Mühlenkreis-Handballer im Blickpunkt! Servus Chrischa Hannawald

Auf einen kurzen Plausch mit Chrischa Hannawald. Mitte der 90er-Jahre hütete er das Tor von GWD Minden. Sein Markenzeichen, die kurze Hose und wechselnde Frisuren machten ihn zum Kult-Torhüter.

Nadine: Chrischa von 1995 bis 1997 hast du für GWD Minden gespielt. Wie war diese Zeit für dich?  

Chrischa: Das war eine wundervolle Zeit, wir hatten eine sehr gute und homogene Mannschaft!


Nadine: Wenn du mal abseits des Handballs zurückblickst, hast du dich im Mühlenkreis wohlgefühlt?  

Chrischa: Ich habe mich sehr wohl gefühlt, die Menschen dort haben mich mit offenen Armen aufgenommen!

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Chrischa bei seinem Abschiedsspiel Foto: Wikipedia

Nadine: Du warst ein absoluter Publikumsliebling. Ich weiß nicht, ob es an deinen wilden Frisuren oder deinen überragenden Paraden lag. Was meinst du?   

Chrischa: Ich denke sowohl als auch! Wenn die Leistung nicht gepasst hätte, dann hätten mich die Zuschauer und Fans nur ausgelacht.

Im TUSEM-Trikot mit kurzer Hose Foto: Oberberg-aktuell.de

Nadine: Der Mundschutz ist im Handball inzwischen sehr präsent. Aber du hast auch kurze Hosen getragen?

Chrischa: In der kurzen Hose konnte ich mich einfach besser bewegen, fühlte mich freier. Da auch Torhüter sehr viel schwitzen, bin ich mir immer wie ein Kartoffelsack vorgekommen, wenn die dicke Baumwollhose sich mit Schwitzwasser voll gesaugt hatte!

Nadine: Du warst bei einigen Derbies mit dabei. Erzähl mal, wie war das? Da ging es schon richtig zur Sache, oder?

Chrischa: Au ja, das waren krasse Momente. Uns wurde das Derby so vor Augen gehalten, als wäre damals Nettelstedt der Staatsfeind Nummer eins gewesen. Wir haben uns teilweise auf dem Spielfeld gehasst, aber das schöne dabei war, dass wir nach dem Schlusspfiff in den Katakomben wieder normal miteinander umgegangen sind. So wie heute, dass GWD in Lübbecke ihre Spiele austrägt, hätte es damals nie gegeben!!!

Nadine: Wie ging es nach deiner GWD-Zeit für dich weiter? Wuppertal, Essen, Grosswallstadt?

Chrischa: Ja, genau! Essen war meine erfolgreichste Zeit, da wurde ich zum Nationalspieler und wurde Europapokalsieger!

Nadine: Hast du noch Kontakt zu deinen ehemaligen Mitspielern?

Chrischa: Eigentlich mit sehr wenigen und wenn, dann nur sporadisch mal, man lernt einfach zu viele Menschen kennen. Und wenn ich zu allen Kontakt hätte dann wäre das mein Job.



Nadine: Wie oft schaffst du es noch in die Halle zum Live-Handball schauen?

Chrischa: Zu sehr wenigen, da meine Familie und meine Handballschule sehr viel Zeit in Anspruch nehmen!
 

Nadine: Verfolgst du noch den Handball im Mühlenkreis? GWD spielt inzwischen in Lübbecke, weil die Kampa-Halle gesperrt ist. Wie ist deine Meinung dazu? Wie sehr hätte dich diese Situation beeindruckt?

Chrischa: Wie schon oben beantwortet, das hätte ich mir früher nie vorstellen können. Bevor das passiert wäre, hätte wir damals irgendwo gespielt und unsere Heimspiele ausgetragen. Aber nicht in Lübbecke! Klar verfolge ich GWD ab und an noch, es ist schon spannend, was sich dort alles so entwickelt.


 Nadine: Du hast inzwischen eine eigene Handballschule. Du bringst Kindern das Handballspielen bei oder näher. Kann es eine schönere Aufgabe geben?

Chrischa:  Nein, ich kann mir nichts Schöneres vorstellen, als „Kinder Freude Schenken“ zu dürfen! Es ist so schön, wenn man Kindern in ihre Augen schaut und sie vor Freude strahlen, sie sind zwar immer erschöpft, aber glücklich. Was mich an Kinder so fasziniert, ist ihre Ehrlichkeit, du bekommst sofort ein ehrliches Feedback!

Chrischa, ich danke dir für das Gespräch!

Veröffentlicht von Nadine H.

Hi, ich bin Nadine Seit meiner Kindheit an, hat der Handball immer eine große Rolle in meinem Leben gespielt. Nachdem ich viele Jahre selbst aktiv gespielt habe, hat der Handball-Virus mich nicht mehr los gelassen. Gut das mit GWD Minden ein erstklassiger Verein in meiner Heimatstadt zuhause ist. Aber auch der Handball über die Mindener Grenze interessiert mich. Die Spiele der Nachbarvereine, anderer Bundesligavereine und der Nationalmannschaft interessieren mich

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