Mühlenkreis-Handballer im Interview! Heute mit Holger Kretschmer

Von 1995 bis 1998 trug Holger Kretschmer das GWD-Trikot. Und viele Fans haben den sympathischen Menschen Holger und seine Familie nicht vergessen. Genauso geht es mir auch. Holger war eigentlich der einzige Spieler, den ich echt vermisst habe. Von unserer Banneraktion bis zum Abschiedsgeschenk, ich war dabei. Jahre später freute ich mich immer noch über Holgers und Marions Besuch in Minden. Und die Spiele gegen Stuttgart waren ein Pflichttermin. Natürlich gab es immer ein Riesen-Hallo und auch Finn wurde da zwangsläufig mit reingezogen.

Ich freue mich sehr, dass Holger für mich Zeit gefunden hat. Mal schauen, was er so alles aus dem Nähkästchen plaudert.

Wir haben uns über die vergangene Zeit, die Gegenwart und die Zukunft unterhalten.

Holger der Mensch

Seine Mindener Zeit hat ihn sportlich und beruflich geprägt

Eine unglaubliche Zeit, die er nicht missen möchte

Es war eine ganz, ganz besondere Zeit für Holger Kretschmer. Die Stadt Minden hat es ihm angetan und die Zeit mit vielen tollen Handballern. Besonders beeindruckt hat ihn die Kombination mit tollen Menschen zusammenzuspielen und berufliche Verbindungen zu knüpfen. In der Zeit kamen viele Spieler rüber in die Bundesliga. Es sind Freundschaften entstanden, die bis heute noch bestehen. Aber auch die Mindener Fans haben ihn sehr beeindruckt.

Holger der Handballer

Minden war Holgers sportliche Heimat

Die Spiele gegen den VfL Bad Schwartau waren natürlich etwas Besonderes, vor allem weil Schwartau im ersten Jahr abgestiegen ist. Da schlugen schon zwei Herzen in seiner Brust. Ein Beweis dafür, dass Holger wirklich mit den Fans konnte, ist das ihn die Schwartau-Fans vor dem Spiel besucht haben. Das war eines der letzten Spiele vor dem besiegelten Abstieg und man hat ihm den Wechsel nach Minden auch nicht krummgenommen.

Als Spiele mit einem großen Spektakel bezeichnet er die Spiele gegen Nettelstedt, Wallau Massenheim und TUSEM Essen. Das Besondere an den Derbies war, dass die Spieler eigentlich alle untereinander befreundet waren, aber es wurde mit harten Bandagen gespielt.

Und das war auch für ihn einer dieser besonderen Momente. Was aber auch typisch für diese Sportart ist, dass niemand nachtragend ist. Heute kann Holger immer noch in die Lübbecker Halle gehen und Spieler und Trainer treffen, das ist immer etwas Besonderes. Vor einem Jahr hat er Tomislav Farkas getroffen, und die Freude war sehr groß.

(Holger, die Mindener sind ziemlich oft in Lübbecke. Schaut doch mal rein, wir haben immer ein Plätzchen für euch frei.)

Holger der Realist

Mit Handball verdienst du keine Millionen

Noch während seiner GWD-Zeit hat Holger drei Jahre für die Fa. Melitta gearbeitet. Und es gab die Option den Vertrag noch einmal zu verlängern, oder eine erweiternde berufliche Existenz bei Melitta. Mit seinen damals noch jungen 33 Jahren hat Holger sich aber für eine berufliche Verlängerung entschieden. Nach insgesamt 6 Jahren als Führungskraft im Außendienst ist er dann zur Fa. Philips gewechselt. Nach fast 20 Jahren dort, sucht er jetzt nochmals eine neue Herausforderung.

Der Handball lief aber immer nebenbei noch mit. Für Hannover/Burgdorf spielte er in der Regionalliga und als die Kinder zur Schule kamen, ging es endgültig nach Hause an die Ostsee. Handball gab es dann noch als
Trainer der Kinder. Und das megaerfolgreich.

Holger der Familienmensch

Die Jungs sind als Beachboys groß geworden. Gleich nach der Schule ging es an den Strand. In der Nähe von Timmendorf ist der gebürtige Emsländer angekommen. Hier fühlt die ganze Familie sich wohl. Jeden Morgen um 7.00 Uhr starten Holger und Marion bei einem Bäcker mit einem Kaffee und einem Croissant in den Tag. Marion geht zur Schule, Holger fährt nach Hamburg. Dieser besondere Moment ist ein Moment der Entschleunigung, der immer an der Ostsee beginnt. Beneidenswert.

Holger der Fan seiner Jungs

Reisende Eltern – Egal ob Stuttgart, Dresden oder Grosswallstadt

Finn spielt beim VfL Lübeck, Nils bei Elbflorenz. Trotzdem, oder genau deshalb sehen sie jedes Spiel. Egal ob Heim-oder-Auswärtsspiele. Autobahnen und Hotelzimmer bestimmen das Wochenendbild. Das ist schon unglaublich. Trainiert haben sie ihre Jungs, bis sie aus der A-Jugend raus sind. Nils und Finn gingen kurzzeitig beide in Magdeburg aufs Handball-Internat. Danach war eigentlich Schluss mit dem Trainer sein. Leise flüstert er mir mit einem Lächeln auf den Lippen zu: „Ein bisschen sitze ich mit auf dem Spielfeld, wenn die Jungs spielen.“

Holger der Freund – Handball verbindet

Kontakt zu seinen ehemaligen Mitspielern hat er noch reichlich. Robert Hedin war jahrelang sein Nachbar und der Kontakt ist nie abgerissen. Die Jungs der beiden haben viele Jahre zusammen Handball gespielt.

Auch Thomas Oehme, Vlado Sola, Frank von Behren, und Michael Biegler hat Holger nie aus den Augen verloren. Zu Zahni Müller und Günter Gieseking besteht Kontakt, es gibt immer viel zu erzählen. Ex-GWD-Coach Jürgen Kloth bezeichnet er sogar als seinen Mentor.

Auch gibt es spezielle Momente, wenn man Vlado Sola als Co-Trainer seiner Nationalmannschaft oder Robert Hedin als Trainer der Norweger bei der Weltmeisterschaft erlebt, ist das schon klasse. Das bekommt man nicht wieder.

Holger der Opa – die Mini-Mix-Mannschaft in Timmendorf ist schon fix

„Marion wird Oma, ich bleibe Holger!“ Scherzte Holger, als Milo noch unterwegs war. Das hat sich inzwischen (glücklicherweise) geändert. Natürlich ist Holger ein stolzer Opa und stolz wie Bolle. Der erste Kretschmer nach Nils und Finn. Erst Ballspiele und Rolle vorwärts, dann Spielzüge und Auslösehandlungen. Die nächsten 18 Jahre Jugendbundesliga hat Holger, nach ein paar Jahren Pause, schon geplant.

Holger der Optimist

Holger ist ein positiver Mensch. Aus vielen kann er etwas Positives ziehen. Sogar Corona kann er etwas Positives abgewinnen. Neben all der Grausamkeit dieses Virus, gibt es auch positive Momente. Die Familie rückt näher zusammen. So war es auch bei den Kretschmers. Milo kommt in dieser Zeit zu Welt und Finn kann sich intensiv um seinen Nachwuchs kümmern. Aber auch Nils und Holger haben während des Lockdowns viel Zeit miteinander verbracht. Die Zeit kann ihnen keiner mehr nehmen.

Und ohne Corona wäre ich nie auf die Idee gekommen, diese Interview-Reihe zu schreiben. Danke, das du mich daran erinnert hast.

Veröffentlicht von Nadine H.

Hi, ich bin Nadine Seit meiner Kindheit an, hat der Handball immer eine große Rolle in meinem Leben gespielt. Nachdem ich viele Jahre selbst aktiv gespielt habe, hat der Handball-Virus mich nicht mehr los gelassen. Gut das mit GWD Minden ein erstklassiger Verein in meiner Heimatstadt zuhause ist. Aber auch der Handball über die Mindener Grenze interessiert mich. Die Spiele der Nachbarvereine, anderer Bundesligavereine und der Nationalmannschaft interessieren mich

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