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Mühlenkreis-Handballer im Blickpunkt! Heute mit Moritz Schäpsmeier

Heute kommt ein echter Dankerser Jung zu Wort, der von den Minis bis zu den Profis in allen Mannschaften von GWD gespielt hat. Wir haben in der Vergangenheit gestöbert und so manche Erinnerung wieder hervorgeholt. Wir haben über die Gegenwart gesprochen. Und wir haben in die Zukunft geblickt. Sehr interessante Einblicke in das Leben des Ex-Profis.
Aufgewachsen ist er im Edelweißweg in Dankersen. Vater Jürgen ist ein ehemaliger Handballspieler, Bundesliga-Schiedsrichter und Hallensprecher. Der Handball ist ihm mit in die Wiege gelegt worden.

Heute kommt ein echter Dankerser Jung zu Wort, der von den Minis bis zu den Profis in allen Mannschaften von GWD gespielt hat. Wir haben in der Vergangenheit gestöbert und so manche Erinnerung wieder hervorgeholt. Wir haben über die Gegenwart gesprochen. Und wir haben in die Zukunft geblickt. Sehr interessante Einblicke in das Leben des Ex-Profis.

Aufgewachsen ist er im Edelweißweg in Dankersen. Vater Jürgen ist ein ehemaliger Handballspieler, Bundesliga-Schiedsrichter und Hallensprecher. Der Handball ist ihm mit in die Wiege gelegt worden.

Anfangs ist er sportlich noch zweigleisig gefahren. Parallel zum Handballsport hat er beim SC Nammen Leichtathletik betrieben. Kugelstoßen, Diskuswerfen und der Mehrkampf waren seine Lieblingsdisziplinen. Erst mit 15 Jahren entschied er sich endgültig für die Mannschaftssportart Handball.

Im Vordergrund steht für mich, dass Handball einfach eine Teamsportart ist. Es macht mehr Spaß, wenn du mit 15 oder 20 Leuten unterwegs bist und die Kabine teilst.

Moritz über den Teamsport
Prägung zum Handball vom Vater, die Linkshändigkeit von der Mutter

Als kleiner Junge ist er mit seinen Vater öfters mitgefahren, wenn der an der Pfeife aktiv war. Den Papa kennen alle Leute auch über die Mindener-Grenzen hinaus. Aber nie kam Druck vom Vater, sich jetzt endgültig für den Handball zu entscheiden. Auch vergisst er nicht, wie oft seine Mutter ihn zu den verschiedenen Trainings gefahren hat. Ohne die Unterstützung seiner Eltern wäre das alles nicht möglich gewesen.

Wenn man in Dankersen aufwächst, ist das schon mal grundsätzlich prägend, und die Halle ist nur 500 Meter von zu Hause entfernt.

Über seine Entscheidung für den Handball
Mit der A-Jugend ins Finale der deutschen Meisterschaft

Das Moritz nie die deutsche A-Jugendmeisterschaft gewonnen hat, wurmt ihn bis heute. Bis ins Finale gegen den SC Magdeburg hatten sie sich gekämpft. Vor mehr als 2000 Zuschauern in der Kampa-Halle hatten die Jungs aber letztendlich keine Chance. Auch weil Andreas Simon, bis dahin der beste Torschütze der Dankerser, sich im Viertelfinale verletzte und nicht mehr eingesetzt werden konnte. Der deutsche A-Jugendmeistertitel ging an die Magdeburger.

7 Jahre in Grün-Weiss

Als seine Mitspieler fallen mir sofort zwei weitere Namen ein, die für die gute Jugendarbeit in Dankersen stehen. Arne Niemeyer und Jan-Fiete Buschmann, beide ein wenig älter als Moritz, standen zusammen im Profi-Kader. Diese jungen Wilden mischten die Liga ganz schön auf. Sporadischer Kontakt besteht noch zu den beiden, aber durch Corona ist das schwieriger geworden.

Wenn du deine Mitstreiter so gut kennst und dich mehr als nur professioneller Sport verbindet, dann merkt man das einer Mannschaft auf dem Spielfeld auch an.

Beim Handball oder beim Teamsport kommt es darauf an, dass man harmoniert. Wenn Vertrauen und das blinde Verständnis vorhanden ist, dann ist man gut auf einander abgestimmt. Gibt es da Parallelen zur jetzigen Mannschaft mit Mats Korte, Justus Richtzenhain und Max Staar? Auch die sind diesen Weg gegangen und kennen sich inzwischen in-und auswendig. Das wird die Zukunft zeigen, aber möglich ist da vieles.

In seiner ersten GWD-Zeit war der Verein von schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen gezeichnet. Und so konnte man sich nicht auf jeder Position Top-Profis leisten und deshalb bekam auch der junge Moritz viel Spielzeit. Seine Mitspieler trotz der schwierigen Verhältnisse waren Tomas Axner, Aaron Ziercke, Mike Bezdicek und Stephan „Apollo“ Just. Alles Namen, die jeder Handball-Fan kennt. Auch ein Frank von Behren kehrte noch einmal kurzzeitig ins GWD-Team zurück, mit dem legendären Spiel in Flensburg (das Wunder von Flensburg).

Beim Derby-Sieg warst du für sechs Monate der Held

Derbys waren für ihn etwas Besonderes, über die viel im Fernsehen und Radio berichtet wurde. Vor 15 Jahren gab es noch kein Social Media wie zur heutigen Zeit. Die Presse und die Spieler fieberten schon Wochen vorher darauf hin. Auch an die Handball-live-Übertragungen und einen Carsten Dehne der im Rausch des Spiels fast aus dem Fenster fiel, kann sich jeder erinnern. Ein Heimspiel-Derby zu verlieren war die reine Katastrophe.

Beim einem meiner letzten Derbys habe ich mir die Achillessehne gerissen!

Über seine schmerzhafteste Derby-Erinnerung
Tolle Aufnahme von Moritz im Dress des TV Grosswallstadt Quelle unbekannt
Der Wechsel nach Großwallstadt

Damals war der TVG eine gute Adresse und man hatte sich für den Europa-Pokal qualifiziert. Aber in Dankersen hat man ihm den Wechsel nicht wirklich krummgenommen. Das internationale Flair reizte ihn. Es gab Spiele in Island, Dänemark und Frankreich. So etwas vergisst man nicht. Michael Biegler war dort sein Trainer, der immer zu 100 % hinter seiner Mannschaft gestanden hat. Mit dem harten Hund Biegler hat er sich gut verstanden und konnte den Rauswurf Bieglers nie ganz verstehen. Immerhin schaffte seine Mannschaft den Sprung ins Finale des EHF-Cups, dort verlor man aber gegen FA Göppingen.

Ein Jahr bei Frank Carstens in Magdeburg

Das Verletzungspech beider etatmäßigen rechten Rückraumspieler von Magdeburg gab Moritz die Chance als Back-up. Das Umfeld vom SCM hat ihm sehr gefallen. Der Verein ist Kult in der Stadt. Die Trainingsbedingungen waren unfassbar gut. Auch die GETEC-Arena mit 7.500 Zuschauern und die vielen Fanclubs die bis in den Harz hinein reichen, sind handballbegeistert durch und durch. Mit einem Mittelhandbruch im Viertelfinale des EHF-Cups war das Kapitel Magdeburg dann für ihn vorzeitig beendet.

Schon vorher hatte er einen Vertrag in Minden unterschrieben. Aber diese Rückkehr nach Minden war gut und nicht nur von Verletzungen geprägt. Nachdem Wiederaufstieg spielte das Team eine super Saison. Seine Karriere hat er letztendlich mit 32 Jahren beendet. Aber eins ist ihm auf alle Fälle geblieben, er ist Bundesliga-Rekordspieler für GWD Minden.

Für die Zeit nach der Handball-Karriere hat er schon früh vorgesorgt

Erst eine Ausbildung bei der Sparkasse, dann das BWL-Studium und jetzt ist er sichtlich glücklich bei der Firma SITEX in Minden. Verantwortlich ist er dort für die Unternehmenskommunikation und das Marketing mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit.

Aktiv für die Umwelt – Nachhaltigkeit ist ein großes Thema

Beruflich und auch privat begleitet ihn das große Thema Nachhaltigkeit. Zurzeit ist er im Auftrag seines Arbeitgebers Sitex, der Cheforganisator eines Umwelt-Wettbewerbes für Schulklassen. Ihr findet Active 4 climate auf Instagram oder einfach hier klicken. Auf den Seiten findet ihr alle Infos zum Thema Nachhaltigkeit.

Ein Umfeld in dem junge Menschen gefördert und ausgebildet werden, ist auch eine Art von nachhaltiger Philosophie.

Moritz über Nachhaltigkeit im Handball

Fotos: privat

In seiner Freizeit hält er sich gerne in der freien Natur auf. Nach den vielen Verletzungen in seiner aktiven Karriere ist er aufs Mountainbike umgestiegen und fährt durchs Mindener Land.

Trainer der 2. Mannschaft von GWD

Und das geht mit so einem handballgeprägten Unternehmen wie Sitex nochmal einfacher.

Als Trainer zu arbeiten ist eine Klasse für sich. Da reicht Erfahrung nicht aus. In so einer Trainerausbildung wird das einem ganz gut vermittelt. Und um in der 3. Liga zu arbeiten, muss man eine B-Lizenz vorweisen.

Über seine Motivation zur B-Lizenzausbildung

Diesen Job angeboten hat ihm Hotti Bredemeier, wie könnte es anders sein? Spieler auf ihrem Weg zu begleiten, vielleicht mal selber Profi zu werden, das konnte Moritz sich gut vorstellen. Man wächst mit seinen Aufgaben. Für ihn ist es schön zu sehen, wenn seine Spieler Profiverträge unterschreiben, die er und sein Team in den letzten Jahren intensiv begleitet haben. Das ist dann auch eine Bestätigung seiner Arbeit.

Durch die Corona-Pandemie ist aber im Moment leider Spiel- und Trainingspause für die 3. Liga. Die Spieler mit ganz viel Potenzial werden jetzt zum Training mit der Profimannschaft geschickt, die dürfen wenigstens trainieren. Der Rest trainiert individuelle Pläne ab und man nutzt Apps um das zu dokumentieren. Alle 14 Tage trifft man sich zum Videochat, auch um Neuigkeiten auszutauschen.

Und wie ist der Austausch mit Frank Carstens?

In einer normalen ohne Corona, Saison ist der Austausch zwischen den beiden Trainern fließend. Egal ob Trainingsstand, Trainingsleistungen, Belastungsgrenzen da findet ein regelmäßiger Austausch statt. Frank Carstens ist oft in der Dankerser Halle und schaut A-Jugendspiele. Auch habe ich hier schon öfters die Dienstags-Talente-Gruppe erwähnt. Es ist einzigartig, dass ein Bundesligatrainer Talente der einzelnen Jahrgänge um sich versammelt und weiterbringt. Auch mit Sebastian Bagats ist er im intensiven Austausch, der sehr wichtig ist.

Wir heißen Grün Weiss Dankersen und dann müssen wir doch einen Dankerser nehmen, oder?

Originalton Hotti Bredemeier, warum er Moritz einen Trainerposten angeboten hat

Vielen Dank für das Gespräch! Danke für die kleine Zeitreise.

Ab ins Kreuzverhör: 

Michalczik oder Hermeling ? Hermeling

Kranzmann oder Korte?  Kranzmann

Strakeljahn oder Knorr  Strakeljahn

Richtzenhain oder Thiele?  Richtzenhain

Frühaufsteher oder Langschläfer?  Frühaufsteher

Kaffee oder Tee?        Kaffee             

Wasser oder Cola ?      Wasser            

Bier oder alkoholfrei?         Bier          

 Salat oder Steak?     Steak

vegetarisch oder vegan?          vegetarisch       

 Burger oder Pasta?   Pasta

Handball spielen oder Coachen?  Spielen

mit Taktiktafel oder ohne?   meistens ohne

Abwehr oder Angriff?   Abwehr

Liga oder Pokal?        Pokal               

Heimspiel oder Auswärtsspiel?   Auswärtsspiel

Krafttraining oder Lauftraining?    Krafttraining

Foto: Christian Bendig

Von Nadine H.

Hi, ich bin Nadine
Seit meiner Kindheit an, hat der Handball immer eine große Rolle in meinem Leben gespielt. Nachdem ich viele Jahre selbst aktiv gespielt habe, hat der Handball-Virus mich nicht mehr los gelassen. Gut das mit GWD Minden ein erstklassiger Verein in meiner Heimatstadt zuhause ist. Aber auch der Handball über die Mindener Grenze interessiert mich. Die Spiele der Nachbarvereine, anderer Bundesligavereine und der Nationalmannschaft interessieren mich