannover/Burgdorf spielte er in der Regionalliga und als die Kinder zur Schule kamen, ging es endgültig nach Hause an die Ostsee. Handball gab es dann noch als
Trainer der Kinder. Und das megaerfolgreich.

Holger der Familienmensch

Die Jungs sind als Beachboys groß geworden. Gleich nach der Schule ging es an den Strand. In der Nähe von Timmendorf ist der gebürtige Emsländer angekommen. Hier fühlt die ganze Familie sich wohl. Jeden Morgen um 7.00 Uhr starten Holger und Marion bei einem Bäcker mit einem Kaffee und einem Croissant in den Tag. Marion geht zur Schule, Holger fährt nach Hamburg. Dieser besondere Moment ist ein Moment der Entschleunigung, der immer an der Ostsee beginnt. Beneidenswert.

Holger der Fan seiner Jungs

Reisende Eltern – Egal ob Stuttgart, Dresden oder Grosswallstadt

Finn spielt beim VfL Lübeck, Nils bei Elbflorenz. Trotzdem, oder genau deshalb sehen sie jedes Spiel. Egal ob Heim-oder-Auswärtsspiele. Autobahnen und Hotelzimmer bestimmen das Wochenendbild. Das ist schon unglaublich. Trainiert haben sie ihre Jungs, bis sie aus der A-Jugend raus sind. Nils und Finn gingen kurzzeitig beide in Magdeburg aufs Handball-Internat. Danach war eigentlich Schluss mit dem Trainer sein. Leise flüstert er mir mit einem Lächeln auf den Lippen zu: „Ein bisschen sitze ich mit auf dem Spielfeld, wenn die Jungs spielen.“

Holger der Freund – Handball verbindet

Kontakt zu seinen ehemaligen Mitspielern hat er noch reichlich. Robert Hedin war jahrelang sein Nachbar und der Kontakt ist nie abgerissen. Die Jungs der beiden haben viele Jahre zusammen Handball gespielt.

Auch Thomas Oehme, Vlado Sola, Frank von Behren, und Michael Biegler hat Holger nie aus den Augen verloren. Zu Zahni Müller und Günter Gieseking besteht Kontakt, es gibt immer viel zu erzählen. Ex-GWD-Coach Jürgen Kloth bezeichnet er sogar als seinen Mentor.

Auch gibt es spezielle Momente, wenn man Vlado Sola als Co-Trainer seiner Nationalmannschaft oder Robert Hedin als Trainer der Norweger bei der Weltmeisterschaft erlebt, ist das schon klasse. Das bekommt man nicht wieder.

Holger der Opa – die Mini-Mix-Mannschaft in Timmendorf ist schon fix

„Marion wird Oma, ich bleibe Holger!“ Scherzte Holger, als Milo noch unterwegs war. Das hat sich inzwischen (glücklicherweise) geändert. Natürlich ist Holger ein stolzer Opa und stolz wie Bolle. Der erste Kretschmer nach Nils und Finn. Erst Ballspiele und Rolle vorwärts, dann Spielzüge und Auslösehandlungen. Die nächsten 18 Jahre Jugendbundesliga hat Holger, nach ein paar Jahren Pause, schon geplant.

Holger der Optimist

Holger ist ein positiver Mensch. Aus vielen kann er etwas Positives ziehen. Sogar Corona kann er etwas Positives abgewinnen. Neben all der Grausamkeit dieses Virus, gibt es auch positive Momente. Die Familie rückt näher zusammen. So war es auch bei den Kretschmers. Milo kommt in dieser Zeit zu Welt und Finn kann sich intensiv um seinen Nachwuchs kümmern. Aber auch Nils und Holger haben während des Lockdowns viel Zeit miteinander verbracht. Die Zeit kann ihnen keiner mehr nehmen.

Und ohne Corona wäre ich nie auf die Idee gekommen, diese Interview-Reihe zu schreiben. Danke, das du mich daran erinnert hast.

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Mühlenkreis-Handballer im Interview! Heute mit Thomas Oehme

Thomas Oehme über seine Handball-Zeit, über die Derbies, über das Leben nach dem Handball und über seine Familie. Er ist mir eigentlich immer noch als der rauhbeinige Abwehrspieler im Gedächtnis geblieben. Ein unbequemer Gegner, der immer sehr emotional war. Einer, der oft auf der Strafbank Platz nahm. Einer, der dort hinging, wo es wehtat. Einer, der auch mal den unbequemeren Weg nahm.

In unserem Gespräch habe ich aber einen ganz anderen Menschen kennengelernt. Thomas Oehme den Familienmenschen. Der stolze 2-fache Vater. Stimmt schon. Harte Schale, weicher Kern. Und das absolut positiv.

Von 1992 bis 1997 im GWD-Trikot

Thomas Oehme spielte von 1992 bis zum Oktober 1997 für GWD Minden. Vom TSV Milbertshofen wechselte er damals nach Minden in die 2. Liga. Im Oktober 1997 wurde der Vertrag von Thomas vorzeitig aufgelöst. Grund war die damalige finanzielle Schieflage des Vereins. Aber bei GWD Minden hatte er seine schönste Zeit. Das vergisst er nicht.

Über Familienzeit nach Ende der Karriere

Von Minden ging es nach Bielefeld, wo Thomas für ein Jahr anheuerte. Dann stand er vor einer großen Entscheidung. Wie sollte es weitergehen? Mit 29 war es doch eigentlich zu früh zum Aufhören. Es gab Angebote aus der Bundesliga und auch aus dem Ausland. Aber er entschied sich für seine Familie, denn die vergrößerte sich. Neben Tochter Leoni kam, nur wenige Monate nach seinem Abschied, Sohn Mattes auf die Welt. Und wie Thomas es so schön passend auf den Punkt bringt: „… ich schon der Meinung war, jetzt sollte man als zweifacher Vater mal ein bisschen für die Familie da sein, und den zweiten Schritt gehen nach der Handball-Laufbahn.“

Über den weiteren beruflichen Weg- Drei Ausbildungen

Die erste Ausbildung zum Kfz-Mechaniker noch in Leipzig beendete er kurz vor der Wende. Eine kaufmännische Ausbildung zu GWD-Zeiten erfolgte bei porta Möbel. Und die dritte Ausbildung bei Audi komplettierte seinen jetzigen Beruf des Autoverkäufers im Autohaus Glinicke in Minden.

Über das Leben abseits vom Handball

Gekommen, um zu bleiben. So könnte man es durchaus bezeichnen. Thomas, Claudia, Leoni und Mattes wohnen nach wie vor hier. Seit fast 25 Jahren ist Porta Westfalica die Heimat der Oehmes.

Über die ganze Handball-Familie Oehme

Seine Frau hat im Jugend-, Juniorinnen-und im Frauenbereich gespielt. Tochter Leoni hat eine supergute Zeit gehabt. Hat wirklich durchgestartet bis nach oben. Über Minden-Nord und Blomberg nach Borussia Dortmund. Auch in der Juniorinnen-Nationalmannschaft war die Linkshänderin eine feste Größe. Bis eine Knieverletzung sie ausbremste, und sie ihre Handballschuhe an den Nagel hängen musste.

Auch Sohn Mattes hat eine Handball-Vergangenheit. Mattes hat bis zur A-Jugend bei GWD Minden im Tor gespielt. Hat sich dann aber aus persönlichen Gründen gegen einen weiteren Handballweg entschieden. Und ist heute ein guter und erfolgreicher Crossfitter, was er mit großem Spaß und Energie macht.

Über Thomas Oehme auf der Trainerbank? Passt das?

Als Trainer war er immer nur kurz tätig, und das nur im Jugendbereich. Als Co-Trainer seines Sohnes Mattes und der B-Jugend von GWD Minden erreichte er immerhin das Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft. Er wollte ja für die Familie da sein und hat sich danach gegen Trainer und Trainingsinhalte entschieden.

Jetzt aber noch in ein paar Erinnerungen der aktiven Zeit schwelgen

Über die Derbies gegen den TuS- immer emotional und hart umkämpft

Zehn bis zwölf Derbies wird Thomas gespielt haben und die waren immer emotional und hart umkämpft. Auf Spieler und auf Fanseite. Egal ob in der Liga oder im Spielothek-Cup, es ging immer hoch her! Die Hallen waren immer ausverkauft. Die Anspannung und die Dynamik spürte man schon beim Aufwärmen und bis in die Kabine. Für ihn als junger Spieler war das sehr beeindruckend.

Über Eine gesunde Härte in den Spielen, oder doch mit dem Messer zwischen den Zähnen?

In einem der Spiele hat Thomas sich bei einer Abwehraktion gegen Bogdan Wenta verletzt. Die Schulterverletzung war auch relativ schwer. Das ganze Ausmaß dieser Verletzung ist erst nach Karriereende ans Licht gekommen. Das ist dann auch sein ewiges Andenken an dieses Derby, oder an die Derbies generell. Eigentlich hätte er gerne auf das Bogdan-Wenta-Derby-Andenken verzichten können.

Über Männerfreundschaften und ob er noch zu Handballspielen geht

Mit Holger Kretschmer hat er noch viel Kontakt. Auch mit Robert Hedin, Hajo Wulff, Jens Buhrmester, Rudi Traub und Andreas Bock reißt der Kontakt nicht ab.

Natürlich geht er noch gerne in die Halle und schaut sich Spiele an. Die Kampa-Halle war schnell erreicht. Der Weg nach Lübbecke ist weiter. Er schaut auch gerne den jungen Talenten wie Maximilian Nowatzki zu. Zu ihm hat er ein ganz besonderes Verhältnis.

Fotos aus der aktiven Zeit

Private Fotos

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Mühlenkreis-Handballer im Interview Teil 1 – mit Simon Strakeljahn von GWD Minden

Der Kreis-Minden-Lübbecke ist einer der schönsten Landkreise Deutschlands. Und das behaupte ich nicht nur, weil ich in Minden geboren bin. Der Kreis Minden-Lübbecke ist nicht nur bekannt durch seine Mühlenlandschaften, das Wasserstraßenkreuz und seiner starken Wirtschaft. Auch sportlich hat der Mühlenkreis einiges zu bieten. Und da ich hier einen Handball-Blog schreibe, möchte ich natürlich auf den Handball besonders eingehen.

Zwei Handballvereine bei den Herren stechen dabei heraus: GWD Minden und der TuS N-Lübbecke. Beide Vereine erzielten große Erfolge in den letzten Jahren und Jahrzehnten. GWD Minden zur Zeit in der 1. Bundesliga beheimatet, die in der abgebrochenen Saison den 15. Platz belegten. Und der TuS N-Lübbecke beendete in der 2. Bundesliga die Saison auf dem 6. Platz.

Bei den Damen sind die Bundesligazeiten von Eintracht Minden-Minderheide leider lange vorbei. Aber die Damen in Nettelstedt (Landesliga), Minden-Nord (Oberliga) und Hahlen (Oberliga) spielen einen starken Handball.

Damit wir nicht ganz ohne den Handball, den Akteuren und Geschichten leben müssen, habe ich mir Folgendes ausgedacht (Vielen Dank an Thorsten Möller für die Inspiration). Ich werde versuchen mich mit vielen aktiven und nicht mehr aktiven Spielern aus dem Mühlenkreis zu einem Interview treffen. Ich hoffe, ich kann so einige interessante Neuigkeiten und alte Geschichten erfahren.

Den Anfang dieser Reihe macht ein absoluter Youngster Simon Strakeljahn von GWD Minden.

Nadine: Lieber Simon, erst einmal vielen Dank das du mit mir dieses Interview führst. Eigentlich hatten wir uns das aber ganz anders vorgestellt. Nur hat uns dieses Corona-Virus einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Leider können wir uns nicht persönlich treffen, aber wir haben andere Wege gefunden. 

Ich habe mich mit Simon über seine Zeit bei der JSG NSM Nettelstedt und bei GWD Minden unterhalten.  

Nadine: Dein Wechsel 2013 zu LIT war schon ein großer Schritt, den du gewagt hast! Wie hast du dich bei LIT gefühlt?  

Simon: Ich wurde damals bei der JSG sehr gut aufgenommen und habe mich gleich mit allen gut verstanden. Es herrscht dort ein sehr familiäres Umfeld.

Nadine: Welches war der größte Fortschritt, den du dort gemacht hast? 

Simon: Man entwickelt sich ja in allen Bereichen weiter, ob jetzt persönlich oder sportlich gesehen. Was genau da der größte Fortschritt war, kann ich nicht genau sagen.

Nadine: Hast du noch einen Trainer oder Betreuer in Erinnerung, den du besonders viel zu verdanken hast? 

Simon: Genau genommen hat mich jeder Trainer in der Zeit geprägt. Einen Hauptteil meiner Zeit dort wurde ich von Daniel Gerling und Stefan Kruse trainiert, die mir beide in meiner Entwicklung sehr geholfen haben. Auch Michael Jankowski war ein guter Trainer, dem ich schon früh viele Spielzeiten in der A-Jugendbundesliga zu verdanken habe. Von Michael Scholz und Dirk Beuchler hat man natürlich aufgrund ihrer riesigen Erfahrung profitieren können, jedoch hatte ich Dirk nur kurz als Trainer.

Nadine: Hast du noch viele Kontakte zu deinen ehemaligen Mitspielern? 

Simon: Ich habe noch losen Kontakt zu manchen Spielern und wenn man sich mal begegnet, hat man sich immer viel zu erzählen.

Nadine: 2016 folgte dann der Wechsel in die A-Jugend von GWD Minden. War dir bewusst, dass dieser Schritt durchaus ein sehr großer Schritt sein könnte? Und nicht nur positive Reaktionen hervorrufen würde? 

Simon: Das war mir durchaus bewusst, da ich wusste, wie gut die Jugendarbeit von GWD ist. Aber ich wusste auch, was ich an der JSG hatte, und deshalb ist mir die Entscheidung anfangs auch relativ schwer gefallen. Dass meine Entscheidung nicht nur positive Reaktionen hervorrufen würde, war mir bewusst, aber das ist ja auch normal.

Nadine: Was war denn die krasseste Reaktion (positiv/negativ)?

Simon: Es gab viele positive Reaktionen seitens GWD, aber auch positive Reaktionen von meinen damaligen Mitspielern bei der JSG, die sich teilweise sehr mit mir gefreut haben. Das hat mich damals besonders beeindruckt und darüber habe ich mich sehr gefreut.

Nadine: War der Zeitpunkt zum Wechsel nach Minden der Richtige? 

Simon: Ich denke es war ein guter Zeitpunkt. Ob es jetzt der einzig richtige Zeitpunkt war, kann man nicht wissen.

Nadine: Ein richtiges Bundesliga-Derby GWD Minden vs. TuS N-Lübbecke hat es ja leider schon länger nicht mehr gegeben. Hättest du gerne mal ein Derby als Spieler erlebt? 

Simon: Theoretisch habe ich das schon zweimal, jedoch waren das beides Freundschaftsspiele und das ist natürlich nicht vergleichbar mit einem Pflichtspiel-Derby. Bei so einem Spiel wäre ich gerne mal dabei gewesen, denn so ein Derby ist immer was besonderes.

Nadine: Jetzt hast du mit GWD Minden ein paar Spiele in der Lübbecker Kreissporthalle spielen (müssen). Was war das für ein Gefühl? 

Simon: Ich finde es ist schon ein komisches Gefühl, da man es einfach gewohnt ist die Heimspiele in der Kampa-Halle auszutragen. Aber ich finde die Halle wird immer super hergerichtet und die Fans stehen immer total hinter uns, deshalb machen auch die Spiele in der Merkur Arena riesigen Spaß.

Nadine: Dein Vertrag bei GWD Minden läuft noch bis 30.06.2020. Ist eine Vertragsverlängerung in Sicht?  

Simon: Ich habe das Angebot einer Vertragsverlängerung bekommen und ob ich es wahrnehmen werde, stellt sich in den nächsten Tagen heraus.

Simon ich danke dir ganz herzlich für das Gespräch!  

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Zweifelhafte (sportliche) Entscheidungen in der Corona-Zeit treffen auch den Handball-Sport

Eins vorweg Corona war noch nie da! Corona hat unser Leben noch nie so wahnsinnig auf den Kopf gestellt wie jetzt gerade. Und Corona wird noch lange Auswirkungen auf unser aller Leben haben. Leider! In den letzten Tagen gab es viele sportliche Entscheidungen. Die auf der internationalen Ebene kann ich teilweise noch nachvollziehen, aber die auf nationaler Ebene gehen gar nicht.

Es zeigt sich, das Deutschland und ein großer Teil ihrer Entscheidungsträger, kein vernünftiges Krisen-Management beherrscht. Der THW Kiel wird mit 44:8 Punkten zum Meister gekürt. 4 Punkte dahinter die SG Flensburg-Handewitt, durchaus noch mit Chancen auf die Meisterschaft. Die Damen von Borussia Dortmund werden als Tabellenführer mit 34:2 Punkten nicht zum Meister erklärt. Was aber wohl nicht an den Tabellenzweiten SG BBM Bietigheim liegt. Die liegen zwar mit 33:3 Punkte knapp auf dem 2. Rang. Warum es da keine Meisterkrönung gab, das verstehe wer will. Heiße Diskussionen folgten. Auch die internationalen Handball-Entscheidungen Champion-League, EHF-Cup, WM-Qualifikation sehe ich etwas kritisch und voreilig getroffen.

Aber alles der Reihe nach …..

Die HBL kürt den THW Kiel zum Meister

Eigentlich hat doch niemand wirklich an der Meisterschaft der Kieler gezweifelt, oder? Ob nun mit oder Corona, der THW Kiel war Meisterschaftskandidat Nummer eins. Mit 99 %iger Sicherheit wären die Kieler auch deutscher Meister geworden. Sie ließen hier und da ein paar Schwächepunkte liegen, aber sie hatten das gut im Griff. Niemand hätte es gewagt, den THW Kiel nicht zum Meister zu machen.

Die HBF kürt keinen Meister

„Wäre ich ein Mann, wäre ich jetzt Deutscher Meister. „Mit diesem Slogan und Autogrammfotos von den Borussia Dortmund Spielerinnen (mit Bart) beklagen sie die ungerechte Entscheidung. Im Herren-Handball wird ein deutscher Meister ausgerufen, bei den Damen aber nicht. Beide Ligen wurden acht Spieltage vor Schluss vorzeitig beendet. Aber die Damen von Borussia Dortmund um Trainer Andre Fuhr bekamen nicht ihren ersten Meistertitel zugesprochen. Spielerinnen, und Offizielle zeigten sich geschockt und sprachen schon von Diskriminierung. Den auch in unterklassigen Ligen wurden Titel vergeben, auch sogar nur aufgrund der besseren Tordifferenz. Ich halte diese Entscheidung für eine reine Willkür von Andreas Thiel den Vorstandsvorsitzenden Handball-Bundesliga der Frauen. In einem Interview sagte er: „Wir haben uns an die Vorgaben des Verbands gehalten. Ich habe da nirgendwo gelesen, dass ich einen Meister benennen muss.“ Hatte er einfach keine Lust der Borussia den Titel zu geben? Der Mann ist ja Anwalt, ich dachte, der hat Ahnung und einen Sinn für Gerechtigkeit.

Meine Meinung ist, dass er sich das bei den Männern niemals erlaubt hätte. Da wäre Uwe Schwenker, in was für einer Position auch immer, Sturm gelaufen. Und das zurecht. Bei der HBF scheint wohl niemand dem Andreas Thiel zu stoppen.

Ist Andreas Thiel nach dieser Komödie eigentlich noch zu halten? Ist der Dachverband DHB da nicht gefragt? Aber auch hier hat es ja leider schon einige Entscheidungen gegeben, die mehr als fragwürdig waren. Kann man hier auch noch mal nachlesen.

Ich will jetzt auch nicht nur auf diesen Andreas Thiel einprügeln. Diese Fehlentscheidung hat er ja nicht allein getroffen, aber es hat ihn auch niemand davon abgehalten.

Liebe Mädels von Borussia Dortmund Handball! Für mich habt ihr absolut die deutsche Meisterschaft verdient. Mein Herz habt ihr mit eurer Plakataktion im Sturm erobert. Und wer so stark ist, der holt sich in der nächsten Saison die Meisterschaft. Meine Daumen sind gedrückt.

P.S. Das Rewe-Final Four ist übrigens auf Ende Juni verschoben worden. Ob das dann stattfinden kann, wird sich zeigen .

International gab es noch folgende Entscheidungen:

Der EHF-Cup wird abgesagt

Der EHF-Cup ist jetzt mal ganz abgesagt worden. Scheint wohl nicht so wichtig zu sein! Dann können wir ab der nächsten Saison auch ganz drauf verzichten, oder was?

Das Final Four wird auf Ende Dezember geschoben

Die Halbfinals und das Finale der Champions-League in Köln ist auf Ende Dezember dieses Jahres verschoben worden. Sicherlich, allein aus Kostengründen, eine gute Entscheidung.

Die Olympia-Qualifikation ist auf März 2021 verschoben

Olympia ist ja um ein ganzes Jahr verschoben worden und so wird auch die Qualifikation erst im März 2021 stattfinden

Die WM-Qualifikation wird gar nicht erst ausgespielt

Aber aufgrund der guten Leistungen bei der letzten WM sind die deutschen Männer für die WM 2021 qualifiziert. Und wer hat diese gute Platzierung mit den Jungs erreicht? Genau der Christian Prokop! Danke!

Auch die deutschen Damen haben sich aus diesem Grund für die EM 2020 qualifiziert.

Das ist mit Sicherheit eine gute Entscheidung und lässt so Platz für zusätzliche Ligaspiele und Nachholspiele. Bleibt nur die Frage, wann denn die Ligen den Spielbetrieb aufnehmen können? Man weiß ja noch gar nicht in welche Richtung diese Corona-Lockerungsmaßnahmen sich entwickeln. Wird der Bundesligastart pünktlich erfolgen können? Werden EM der Frauen und WM der Männer überhaupt stattfinden können? Alles Fragen, die man jetzt noch gar nicht beantworten kann. Sicherlich werden da noch so einige Verschiebungen folgen.

Bleibt sauber und gesund!

Natürlich polarisiere ich mit meinen Artikeln! Und das ist gut so!

Jeder hat seine Meinung

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Blick zurück Part 2 Tag des Handballs 2019

Im 2-Jahres-Rhythmus findet im Rahmen des DHB-Lehrganges der Tag des Handballs statt. Im Oktober letzten Jahres war Hannover Gastgeber. 3 Partien wurden den Zuschauern geboten. Erst spielte eine Jugendauswahl, dann kamen die Herren auf das Spielfeld. den Abschluss des wirklich gelungenen Tages bildete die deutsche Damen-Nationalmannschaft. Für beide Mannschaften hieß der Gegner Kroatien.

Die Pressekonferenz mit Kim Naidzinavicius, Henk Groener, Christian Prokop (da noch Bundestrainer ) und Uwe Gensheimer

Der Uwe!!!

Aufwärmen der Jungs am Tag des Handballs in der TUI-Arena Hannover

Gänsehaut beim Einlaufen der Mannschaften

Wenn 10.000 Handy-Taschenlampen leuchten

Die 1. Halbzeit

Die 2. Halbzeit

Am Ende hält Dario Quenstedt den Sieg für das deutsche Team fest. 24:23 trennt sich das deutsche Team von Kroatien.

Liebe Handball-Fans haltet weiter durch. Das was wir bis jetzt geschafft haben, das ist schon sehr gut. Haltet Abstand, damit wir bald alle wieder hinter unseren Farben stehen können.

P. S. Entschuldigt die doch recht schlechte Bildqualität. Da habe ich die Bilder noch mit dem Handy geschossen!

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Blick zurück! Die Rhein-Neckar Löwen in der Kampa-Halle!

Da die Corona-Schutzmaßnahmen bis auf weiteres und ganz bestimmt bis zum 31. August andauern werden, müssen wir auch weiterhin auf Live-Handball verzichten. Um diese Zeit auch nur ein kleines bisschen erträglicher zu machen, habe ich euch Bilder vom Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen herausgesucht.

Blick zurück in den November des letzten Jahres. Am 30. November waren die Rhein-Neckar Löwen zu Gast. In einer umkämpften Partie stand es am Ende 24:28.

Das war nochmal ein schöner Blick zurück in unser schöne Kampa-Halle, oder? Okay, ja die Stimmung ließ oft zu wünschen übrig. Das ist in Lübbecke jetzt ganz anders. Die Stimmung ist in unserem neuen Wohnzimmer wirklich hammergut.

Meine große Hoffnung ist, möglichst bald wieder Live-Handball verfolgen zu können. Jeder möge seien Verein nach Kräften unterstützen. Aber nur wenn wir uns jetzt alle an die Corona-Schutzmaßnahmen halten, wird das möglich sein.

Deshalb haltet Abstand, damit wir alle bald wieder alle zusammen hinter unseren Farben stehen können.

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Die jungen Wilden von GWD Minden

Bilder vom Testspiel gegen den TuS N-Lübbecke vom 23. Januar 2020.

Das Testspiel fand während der da noch laufenden Handball-EM statt. Für die Mindener Mannschaft war es ein wahres Testspiel, da sie in dieser Formation auch noch nicht zusammengespielt hatten. Endstand 27:25 .

Einen ausführlichen Bericht vom Testspiel findet ihr hier. (Auch den habe ich geschrieben)

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Heute steht der TuS N-Lübbecke im Blickpunkt

Die Corona-Pause nutze ich für einen Blick auf den Nachbarn aus Lübbecke.

Als GWD Minden-Fan möchte ich auf keinen Fall unseren Nachbarn den TuS-N-Lübbecke vergessen. Ich kann mich noch gut an die emotionsgeladenen Derbys gegen den TuS Nettelstedt erinnern. Wir sangen schmutzige Lieder und fast jeder TuS-Spieler erhielt nette „Kosenamen“. Aber meist war diese Rivalität 30 Minuten nach dem Abpfiff wieder verflogen.

Wir sind doch alle Handball-Fans

Das dieses nicht immer so war, vor allem in noch weiter zurückliegenden Zeiten, habe ich schon oft gehört. Schade, sehr schade! Deshalb haben wohl auch so viele der „älteren Generation“ ein Problem damit, dass GWD jetzt seine Heimspiele in der Halle in Lübbecke austragen muss. Ich persönlich habe kein Problem damit! Hey, wir sind doch alle Handball-Fans und brennen für diesen Sport, egal wo wir spielen!

Der TuS im Aufwind der 2. Liga

Der TuS N-Lübbecke legte, bis zur Corona-Pause, eine beeindruckende Rückserie hin. Mit vielen überzeugenden Siegen untermauerten sie durchaus ihre Aufstiegsqualitäten.

Die Fotos sind vom Testspiel gegen GWD Minden, das am 23. Januar 2020 statt fand. Anfangs zeigte der TuS N-Lübbecke starke Schwächen und Unsicherheit gegen die noch ersatzgeschwächte Bundesligamannschaft von GWD Minden. In der 2. Halbzeit drehte der TuS das Spiel und konnte es letztendlich noch für sich entscheiden.