Mühlenkreis-Handballer im Interview! Heute mit Thomas Oehme

Thomas Oehme über seine Handball-Zeit, über die Derbies, über das Leben nach dem Handball und über seine Familie. Er ist mir eigentlich immer noch als der rauhbeinige Abwehrspieler im Gedächtnis geblieben. Ein unbequemer Gegner, der immer sehr emotional war. Einer, der oft auf der Strafbank Platz nahm. Einer, der dort hinging, wo es wehtat. Einer, der auch mal den unbequemeren Weg nahm.

In unserem Gespräch habe ich aber einen ganz anderen Menschen kennengelernt. Thomas Oehme den Familienmenschen. Der stolze 2-fache Vater. Stimmt schon. Harte Schale, weicher Kern. Und das absolut positiv.

Von 1992 bis 1997 im GWD-Trikot

Thomas Oehme spielte von 1992 bis zum Oktober 1997 für GWD Minden. Vom TSV Milbertshofen wechselte er damals nach Minden in die 2. Liga. Im Oktober 1997 wurde der Vertrag von Thomas vorzeitig aufgelöst. Grund war die damalige finanzielle Schieflage des Vereins. Aber bei GWD Minden hatte er seine schönste Zeit. Das vergisst er nicht.

Über Familienzeit nach Ende der Karriere

Von Minden ging es nach Bielefeld, wo Thomas für ein Jahr anheuerte. Dann stand er vor einer großen Entscheidung. Wie sollte es weitergehen? Mit 29 war es doch eigentlich zu früh zum Aufhören. Es gab Angebote aus der Bundesliga und auch aus dem Ausland. Aber er entschied sich für seine Familie, denn die vergrößerte sich. Neben Tochter Leoni kam, nur wenige Monate nach seinem Abschied, Sohn Mattes auf die Welt. Und wie Thomas es so schön passend auf den Punkt bringt: „… ich schon der Meinung war, jetzt sollte man als zweifacher Vater mal ein bisschen für die Familie da sein, und den zweiten Schritt gehen nach der Handball-Laufbahn.“

Über den weiteren beruflichen Weg- Drei Ausbildungen

Die erste Ausbildung zum Kfz-Mechaniker noch in Leipzig beendete er kurz vor der Wende. Eine kaufmännische Ausbildung zu GWD-Zeiten erfolgte bei porta Möbel. Und die dritte Ausbildung bei Audi komplettierte seinen jetzigen Beruf des Autoverkäufers im Autohaus Glinicke in Minden.

Über das Leben abseits vom Handball

Gekommen, um zu bleiben. So könnte man es durchaus bezeichnen. Thomas, Claudia, Leoni und Mattes wohnen nach wie vor hier. Seit fast 25 Jahren ist Porta Westfalica die Heimat der Oehmes.

Über die ganze Handball-Familie Oehme

Seine Frau hat im Jugend-, Juniorinnen-und im Frauenbereich gespielt. Tochter Leoni hat eine supergute Zeit gehabt. Hat wirklich durchgestartet bis nach oben. Über Minden-Nord und Blomberg nach Borussia Dortmund. Auch in der Juniorinnen-Nationalmannschaft war die Linkshänderin eine feste Größe. Bis eine Knieverletzung sie ausbremste, und sie ihre Handballschuhe an den Nagel hängen musste.

Auch Sohn Mattes hat eine Handball-Vergangenheit. Mattes hat bis zur A-Jugend bei GWD Minden im Tor gespielt. Hat sich dann aber aus persönlichen Gründen gegen einen weiteren Handballweg entschieden. Und ist heute ein guter und erfolgreicher Crossfitter, was er mit großem Spaß und Energie macht.

Über Thomas Oehme auf der Trainerbank? Passt das?

Als Trainer war er immer nur kurz tätig, und das nur im Jugendbereich. Als Co-Trainer seines Sohnes Mattes und der B-Jugend von GWD Minden erreichte er immerhin das Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft. Er wollte ja für die Familie da sein und hat sich danach gegen Trainer und Trainingsinhalte entschieden.

Jetzt aber noch in ein paar Erinnerungen der aktiven Zeit schwelgen

Über die Derbies gegen den TuS- immer emotional und hart umkämpft

Zehn bis zwölf Derbies wird Thomas gespielt haben und die waren immer emotional und hart umkämpft. Auf Spieler und auf Fanseite. Egal ob in der Liga oder im Spielothek-Cup, es ging immer hoch her! Die Hallen waren immer ausverkauft. Die Anspannung und die Dynamik spürte man schon beim Aufwärmen und bis in die Kabine. Für ihn als junger Spieler war das sehr beeindruckend.

Über Eine gesunde Härte in den Spielen, oder doch mit dem Messer zwischen den Zähnen?

In einem der Spiele hat Thomas sich bei einer Abwehraktion gegen Bogdan Wenta verletzt. Die Schulterverletzung war auch relativ schwer. Das ganze Ausmaß dieser Verletzung ist erst nach Karriereende ans Licht gekommen. Das ist dann auch sein ewiges Andenken an dieses Derby, oder an die Derbies generell. Eigentlich hätte er gerne auf das Bogdan-Wenta-Derby-Andenken verzichten können.

Über Männerfreundschaften und ob er noch zu Handballspielen geht

Mit Holger Kretschmer hat er noch viel Kontakt. Auch mit Robert Hedin, Hajo Wulff, Jens Buhrmester, Rudi Traub und Andreas Bock reißt der Kontakt nicht ab.

Natürlich geht er noch gerne in die Halle und schaut sich Spiele an. Die Kampa-Halle war schnell erreicht. Der Weg nach Lübbecke ist weiter. Er schaut auch gerne den jungen Talenten wie Maximilian Nowatzki zu. Zu ihm hat er ein ganz besonderes Verhältnis.

Fotos aus der aktiven Zeit

Private Fotos

Veröffentlicht von Nadine H.

Hi, ich bin Nadine Seit meiner Kindheit an, hat der Handball immer eine große Rolle in meinem Leben gespielt. Nachdem ich viele Jahre selbst aktiv gespielt habe, hat der Handball-Virus mich nicht mehr los gelassen. Gut das mit GWD Minden ein erstklassiger Verein in meiner Heimatstadt zuhause ist. Aber auch der Handball über die Mindener Grenze interessiert mich. Die Spiele der Nachbarvereine, anderer Bundesligavereine und der Nationalmannschaft interessieren mich

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